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Portrait: Sami Falk Taha – Der Gentleman von nebenan

Sami Falk Taha ist schön, klug und talentiert. Gerade bewirbt sich der 29-Jährige um den Titel „Gentleman 2017“. Aus Wuppertal weg möchte der Weltenbummler dennoch nicht. 


Es gibt Menschen, die scheinen vom Glück geküsst worden zu sein.

Nicht nur, wenn Sami Falk Taha wie gerade unter blauem Himmel draußen am „Katzengold“ sitzt, scheint dieser junge Typ immer auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen. Alle Attribute, nach denen junge und alte Menschen mit Schweiß und Muskelkraft streben, um sie dennoch nicht zu erreichen, vereint er mit einem Selbstverständnis in sich. Sami Falk Taha ist ein Glückskind, das Erfolg erntet und ewig Urlaub ausstrahlt. Sami Falk Taha trägt an diesem Nachmittag im Luisenviertel Dreitage-Bart, Wuschelkopf und unverkennbar ein Six-Pack unter dem lässigen Jeanshemd.

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Für ihn sei es nicht anstrengend, sagt der Sohn einer Deutschen und eines Jordaniers, so gut in Form zu sein. „Mit meinem Mitbewohner messe ich mich in jeder Sportart“. Und dann – ein Satz, der sonst nur bei David Beckham authentisch wirkt: „Ich liebe die Herausforderung.“

Als Herausforderung sieht er auch den GQ-Gentleman-Award, bei dem er in diesem Jahr als Finalist antritt. In diesen Tagen entscheidet sich, ob er der Mann ist, „der Stilsicherheit, Selbstbewusstsein, Charme und Sportlichkeit in einer Person vereint“, wie das Stil-Magazin den Prototyp eines Preisträgers beschreibt.

 

„Mit meinem Mitbewohner messe ich mich in jeder Sportart.“
Sami Falk Taha

 

Sami möchte, falls er den Titel holt, die Definition vom Gentleman noch um einen Aspekt erweitert wissen. „Ein Gentleman ist für mich ein Mann, der kein Problem mit Frauen auf Augenhöhe hat“, sagt der 29-Jährige. Dass Frauen 2017 oft nicht das gleiche Gehalt oder dieselbe Anerkennung wie Männern zukommt, könne er nicht verstehen. „Letztendlich ist doch ein Gentleman ein Mann, dem die Gleichberechtigung keine Angst macht.“
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Während Sami in seinem Cappuccino rührt, spricht er an diesem sonnigen Nachmittag  über die Themen, die aktuell den Gesellschaftsteil diverser Zeitungen und Magazine füllen. Er findet es wichtig, sich über den eigenen Fleischkonsum Gedanken zu machen. Menschen, die Pelz tragen, machen ihn wütend und, obwohl er Fleiß als Schlüssel zum Erfolg sieht, hinterfragt er den Sinn einer 40-Stunden-Woche. Der Wuppertaler bricht genau mit den Vorurteilen, die er auch selbst vor einigen Jahren noch von der Modewelt hatte. „Oberflächlich und aufgesetzt. Aber tatsächlich sind gerade in der Branche viele Menschen unterwegs, die die Zeit haben, an schönen Orten über den Sinn des Lebens nachzudenken. Das macht sie oft zum Gegenteil von dem, was man ihnen vorwirft.“

 

Ob in Badehose oder im Designer-Anzug: Eindrücke von seinem Jetset-Leben teilt der 29-Jährige auf Instagram.

Ob in Badehose oder im Designer-Anzug: Eindrücke von seinem Jetset-Leben teilt der 29-Jährige auf Instagram.

 

In der Modewelt ist Sami erst seit fünf
Jahren zu Hause.

Alles fing in der Mensa der Bergischen Uni an, als ihn das Presse-Team fragte, ob er sich in den Uni-Hoodies fotografieren lassen wolle. Klar, er wollte. Mit seiner „einfach mal  ausprobieren“-Art registrierte sich der Student bei Model-Agenturen und landete prompt für ein Werbe-Shooting in einer Villa und prostete sich mit fremden Menschen mit Bier zu. Dann landete er in Spanien, In-dien, Südafrika. Mit ihm reisen 12.400 Fans auf seinem Instagram-Account. Und unter den Bildern, auf denen Sami mit schönen Bikinifrauen frühstückt oder im Pool liegt, fliegen ihm die virtuellen Herzen zu.

 

Gerade in dieser Branche viele Menschen unterwegs, die die Zeit haben, über den Sinn des Lebensnachzudenken. Das macht sie oft zum Gegenteil von dem, was man ihnen vorwirft.“ Sami Falk Taha

 

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„Hot“, schreiben ihm Frauen aus der ganzen Welt. „What a body!“ Klar macht das was mit einem, räumt er ein. Er genieße das Leben und den Zuspruch, aber gerade zu Hause sei der Ruhm, der sich im Alltag nur auf seinem Smartphone-Display niederschlägt, nicht so präsent.
Und vielleicht ist das raue Wuppertal für den schönen Typ genau deshalb die erdende und wohltuende Heimatstadt. Gerade hat er seine Wohnung im Luisenviertel bezogen. „Und, ich liebe die Trasse. Wenn die Menschen wüssten, wie schön es hier ist.“ Mit seinem Mitbewohner vermarktet der Jungunternehmer Kunst als T-Shirt-Drucke. Samis Zukunft liegt in der ganzen Welt, sein Zuhause bleibt aber in Wuppertal. Nach anderthalb Stunden trennen sich die Wege. Sami muss noch seine Wohnung auf Vordermann bringen, er steckt gerade etwas im Umzugsstress, erklärt er mit entspanntem Lachen.  Auf dem Weg durchs Luisenviertel erzählt er noch, dass er auch Gitarre und Klavier spielen kann und singt. Man will es ihm nicht glauben, aber er wirkt so authentisch, der David Beckham aus Wuppertal, der Sami von nebenan

Artikel von www.top-magazin.de/wuppertal