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Insel der Glückseligen

Gran Canaria ist ein Ganzjahresziel, das einfach für jeden das Passende bietet. Egal, ob Wandern im Gebirge, Wassersport im Norden, Kultur und Shopping in der Hauptstadt oder Restaurants und schöne Strände im Süden – die Kanareninsel bietet die perfekte Mischung aus allem.


 

Der Strand von Playa del Inglés

Über den Ursprung der Namensgebung der Kanarischen Inseln gibt es viele Erzählungen. Die „Inseln der Glückseligen“, so wurden die Kanaren in der Antike genannt. Plinius der Ältere (23 -79 n. Ch.) erwähnt als Erster eine Insel mit dem Namen „Canaria“, womit er das heutige Gran Canaria meinte. Gran Canaria stand somit namensgebend für den gesamten Archipel der Kanarischen Inseln.

Daher ist es kein Wunder, dass Gran Canaria auch heute zu den bekanntesten kanarischen Inseln zählt. Forscher vermuten, dass sich der Name Gran Canaria vom lateinischen Wort für Hund, Canis, ableitet, da die Insel mit Hunden bevölkert war. Daran erinnern auch die Hundestatuen auf der „Plaza de Santa Ana“ in Las Palmas de Gran Canaria. Doch als ebenso wahrscheinlich gilt die Rückführung auf den berberischen Volksstamm der Canarii aus dem Nordosten Afrikas.

Dünen von Maspalomas

In Maspalomas erstreckt sich eine für Europa einzigartige Dünenlandschaft.

 

Das Höhlendorf Cuevas Bermejas ist eine Touristenattraktion.

Schon seit den 1960er Jahren zieht die Insel pro Jahr mehrere Millionen Urlauber aus aller Welt magisch an. Gran Canaria hat eben alles, was für viele den perfekten Urlaub ausmacht: Allem voran das trockene, angenehme Klima der Insel mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 24 Grad Celsius. Gran Canaria liegt gerade mal rund 200 Kilometer Luftlinie von der Sahara auf dem afrikanischen Kontinent entfernt und ist dementsprechend auch von Sand geprägt. In Maspalomas im Süden der Insel erstreckt sich eine für Europa einzigartige Dünenlandschaft, die bis an den Atlantik heranreicht – der Kontrast von Sand und Meer ist faszinierend. Die Dünen mit vielen schönen Strandabschnitten ziehen sich östlich des Leuchtturms von Maspalomas über sechs Kilometer bis zum Strand von Playa del Inglés.

Der größte Teil des Sandes kommt übrigens nicht wie früher angenommen, durch Sandwinde aus der Sahara, sondern hat sich durch Korallen und Muscheln gebildet. Diese wurden durch die Wasserbewegung zerkleinert und anschließend durch die Brandung an Land gespült. Durch den konstanten Passatwind führte dies zur Anhäufung der Sanddünen. Teile der Dünen sind mittlerweile zum Schutz der Natur eingezäunt, doch die meisten der bis zu 20 Meter hohen Berge aus Kalksand kann man erklimmen und den Blick aufs Meer genießen und sich nach dem Spaziergang im Wasser wunderbar abkühlen. In den Dünen von Maspalomas liegt übrigens auch das einzige offizielle FKK-Gebiet Gran Canarias.

Playa del Inglés ist die Touristenhochburg der Insel. Hier gibt es die meisten Hotels und Restaurants auf Gran Canaria. Für Unterhaltung ist gesorgt und es fehlt an nichts. Gerade für Familien hat das viele Vorteile. Ein Highlight des Ortes ist auch die lange, gepflegte Promenade. Mit einer tollen Promenade kann auch Maspalomas punkten. Neben zahlreichen Restaurants, Cafés, Bars und Clubs, reihen sich auch Souvenir- und Kleidungsgeschäfte sowie eine kleine Shoppingmall aneinander. Im Ortsteil El Oasis befindet sich der Leuchtturm Faro de Maspalomas – eines der bekanntesten Wahrzeichen von Gran Canaria.

 

Roque Nublo

Ein anderes Wahrzeichen der Insel ragt etwas einsamer gen Himmel – der 1.813 Meter hohe Roque Nublo (Wolkenfels). Daneben steht der etwas kleinere Fels Roque Rana (Froschfelsen). Das Naturschutzgebiet Monumento Natural del Roque Nublo zieht viele Wanderer an. Die beiden einzigartigen Basaltmonolithen auf dem Gipfel des „Wolkenfelsens“ sind ein beliebtes Postkartenmotiv und schon von weitem zu erkennen. Von hier hat man einen fantastischen Blick auf die landschaftliche Vielfalt der Insel. Wie alle Inseln dieses Archipels ist auch Gran Canaria vulkanischen Ursprungs. Die höchste Erhebung im Zentrum der Insel ist der 1.949 Meter hohe, erloschene Vulkan Pico de las Nieves. Von hier kann man sogar den Vulkan Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa sehen.

