Mode

Blue Jeans – Modestück mit Kultstatus

Jeder von uns hat mindestens ein paar Jeans im Kleiderschrank hängen. Es gibt sie in weit und eng, in kurz und lang, in hell und dunkel … diese und noch viele weitere Attribute treffen auf die Jeanshose zu. Doch wie entstand sie eigentlich? Warum ist sie auf der ganzen Welt so beliebt? Und wie wurde sie zu dem Fashion-Peace, welches sie heutzutage ist? Um diese und noch einige weitere Fragen zu erklären, nimmt top magazin Sie mit auf eine Reise durch die Geschichte des wohl kultigsten Modestücks der Welt.


 

Die Jeanshose wurde vor weit über 100 Jahren designt und hat sich seitdem kaum verändert. Es gibt sie heutzutage in allen möglichen Farben – aber meistens ist sie blau. Die ersten Jeanshosen wurden übrigens noch aus Segeltuch geschneidert, bevor man Denim als neues Baumwoll- Material dafür entdeckte. Allerdings war der robuste Denim-Stoff ursprünglich weiß. Für eine Arbeiterhose, die damals Goldsucher und Cowboys trugen, war das allerdings eine sehr ungünstige Farbe. Und da die Menschen schon damals wussten, wie man Stoffe färbt, wurden verschiedene Pflanzenfarben verwendet, um Kleidungsstücke etwas aufzupeppen. Speziell für die Jeanshosen machte man das mit Indigo-blättern. Diese verhalfen dem weißen Denim-Stoff jedoch nicht nur zu dem markanten Blau-Ton, der bis heute das Marken- zeichen der Jeans ist, sondern verfügten auch über bakterien- und pilzhemmende Substanzen, die sie beim Färben an den Stoff abgaben. Und da damals das Waschen der Jeans eine sehr mühevolle Angelegenheit war, und die Goldgräber und Cowboys die Hosen auch oft wochenlang am Stück trugen, war es mehr als praktisch, wenn der Stoff der Arbeitshose gesundheitsschädigende Bakterien abwehren konnte.

Der Vater der Jeans

Zwar hat die Bluejeans ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten, ihr Erfinder war jedoch ein deutscher Auswanderer, genau genommen, ein Mann aus Bayern. Laut einer Patentanmeldung aus dem Jahr 1873 war Levi Strauss, zusammen mit einem Geschäftspartner, der Ur-Vater der Jeanshose. Diesen Namen haben bestimmt die meisten schon einmal gehört, denn nach ihm wurde die weltbekannte Jeansmarke Levi’s benannt. Als Löb Strauss wurde er im Jahr 1829 im oberfränkischen Buttenheim bei Bamberg als Sohn jüdischer Eltern geboren. Sein Vater, Hirsch Strauss, ein armer Hauslehrer starb an Tuberkolose, als Löb 16 Jahre alt war. Daraufhin geriet die kinderreiche Familie in wirtschaftliche Not. 1847 wanderte seine Mutter Rebecca deshalb mit den jüngsten Kindern, Löb und zwei seiner Schwestern, nach Amerika aus. Sie folgten damit den beiden ältesten Strauss-Brüdern nach New York, die sich dort ihren Lebensunterhalt im Textilhandel verdienten. Strauss nannte sich fortan Levi, erwarb die amerikanische Staatsbürgerschaft und betätigte sich ebenfalls im Geschäft seiner Brüder. Als Amerika vom großen Goldrausch überrollt wurde, zog Levi zusammen mit zwei seiner Geschwister nach San Francisco. Als cleverer Geschäftsmann verschrieb er sich allerdings nicht der Goldsuche, sondern eröffnete einen Handel mit Stoff- und Kurzwaren. Schnell fand er heraus, was die Goldschürfer neben der Kleidung an persönlichem Hab und Gut sonst noch so benötigten und erweiterte sein reines Textilesortiment daraufhin um Zahnbürsten, Hosenträger und Knöpfe. Immer mehr Goldgräber und Abenteurer kauften bei ihm ein und eines Tages bemerkte er, dass diese einen übermässig großen Verschleiß an Hosen hatten und diese oftmals zerrissen und zerfetzt waren. Für Strauss stand schnell fest, dass diese wackeren Pioniere stabile, bequeme und widerstandsfähige Hosen benötigten, in deren Taschen genug Platz war, um die vielen kleinen Arbeitsutensilien sicher unterzubringen. Das war die Geburtsstunde der Jeans! Über seine guten Kontakte aus dem Textilhandel kümmerte sich Levi Strauss um die strapazierfähigen Stoffe und Materialien und dachte sich auch noch einen bequemen Hosenschnitt aus. Als Partner holte er sich den Schneider Jacob Davis ins Boot, der sich fortan um die Belastbarkeit der Hosentaschen kümmerte und deren Ecken mit Nieten verstärkte. Im Mai 1873 war es schließlich soweit: Die Beiden meldeten ihr Hosenpatent an. Und bis zum Ende des selben Jahres hatten die Geschäftsmänner Strauss und Davis schon weit mehr als 5.000 ihrer neuartigen Hosen verkauft. Auch wenn diese erste Jeans damals noch keine Registriernummer trug, ist sie doch das älteste und bekannteste Jeansmodell der Welt und wurde später zur legendären Levi’s 501!

