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Klaus Wolff – Bauen mit Emotionen

Markante Spuren hat Klaus Wolff in Essen hinterlassen: Museum Folkwang, Philharmonie und Stadion Essen sind nur drei seiner beachtlichen Bauprojekte. Die vergangenen 25 Jahre in der Ruhrmetropole haben den gefragten Berater, Planer, Steuerer und Verwirklicher geprägt, der sich auch als Wegbereiter und Problemlöser einen Namen gemacht hat.


Wer baut der bleibt

Dass Bauen mit Emotionen zu tun, weiß Klaus Wolff nur zu gut, doch er beklagt, dass sie manchmal in kaum erträglichen Auswüchsen gipfelten.


„Das Bauwesen ist kein Markt für Laien. Wer sich nicht ausschließlich damit beschäftigt, verkennt die unglaubliche Komplexität und Tiefe. Es ist leicht, hier Geld zu verlieren.“


Diese nüchterne Feststellung findet sich auf der Homepage der Wolff Gruppe, die man auf den ersten Blick gar nicht weiter kommentieren muss. Doch auf den zweiten Blick verbirgt sich dahinter Kritik: Das Bauwesen krankt daran, dass bei öffentlichen Bauherren nicht selten Laien mitmischen und dass ihre Beteiligung viel Geld in den Sand setzen kann. Zwei Unwägbarkeiten, denen Klaus Wolff, Unternehmensgründer und geschäftsführender Gesellschafter der Wolff Gruppe Holding GmbH, häufig begegnet ist und über die er sich richtig ärgern kann.

Klaus Wolff gehört nicht zu den Frühberufenen, die gleich nach dem Studium meinen, sofort ihr eigenes Unternehmen auf diesem Terrain gründen zu müssen. Sporen wollte er sich zuerst woanders verdienen. Seit 1984 war der gebürtige Dortmunder in einem der größten  deutschen Planungs-, Bauleistungs- und Projektsteuerungsbüros mit Sitz in Stuttgart tätig und konnte 14 Jahre der „unglaublichen Komplexität und Tiefe“ des Bauwesens auf den Grund gehen. Dort wickelte er an verantwortlicher Stelle zahlreiche Großprojekte ab. Wolffs enger Bezug vor allem zu Essen besteht daher schon viele Jahre vor der Gründung der W+P Gesellschaft für Projektabwicklung mbH, mit der er einen Großteil seiner außenwirksamen Bauvorhaben seit 1999 in Essen realisiert hat. Als angestellter Projektsteuerer war er zum Beispiel mit dem Neubau des Warenverteilzentrums der Karstadt AG in Essen-Vogelheim und dem Umbau und der Sanierung der Deutschen Bank AG in der Essener Maxstraße betraut.

Sein Lebensmittelpunkt, der seiner Frau und seines Sohnes war und ist Stuttgart. Dass er den Wohnsitz seiner Familie immer auf den Ort der zwei- bis dreijährigen Projekte ausrichtet, sei ihm nicht in den Sinn gekommen. Der Job verlange so viel Flexibilität, Bewegung und Kapazitäten, die er seiner Familie nicht zumuten wollte. Er erinnert sich in den vergangenen  Jahren an Zeiten, in denen er sechs Tage der Woche in Essen und lediglich einen Tag in Stuttgart verbracht hat. Diese ständige Reisebelastung ist dem 56-Jährigen heute aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich.