 

Fruchtbares Landesinnere

Ein Hingucker sind die weitläufigen Orangen-Plantagen Gran Canarias.

Wie auf allen kanarischen Inseln zeigt sich auch das Landesinnere von Gran Canaria reizvoll. Es bietet bei milden Temperaturen tolle Wander- und Naturerlebnisse. Einige Berggipfel locken, in den tropischen Wäldern wachsen wilde Blumen, auf den weitläufigen Plantagen gedeihen Orangen, Bananen, Mangos sowie Wein und Kaffee. Das fruchtbare Tal von Agaete im Westen Gran Canarias fällt sanft zum Meer ab. Zwischen den Kiefernwäldern leuchten die gekalkten Häuser von Agaete, weswegen sie auch als die weiße Stadt bezeichnet wird. Mango- und Orangenbäume säumen den Weg zum Hafenort Puerto de las Nieves. Hier kann man fangfrischen Fisch in den kleinen Restaurants genießen, bei gutem Wetter sogar mit Blick auf Teneriffa.

 

Kulinarische Köstlichkeiten

In jedem Winkel Gran Canarias bietet sich die Möglichkeit, in köstliche Aromen einzutauchen, die eine mitreißende und abwechslungsreiche Küche versprechen. Auch die Gastronomie der Insel ist ein Beispiel für die Vermischung der Kulturen mit ihren europäischen, afrikanischen und amerikanischen Einflüssen. Die Insel kann stolz von sich behaupten, der einzige Ort Europas zu sein, an dem Kaffee angebaut wird. Zudem gibt es ein umfangreiches Obst- und Gemüseangebot, exquisiten Käse, traditionelles Feingebäck und Rum aus der ältesten Rumfabrik Europas.

 

Barranco de Guayadeque

Auf Grund ihrer klimatischen und geographischen Vielfalt sowie ihrer differenzierten Flora und Fauna wird Gran Canaria auch als „Miniaturkontinent“ beschrieben. Die Insel nimmt den Erhalt ihres Naturerbes ernst. 2005 wurde sie von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. 43 Prozent der Fläche stehen unter Naturschutz. Die Insel besitzt 14 Mikroklimazonen. Aus dem Bergland des Inselinnern führen viele Trockentäler, sogenannte Barrancos, bis an die Küste. Vom Dorf Agüimes aus führt eine schmale Straße in die Schlucht Barranco de Guayadeque. Links und rechts der schilfbewachsenen Berge ziehen sich die Behausungen des Höhlendorfes Cuevas Bermejas durch den Felsen. An den steilen Hängen leben Kanarier noch heute in Wohnhöhlen. Wer mehr dazu erfahren möchte, kann sich im Besucherzentrum Guayadeque über die vorspanische Höhlenkultur informieren oder beim Besuch einer Höhlenbar mit dem Wirt plaudern.

 

Klein-Venedig

Wegen seiner vielen Kanäle und Brücken heißt Puerto de Mogán auch „Klein Venedig“.

 

Die Markthalle Mercato de Vegueta

Ob in den Bergen oder an der Küste oder in den mittleren Höhenlagen: Die Dörfer Gran Canarias haben einen ganz besonderen Charme und tragen auf ganz eigene Art dazu bei, die Identität der Insel zu prägen. Einen Besuch von Agaete, Teror, Tejeda und vor allem Puerto de Mogán sollte man sich daher nicht entgehen lassen. Wegen seiner vielen Kanäle und Brücken heißt der Ort auch „Klein Venedig“. Das ursprüngliche kleine Fischerdorf hat seinen Charme trotz Jachthafen und neuem Promenadenviertel bewahrt. Kopfsteingepflasterte Gassen, weiße Häuser mit farbenfrohen Akzenten, umrahmt von violetten Bougainvillea-Sträuchern laden zum Flanieren ein. In den gemütlichen Cafés kann man einen Cortado oder die kanarische Kaffeespezialität Barraquito genießen.

 

Weltoffene Hauptstadt

Der Name Gran Canaria soll sich vom lateinischen Wort für Hund, Canis, ab leiten.

 

Es lohnt sich, durch die schöne Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria zu flanieren.