 

 

Die Erfolgsgeschichte der Jeanshose

Strauss und Davis ersetzten das ursprüngliche Segeltuchmaterial durch eine strapazierfähige Baumwolle, die aus dem französischen Ort Nîmes importiert wurde. Diese nannten sie als Reminiszenz an ihren Ursprung „Denim“ (de Nîmes – aus Nîmes), färbten sie als Markenzeichen indigoblau ein und verzierten sie dazu mit orangenen Nähten. Der Erfolg kam rasch und schnell fanden auch andere Arbeiter gefallen an der bequemen und praktischen Bluejeans. Ebenso zählten Cowboys, Farmer und Holzfäller fortan zum Kundenkreis der beiden erfinderischen Geschäftsleute.

Der eigentliche Siegeszug der Hose aus Denim begann allerdings erst Jahre später, als Strauss und Davis längst nicht mehr lebten – nämlich in den 1920er Jahren. Damals war die Jeans in den USA in aller Munde. Am Schnitt und der indigoblauen Farbe hatte sich nichts verändert. Das passierte erst im nächsten Jahrzehnt, als die zweckmäßigen Hosenträger durch den modischen Gürtel abgelöst wurden. Die amerikanische Jugend hatte die Bluejeans nun für sich entdeckt und trug diese als ein Zeichen für Rebellion und Protest gegen Tradition und Autorität. Und so begann die Erfolgsgeschichte der Jeans in Amerika. Doch auch vor Europa machte der damalige Hype keinen Halt, denn durch den Zweiten Weltkrieg, in dem viele amerikanische Soldaten auf europäischem Boden kämpften, gelangte die Bluejeans hierher zu uns. Damals wurde sie aber in Europa noch Texas- oder Nietenhose genannt und hatte keinen leichten Start. Denn Jeans galten im Nachkriegsdeutschland anfangs schon aufgrund ihres engen Schnitts als ordinär, wurden zunächst mit den Siegermächten und später mit dem linken Spektrum assoziiert. In der damaligen DDR war das Tragen der bequemen Hose aus Übersee in Schulen und auf Tanzveranstaltungen sogar verboten. Nach und nach gelang ihr aber der Durchbruch, was unter anderem daran lag, dass international bekannte Filmstars wie James Dean, Steve McQueen oder Marlon Brando die Hosen auf der großen Leinwand trugen. Nach dem Ende des Krieges kam der Wiederaufbau und so wurden auch die ersten Jeans hosen in Europa hergestellt – genauer gesagt in Künzelsau bei der L. Hermann Kleiderfabrik. Rolf Hermann, der Sohn der Unternehmensgründerin Luise Herrmann und ihr Schwiegersohn Albert Sefranek traten 1945 in das Fa milienunternehmen ein. Laut einer Anekdote tauschte Sefranek 1948 in einer Frankfurter Bar bei US-Soldaten sechsFlaschen Schnaps gegen sechs ihrer Hosen. Diese wurden dann zum Muster für die ersten Jeans des Unternehmens, welches dann bereits 1953 auch die ersten Jeansmodelle für Frauen herstellte. Damals eine Sensation! Und da das weibliche Geschlecht zu dieser Zeit vorwiegend Röcke und Kleider trug, wurde diese Jeans als „Girls Campinghose“ vom Unternehmen beworben, das ab 1958 den Namen „Mustang“ trug. Inspiriert vom damals so populären American Way of Life wurde der Markenname gewählt, eingetragen und international geschützt. Und so begann der Siegeszug der Bluejeans durch Mustang auch in Deutschland. Apropos Mustang – hierzu gibt es einen kleinen, aber sehr feinen Fun-fact: Am 22. Oktober 2005 heiratete die deutsche Schauspielerin Uschi Glas den Unternehmensberater Dieter Hermann, welcher der Neffe von Albert Sefranek ist.

