
Daniel Boden, Unternehmer aus Essen, ist als Berater und Investor viel im Ruhrgebiet unterwegs und berichtet für das TOP RUHR über Events und Menschen aus unserer bunten Ruhrmetropole. Leserbriefe an: info@bbi.one
Wer an diesem Abend das Audi Zentrum Bochum der Tiemeyer Gruppe betritt, erkennt das Autohaus nicht wieder. Schon von außen schimmert durch die großen Scheiben warmes Licht, innen ist der Showroom fast vollständig leer geräumt, der Raum geöffnet für Mode, Shopping und Begegnungen zur inzwischen 8. Benefiz-Modenschau des Inner Wheel Clubs Bochum-Hellweg. Nur ein Audi RS e-tron GT zeigt sich neben Fashion & Food den Autofans.
Organisiert wird der Abend vom bewährten Team Helga Kleimann, Katharina Pellens und Inge Tiemeyer, bestens unterstützt vom Team des Audi Zentrums Bochum der Tiemeyer Gruppe. Längst ist diese Modenschau ein absolutes Must Have für alle Modeinteressierten. So kann die Präsidentin des Inner Wheel Clubs, Dr. Jutta Grub, rund 400 geladene Gäste willkommen heißen. Darunter als Ehrengast Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat, der in seinem Grußwort den Modezar Giorgio Armani zitiert: „Eleganz ist nicht, aufzufallen, sondern in Erinnerung zu bleiben.“ Dann gehört die Bühne, besser der Catwalk, den Models. Unter ihnen an diesem Abend als besonderes Highlight fünf Basketballerinnen der Bochumer AstroLadies, die ihre Premiere auf dem Laufsteg mit Bravour und Eleganz meistern. Präsentiert wird Mode Made in Bochum und aus dem Revier: Susa Flor von der Königsallee mit Ecological Design, Jochen Seier aus Wattenscheid und Quentin Eden aus Essen mit individueller, immer hochwertiger Damenfashion. Dazu Juvia aus Düsseldorf mit legerer Eleganz. Neben den Damen kommen auch die Herren nicht zu kurz, auf dem Catwalk gibt es Maßgeschneidertes vom House of Mercury (als Premiere) und Angesagtes für den Sommer aus Boutiquen der Region. Das Publikum ist spürbar begeistert und belohnt mit viel Applaus die wirklich eifrigen Models – darunter auch manche auf vier Pfoten für die Highlights von „Pfotenkram“. Alle Erlöse und Spenden des Abends kommen dem guten Zweck zugute. Das Ergebnis ist wieder beachtlich: Über 30.000 Euro sammelt der Inner Wheel Club Bochum-Hellweg mit dieser Benefiz- Modenschau ein. Und genau darin liegt die Eleganz dieses Abends: nicht laut aufzufallen – sondern in Erinnerung zu bleiben.
Vor der traditionsreichen Lichtburg in Essen staut sich die Erwartung. Fans stehen dicht gedrängt, Kameras sind ausgerichtet, die Presse wartet. Dann kommt ein Star nach dem anderen auf den roten Teppich – und sie alle, Christoph Maria Herbst, Hape Kerkeling und Fahri Yardim, nehmen sich Zeit für Autogramme, Fotos, kurze Gespräche und persönliche Worte. Kein Durchschleusen, kein Abwinken. Die Stars gehen auf Tuchfühlung und haben sichtlich Freude daran, das Interesse von Publikum und Presse für die gesellschaftskritische Komödie „Extrawurst“ zu fördern.
Zwischen den Filmdarstellern entdecken die begeisterten Premierengäste Stars: Tom Gerhardt (u. a. bekannt als Hausmeister Krause) sowie top Kabarettist Abdel Karim lassen sich nicht nehmen, mit ihrer Präsenz den Film und dessen Botschaften zu unterstützen. Stand-up, Kabarett, Film – hier mischen sich Szenen, die sonst selten gemeinsam auftauchen. Was zeigt: Nicht ohne Grund erzeugt „Extrawurst“ viel Aufmerksamkeit innerhalb der deutschen Filmszene, aber auch im gesellschaftskritischen Kabarett. Das Interesse reicht sichtbar über das klassische Kino-Publikum hinaus. Unterstrichen wird die Relevanz durch Social-Media-Influencer, die über ihre Promotion andere Öffentlichkeitssphären erreichen.