Als 1998 die Zeit für die eigene Unternehmung gekommen war, errichtete er zuerst, wie es sich für einen Bauexperten gehört, ein Fundament aus dem Projektsteuerungs- und Projektmanagementgeschäft, gekoppelt mit dem Angebot, auch die Bauleitung und Objektüberwachung übernehmen zu können.  Mit zwei Mitarbeitern gestartet, wuchs das Unternehmen schnell auf 50 und bis heute auf 90 festangestellte Beschäftigte an. Obwohl ursprünglich nicht als Entwurfsarchitekten tätig, kam zwei Jahre nach der Gründung mit der WBP  Planungsgesellschaft mbH die Architektur in das Portfolio dazu, die im Jahr 2009 in Plan Forward GmbH umfirmiert wurde. Aber nicht nur beim Planen und Bauen sammelte er seit 1998 in Deutschland und im Ausland viel Erfahrung, sondern auch beim kosteneffizienten Gebäudebetrieb. Viele Bauherren  wüssten gar nicht, bemerkt Wolff, dass die Betriebskosten die Investitionskosten nach bereits zehn bis 15 Jahren über-stiegen. Nachhaltigkeit sei ein kaum zu überschätzendes Thema in der Branche. Die aktuellen Diskussionen über das Museum Folkwang, das Stadion Essen und die Philharmonie mit seinem Restaurant Wallberg, das derzeit ohne Pächter da-steht, verdeutlichten dieses Dilemma nur zu gut. Häufig würden zum Beispiel Kommunen repräsentative Bauten in Auftrag geben oder über Spenden finanzieren lassen, ohne sich über die Folge-kosten sowie eine sinnvolle Bewirtschaftung zielführende Gedanken zu machen.

Als Reaktion auf diese Beratungslücke im Markt entstanden in der Gruppe die F/M Facility Management GmbH und die W+P Consulting GmbH sowie verschiedene Immobiliengesellschaften. In allen Phasen eines Bauprojekts, so heißt es im Firmenauftritt, stehe die Wolff Gruppe mit Sitz in Stuttgart und Essen privaten und öffentlichen Bauherren zur Seite, von der ersten Idee bis zur Schlüsselübergabe. Alleine als Person könne er für seine Auftraggeber nicht viel bewegen,  hebt Wolff hervor, die Stärke und Triebkraft machten seine Mitarbeiter aus. Auch wenn dem Team der Erfolg zuzurechnen ist, richtet sich das öffentliche Interesse auf Klaus Wolff, der als haftender Unternehmer „den Kopf hinhalten“ muss.  Mit den ihm zugesprochenen Attributen „hart“ und „kompromisslos“ könne er gut leben, sagt er, schließlich sei die Baubranche ein „knallhartes Geschäft“ und kein „Ballettverein“.

An den drei entscheidenden Faktoren Kosten, Zeit und Qualität solle seine Leistung stets gemessen werden. Daher fühle er sich dem Bauherren gegenüber verpflichtet, Störfaktoren im Zaum zu halten. Dazu zählt Wolff  zum Beispiel in laufenden, fest budgetierten Projekten, nicht finanzierbare Sonderwünsche strikt zurück-zuweisen. Daher wolle er als externer Beobachter besonders die weitere Entwicklung der Messe sehr interessiert verfolgen. Ob das nun gedeckelte Investitionsvolumen von 88,6 Mio. Euro ein-gehalten werden kann, wenngleich die ursprünglich geplante Modernisierung der Messe Essen 123 Mio. Euro kosten sollte, daran wolle er als gut geübter Kalkulierer seine Zweifel anbringen.  Er glaube nicht, dass Anforderungsprofil und Kostendeckel übereinstimmten. Was erhalte man am Ende tatsächlich für das Geld, was werde sich  geändert haben, verglichen mit der  Planung, frage er sich. Diese Realisierung  und deren Kassensturz wolle er daher aufmerksam beobachten.

Mit Kritik an seiner Arbeit könne er gut leben, wenn sie sachlich bleibe, doch häufig schieße sie weit über das Ziel hinaus. Dazu könne er sogar von Angriffen auf seine Familie berichten, die sich zum Beispiel rund um die Eröffnung des Museums Folkwang abspielten und die bei ihm zu einer „gewissen Nachdenklichkeit“ geführt hätten. Auch mit juristischen Mitteln wolle er sich gegen diese Attacken zur Wehr setzen, um letztendlich eine Sensibilität zu schaffen, dass solche Auswüchse im Umgang unter Geschäftspartnern nicht mehr vorkämen. Der Messlatte „Kosten, Zeit und Qualität“ stellt sich Wolff Projekt für Projekt. Er räumt ein, dass die drei Faktoren nicht immer paritätisch bedient wer-den könnten, auch er habe in seiner  Baugeschichte Abstriche machen müssen, betont aber, noch nie ein Projekt aufgegeben haben zu müssen. Häufig haben ihn private und öffentliche Bauherren im Vorfeld um Rat gefragt, wie er denn die Umsetzungschancen sieht. Nicht selten ist dann dem Rat in Form von Machbarkeitsstudien auch die Tat der Umsetzung gefolgt.

