Der bodenständige Macher
Suche

Der bodenständige Macher

Der bodenständige Macher

Vor 30 Jahren gründete der Essener Sven van Gelder das Immobilienunternehmen Arsatec – Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte.

Ein Modell des High Square, den die Arsatec entwickelt hat: urbanes Wohnen auf 36 Etagen mit rund 10.200 Qua-dratmetern.

 

Über 1500 Einfamilienhäuser und Wohnungen im gesamten Ruhrgebiet sind bislang seiner unternehmerischen Tätigkeit zu verdanken, Sven van Gelder ist aber nicht der Typ, der deshalb triumphierend mit schnalzenden Hosenträgern durch die Gegend läuft. Im Gegenteil: So bodenständig wie seine Firma Arsatec wirkt auch der Mann, der das Immobilienunternehmen vor nun genau 30 Jahren gegründet hat. 22 Jahre jung war Sven van Gelder damals, hatte eine Lehre als Bauzeichner absolviert, ein Architekturstudium mit dem Schwerpunkt Entwurf an der FH Dortmund sollte noch folgen. Die meisten hätten vielleicht bis zum Diplom gewartet und erst dann eine Firma gegründet, aber Sven van Gelder zog es bereits parallel zum Studium in die Selbstständigkeit. Und es war ganz offensichtlich die richtige Entscheidung.

Geboren im Essener Stadtteil Dellwig, der Vater ein versierter Tüftler – Sven van Gelder brachte biografisch einiges mit, das ihm später bei der Immobilienentwicklung sehr helfen sollte. „Ich habe mich bei allen Entscheidungen immer gefragt, was wollen die Menschen, was sind ihre Bedürfnisse“, betont er. Diese angenehm pragmatische Herangehensweise an Bauaufgaben stellt den Kunden in den Mittelpunkt, schließt die ästhetische Seite aber keinesfalls aus. „Gestaltung war und ist meine große Leidenschaft“, sagt Sven van Gelder. Das wird nicht nur an den Bauprojekten deutlich, auch eine kleine Nebenbeschäftigung sei an dieser Stelle erwähnt: Sven van Gelder ist seit Langem, und noch bis Ende dieses Jahres, Verleger des Top-Magazins Ruhr.

Eine Gestaltungsaufgabe anderer Art, aber nicht minder bereichernd. Leitlinie für Arsatec war es immer, Häuser und Wohnungen für alle zu bauen, und so ist es bis heute geblieben. Das Spektrum reicht von der 1a-Lage direkt am Park der Villa Hügel bis hin zu Brachflächen in sozial schwierigeren Gegenden, an die sich kein anderer herangetraut hat. „Wir haben uns nie auf die Filet-Grundstücke der Städte beschränkt“, sagt Sven van Gelder, auch wenn ihm das gelegentlich unterstellt worden sei. Gebaut wurde in Bredeney oder Fischlaken genauso wie in Altenessen, Dellwig oder Katernberg, um nur einige Stadtteile in Essen zu nennen.

Bodenständigkeit geht dabei vor Luxus, denn die in Essen erzielbaren Mieten oder Verkaufspreise sind nun einmal nicht zu vergleichen mit denen in Düsseldorf oder München. Der Essener Sven van Gelder weiß das und handelt danach. Mehrfach bewies das Unternehmen dank genauer lokaler Kenntnisse den richtigen Riecher, wenn es zum Beispiel um neue Lagen ging, die andere nicht so richtig einschätzen konnten. So gehörte Arsatec zu den zwei ersten Investoren und Bauträgern im Essener Univiertel, der „Grünen Mitte“ – zu einer Zeit, als mancher das Risiko noch scheute und abwartete, wie sich die Dinge entwickeln würden. Heute zählt das Wohngebiet nördlich der Essener Innenstadt mit seinen ergänzenden Bürogebäuden längst zu den großen Erfolgsstorys der Immobilienentwicklung im Ruhrgebiet.

