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Mit Experten durch die Corona-Krise

Seit bald 40 Jahren zeichnet sich die RTS Steuerberatungsgesellschaft KG durch ihre umfassende Beratung von Mittelständlern und Freiberuflern in Baden-Württemberg aus. Die Expertise des Dienstleisters ist von vielen Unternehmen gerade auch in der Corona-Krise gefragt. Über die aktuelle Situation sprachen wir mit Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Bernd Lienemann, Mitglied der Geschäftsleitung der RTS-Gruppe in Stuttgart, die in Baden-Württemberg an über 30 Standorten mehr als 600 Mitarbeiter beschäftigt.


 

top: Herr Lienemann, wir haben uns bereits im Juni 2020 über die Auswirkungen der Pandemie auf die badenwürttembergische Wirtschaft unterhalten. Unser Interview beendeten wir damals mit einem Wunsch. Ihrer lautete: „Dass sich die Wirtschaft erholt und auf einer sicheren und soliden Basis anläuft.“ Sie hofften außerdem, dass keine zweite Corona-Welle kommt …

Lienemann: Ja, in der Tat – so war das. Leider hält uns die Pandemie weiter in Atem. Deutschland kehrt gerade schrittweise zur Normalität zurück, aber steigende Inzidenzzahlen weisen darauf hin, dass wir noch sehr vorsichtig sein müssen. Für sehr viele Unternehmen heißt es daher weiterhin: durchhalten – sie brauchen einen langen Atem.

top: Unternehmer können nur mithilfe eines „prüfenden Dritten“ Überbrückungshilfe beantragen. Warum?

Lienemann: Zu den prüfenden Dritten gehören wir Steuerberater, aber auch Wirtschaftsprüfer, Anwälte oder Buchprüfer. Wir führen die Mandanten durch die Anträge und liefern dafür die notwendigen Zahlen. Seitens der Regierung wurden wir berufen, um die Zahl der Falschanträge gering zu halten und um den Missbrauch von Fördergeldern vorzubeugen.

top: Die Auszahlungen der Corona-Hilfen wurden aktuell aufgrund des Betrugsverdachts gestoppt. Macht es aus unternehmerischer Sicht überhaupt noch Sinn, Anträge zu stellen?

Lienemann: Selbstverständlich! Ich rate allen Unternehmern, unabhängig von der Branche, sich nicht entmutigen zu lassen. Neben den Zuschüssen der Überbrückungshilfen gibt es Darlehen der L-Bank, der Bürgschaftsbank und der KFW zur Liquiditätssicherung. Einen groben Überblick der aktuellen Hilfsprogramme gibt die hier aufgeführte Tabelle, Details zu den Förderinstrumenten findet man auf den jeweiligen Homepages.

top: Herr Lienemann, welche Hilfen können Unternehmen derzeit beantragen?

Lienemann: So pauschal lässt sich das leider nicht beantworten. Ich habe Ihnen nachfolgend eine Übersicht zusammengestellt, in der ich auf die aktuell wichtigsten staatlichen Hilfen eingehe. Zur Expertise der RTS Gruppe zählt außerdem unser Family Office, mit welchem wir Dank Karsten Wolf (Vorstand SDF Süddeutsche Family Office AG) auch im Hinblick auf Finanzierungsfragen bestens gerüstet sind.

 


 

Übersicht über aktuell zu beantragende Hilfen

Überbrückungshilfe III

Betrifft alle Unternehmen branchenunabhängig.
Voraussetzungen: Grundsätzlich können Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler
aller Branchen die Überbrückungshilfe III beantragen. Voraussetzung hierfür ist ein corona bedingter Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum gleichen Monat 2019.

Fördergegenstand:

  • betriebliche Fixkosten, die im Förderzeitraum November 2020 bis Juni 2021 fällig sind
  • hervorzuheben sind auf Grund der Gestaltungsmöglichkeiten die Förderungen für
  • Bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen bis zu 20.000 Euro
    pro Monat zur Umsetzung von Hygienekonzepten sowie die Investitionen in Digitalisierung
    einmalig bis zu 20.000 Euro die im Zeitraum März 2020 bis Juni 2021 angefallen sind.
  • Marketing- und Werbekosten maximal in Höhe der entsprechenden Ausgaben im gesamten Jahr 2019.
  • Die Kosten der Antragstellung, die auch im Falle einer im Rahmen der Schlussabrechnung
    des Antrags wegfallenden Förderung zu mindestens 40 Prozent gefördert werden.

Antragsfrist: 31.08.2021
Beantragung: durch prüfende Dritte (zum Beispiel Steuerberater)
Vorteilhaft für: Unternehmen mit hohen Fixkosten. Sollten die Fixkosten geringer als 8.330 Euro sein, ist die Neustarthilfe im Vergleich zur Überbrückungshilfe III voraussichtlich vorteilhafter.

 

Verhältnis zu anderen Beihilfen:

  • Neustarthilfe: schließen sich gegenseitig aus (entweder Überbrückungshilfe III oder Neustarthilfe)
  • November- und Dezemberhilfe: Schließt die Förderung der Überbrückungshilfe III für
    November und Dezember 2020 aus
  • Überbrückungshilfe II: die erhaltenen Bundesmittel für die Monate November und Dezember sind auf den
    entsprechenden Förderungen der Überbrückungshilfe III anzurechnen.
  • Stabilisierungshilfe Hotel- und Gastgewerbe II (Baden-Württemberg).

