Über Wurzeln in Bochum und die Liebe zur Kunst
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Über Wurzeln in Bochum
und die Liebe zur Kunst

 

Über Wurzeln in Bochum und die Liebe zur Kunst

Die Jahrhunderthalle in Bochum ist großartig. „Und ich habe sie tatsächlich erst jetzt kennengelernt“, lächelt Karin Rehn-Kaufmann selbst ein wenig erstaunt. Schließlich hat sie ihre Kindheit in Bochum verbracht, ist mit Peter Zadek im Schauspielhaus groß geworden. Kultur prägt. Heute ist Karin Rehn-Kaufmann Herz und Motor der rund 30 Leica Galerien weltweit.

Die Ausstellungen im Ernst-Leitz-Museum behält Karin Rehn-Kaufmann fast ausschließlich Bildern vor, die mit einer Leica entstanden sind, wie dieses hier von Donata Wenders. 

 

„Heimat ist da, wo meine Menschen sind“, sagt Karin Rehn-Kaufmann und schaut dabei auf die Stationen ihres Lebens. Die erste bewusste ab 1962 eben in Bochum. Der Vater, Professor Dr. Jörg Rehn, übernimmt die Leitung der Chirurgie am Bergmannsheil, zieht mit seiner Familie von Freiburg ins Revier. Dort verlebt die Tochter also Kindheit und Jugend, besucht die Waldorf-Schule in Langendreer, erinnert sich gerne an ein kleines Café im heutigen Bermuda-Dreieck, spielt mit Herbert Grönemeyer im Doppel bei Rot-Weiss Bochum Tennis. Als sie das Abitur in der Tasche hat, geht sie erst zurück nach Freiburg, studiert dort Deutsch und Philosophie, merkt schnell: „Das ist mir zu theoretisch“. Da passt die Eurythmie, die Bewegungskunst, viel besser zu ihr, und genau die studiert sie in Stuttgart, bleibt als Dozentin an der Hochschule und tourt mit der Bühnengruppe fünf Jahre lang durch die Welt bis nach Amerika oder Südafrika. 

Doch eigentlich hat sie ihren Heimathafen, ihren Menschen, in Stuttgart gefunden: Andreas Kaufmann, seines Zeichens Student der Politik-, Geschichts- und Literaturwissenschaften und dazu noch tatkräftiger Umzugshelfer, hat ihr Herz erobert. Sie heiraten, wechseln schließlich gemeinsam nach Göppingen und unterrichten dort in ihren Fächern an der Waldorfschule. In der Zeit wächst die Familie, zusammen mit den drei Kindern Charlotte, Laura und Maximilian verbringt das Paar immer wieder viel Zeit in Österreich, bis 2003 die Entscheidung fällt: Wir übersiedeln nach Salzburg. „Die Stadt hat einfach eine ganz besondere Lebensqualität“, sagt Karin Rehn-Kaufmann und steuert dazu auch ihren Anteil im Kulturleben bei.

Schon 2004 hatte sich die Familie mit ihrer Beteiligungsgesellschaft für einen Einstieg beim hochklassigen Kamera-Produzenten Leica entschieden, als 2008 die Galerie in Salzburg vor dem Aus steht. „Das ist viel zu schade“, findet Karin Rehn-Kaufmann, krempelt die Ärmel hoch, übernimmt die Galerie und erobert das für sie noch neue Feld der Fotografie. Damit es Hand und Fuß hat, gewinnt sie ihre Freundin Anna Maria Koppenwallner mit ihrer großen Erfahrung aus der renommierten Galerie Ropac als Unterstützung. „Dabei habe ich so viel gelernt“, lächelt sie heute.

Schon ihr Einstieg in Salzburg mit einer Karajan-Bildserie macht Furore, dass ihr Gespür für die Arbeit und ihre sichere Hand Erfolg haben, zeigt sich heute in rund 30 Leica Galerien weltweit. Sie sind Orte, die den Wert und die Möglichkeiten von Fotografie buchstäblich ausstellen sollen, der Großteil – natürlich – auch echte Leica-Bilder. „Das ist eine Community, und die Begeisterung darin ist schier unglaublich“, hat Karin Rehn-Kaufmann als Artdirector und Generalbevollmächtigte Leica Galerien International mit ihrem Einsatz in über 20 Jahren erfahren. Dabei setzt die Chefin der wunderbaren Ausstellungswelten nicht nur auf prominente Namen wie Leica-Enthusiast Bryan Adams oder arrivierte Künstler wie aktuell Wim und Donata Wenders in Wetzlar. „Aufgabe der Galerien ist immer, die örtlichen Leica-Fotografen und junge Talente zu entdecken und zu fördern.“

Eng verwoben mit der Arbeit der Galerien ist das LFI Magazin – Leica Fotografie International als hochwertige exklusive Zeitschrift für Liebhaber der Fotografie, der schönen Bilder und von Leica natürlich. 1949 gestartet, hat es heute weltweit seinen eigenen Fanclub gefunden, erscheint in deutscher und in englischer Sprache und jetzt auch als Sonderedition auf Chinesisch. 

Kultur verbindet und schafft, hat Karin Rehn-Kaufmann erfahren, Freundschaften. Mit Yul Brynner oder mit Lenny Kravitz und so vielen anderen großen Künstlern. Auch dafür sind die Leica Galerien Orte der Begegnung. Analog. Ein Ort, wo Menschen sind.

top magazin Ruhr Herbst 2026
Katrin Kroemer
Ralf Schultheiß

Karin Rehn-Kaufmann kuratiert die Ausstellungen im Ernst-Leitz-Museum in Wetzlar. Als Jurymitglied des Leica Oskar Barnack Awards hat sie den renommierten Fotografiepreis maßgeblich mitgestaltet und weiterentwickelt.