Arsatec war dennoch stets mehr als ein Entwickler von Neubauten, der Firmenname selbst deutet es an: Er setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der Worte Architektur, Sanierung und Technik. Erfunden übrigens von der Mutter von Sven van Gelder, ist der Name Arsatec mehr als nur ein Wortspiel, vielmehr gelebte Unternehmensphilosophie. Von Beginn an ging es auch darum, Wohnungsbestände, die unter Komfortgesichtspunkten nicht mehr zeitgemäß waren, wieder auf eine am Markt vermittelbare Qualität zu bringen. Nicht zufällig stand am Beginn der Immobilien-Aktivitäten Ende der 1990er Jahre die Sanierung eines Mehrfamilienhauses in Essen- Frohnhausen. Dass bei allen Pro-jekten technische Neuentwicklungen zum Zug kamen, war und ist für Sven van Gelder dabei selbstverständlich.

Ein gutes Beispiel für den wohlkalkulierten Wagemut des Unternehmens ist die eigene Zentrale, die sich seit einigen Jahren einen Steinwurf vom Essener Hauptbahnhof entfernt an der Hachestraße befindet. Hier kaufte Arsatec eine Brachfläche, die jahrzehntelang mehr schlecht als recht als Parkplatz genutzt wurde. Sven van Gelder baute auf dem Grundstück nicht nur ein solides, luftiges Bürogebäude für sich und andere Firmen, sondern auch mehrere Häuser mit Wohnungen. Über das Wohnen in der Essener Innenstadt ist sehr viel geredet worden, hier ließ endlich jemand den Worten Taten folgen.

Von der Dachterrasse seines Büros kann der immer noch jungenhaft wirkende 52-Jährige auf die Wohnhäuser mit ihren großzügigen Balkonen blicken und ist überzeugt, genau das Richtige getan zu haben. Leerstände seien die Ausnahme: „Das ist hier doch kein sozialer Brennpunkt, hier leben die Menschen gerne.“ Das gelte, obwohl Sven van Gelder die sozialen und wirtschaftlichen Probleme der Essener Innenstadt klar sieht. „Das kann aber kein Grund sein zu resignieren.“

Genau deshalb sollte am Rand des Essener Zentrums auch ein besonders ambitioniertes Projekt entstehen, eines, mit dem Arsatec in mehrfacher Hinsicht in neue Dimensionen vorgestoßen wäre: Das Wohnhochhaus „High Square Essen“ sollte mit 130 Metern Höhe das erste und höchste seiner Art in der Ruhrstadt sein, wobei sich van Gelder unter anderem in Rotterdam inspirieren ließ, wo architektonisch interessante Hochhäuser das Stadtbild bestimmen.

Ursprünglich geplant als betont schlanker Turm auf der Fläche einer alten Straßenbahnschleife in der Nähe des Einkaufszentrums Limbecker Platz, kam dann in einem modifizierten Entwurf die Hachestraße ins Spiel. Auf ausdrücklichen Wunsch der Stadt wurde die Nutzungsmischung um Restaurants und Büros erweitert, letztlich aber blieb es bei Plänen. Das Fenster der Möglichkeiten schloss sich, Sven van Gelder deutet an, dass Arsatec vor den erheblichen bürokratischen Hürden kapitulieren musste. Er macht kein Hehl daraus, dass ihm dies sehr naheging. Die fertigen Entwürfe für das faszinierende Leuchtturmprojekt wanderten ins Archiv. Ob sie jemals wieder herauskommen, ist derzeit nicht absehbar.

Eine Enttäuschung ohne Zweifel, aber für Arsatec geht es auf den bewährten Feldern weiter, obwohl die Baubranche insgesamt derzeit keine leichte Zeit durchlebt. Die schlanke Struktur mit flachen Hierarchien mag für Arsatec manches leichter machen. Zum 30-jährigen Firmenjubiläum geht der Blick aber auch zurück: Der Weg vom Ein-Mann-Betrieb zum relevanten mittelständischen Player sei ohne sein hochmotiviertes Team mit derzeit 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht möglich gewesen, betont Sven van Gelder. Ein weiterer Baustein des Erfolgs: die vertrauensvolle, in vielen Jahren gewachsene Zusammenarbeit mit Kreditinstituten und zahlreichen Handwerksbetrieben. „Anlässlich des Jubiläums ist es mir ein Bedürfnis, allen zu danken, die daran beteiligt waren.“ 

