
Die traditionsreiche Sportwagenmarke Alpine hat mit dem Fastback-Modell A 390 GT ihr zweites vollelektrisches Fahrzeug auf den Markt gebracht. Warum das Gesamtpaket so unwiderstehlich ist, dass selbst eingefleischte „Petrolheads“ schwärmen werden, er„fahren" Sie in diesem Bericht.
Meine Generation ist mit der Faszination für Verbrenner groß geworden. Der Klang, die Vibrationen, das Zusammenspiel mechanischer Kräfte fasziniert seit Generationen. Und doch: Wer sich ernsthaft mit moderner Automobilität und Fahrdynamik beschäftigt, muss anerkennen, dass die Entwicklung der Elektromobilität in vielen Disziplinen die Führung übernommen hat. Nicht nur beim Sprint von 0 auf 100, oder mittlerweile auch bis 200, sondern mit weiteren Eigenschaften darüber hinaus.
Allen E-Autos ist gemeinsam, dass ihr höchstes Drehmoment beim Start zur Verfügung steht und nicht erst bei Erreichen einer bestimmten Drehzahl vorhanden ist. Auch die über die alltagstauglichen benötigten Reichweiten hinaus – z. B. für weitere Entfernungen – zeigen, wohin die Reise geht. Im Beispiel der neuen Alpine A390 GT sind nach Herstellerangabe bis zu rund 550 km WLTP-Reichweite möglich; im Alltag bleiben damit auch längere Etappen jenseits der 400 km realistisch. Moderne Ladesysteme erlauben, an geeigneten Schnellladesäulen mit bis zu 150 kW von 15 auf 80 Prozent in 30 Minuten während eines Lunches nachzuladen und die Reise wieder fortzusetzen. Von allgemein bekannten Fakten noch unbeeindruckt, aber mit Offenheit der Technologie von E-Autos gegenüber, begegne ich der neuen Alpine A390 GT, dem ersten vollelektrischen Sport-Fastback der sportlichen Traditionssportmarke Alpine. Wie so oft, entscheidet der erste visuelle Eindruck, ob man daran interessiert ist, ob es sich um ein Objekt der Begierde handelt, welches man näher kennenlernen möchte. Und hier trifft mich die A390 GT mit voller Wucht. Extrem schlank gezeichnet, mit fließenden Linien und einer fast skulpturalen Präsenz, wirkt sie mehr wie ein futuristischer Sportwagen als ein klassisches Crossover. Dass es sich tatsächlich um ein fünftüriges Fahrzeug handelt, erschließt sich erst bei näherem Hinsehen. Aus nahezu jedem Blickwinkel ist die Alpine A390 GT ein Statement – ein Design, das nicht nur auffällt, sondern emotionalisiert. Im Innenraum setzt sich dieser Eindruck fort. Hochwertige Materialien, eine exzellente Verarbeitung und das puristische sportliche Design bestätigen den äußeren Eindruck. In Kombination mit der digitalen und individualisierenden Cockpitlandschaft werden klassische Marken-Gene mit modernster Technologie verbunden.
Überraschend großzügig zeigt sich das Raumangebot, auch im Fond. Der Spagat zwischen Alltagstauglichkeit und emotionalem Design-Anspruch ist überraschend gut gelungen. Bei Betätigung des Startknopfes sind keine Vibrationen, kein aufheulender Motor – der vor Inanspruchnahme voller Leistung warm gefahren werden müsste – zu hören und zu riechen, die den ursprünglich genervten Nachbarn die Uhrzeit der morgendlichen Abfahrt kundtun würde. Unter der Karosserie arbeiten drei Elektromotoren mit 400 PS Systemleistung. Das maximale Drehmoment von 661 Nm steht unmittelbar zur Verfügung. In der Folge wird man beim Druck auf das „Gas“-Pedal ordentlich in die Sitze gepresst und damit ein Beschleunigungsgefühl erzeugt, welches einfach nur echt ist, sich auf der Tachonadel schnell messbar niederschlägt und das die Alpine in 4,8 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt.
Der bewusst eigenständige Sound im Innenraum verzichtet auf künstliche Verbrenner-Imitationen und setzt stattdessen auf ein futuristisches Klangbild, das durch visuelle Effekte im Cockpit verstärkt wird.
Fahrdynamisch zeigt die A390 GT ihre Herkunft aus der traditionellen Sportwagenschmiede Alpine. Der für Elektroautos typische tiefe Schwerpunkt – durch die im Boden verbauten Batterien – sorgt in Kombination mit der sportlichen Fahrwerksabstimmung zusätzlich für eine beeindruckende Straßenlage. Kombiniert mit der Alpine-Expertise der Fahrwerksabstimmung erfolgt das Einlenken äußerst präzise, und das Fahrzeug wirkt jederzeit kontrollierbar stabil. Unterstützt durch ein intelligentes Torque-Vectoring-System wird die Kraft gezielt auf die Räder verteilt, während die standfeste Sechskolben-Bremsanlage für die nötige Verzögerung sorgt. Am Kurvenausgang steht die elektrische Leistung sofort an – ein Gefühl, als würde das Fahrzeug wie auf Schienen beschleunigen, ohne aus der Bahn geworfen zu werden.
Die Alpine A390 GT zeigt, dass Emotionen nicht zwingend an Geräusch und Qualm gebunden sind, sondern diese durch die Fahrdynamik und Präzision in Verbindung mit unmittelbarer Kraftentfaltung durch das Gesamtsetting der Alpine-Konstrukteure zusätzlich unterstrichen werden.
Ein außergewöhnliches Automobil mit starker Persönlichkeit, das technologieoffene Petrolheads überzeugen wird, dass die Alpine A390 GT den Verbrennern in puncto Emotion unterm Strich in nichts nachsteht, aber in vielen Belangen noch „eine Schüppe drauflegt“.
Die A 390 GT: Eine moderne Augenweide mit Stil, die gleichermaßen mit inneren Werten selbstbewusst glänzt.