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Freizeit

Wie weit ist VR-Technologie heute wirklich?

Aktuelle Mainstream VR-Produkte und Anwendungen


Augmented Reality – die Zukunft des Virtual Reality?

 

Dank aktuell immer günstigerer Hardware in Verbindung mit einer zunehmenden Anzahl an Anwendungen und Spielen ist VR auf dem besten Wege zum Mainstream-Produkt. So hat eine repräsentative Umfrage, die Appino im Auftrag von nextMedia Hamburg in Auftrag gegeben hat ergeben, dass im September 2017 rund 20 Prozent der Befragten die Anschaffung eines VR-Sets für das berufliche oder private Umfeld planten. Eine beachtliche Zahl. Derzeit besitzen rund 8% aller Deutschen eine VR-Brille, wobei hierzu sowohl mobile als auch stationäre Hardware zählt. Kombiniert man beide Werte, würde im Jahr 2018 bereits etwa jeder dritte Deutsche die Technologie nutzen. Ausprobiert haben VR-Technologie laut Studie bereits über 80% der Befragten.

Aktuelle Hardware

Neben kompakten und sehr günstigen VR-Headsets für Smartphones gibt es im Prinzip drei Mainstream-Produkte: Die HTC Vive, die Oculus Rift für PCs sowie die Playstation VR Brille für die Playstation 4 und die Playstation 4 Pro. Insbesondere die Oculus Rift sowie die Playstation VR Brille konnten zum enormen Wachstum des VR-Marktes beitragen, da beide für unter 400 € zu haben sind, während die HTC Vive deutlich teurerer zu Buche schlägt.

Daneben gibt es mittlerweile auch eine Reihe neuer Anbieter, die ein Stück vom Kuchen des wachsenden Marktes haben möchten. Insbesondere VR-Headsets mit 8K Displays, die auf beiden Augen volle 4K Auflösung bieten, finden sich vermehrt auf Events wie der CES. Allerdings mangelt es hier häufig noch an einem soliden Tracking und einem konsumententauglichen Preis, sodass es sicherlich noch eine Weile dauern wird, bis hochauflösende Brillen es in die Wohnzimmer schaffen werden.

MR vs VR

Augmented Reality ist vielen ein Begriff von Smartphone Apps, die über die Kamera auf dem Display zusätzlich zum Livebild ergänzende Informationen anzeigen. MR steht für Mixed Reality und ergänzt dieses Prinzip um die Möglichkeiten, die klassische VR-Systeme bieten. Microsoft ist auf diesem Gebiet Vorreiter und bietet mit der Microsoft HoloLens beispielsweise ein System, das als erstes eigenständiges Computersystem in Brillenform in der Lage ist, völlig eigenständige holographische Animationen und Hologramme in Mixed Reality integrieren zu können. Dieses System arbeitet unabhängig von Rechnern, sodass es komplett mobil einsetzbar ist. Derzeit schlägt es aber noch mit über 3.000 US-Dollar in der Entwicklerversion zu Buche.

Günstiger sind die in Kooperation mit Dell, Lenovo oder auch Acer entwickelten Mixed Reality Brillen für PCs. Hierbei wird mit zwei Kameras ein dreidimensionales Livebild der Umgebung auf die Displays projiziert und bei Bedarf um gerenderte VR-Elemente ergänzt. Mit diesen Systemen sind sowohl VR-Umgebungen, als auch AR-Anwendungen – oder eine Kombination aus beiden, Mixed Reality-Anwendungen – vollumfänglich nutzbar.

Software und perfekte Immersion in Casinoanwendungen

Totale Immersion dank VR

 

Die Anwendungsmöglichkeiten sind mittlerweile sehr breit gefächert und die Immersion wird immer besser. Je besser die Immersion ist, umso besser sorgt die jeweilige Hardware-Software-Kombination dafür, dass der Anwender sich voll in die virtuelle Welt hineinversetzt fühlt. Problematisch kann dies aber beispielsweise dann werden, wenn man sich in der virtuellen Welt fortbewegen muss. Da man sich in Wirklichkeit aber in Ruhe befindet, kann es zu Irritationen und der sogenannten Motion-Sickness kommen, die die gleichen Symptome wie die Seekrankheit zeigt.