 

 

Die Jeans im Wandel der Zeit

Heutzutage ist die Jeans nicht nur eine einfache Hose. Sie gilt als Kultobjekt, Statussymbol und ist als Fashion-Peace und modisches Element aus keinem Kleiderschrank mehr wegzudenken. Die erste Passform, die Strauss und Davis damals entwickelten, war ein sehr gerader Schnitt mit fünf Taschen, die bequem und gleichzeitig stabil sein sollte. Es gab noch keine Extras wie Schrittnieten, Knöpfe für Hosenträger, Löcher oder Reißverschlüsse. Diese schlichte Form wurde dann auch von Mustang übernommen und hielt sich bis in die 1960er Jahre, als die Leute begannen, ihre Jeans mit Fransen oder selbst gestanzten Nieten zu verzieren, was den rebellischen Charakter verstärkte.

In den wilden 70ern setzte sich dann die Schlagjeans durch. Diese war am Unterschenkel und am Oberkörper eng geschnitten, während sie ab dem Knie deutlich breiter wurde. Während die Jugend dieser Zeit die neuen Schnitte als cool empfand, setzte sich die klassische Jeans nun auch bei der älteren Bevölkerung durch und startete ihren Siegeszug durch alle Bevölkerungsschichten. Und so wurde aus der ehemaligen Arbeiterhose ein unaufhaltsamer Fashiontrend. Ende der 70er Jahre kam die erste Röhrenjeans in den Handel und Anfang des neuen Jahrzehnts sah man dieses Jeansmodell dann an jeder Straßenecke. Während frühe Modelle einfach nur wie zu enge Hosen aussahen, gelang es den Labels nach und nach immer besser, die Konturen des Körpers mit Hilfe der hauteng sitzenden Hosen nachzuzeichnen und mal mehr und mal weniger vorteilhaft zu betonen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Röhrenjeans bis heute einer großen Beliebtheit erfreut, vor allem bei Frauen. Ebenfalls in den 1980er Jahren kam die Karottenjeans in die Läden. Ein hoher Bund und ein nach unten konisch zulaufender Schnitt sind bist heute typisch für diese Art von Jeans und verleihen ihr eine eher lockere Passform. Die Dekade der 80er war auch die Zeit des Aufkommens der Blue Stoned- oder auch Blue-Bleached-Jeans, welche so chemisch oder auch mechanisch, zum Beispiel durch das Waschen mit Steinen, gebleicht wurden. Seit dem hat sich die Farbpalette der Blautöne deutlich erweitert und Jeans sind von dunklem Blau, also Dark Blue Denim, bis hin zu so zarten Blautönen, die fast schon weiß wirken, erhältlich. Und auch der Used Look hatte in dieser Zeit seinen Ursprung. Für viele Menschen unbegreiflich, handelt es sich dabei um Jeans, die schon beim Kauf gebraucht oder kaputt wirken, etwa weil sie über Löcher oder abgeriebene Stellen verfügen. Diese Modelle erfreuten sich besonders bei jungen Menschen, aber auch in der Rock- und Funkszene großer Beliebtheit. Und auch heutzutage sieht man sie immer noch auf den Straßen dieser Welt.