 


 

Hilfen für Hotel- und Gaststättengewerbe

Stabilisierungshilfe II für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Baden-Württemberg Voraussetzungen: Antragsberechtigt sind Unternehmen,

  • die dauerhaft wirtschaftlich tätig sind (bei Soloselbständigen im Haupterwerb),
  • deren wirtschaftliche Tätigkeit überwiegend oder maßgeblich in die Wirtschaftszweige Beherbergung und/oder Gastronomie fällt,
  • die ihren Hauptsitz in Baden-Württemberg haben (bei Soloselbständigen der Wohnsitz) und
  • die bei einem deutschen Finanzamt angemeldet sind.

Fördergegenstand:

Betriebe, die mindestens die Hälfte Ihres Umsatzes im Bereich Gastronomie oder Beherbergung erzielen, können Fördergelder bis zur Höhe Ihres Liquiditätsengpasses beantragen. Hierbei können 3.000 Euro für das Unternehmen, sowie weitere 2.000 Euro für jeden Beschäftigten (Vollzeitäquivalent) angerechnet werden.
Antragsfrist: 28. April 2021.

Beantragung: durch das Unternehmen (Antragsteller) selbst. Jedoch müssen die Angaben in der Liquiditätsberechnung durch einen prüfenden Dritten bestätigt werden (wir empfehlen die Erstellung anhand der Buchführung durch den Steuerberater).

Vorteilhaft für: Unternehmen mit hohen betrieblichen Auszahlungen (zum Beispiel Tilgungen), die im
Rahmen der Überbrückungshilfe III nicht förderfähig sind. Wichtig: Auszahlungen, die bereits bei der Überbrückungshilfe III als Kosten berücksichtigt wurden, können bei der Berechnung des Liquiditätsengpasses nicht mehr berücksichtigt werden. Beispiel: Kosten der Buchführung für den Monat Januar 2021 sind am 14. Februar 2021 zur Zahlung fällig, werden aber erst am 14. März 2021 durch den Mandanten zur Zahlung angewiesen. Lösung: Die Kosten können entweder in der Überbrückungshilfe III im Monat Februar als förderfähige Fixkosten oder in der Liquiditätsrechnung der Stabilisierungshilfe II als Auszahlung am 14. März 2021 berücksichtigt werden.
Hinweis: Es empfiehlt sich, den Antrag rückwirkend zu stellen. Nur so kann der maximale betriebliche Liquiditätsengpass in einem beliebigen Antragszeitraum ermittelt werden.

 

Verhältnis zu anderen Beihilfen:

  • Andere im Leistungszeitraum erhaltene Beihilfen
    (zum Beispiel Novemberhilfe
    oder Überbrückungshilfe II) sind
    in der Liquiditätsrechnung nicht
    zu berücksichtigen.
  • Die Stabilisierungshilfe II kann grundsätzlich nur dann in Anspruch genommen werden, wenn deren Förderung die Förderung der Überbrückungshilfe III beziehungsweise der Neustarthilfe im selben Leistungszeitraum um
    10 Prozent übersteigt.

 


 

Hilfe für Soloselbständige

Als Soloselbständige gelten Antragsteller, die zum Stichtag 31. Dezember 2020 weniger als einen Voll zeitmitarbeiter (ein Vollzeitäquivalent) beschäftigten (auch Ein-Personen-Kaitalgesellschaften). Voraussetzung ist, dass der überwiegende Teil der Summe der Einkünfte (mindestens 51 Prozent) aus der selbständigen oder freiberuflichen Tätigkeit stammt.

Neustarthilfe

Voraussetzungen: Der Antragsteller muss soloselbstsändig sein.

Fördergegenstand:

Als Bemessungsgrundlage werden 50 Prozent des Jahresumsatzes 2019 (Referenzumsatz) herangezogen,
der grundsätzlich zu 50 Prozent gefördert wird. Sollte der Umsatz des ersten Halbjahres 2021 nicht um mehr als 60 Prozent zum Referenzumsatz zurückgegangen sein, ist die Neustarthilfe anteilig zurückzuzahlen.

Antragsfrist: 31.08.2021

Beantragung durch den Antragsteller selbst im Bundesportal für Antragsteller mit Elster-Zertifikat oder durch den prüfenden Dritten im Bundesportal für prüfende Dritte.
Vorteilhaft für: Soloselbständige mit geringen Fixkosten. Sollten die Fixkosten der Überbrückungshilfe III geringer als 8.330 Euro sein und der erwartete Umsatzeinbruch 2021 zum Referenzumsatz größer als 60 Prozent, ist in jedem Fall die Neustarthilfe im Vergleich zur Überbrückungshilfe III vorteilhafter.

 

Verhältnis zu anderen Beihilfen:

Überbrückungshilfe III: schließen sich gegenseitig aus
(entweder Überbrückungshilfe III oder Neustarthilfe)

UNTERNEHMENSINFORMATIONEN
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Fax
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Artikel von www.top-magazin.de/stuttgart