Sein erstes eigenes Großprojekt in Essen war die Philharmonie, deren Arbeiten sich von 2000 bis 2005 erstreckten und bei denen der ehemalige Saalbau der Stadt Essen zu einem philharmonischen Konzertsaal umgebaut wurde. Kernstück ist der Alfried Krupp Saal mit seinen hellen Holztönen, dem tiefblauen Himmel und der roten Bestuhlung. Das neugeschaffene Foyer ist um ein allseitig verglastes Gartenfoyer mit Blick in den Stadtgarten ergänzt.

Im Anschluss daran ergab sich das Projekt für Klaus Wolff, das die wohl größte Außenwirkung erzeugte, der Neubau des Museums Folkwang nach dem Entwurf des Architekten David Chipperfield. Die Stadt sei im Jahr 2006 zu dem Schluss gekommen, erläutert Wolff, dass das Museum Folkwang in seiner damaligen baulichen Struktur aus den 1950er Jahren nicht mehr gehalten werden könne und dass nur ein Neubau letztendlich infrage komme. Gleichzeitig war aber auch klar, dass sowohl die Stadt als auch der Museumsverein die Investitionssumme nicht aufbringen konnte. Daraufhin habe sich Berthold Beitz, Kuratoriumsvorsitzender der Krupp-Stiftung, zu einer Spende für den Neubau entschlossen, die Stiftung sollte alleinige Förderin sein. Beitz, den Wolff bereits aus dem Philharmonie-Projekt kannte, für deren Bau die Stiftung auch gespendet hatte, habe ihn angefragt, ob er dieses anspruchsvolle Vorhaben umsetzen könne, das allerdings pünktlich zum Kulturhauptstadtjahr 2010 stehen müsse.

Keine leichte Entscheidung, erinnert sich Wolff, denn zu dem Zeitpunkt habe es noch keinen Architekten, nicht einmal eine Wettbewerbsauslobung gegeben. Letztendlich sei man dann zusammen mit dem damaligen Oberbürgermeister überein gekommen, dass eine von der Wolff Gruppe gegründete Neubau  Museum Folkwang Essen GmbH die  Bauherrenfunktion, die W+P Gesellschaft für Projektabwicklung die Generalplanung und Plan Forward die Ausführungsplanung übernimmt. Die kompletten Kosten hatte Wolff am Kreditmarkt finanziert, für die die Krupp-Stiftung mit Übergabe des Neubaus im November 2009 zahlungspflichtig wurde. „Sehr anstrengend, gewaltige Summe, hohes Haftungsrisiko“, resümiert Wolff. Die Auslobungsbedingungen des von der Stadt Essen initiierten internationalen Architektenwettbewerbs habe er mitbestimmt, denn die teilnehmen-den Architektenbüros sollten mit ihren Entwürfen auch eine detaillierte Kosten-aussage treffen, da die Obergrenze – das Bauvolumen betrug 55 Mio. Euro – strikt eingehalten werden musste.

Nachdem David Chipperfield im März 2007 als Sieger des Wettbewerbs her-vorgegangen und mit der Realisierung  beauftragt worden war, habe man intensive Diskussionen mit ihm führen müssen, um schnell mit dem Bauen beginnen zu können. Großzügige Änderungswünsche waren mit dem fixen Budget nicht vereinbar, wenngleich es bei Museumsbauten üblich sei, den Kostenrahmen zu sprengen – in diesem Fall aber nicht. Abstriche bei der Qualität habe man allerdings kaum machen müssen, meint Wolff, denn das Niveau sei deutlich höher als bei vergleichbaren Museumsbauten – das zumindest spiegle die internationale Resonanz wider. Und Chipperfield, so ergänzt er, sei mit dem Ergebnis auch „sehr zufrieden“. Als Wolff wie vertraglich vereinbart am 1. November 2009 das Museum schlüsselfertig für die Einweihung im Januar 2010 übergeben konnte, sei ihm eine immense Last von den Schultern gefallen. Glücklich und zufrieden mache ihn, dass das Museum Folkwang eines der wenigen Ausstellungshäuser sei, das in Rekordzeit von einem Stararchitekten entworfen, geplant und gebaut worden – und im vorgegeben Kostenrahmen geblieben ist.