Deutlich besser gelingt die Immersion bei Anwendungen, bei denen man nur sitzt oder steht. Dabei benötigt man nicht unbedingt ein teures VR-System, da heutzutage auch Mobile Casino Anwendungen schon ein höchst realisitsches Erlebnis bieten. In Live-Dealer Spielen beispielsweise können Tischspiele wie Poker oder Roulette in der virtuellen Welt am heimischen Tisch gespielt werden. Ähnliche Spiele für die VR-Brillen bieten die Immersion, da man sich nicht fortbewegen muss und der virtuelle Aspekt lediglich aus dem „Raum“ besteht, den man aus stationärer Position erleben kann.

Alles nur Spielerei?

Natürlich wird die Virtual Reality Technologie längst nicht mehr nur im Bereich der Spiele eingesetzt, sondern hat sich auf andere Anwendungsbereiche ausgeweitet. Die Möglichkeiten erstrecken sich dabei über die Industrie, Unterhaltung und Fitness bis hin zu Bildung, sozialen Medien oder auch das Marketing und den Handel.

Alltagsanwendung im Gaming & Casino

Im Alltag haben technische Hilfmittel längst Einzug gehalten. So tragen die meisten Sportler heute Fitnessarmbänder und betreiben Planung und Kontrolle über Apps und andere Softwarelösungen. Insbesondere auch im Fitnessbereich kann VR völlig neue Möglichkeiten offenbaren, da das tägliche Workout mit virtuellem Live-Coach im Wohnzimmer an einem beliebigen Trainingsort eine gänzlich andere Erfahrung darstellt.

Aber auch der Handel hat VR längst als Marketinginstrument für sich entdeckt. So bietet Ikea neben AR-Anwendungen für Smartphones, bei denen sich die Möbel aus dem Katalog im eigenen Zuhause betrachten lassen auch virtuelle Meatball-Brataktionen oder es lassen sich Neuwagen vorab intensiv betrachten und es kann sich sogar virtuell hineingesetzt und das Interieur begutachtet werden. Jaguar und Landrover hatten entsprechende Pläne bereits Anfang des Jahres 2017 angekündigt.

Auch auf künstlerischer Ebene bringt VR eine völlig neue Dimension. So ist es bereits heute möglich, ein Livekonzert mittendrin neben dem Künstler zu erleben oder in einer virtuellen Welt komplexe 3D-Gebilde per Gestensteuerung zu zeichnen oder komplette Skulpturen zu formen. Fremde Welten, die Unterwasserwelt oder das Universum zu erkunden sind weitere beliebte alltägliche Anwendungsbereiche, die VR jenseits des reinen Spielemarktes für eine breite Masse interessant machen.

Insbesondere im Casinobereich konnte VR in letzter Zeit enorme Entwicklungssprünge verzeichnen und immer mehr Menschen begeistern. Entwickler wie Microgaming entwickeln ständig neue VR-Anwendungen für die Glücksspielbranche und dank hervorragender Immersion werden Anwendungen wie VR-Poker oder auch Live-Dealer Spiele in 360°-Umgebungen ausgezeichnet von den Anwendern angenommen. Aufgrund der einfachen Zugänglichkeit selbst von mobilen Endgeräten, die mit einer immer besser werdenden Grafikleistung glänzen, trägt die Branche maßgeblich zu einer großflächigen Verbreitung von VR-Technologie bei.

Professionelle Anwendungsbereiche

3D Technologie in der Wirtschaft auf dem Vormarsch

 

Längst hat Virtual Reality auch Einzug in professionelle Bereiche gefunden. Dies gilt sowohl für die Industrie als auch für Bildung oder Forschung. Im Rahmen der derzeitigen digitalen Transformation wird auch VR eine immer größere Rolle spielen.

