
Er hat einen Blick und ein Gefühl für schöne Bilder und für Talente. Kein Wunder also, dass Ralf Schultheiß an jenem Mittag in der Officina an der Bredeneyer Straße sofort eine junge Frau ins Auge fällt – sie hat für ihn das Zeug zu etwas ganz Besonderem. Die junge Frau ist mit ihrer Familie in dem italienischen Lokal, Klaus Busch, Schultheiß‘ Begleiter an diesem Sommertag, bringt den Fotografen und die Familie zusammen. Dieser ersten Begegnung folgt ein exklusives Shooting, und Schultheiß mit seinem geschulten Auge und Gespür soll Recht behalten. Eva Pramschüfer aus Essen macht in der Welt von Mode, Design, Film und Kunst Karriere. Die junge Frau aus dieser Begegnung ist heute als Journalistin tätig für die renommierte Süddeutsche Zeitung sowie die hochwertige Frauenzeitschrift Glamour. Und macht ganz aktuell als Buch-Autorin von sich reden: Ihr Erstlingswerk „Weißer Sommer“ ist bereits ein Spiegel-Bestseller.
In Essen aufgewachsen, entscheidet sich Eva Pramschüfer nach der Schule für ein Studium der Kommunikationswissenschaften, arbeitet mit dem Beginn ab 2017 auch als Journalistin. Sie sammelt Erfahrungen bei der „Elle“ und „Vice“, wechselt dann nach London für einen Master in Modekommunikation und Journalismus am „Central Saint Martins College“. Verbindungen, die sie hier knüpft, führen sie auch ins Team der Glamour. Nach dem Abschluss wählt Eva Pramschüfer München als neue Heimat und bekennt: „Aufgewachsen in NRW, vermisse ich als Wahl-Münchnerin sogar den bayerischen Dialekt, der mir weiterhin nicht ganz geheuer ist, die langen Wartezeiten auf die U-Bahn und die grantige Verkäuferin meiner Lieblingsbrezn, wenn ich länger fort bin.“
Schreiben ist für sie dabei seit frühester Jugend ein echtes Faible. „Seit ich einen Stift halten kann, schreibe ich. Die Liebe fürs Schreiben hat mich nie verlassen“. So hat sie schließlich neben dem Journalismus mit dem Roman „Weißer Sommer“ in diesem Frühjahr den Schritt in die Welt der Literatur gewagt. Und sofort einen vollen Erfolg gelandet: Ihr Erstlings-Werk wird vom bekannten Rowohlt-Verlag angenommen und verlegt. „Voller Hingabe und stilistischer Feinheit erzählt Eva Pramschüfer von der ersten großen Liebe, von der Kunst, von dem, was uns als Menschen trennt und verbindet“, lobt der Verlag eine Autorin, die sofort die Spiegel Bestseller-Liste erobert, seither unter den TOP20 rangiert.
Ein Haus, das den Atem anhält. Eine junge Frau, die unter Wasser verschwindet, weil die Welt dort leiser ist. Eva Pramschüfers „Weißer Sommer“ beginnt mit starken Bildern und einer klaren Setzung: Erinnerung liegt nicht in den Figuren, sondern in den Räumen. Das Haus speichert, erkennt, weiß. Es ist Zeuge von Kindheit, Körper, Wiederkehr. Was als präzise Verschiebung von Perspektive einsetzt, markiert zugleich das Zentrum des Romans: Wahrnehmung ersetzt Handlung. Eigentlich lieben Alma und Théo einander. Ihre erste Begegnung fühlte sich an wie der Anfang von etwas Großem, die Zeit danach wie ein Versprechen. Und doch stehen sie jetzt zwischen zwei Wahrheiten: Sie lieben sich, und dennoch liegt ihre Beziehung in Trümmern. Wie erkennt man, ob man gemeinsam glücklich sein kann – oder glücklicher allein wäre? Auf der Suche nach Antworten verbringen die beiden noch einen Sommer in dem Haus von Almas Eltern in Frankreich und schwören, es erst zu verlassen, wenn sie Gewissheit haben: festhalten oder loslassen.
Die Rezensoren sind voll des Lobes: „Die großen Gefühle so schlau und gut beobachtet. Eva Pramschüfer hat Worte gefunden, für die es bisher keine gab“, schreibt Christoph Kramer. Und die Wochen-Zeitung „Die Zeit“ lobt: „Behutsam erzählt Eva Pramschüfer von diesem emotional erschöpfenden Sommer, was atmosphärisch komplett aufgeht“.
So, wie eben das Gefühl von Ralf Schultheiß vor nun zehn Jahren einfach aufgegangen ist – Eva Pramschüfer, die junge Frau aus der Officina, ist ein besonderes Talent.
Shooting mit Ralf Schultheiß: Er hatte die junge Frau mit seinem besonderen Blick für Talente in Essen entdeckt.