Triebfeder für Berthold Beitz, sowohl für die Essener Philharmonie als auch das Museum Folkwang die großzügige Spendenzusage zu geben, sagt Wolff, sei die vertragliche Zusicherung gewesen, dass die Nachhaltigkeit der Spende seitens der Stadt Essen in Form von Rückstellungen gesichert ist. Die Vereinbarung lautete: Die Stadt Essen bildet auf einem Treuhandkonto fortlaufend eine Instandhaltungsrücklage mit jährlichen Beiträgen von 1,4 Mio. Euro seit 2010. Vereinbart war auch mit allen Beteiligten, dass die Stadttochter GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH (GVE) dieses Treuhandkonto verwaltet. Als dann im März dieses Jahres bekannt wurde, dass die GVE die bis dato zurückgelegten 5,3 Mio. Euro zweckentfremdet eingesetzt hatte, brachte das Klaus Wolff in Rage. Zum einen wegen der missachteten Zusage an die stets gegenüber der Stadt Essen großzügige Krupp-Stiftung, zum anderen wegen geschäftsschädigenden Verhaltens gegenüber seinem Unternehmen. Bis Ende Juni dieses Jahres sei er in einem laufenden Dienstleistungsauftrag tätig, sodass er nun gegenüber den beauftragten Nachunternehmen in  „finanzielle Bedrängnis“ komme.

Die Stadt Essen reagierte auf diesen  Finanzskandal mit einer Presseinformation, in der der Oberbürgermeister die Vorkommnisse bedauert und zusichert, dass die Stadt Essen „alle Pflichten im Geiste der mit Professor Beitz getroffenen Vereinbarung“ erfüllt. Fortan würde die Kämmerei der Stadt Essen die Instandhaltungsrücklage verwalten.

Vor dem Kulturhauptstadtjahr gab es ein weiteres Problem zu lösen:  Die Bettenkapazität hochklassiger Hotels reichte für den erwarteten Besucherstrom nicht aus. Nach einem Entwurf von Plan Forward entstand daher zusammen mit einem Investor in der kurzen Bauzeit von nur einem Jahr das Atlantic Congress Hotel mit 250 Zimmern in unmittelbarer Nachbarschaft zur denkmalgeschützten Grugahalle, das Anfang Januar 2010 seine ersten Gäste empfangen konnte. Das Vier-Sterne-Superior-Hotel gehört im Übrigen zu dem exklusiven Kreis der fünf nominierten Häuser der Kategorie „Germany’s Leading Conference Hotel“ bei den World Travel Awards in diesem Jahr.

Nicht nur Betten, sondern auch Sitzplätze galt es zu mehren – in diesem Fall für die Fußballfans. Im Auftrag der GVE  errichtete die Wolff Gruppe bis 2013 den Neubau des Stadions Essen, ein  Ein-Rang-Stadion mit über 20.000 Sitz- und Stehplätzen. Hier beklagt Wolff die  fatale Entwicklung, dass die Stadt sich  über die Betriebskosten einer solchen Investition offenbar nicht im Klaren sei, eine solche Immobilie müsse verwertet, vermarktet und bewirtschaftet werden. Und es gelte generell der Grundsatz: Wer etwas vermarkten will, darf es nicht schlecht reden. Besonders in scheinbar ausweglosen oder komplexen Situationen ist Wolff gefragt, was ihm die Bezeichnungen „Wegbereiter“ und „Problemlöser“ ein-gebracht hat. Damit verbindet er die angestoßene Sanierung der Kreuzeskirche als Dreh- und Angelpunkt des in der nördlichen Innenstadt Essens gelegenen Areals, das seit Jahrzehnten unbeachtet geblieben sei.

