Das Haus der hundert Fenster
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Das Haus der hundert Fenster

Das Haus der hundert Fenster

Mitten im Herzen von Venedig liegt ein ganz besonderes „Gast-Haus“ – im besten Sinne. Denn seit mehr als 170 Jahren empfängt das noble Hotel Londra Palace in Venedig direkt an der Lagune seine Gäste. Die genießen aus dem „Haus der hundert Fenster“ einen unvergleichlichen Blick über das Wasser auf die Inseln San Giorgio und Giudecca oder die Basilica della Salute und haben in nur 5 Gehminuten den berühmten venezianischen Markus-Platz erreicht.

Die großzügige Lobby des Londra Palace in Venedig bietet mit ihrer gelungenen Mischung aus modernen Elementen und ausgesuchten Anklängen an die reiche Historie viele schöne Ecken auch als Augenschmaus.

Das Londra Place ist ein Ort für Venedig-Insider. Und schon einst Herberge ganz besonderer Künstler. Wie der russische Komponist Pjotr Tschaikowski. „Ich denke, ich träume, ich lese, ich erinnere mich – kurz gesagt, ich ruhe mich aus“, schreibt er Weihnachten im Jahre 1877 aus dem Hotel an seinen Bruder. Tschaikowski weilt in Venedig, um an seiner Vierten Sinfonie zu arbeiten – und ist überzeugt, dass sie ihm an diesem Ort wohl gelingt: Es ist „zweifellos die beste, die ich je geschrieben habe“ notiert er in einem Brief an den Bruder.

Zu dem Zeitpunkt existiert das heutige „Hotel der hundert Fenster“ in dieser Form noch nicht. Es ist zweigeteilt und besteht aus dem 1853 eröffneten Hotel d'Angleterre und dem 1865 vom venezianischen Ingenieur Giovanni Fuin entworfenen luxuriösen Nachbarhotel Beau Rivage. Nur sin schmaler Durchgang liegt dazwischen. So bietet es sich an und wird 1900 vollendet, beide Häuser zum „Hotel Londres et Beau Rivage“ zu vereinen.

In der Lobby des Hotels direkt an der Promenade kann man das bunte Treiben an sich vorüberziehen lassen


Zuvor aber steigt ein anderer berühmter Zeitgenosse im Hotel d'Angleterre ab. Es ist das Jahr 1864 und der französische Autor Jules Verne möchte im Juli eigentlich zwei Nächte unerkannt an der schönen Riva degli Schiavoni, dem Sklavenkai, verbringen. Doch sein Wunsch nach Inkognito platzt, die Stadt zündet zu seinen Ehren sogar ein Feuerwerk. Bis heute erinnert das Londra Palace an diese beiden besonderen Gäste und hat ihnen zwei Suiten gewidmet. 

Dabei hat sich das Haus seit diesen Zeiten vielfach gewandelt – erst natürlich durch die Vereinigung von Beau Rivage und Hotel d'Angleterre, dann folgt in den 1950er Jahren ein Umbau der Obergeschosse, der das Gebäude wirklich zusammenfügt und ihm seine heutige Außenansicht verleiht. Im Innenbereich schafft eine Renovierung über mehrere Jahre in den 1990ern schließlich das Ambiente des stilvollen Luxushotels. Der Clou: Die Zimmer werden in diesem Zuge vergrößert und reduziert. Heute zählt das Haus 52 exklusive Zimmer – eines für jede Woche des Jahres. Den Namen Londra Place trägt es seit 1973.


Das Ambiente prunkt mit venezianischen Materialien von Brokat bis Marmor und bleibt dabei dennoch leicht und stilvoll, verspricht den Gästen pure Entspannung. Ob klassisches Zimmer oder großzügige Signatur-Suite, ein jeder der 52 Räume verwöhnt die Gäste mit seinem individuellen Charakter. Rund zwei Drittel bieten den Blick auf die Lagune. Ab der dritten Etage gibt es in jedem Fall einen weiten Blick auf die Stadt. Aus der Jules-Verne-Suite mit ihrer Sitzterrasse hat man einen 360-Grad-Blick auf die Lagune und die Stadt, beim schönem Wetter sind die Dolomiten in der Ferne deutlich zu sehen. Und die klassische venezianische Gastfreundschaft wird im Haus natürlich in Perfektion zelebriert.

Tief unten kreuzen die typischen Gondeln auf dem sattgrünen Wasser der Innenstadtkanäle


Da ist das Londra Palace seiner Tradition verpflichtet und mit ihr verwoben. Das weiß, das lebt vor allen Dingen der heutige General Manager Alain Bullo. Sein Vater übernimmt über 50 Jahre lang die Rolle des Chefconcierge im Londra Palace. Dort begegnet er Alains Mutter – einer Französin, die als Gast ins Hotel kommt. Bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick und ihr Sohn führt nun die Geschichte von Familie und Hotel gleichermaßen fort. So atmet das Haus das Gefühl eines Familienbetriebs, überträgt dieses Ethos auch auf den Umgang mit den Gästen – „etwas, das man in dieser Stadt nicht mit Geld kaufen kann“, lobt ein Gast und Venedig-Kenner.

So ist das Londra Palace auch ein Insider-Tipp unter Kennern. Die schätzen die große Terrasse im Erdgeschoss, auf der venezianische Spezialitäten oder kreative Cocktails serviert werden. Und dann gibt es da noch die exklusiv für Hotelgäste buchbare Dachterrasse, die die höchste in Venedig mit einem 360-Grad-Panoramablick von den Inseln der Lagune bis zu den Dolomiten.

Immer ein wunderbares Erlebnis ist eine Bootstour auf dem Canale Grande

 

top magazin Ruhr Winter 2025-2026
Redakteurin: Katrin Kroemer
Fotograf: Ralf Schultheiß

Titelbild: Mit 100 Fenstern an der Lagune und der magischen Lage im Herzen Venedigs ist das Londra Palace ein kultiviertes, stilvolles und einladendes venezianisches Zuhause. Seit 2012 gehört es zur Relais & Châteaux-Familie.