2002, Aachener Straße, Essen-Frohnhausen

2005, Randenbergfeld, Mülheim

2006, Blitzstraße, Essen-Dellwig

2008, Am Siepenkothen, Duisburg

2008, Hugo-Henkel-Straße, Ratingen-Hösel

2009, Blumenstraße, Bochum

2009, Hellweg, Essen-Freisenbruch

2010, Bahnhofstraße, Ratingen-Hösel

2010, Burgstraße, Essen-Burgaltendorf

2010, Moritzstraße, Essen-Rüttenscheid

2011, Angermunder Straße, Duisburg-Rahm

2011, Eifelhang, Essen-Bredeney

2011, Heroldstraße, Bochum

2011, Kampstraße, Mülheim

2012, Hauptstraße, Heiligenhaus

2012, Parkstraße, Heiligenhaus

2013, Charlottenstraße, Essen-Burgaltendorf

2013, Kölnerstraße, Mülheim

2013, Kölnerstraße, Mülheim

2013, Zum Fuchsloch, Heiligenhaus

2013, Zum Fuchsloch, Heiligenhaus

2013, Zum Fuchsloch, Heiligenhaus

2014, Hildegardstraße, Essen-Süd

2014, Maria-Weber-Weg, Essen-Katernberg

2014, Nachbarsweg, Mülheim

2014, Parkview Business, Essen-Zentrum

2014, Parkview Univiertel, Essen

2014, Parkview Univiertel, Essen-Zentrum

2015, Kirchstraße, Essen-Burgaltendorf

2016, Breloher Steig, Essen-Horst

2016, Mariannenbahn, Essen

2016, Markuspfad, Essen-Bredeney

2016, Max-Halbach-Straße, Mülheim

2017, BelleVie Hachestraße, Essen-Zentrum

2017, Frankenstraße, Essen-Bredeney

2017, Hermannshöhe, Bochum

2017, Schacht Jakob, Essen-Heisingen

2017, Schlipperhaus, Ratingen-Hösel

2018, Bussardweg, Essen-Stadtwald

2018, Dahlhauser Straße, Essen-Horst

2018, Firmensitz Arsatec, Essen

2018, Laurastraße, Essen-Burgaltendorf

2018, Meiberger Weg, Velbert

2019, Eintrachtstraße, Mülheim

2019, Weidenstraße, Essen-Gerschede

2020, Bernhardstraße, Essen-Fischlaken

2020, Kevelohstraße, Essen-Überruhr

2020, Lilienstraße, Essen-Bredeney

2021, Baumstraße, Essen-Rüttenscheid

2021, Brandenberg, Mülheim

2021, Rüttenscheider Straße, Essen

2022, Am Wiesental, Essen-Bredeney

2022, Auf der Forst, Essen-Kettwig

2022, Höhmanns Siepen, Bochum

2022, Im Hesgarten, Essen-Werden

2022, Markstraße, Bochum

2022, Niesertweg, Essen-Frohnhausen

2022, Schlossgarten, Essen-Borbeck

2022, Steiler Weg, Mülheim

2023, Dimbeck, Mülheim

2023, Grashofstraße 12, Essen-Bredeney

2023, Heisinger Straße, Essen

2023, Isabellastraße, Bochum

2023, Löhdorfer Straße, Solingen

2024, Baumstraße, Essen-Rüttenscheid

2024, Paulusanger, Recklinghausen

2024, Staelsfeld, Essen-Heisingen

2025, Bredeneyer Straße, Essen

2025, Kupferdreher Straße, Essen

2026, Heierbusch, Essen-Bredeney

2026, Schildberg, Mülheim

2016, Schüttberg, Mülheim

top magazin Ruhr Herbst 2026
Text: Frank Stenglein
Fotos: Ralf Schultheiß

Er schafft ein Zuhause für Menschen: Sven van Gelder hat mit seinem Unternehmen Arsatec Einfamilien­häuser und Wohnungen im ganzen Ruhrgebiet gebaut.