Ausgangspunkt ist eine scheinbar harmlose Vereinsentscheidung – ein zusätzlicher Grill. Doch schnell kippt die Situation.
„Extrawurst“ erzählt davon, wie gut gemeinte Rücksichtnahme in Grundsatzdebatten mündet. Der Film hält einer verwöhnten Gesellschaft ihren Spiegel vor und zeigt, wie „aus einer Mücke ein Elefant wird“. Regisseur Marcus H. Rosenmüller hat die Starbesetzung ideal eingesetzt, um das Publikum zum Lachen zu bringen, und einen im nächsten – nachdenklichen – Moment dazu auffordert, seine eigene Lebenssituation selbstkritisch ins Auge zu fassen. „Extrawurst“ funktioniert nicht nur als sehenswürdige Komödie, sondern zudem als Auslöser von gesellschaftskritischen Diskussionen.
Fazit ist die Empfehlung, sich den Film mit Vergnügen anzuschauen, aber auch die implizierten Botschaften zu reflektieren.
Die ProWein in Düsseldorf läuft. Internationale Winzer, große Namen, viel Geschäft. Die Messe zeigt, wie global Wein inzwischen gedacht wird. Und doch findet das eigentliche Highlight nicht in den Messehallen statt, sondern abseits davon – im Capobianco in der Essener Innenstadt.
Hier geht es nicht um Kataloge oder schnelle Verkostungen, sondern um ein Konzept. Gastgeber Rocco Capobianco öffnet sein Haus für eine Präsentation der Weinlinie „Wine of the Champions“. Hier stehen weltberühmte Fußballer Pate für bestimmte Weinsorten.
Der Gründer der Linie ist Fabio Cordella, ehemaliger internationaler Sportdirektor & Sportmarketing-Unternehmer Er baut seit fünf Jahren mit internationalen Top-Athleten eine Grande Familia auf. Mit dabei: Vincent Candela (Weltmeister 1998 mit Frankreich), Júlio César (UEFA Champions League Sieger 2010 mit Inter Mailand), Samuel Eto’o (UEFA Champions League Sieger 2010 mit Inter Mailand), Eden Hazard (UEFA Champions League Sieger 2022 mit Real Madrid), Giorgio Petrosyan (K 1 World MAX Champion 2009 & 2010) und Amauri (UEFA Champions League Finalist 2009 mit Juventus Turin).
Mehrere dieser Sportikonen sind an diesem Abend persönlich anwesend, erläutern ihren Beitrag zur „Grande Familia“. Primitivo, Rosé oder Nero d’Avola entstehen im Dialog mit den Champions, werden abgestimmt auf die Charaktere der Ausnahmesportler. Das Ergebnis sind Weine mit klarer Handschrift: individuell, wiedererkennbar, persönlich. Doch das Projekt endet nicht beim Wein. Mit Don Fabio Cigar und der Roccoduro Cigar by Rocco Capobianco wird ein patentiertes Zigarrenkonzept vorgestellt, bei dem Wein gezielt Einfluss auf das Aroma nimmt. Eigene Biersorten sind dazu Teil des Portfolios, nun kommt noch neuer Gin hinzu. Kein Sammelsurium, sondern die konsequente Erweiterung eines Genussuniversums. Während auf der ProWein der Wein präsentiert wird, zeigt das Capobianco, wofür das Ruhrgebiet immer häufiger steht: Es ist ein Ort, an dem Ideen nicht nur diskutiert, sondern umgesetzt werden – mit internationaler Strahlkraft und eigener Handschrift.
An diesem Nachmittag besuche ich das Theater im Essener Rathaus, um die Vorführung „Die Weinprobe“ zu sehen. Das Stück von Ivan Calbérac gewann 2019 den Prix Molière als beste Komödie. Leicht im Ton, präzise im Dialog und getragen von Figuren, die mehr erzählen, als es die Handlung zunächst vermuten lässt. Noch vor Beginn der Vorstellung treffen wir Martin Semmelrogge, der an diesem Tag seinen Sohn Dustin in diesem Erfolgsstück auf der Bühne sehen möchte. Vater Martin ist stolz auf seinen Sohn, der schon vor langer Zeit ebenfalls den Beruf des Schauspielers gewählt hat. Also – wie der Vater, so der Sohne – kann man sagen. Seinen TV-Durchbruch erzielte Dustin in der TV-Serie: „Ritas Welt“.