Auch zählt Wolff das Projekt BFZ Holsterhausen in diese Reihe, das eine Verlagerung des Berufskollegs in den Bildungspark Essen ermöglichte, wo-durch die ursprünglich veranschlagten Kosten sogar halbiert werden konnten. Als „Land unter“ lässt sich sicherlich die Ausgangslage für den Neubau der Hauptverwaltung der E.ON Ruhrgas AG bezeichnen. Als das vormalige Planungsteam die gedeckelte Investitionssumme nicht einhalten konnte und E.ON daher sogar den Standort Essen infrage gestellt habe, sei er vom Unternehmen gefragt worden – und von der Politik gebeten – ob er zum ursprünglichen Budget von 220 Mio. Euro das Vorhaben realisieren könne. Vier Wochen Zeit blieben, um zu kalkulieren, Baubeginn zwei Monate später, Fertigstellung 24 Monate später. Wolff nahm den Auftrag an, lieferte pünktlich und blieb im „alten“ Kosten-rahmen.

Allerdings ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen den damaligen Oberbürgermeister Reiniger und Stadtdirektor Hülsmann wegen Untreue im Zusammenhang mit dem E.ON-Neubau. Auch Wolff geriet in den Fokus der Ermittlungen, doch die Verfahren wurden eingestellt. „Nach anderthalb Jahren ist mir die Einstellung gegen Zahlung einer Geldbuße angeboten worden.  Das habe ich abgelehnt, denn ich hatte mir nichts zuschulden kommen las-sen. Um das festzustellen, brauchte die  Staatsanwaltschaft ganze drei Jahre.“  Ob Museum Folkwang, Stadion Essen oder E.ON-Zentrale: Was ist trotz aller Unwägbarkeiten und Konflikte dennoch das Faszinierende an der nunmehr 25-jährigen Tätigkeit rund ums Bauen?


„Die Zusammenarbeit mit Menschen und vor allem meinem Team in einer bis heute tollen Zeit in Essen“, antwortet Wolff.


Dass er sich als Unternehmer für die Stadt engagiere, zum Beispiel mit der Förderung von Kindern und Jugendlichen in einem mehrjährigen Schulprojekt einer Essener Grundschule oder in der Zeus-Patenschaft, gehöre für ihn als Unternehmer dazu. Und an noch etwas könne er lange zehren: am kurzen Moment der Befriedigung, dem Glücksmoment für wenige Sekunden, wenn das Bauprojekt fertig vor einem steht.

Nun schien es, als ob Wolff wieder als Verwirklicher des nächsten Essener Großprojekts auf den Plan tritt: der Wiederbelebung der einstigen Essener Prachtstraße Huyssenallee. Doch der Projekt- und Bausteuerer zog die Reiß-leine und entschied sich dagegen. Er sei der Konflikte mit der Stadt Essen, ob Museum Folkwang, Philharmonie-Gastronomie oder Stadion Essen, nun überdrüssig geworden, erklärt er. Seine angeschlagene Gesundheit erfordere, einen Gang zurückzuschalten. Das Fass zum Überlaufen habe die Bemerkung eines hochrangigen Vertreters der Bauverwaltung gebracht: Man würde sich zwar über ein neues Engagement in Essen wieder freuen, doch der Ruf der Wolff Gruppe habe stark gelitten.

Nach diesem Satz habe er den Schlussstrich gezogen. Der Standort Essen bleibe weiterhin Sitz seines Unternehmens, daran solle sich nichts ändern, betont er, wenngleich sich seine Projekte mit Außenwirkung nun woanders konzentrierten: ob im georgischen Tiflis beim Neubau des Museums of Fine Arts, in Wien entlang der Rathausstraße oder beim Neubau der Kunsthalle Mannheim. Dennoch werde er Essen keineswegs aus den Augen verlieren, verspricht er und der Region immer verbunden bleiben, denn der Ort steht für seine beruflich prägendste Zeit.

Artikel von www.top-magazin.de/ruhr