 

 

Machen wir nun einen Sprung in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, als die enge Röhrenjeans von der extrem weiten Baggy-Jeans abgelöst wurde. Dieses Modell fand hauptsächlich in der Skater- und Hip-Hop-Szene großen Anklang, da sie sehr locker saß, sehr tief getragen wurde und so coole Styles ermöglichte. Und auch andere Jeansfarben, wie Bordeauxrot, schwarzes, weißes oder graues Denim wurden zunehmend gefragter. Auch die Schlagjeans feierte in den 90ern ihr Comeback! Nach der Jahrtausendwende besann sich die Modeindustrie auf die Jeans-Modelle der 1970er und 80er zurück. Die Röhrenjeans feierte ihr Comeback und hat sich seitdem ihren dauerhaften Platz in der Modewelt gesichert. Zudem kam, vor allem bei den Frauen, die Hüftjeans in Mode. Und heutzutage, in den 20er Jahren des neuen Jahrtausend, ist die Jeans aus keinem Kleiderschrank mehr wegzudenken. Allerdings sind vor allem eng anliegende Hosen oder Mom Jeans angesagt. Der Trend mit den tiefsitzenden Hosen wurde von Jeans mit hohem Bund abgelöst, den sogenannten High-Waist-Jeans. Aber auch die eher lässig sitzenden Jeans sind aktuell sehr angesagt. Viele dieser Modelle gibt es mittlerweile in Stretch-Varianten so-wie in sämtlichen Farben.

Die kleine Tasche auf der rechten Seite

Bestimmt haben sich viele Menschen schon einmal gefragt, welchen Zweck eigentlich diese kleine Tasche an der rechten Seite der meisten Jeansmodelle hat? Oft wird ja behauptet, sie diene als Stauraum für Kleingeld, Kondome, USB-Sticks, Kaugummis oder gar den Autoschlüssel. Doch weit gefehlt, denn ursprünglich hatte diese fünfte Tasche einen ganz besonderen Zweck. Allerdings ist der heutzutage obsolet geworden. Um diesen Zweck zu verstehen, müssen wir noch einmal ins Jahr 1873 zurückkehren. Als damals Levi Strauss und Jacob Davis 1873 die Jeans entwickelten, hatte diese noch vier Taschen. Doch zu dieser Zeit war ein Accessoire Standard. Und wer in seinem Leben schon einmal einen Wildwest-Film gesehen hat, wird jetzt vielleicht schon wissen, was die Lösung ist: Denn ein wichtiges Utensil von Cowboys, Goldsuchern und Arbeitern war damals die Taschenuhr, welche meistens in der Westentasche getragen wurde. Um dieses sehr wertvolle Accessoire besser schützen zu können, erhielten die Jeans im Laufe der Zeit eine weitere, kleine aufgenähte Tasche. Dementsprechend nannte man sie damals in den USA „Watch Pocket“ – also Uhrentasche. Aus ihr ließ sich die Taschenuhr an ihrer Kette ganz einfach herausziehen!

 

 

Was macht eine gute Jeans aus?