Als Synchronsprecher gab er seine Stimme u. a. dem kleinen Drachen „Kokosnuss“. Dustins Leidenschaft für das Theater kann er in seiner Rolle in dem Erfolgsstück „Die Weinprobe“ hervorragend ausleben. Mittelpunkt ist eine Weinhandlung, in der drei Figuren, deren Leben aus dem Gleichgewicht gerät, sobald sie einander begegnen, dem weiteren Verlauf unerwartete Wendungen bescheren. Was „Die Weinprobe“ trägt, ist nicht nur die amüsante Handlung, sondern die Genauigkeit, mit der Beziehungen verschoben werden. Das Publikum folgt aufmerksam, Reaktionen entstehen unmittelbar – Lachen, kurze Pausen, spürbare Konzentration. Das Stück entfaltet seine Wirkung, weil es sich Zeit nimmt und den Figuren Raum zur Entfaltung lässt. Der Ort unterstützt diese Nähe. Dass hier, im Herzen der Stadt, Theater gespielt wird, passt zu diesem Nachmittag: Kultur nicht nur als reiner Event, sondern nahbar und selbstverständlicher Teil des öffentlichen Lebens. Gerade diese Nähe macht solche Aufführungen besonders – und erklärt, warum der Erhalt dieser kulturellen Einrichtungen so wichtig ist. Sie sind Orte, an denen Geschichten nicht nur erzählt, sondern gemeinsam erlebt werden.
Unter der Stadt, in den Essener „Katakomben“, verliert man schnell das Gefühl für Oberflächen. Genau hier bekommt ein Abend über künstliche Intelligenz eine Tiefe, die nach spontanem Amüsement zum weitergehenden Nachdenken anregt. Fatih Çevikkollu, Schauspieler, Kabarettist und Autor, trifft mit seiner Vorstellung über KI einen Nerv, der weit über Technik hinausgeht. Er präsentiert kein Zukunftsszenario, sondern die Gegenwart: Algorithmen, die Entscheidungen beeinflussen, digitale Bequemlichkeit, die Verantwortung ersetzt, und eine Gesellschaft, die sich immer öfter mit einfachen Antworten zufriedengibt.
Çevikkollu trägt intelligent, präzise und ohne belehrenden Gestus vor. Sein Humor ist scharf, aber nie selbstzweckhaft. Die Pointen öffnen Räume, in denen man sich wiedererkennt – manchmal ertappend deutlich. Gerade das macht den Abend für das Publikum so wirksam. Die Enge der Katakomben verstärkt diese Wirkung. Es gibt kein Ausweichen, kein bequemes Zurücklehnen. Immer wieder führt Çevikkollu zurück zur entscheidenden Frage: Wo bleibt der Mensch, wenn Denken delegiert wird? Der Humor funktioniert, die Pointen sitzen. Und doch bleibt am Ende weniger Heiterkeit als die Erkenntnis, wie ernst und weitreichend die Folgen des Handelns jedes Einzelnen in der digitalen Welt sind, die mit KI einen schwer kontrollierbaren Turbo erhalten hat. Die Antwort auf meine Frage „Warum haben Sie nicht die vielen möglichen positiven Effekte der KI in Ihr neues Programm eingebaut?“, die Fatih aus gutem Grund nicht postwendend parat hat, gebe ich mir selbst. Nachträglich denke ich deswegen, weil über die Heilsbringer-Effekte der KI von multiplen und mächtigen Protagonisten mehr als genug davon propagiert werden. Mit seinem sehr kurzweiligen und humorvollen, aber auch kritischen Vortrag, fordert Fatih jeden Zuschauer auf, bewusster mit KI umzugehen und deren Tragweite zu erkennen.
Auf dem Catwalk im Audi Zentrum Bochum: Daniel Boden (TOP RUHR), Bochums OB Jörg Lukat mit Heinz-Dieter und Inge Tiemeyer