Es könnte schon bald soweit sein, dass Prozesse wie Planung, Konstruktion und Entwicklung im industriellen Bereich – die ohnehin längst digitalisiert sind – durch umfangreiche VR-Elemente ergänzt und erweitert werden. Das Handelsblatt berichtete, welch großartige Möglichkeiten solche Simulationen in der Produktentwicklung bieten. So könnte beispielsweise die Anfertigung teurer Prototypen schon bald der Vergangenheit angehören.

Auch in der Bildung und im Gesundheitswesen rechnen Experten damit, dass VR einschneidende Veränderungen im positiven Sinne herbeiführen wird. Zwar sind spezielle Geräte für VR-Anwendungen im medizinischen Bereich mit 30.000 $ bis 300.000 $ noch so teuer, dass es eine Weile dauern wird, bis sie breit zum Einsatz kommen, aber auch die heute erhältlichen Mainstream-Headsets sind bereits in der Lage, im Bereich der Bildung oder auch bei der Behandlung verschiedener Krankheitsbilder wie der posttraumatischen Belastungsstörung einen entscheidenden Beitrag zu leisten.

Verschmelzung von AR, VR und MR

Bereits heute werden einzelne Technologien, die für den VR Bereich wichtig sind, auch anderweitig eingesetzt und weiterentwickelt. Man denke nur an die aufwändigen und immer genaueren Tracking- und Scan-Möglichkeiten der Umgebung, die bei modernen autonomen Fahrzeugen zum Einsatz kommt. Tesla ist hier derzeit Marktführer, aber auch deutsche Autobauer wie BMW, VW oder Mercedes Benz arbeitenb mit Hochdruck an hochmodernen Möglichkeiten, Umgebungen, Bewegungen und Abläufe beim Fahren zu erkennen, zu digitalisieren und zu automatisieren.

Wenn diese Techniken für eine breite Masse und im Alltag auch jenseits der Automobilindustrie verfügbar gemacht werden und Einzug in die VR- und MR-Entwicklung nehmen, werden autarke Systeme entstehen, die an keinen Rechner mehr gebunden sind und die es erlauben, die eigenen Bewegungen vollumfänglich zu erkennen, zu analysieren und einzubinden. Controller und separate Hardware werden dadurch überflüssig, sodass sich beliebige Umgebungen durch virtuelle Elemente ergänzen lassen. Auf Dauer wird es dadurch keine Unterscheidung zwischen AR, VR und MR mehr geben, denn alles wird zu einem komplexen System verschmelzen. Microsoft zeigt mit seinem MR-Konzept bereits heute, wie eine neue Technologie AR und VR zusammenbringen kann und Apple hält dagegen, indem der Konzern erst Ende 2017 einen Spezialisten für die Verschmelzung von AR und VR übernommen hat.

Zukunftsmusik

Eine VR Brille bald in jedem Haushalt

 

Prognosen gehen davon aus, dass sich der Umsatz mit VR in den kommenden vier bis fünf Jahren vervierfachen wird. Mit steigender Akzeptanz steigt natürlich auch die Bereitschaft, in die Technologie zu investieren. Durch immer breitere Einsatzbereiche und eine Einbindung von Virtual Reality in nahezu alle Lebensbereiche vom Entertainment bis hin zur Industrie ist davon auszugehen, dass sich die Technologie in einem rasanten Tempo weiterentwickeln wird.

So kann man heute durchaus davon ausgehen, dass VR bald zum Standardrepertoire eines jeden Haushalts gehören wird, in welcher Form auch immer. Wir erwarten insbesondere mit Spannung die zukünftige Entwicklung im Bereich der Onlinecasinos, da das Potenzial hier so groß ist. Je besser die Grafik sich entwickelt und je besser das Tracking wird, umso wahrscheinlicher ist es, dass es schon bald möglich sein wird, am Esstisch zuhause virtuell Poker zu spielen, ohne dabei einen Controller in der Hand oder neben der VR- bzw. MR-Brille weitere Hardware zu benötigen – vom Router mit Internetverbindung einmal abgesehen.

 

 

 


Bilder: Pixabay.com

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