Eine Jeans zu finden, die gut aussieht und dazu noch richtig passt, ist gar nicht so einfach. Irgendwas ist meistens: Entweder spannt es an der Hüfte, oder die Hose ist im Schritt zu weit oder oder oder … Doch wie findet man nun die richtige Jeans? Um diese Frage zu beantworten, muss man sich darüber im klaren sein, dass bei jedem von uns so eine Hose anders sitzt, weil wir alle unterschiedliche Körperformen haben. In erster Linie sollte man beim Kauf einer Jeans aber darauf achten, dass sie bequem ist. Denn was bringt einem die beste Hose, wenn sie einfach kratzt und sich beim Tragen unangenehm anfühlt? Darum ist es heutzutage auch üblich, dass bei der Herstellung einer Jeans neben Denim meistens auch Elasthan, Leinen oder ähnliche Stoffe verwendet werden – wobei der Denim Anteil natürlich überwiegt. Und, ganz wichtig ist es, sich zu fragen, welche Form zu einem persönlich passt. Die gängigsten Jeansmodelle für Frauen sind Regular Fit, Röhre, Boyfriend, Bootcut und Skinny Jeans. Übrigens favorisieren 37 % der deutschen Frauen Skinny Jeans, 63 % tragen dagegen lieber weite Modelle. Bei den Männern sind Slim Jeans, Regular Fit, Loose Fit und ebenfalls die Skinny Jeans die am häufigsten ver tretenen Jeanshosen. Doch auch die Farbe spielt eine wichtige Rolle und wirkt sich auf das Wohlbefinden und Körpergefühl aus. Helle Hosen betonen die Figur, dunkle schmeicheln ihr eher. Auch die Waschung hat Einfluss auf die Wahrnehmung der Figur: Beispielsweise machen hellere Stellen auf den Oberschenkeln diese optisch schmaler. Wer dagegen seine Kurven betonen möchte, setzt am besten auf seitliche Waschungen.Natürlich gibt es auch preisliche Unterschiede bei der Wahl einer Jeanshose zu beachten. Allerdings lässt sich hier nicht sagen, dass teure Jeans generell besser sind, als günstigere Modelle. Da Jeans aber zu den wenigen Hosen gehören, die immer zeitlos sind und heutzutage praktisch zu jedem Anlass getragen werden können, muss man sich auch nicht lange über den Preis ärgern, wenn man mal ein bißchen mehr dafür ausgibt. Minimales Einlaufen um bis zu zwei Prozent ist übrigens normal. Man sollte daher am Bund und in der Länge ein paar Millimeter mehr einrechnen. Auch sollte man Jeans stets anprobieren, denn Größenangaben in Inch können von Hersteller zu Hersteller abweichen.

 

 

Ein Problem für die Umwelt

Die chinesische Stadt Xintang in der Provinz Guandong gilt übrigens als „Hauptstadt der Blue Jeans“ mit einer jährlichen Produktionsmenge von 260 Millionen Stück. Laut Greenpeace werden dort die Chemikalien, welche für die Herstellung der Jeans benutzt werden, freigesetzt und vergiften und zerstören die Umwelt – worunter auch die Arbeiter in den Fabriken zu leiden haben. Dazu kommen der Verbrauch von Unmengen an Ressourcen, welche für die Produktion von Blue Jeans benötigt werden. Bis eine Jeans im Laden landet, werden etwa 8.000 bis 10.000 Liter Wasser verbraucht. Inzwischen gibt es aber auch immer mehr nachhaltig produzierte Jeansmodelle, mit dem Ziel, Mensch und Umwelt zu schonen.

Die teuersten Jeans der Welt

Laut dem Guinness-Buch der Rekorde war die teuerste Jeans, die jemals auf einer Auktion verkauft wurde, 60.000 Dollar wert und wurde 2005 erstanden. Es handelte sich hierbei um ein originales Modell von Levi’s. Experten zufolge soll die Jeans aus dem Jahr 1893 stammen und gilt als die älteste tragbare Jeanshose der Welt. Sie wurde unterirdisch in einer alten Holzkiste gefunden und da sie nie gewaschen wurde, konnte sie die Jahrhunderte unbeschadet überstehen. Die teuerste „neue“ Jeans war ein mit fünf großen und zehn kleinen Diamanten besetztes Modell der Modemarke Secret Circus. Diese wurde 2008 während der London Fashion Week für sage und schreibe 1,3 Millionen Dollar an einen unbekannten Bieter versteigert. Wer nun auch gerne eine solche Bling-Bling-Jeans hätte, der wird leider enttäuscht, denn Secret Circus existiert bereits seit einigen Jahren nicht mehr.

