
Rettungsdienst und Krankentransporte, Hausnotruf und Erste Hilfe, Sanitätsdienst und Bevölkerungsschutz, Jugendarbeit, Rettungsdienstschule und Freiwilligendienste: Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist überall dort zur Stelle, wo Menschen Hilfe brauchen. Im Regionalverband Essen, zu dem die Städte Essen, Mülheim und Bottrop gehören, trägt Christopher Tuppeck als hauptamtlicher Regionalvorstand die Verantwortung dafür, dass alles reibungslos funktioniert.
Zum Aufgabenbereich des Regionalverbandes Essen gehört bei der Johanniter-Unfall-Hilfe der Hausnotruf. „Der Dienst wird angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger“, weiß Christopher Tuppeck. Dafür wird ein Hausnotrufgerät in der Wohnung des Teilnehmers installiert, dazu gehört ein kleiner Funksender, der als Armband oder wie eine Kette getragen werden kann. Die Schlüssel der Teilnehmer, die im Notfall für einen schnellen Zutritt zur Wohnung benötigt werden, sind in der Dienststelle an der Henricistraße streng gesichert hinterlegt. Die Besonderheit in Essen: Dies ist der Standort der Johanniter Hausnotrufzentrale NRW, d. h., dass die Notrufe aller Teilnehmer aus ganz NRW hier bearbeitet werden.
Drückt ein Teilnehmer den Knopf am Funksender, wird der Teilnehmer elektronisch identifiziert, und es wird automatisch eine Sprechverbindung zur Hausnotrufzentrale hergestellt. Ein speziell geschulter Leitstellenmitarbeiter leitet dann die notwendigen Maßnahmen ein. Hierzu gehört z. B. die Entsendung des Einsatzdienstes, wenn beim Teilnehmer zu Hause eine Hilfeleistung notwendig ist. Hierfür stehen rund um die Uhr rettungsdienstlich ausgebildete Helfer bereit.
Manchmal“, lächelt Christopher Tuppeck, „ist es auch ein Fehlalarm. Aber wir sind immer und auf jeden Fall mit Hilfe zur Stelle“. Und dank neuester Technik gibt es auf Wunsch mit dem Kombinotruf auch eine Absicherung zusätzlich für unterwegs, außerhalb der eigenen vier Wände. 8000 Menschen aus dem Bereich des Regionalverbandes sind am Kombinotruf und mobilen Notruf bereits angeschlossen, 95.000 sind es in ganz NRW. Dann wird von der Essener Zentrale aus der Einsatzdienst vor Ort informiert und kümmert sich auf kurzen Wegen. Über 50 Mitarbeitende sind dafür an der Henricistraße 365 Tage im Jahr rund um die Uhr im Schichtdienst im Einsatz.
Insgesamt sind es, neben einer Vielzahl an Ehrenamtlichen und Jugendlichen, rund 250 Mitarbeiter im Hauptamt und dazu rund 80 im Freiwilligendienst, für die Christopher Tuppeck als Vorstand verantwortlich ist. Und das macht er mit Leidenschaft, sprang schon während seiner Masterarbeit als Personalreferent bei der JUH ein, übernahm nach dem Master in Management und Marketing dann die Leitung im Bereich Personal, Organisation und Recht und wurde schließlich als hauptamtlicher Vorstand zu den zwei ehrenamtlichen Vorständen berufen. Dabei ist er mit seinen 29 Jahren ebenso jung wie zielstrebig und von seiner Aufgabe einfach begeistert. Damit passt er gut zu den jungen Leuten, die die Johanniter im Regionalverband Essen durch eine breit aufgestellte Jugendarbeit und die erfolgreiche Werbung für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) immer wieder neu für sich gewinnen können. „Das sind“, sagt Christopher Tuppeck, „junge Menschen, die nach der Schule auf einen Studien- oder Ausbildungsplatz warten oder noch nicht sofort ihren endgültigen Weg einschlagen oder sich auch sozial engagieren wollen.“
Dafür gibt es bei der JUH dann zwölf ganz besondere Monate mit ganz vielen Eindrücken und Einsatzmöglichkeiten, bei guten Leistungen auch häufig mit einer Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis danach. Benefit auf jeden Fall: eine fundierte Grundausbildung an der JUH-eigenen Rettungsdienstschule in Essen mit dem Abschluss Rettungshelfer-NRW, eine tolle Kameradschaft im Team, die oft in Freundschaften fürs Leben mündet, und dazu noch monatlich ein Salär von insgesamt 770 €. Rund die Hälfte FSJler nutzt gerne die Chance, ein halbes Jahr zu verlängern und dabei noch die Ausbildung zum Rettungssanitäter anzuschließen. Die Einsatzmöglichkeiten sind damit noch breiter: im Einsatzdienst bei den Hausnotrufeinsätzen und im medizinischen Transportdienst der lebenswichtigen Materialien wie Blutkonserven oder sogar Spenderorgane oder bei Krankentransporten. Auch im Jugendbereich sind die ausgebildeten FSJler gefragt, können dann zum Beispiel zu Ausbildern im Schulsanitätsdienst werden.
Christopher Tuppeck kennt den noch aus seiner Schulzeit am Grasshoff-Gymnasium: Hier gibt es eine Ersthelfer-Ausbildung für Schüler, die dann vor Ort zur Stelle sind, bevor im Zweifelsfall die Profis zum Einsatz kommen. Über 400 Mädchen und Jungen sind den Johannitern im Jugendbereich angeschlossen, einige von ihnen kommen später in einen der Freiwilligendienste (FSJ oder Bundesfreiwilligendienst). Und auch davon bleibt ein Teil der Organisation danach ehrenamtlich erhalten. „Das Ehrenamt ist eine tragende Säule der Johanniter“, unterstreicht Christopher Tuppeck,, „es ist wie eine große Familie“. Und das passt zum Leitsatz der JUH: „Aus Liebe zum Leben“.
Christopher Tuppeck ist seit Anfang 2025 hauptamtlicher Regionalvorstand im Regionalverband Essen der Johanniter-Unfall-Hilfe. In der 900 qm großen Tiefgarage der Dienststelle stehen einige der Einsatzfahrzeuge vom Kranken- über den Rettungs- bis zum Intensivtransportwagen bereit.