Ein Muss ist natürlich auch der Besuch der sehenswerten Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria. Hier lässt sich noch eine weitere Seite von Gran Canaria entdecken. Zahlreiche Museen laden inmitten der Viertel Vegueta und Triana zum Besuch ein. Mit prächtigen Häusern, schönen Plätzen und eleganten, mit vielen Palmen gesäumten Straßen, strahlt Las Palmas noch heute den Charme der Kolonialzeit aus. Die vorspanische Geschichte Gran Canarias ist hier noch heute, sechs Jahrhunderte nach ihrer Eroberung, spürbar. Las Palmas ist auch eng mit Christoph Kolumbus verbunden. Von hier aus ging er auf Entdeckungsreisen. Beim Streifzug durch das Altstadtviertel Vegueta kommt man auch am Kolumbus-Haus vorbei: Das Casa de Colón – ein wunderbar restaurierter Kolonialbau, der bis auf das 17. Jahrhundert zurückgeht. Einst war das Haus die Residenz der spanischen Statthalter, heute beherbergt es ein Museum, dessen Hauptthema Kolumbus und seine Reisen sind.

Die bekannte Einkaufsstraße Calle Mayor de Triana hat neben internationalen und heimischen Marken all das zu bieten, was man sich bei einem Einkaufsbummel wünschen kann. Unbedingt sollte man einen Abstecher in die Markthalle Mercato de Vegueta machen. Hier leuchten farbenprächtig die herrlichsten Südfrüchte, exotische Blumen und köstliches Gebäck duften.

Zudem liegt hier alles, was der Atlantik hergibt, fangfrisch zum Verkauf.
Einer der wichtigsten Wirtschaftspfeiler der Stadt ist der Hafen Puerto de la Luz – einer der bedeutendsten Häfen Europas. Hier geben sich auch die Kreuzfahrtschiffe aus aller Welt ein Stelldichein. Auf der gegenüberliegenden Seite der Halbinsel La Isleta befindet sich die Playa de Las Canteras – mit ihrem goldenen, feinen Sand einer der besten Stadtstrände Europas. Hier finden im Rahmen der von der Stadt ins Leben gerufenen Freizeitinitiative Ruta Playa Viva auch regelmäßig Open-Air-Konzerte statt.

 

Das Leben genießen

Der Leuchtturm Faro de Maspalomas

Von den 236 Kilometern, die die gesamte Küstenlinie Gran Canarias ausmachen, entfallen ganze 60 Kilometer auf Strandflächen. Gran Canaria inmitten des Atlantischen Ozeans mutet wie ein riesiger Wasserpark an. Surfen, Windsurfen und Kitesurfen sind nur einige der Wassersportarten, die das ganze Jahr hindurch angeboten werden. Wer den Nervenkitzel sucht, entscheidet sich für Jet-Ski oder Parasailing. Und wenn man wieder festen Boden unter den Füßen haben möchte, kann man sich beim Golfspiel oder Wandern fit halten oder sich bei den vielen Wellnessangeboten entspannen.

 


 

Informationen
Gran Canaria ist mit einer Fläche von rund 1.560 km² nach Teneriffa und Fuerteventura die drittgrößte der Kanarischen Inseln. Die annähernd kreisförmige Insel hat einen Durchmesser von etwa 50 Kilometern und eine Küstenlänge von rund 236 Kilometern. Gemessen an der Bevölkerung ist Gran Canaria nach Teneriffa allerdings die zweitgrößte Insel der Kanaren. Die Insel hat etwa 850.000 Einwohner Die Hauptstadt ist Las Palmas de Gran Canaria. Der internationale Flughafen von Gran Canaria befindet sich etwa 18 Kilometer südlich von Las Palmas.

Weitere Informationen:
www.grancanaria.com/turismo/de 
www.spain.info

 

Hoteltipp:
Lopesan Villa Del Conde Resort & Corallium Thalasso*****

Das Lopesan Villa Del Conde Resort & Corallium Thalasso***** liegt direkt am Meer und der Strandpromenade, rund 900 Meter vom Leuchtturm von Maspalomas entfernt. Zu den Dünen und dem Hauptstrand sind es etwa 1.400 Meter, zur kleinen Naturbucht (teilweise Steinstrand) von Meloneras circa 400 Meter. Das Einkaufszentrum „Varadero“ mit Geschäften, Restaurants und Bars liegt in der Nachbarschaft. Das Resort verfügt zudem über ein eindrucksvolles Thalasso Center in exklusiver Lage mit Meerblick. Hotelgäste haben ermäßigten Eintritt für den Thalasso Circuit (mit Sauna, beheiztem Massagepool, etc.). Das Hotel ist zum Beispiel bei schauinsland-reisen buchbar – im Reisebüro oder unter:
www.schauinsland-reisen.de

 

 


Text: Antonia Kasparek
Fotos: FVA Gran Canaria, Antonia Kasparek

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