 

Jeans-Mythen

In der nahezu 150-jährigen Geschichte der Jeans gibt es auch einige Mythen, die sich bis ins 21. Jahrhundert hartnäckig gehalten haben. Heute wollen wir mal mit ein paar davon aufräumen. So wird zum Beispiel immer wieder behauptet, dass das Einfrieren einer Jeans Bakterien abtöten würde. Das ist jedoch falsch – zumindest größtenteils. Denn einige Keime können in der Tiefkühltruhe durchaus absterben, jedoch werden die widerstandsfähigeren unter ihnen überleben. Und da die meisten Keime auf unseren Jeanshosen von uns selbst stammen, kehren sie höchstwahrscheinlich zurück,
sobald unsere Körpertemperatur das Gewebe erwärmt. Ebenso hört man immer wieder, dass man eine Jeans nur selten waschen soll. Diese Behauptung stimmt! Denn wenn man die Bluejeans eher selten in die Maschine schmeißt, behält sie besser ihre
Form und den Sitz. Das gilt besonders für solche Modelle, die nicht vorgewaschen sind. Doch darf man seine Lieblingsjeans eigentlich in den Wäschetrockner stecken? Ja, das geht. Denn wenn die Hose ausgeleiert ist, kann der Trockner sie wieder in Form bringen. Dabei sollte man sich aber unbedingt nach dem Pflegeetikett richten und die Jenas dann herausholen, wenn sie noch leicht feucht ist. Das verhindert unerwünschtes Verknittern. Diejenigen unter uns, die die 1980er Jahre bewusst miterlebt haben, können sich bestimmt noch an die legendäre TV-Werbung von Levi’s erinnern, in der ein gutgebauter Typ mit seiner 501 in eine Badewanne voller Wasser steigt, um den perfekten Sitz zu bekommen. Diese unangenehme Prozedur kann man sich aber getrost sparen, denn im Allgemeinen ist es reine Zeitverschwendung, die Jeans in der Wanne zu tragen und sie dann solange anzulassen, bis sie trocken ist. Doch Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: Denn es gibt ein Label in den USA, das eine speziell entworfene Jeans herstellt, die einläuft, um sich so dem Körper ihres Trägers anzupassen. Und für diese Jeans wird empfohlen, sie in der Badewanne oder unter der Dusche einzuweichen und dann noch feucht anzuziehen, damit sie am Körper trocknet und dessen Form annimmt und behält.

Karriere durch Jeans-Werbung

Apropos Werbung: So ein TV-Spot für Levi’s kann durchaus ein wichtiges Karrieresprungbrett sein. Das bewies Ende der 80er Jahre der damals noch weitgehend unbekannte Brad Pitt. In dem knapp einminütigen Clip spielte er einen jungen Mann, der gerade aus einem Gefängnis entlassen wird, nur ein Hemd und eine Unterhose trägt und von einer sexy Schwarzhaarigen mit dem Auto abgeholt wird. Und wie soll es anders sein? Natürlich hat die junge Dame eine ausgewaschene, perfekt sitzende Levi’s 501 für Pitt dabei. Übrigens, kurz nach diesem TV-Spott wurde Brad Pitt durch seine Mini-Rolle im Film „Thelma & Louise“ über Nacht bekannt. Der Rest ist (Jeans)-Geschichte … Wie bereits erwähnt, ist die Bluejeans heute als modisches It-Peace nicht mehr wegzudenken. Und wie wichtig sie für die Modewelt seit langer Zeit wirklich ist, lässt sich mit einem kurzen Zitat von Yves Saint Laurent auf den Punkt bringen. „Ich wünschte, ich hätte sie erfunden“, sagte der Modedesigner 1995.

 

Artikel von www.top-magazin.de/stuttgart