Event

Stuttgarter Weinseligkeit

Das Stuttgarter Weindorf gehört zu den absoluten Highlights auf dem jährlichen Eventkalender der Stadt. Von nah und fern kamen auch in diesem Jahr die Besucher, um sich in den 129 Lauben auf und zwischen Markt- und Schillerplatz leckere regionale Köstlichkeiten und Weine schmecken zu lassen.


 

Heiß war es bei der Eröffnungsfeier des 43. Weindorfs, denn stolze 31 Grad wurden im Innenhof des Alten Schlosses gemessen. Pünktlich um 18 Uhr gaben die Turmbläser der Stiftskirche den musikalischen Startschuss für die traditionsreichen Tage. Denn um das Nationalgetränk der Schwaben in Ehren zu halten und regelmäßig gebührend zu feiern, rief der Pro-Stuttgart-Verkehrsverein 1974 das Stuttgarter Weindorf ins Leben. Doch was macht den regionalen Wein eigentlich so besonders? „Er wird mit ganz viel Liebe gemacht“, verriet die Württemberger Weinkönigin Julia Böcklen das Geheimnis. „Und es gehört auch noch fundiertes Wissen und Können dazu“, ergänzte Friedlinde Gurr-Hirsch, welche vor 43 Jahren selbst einmal Weinkönigin war und aktuell den Posten der Staatssekretärin im Ministerium für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz innehat.

Ein Höhepunkt der Eröffnungsfeier war der Einzug der über 30 Weindorfwirtinnen und -wirte, die ihre Gäste zwölf Tage lang in stimmungsvoll dekorierten Lauben nicht nur mit besten Tropfen verwöhnten, sondern dazu auch jede Menge landestypische Gerichte und leckere Häppchen servierten. Für den Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn ist das Weindorf jedes Jahr aufs Neue ein besonderer Event in der Landeshauptstadt. „Hier zeigt es sich, dass die Stuttgarter nicht nur schaffen oder maulen können, sie können auch feiern.“ Ebenso freute sich Innenminister Thomas Strobl bei der Eröffnungsfeier auf die kommenden Tage: „Wissen Sie, das Leben in Stuttgart ohne Weindorfbesuch ist zwar möglich, aber sinnlos!“

Eine besondere Premiere gab es auf der Eröffnungsfeier auch noch zu bekunden: Denn zum ersten Mal in der Geschichte des Weindorfs konnten die Besucher ihr Gläschen Wein in einer reinen Biolaube schlürfen – nämlich bei der Grünen 9. Das sind sieben Weingüter aus dem Bottwartal, dem Remstal sowie dem Kreis Heilbronn, die sich zu einem Gemeinschaftsstand zusammengeschlossen hatten. Neu auf dem Weindorf war außerdem das Gasthaus Bären: Dario Orec und sein Team brachten ihr Konzept der schwäbischen Tapas auf den Marktplatz. Eine weitere gastronomische Neubesetzung war die Laube der Speisemeisterei von Jochen Bayer und Alexander Scholz, die sich genau am Alten Schloss befand und mit einem gemütlichen Laubengarten zum Genießen einlud. Ebenfalls zum ersten Mal dabei war in diesem Jahr die Laube Schillers Mitte von Alexander Neuberth und Leander Leins, Zum Zullo und die Weinstube Zwiebel.

Viel Prominenz hatte sich in diesem Jahr wieder beim SWR-Weindorf-Treff eingefunden, um sich in der Laube von Schmückers Ox bei locker-unterhaltsamen Talkrunden über Gott und die Welt auszutauschen. Ein weiteres Highlight war das traditionelle Traubenpressen der Stuttgarter Polit-Prominenz auf der Rathaustreppe – und zwar mit blanken Füßen in einem Zuber voller Lemberger-Trauben.

Wie es geographisch mit dem Weindorf weiter geht, ist derzeit noch nicht ganz sicher. So bleibt im nächsten Jahr voraussichtlich alles beim Alten, doch wenn der Marktplatz 2021 umgestaltet wird, muss auch das Weindorf weichen. Derzeit steht die Königsstraße als neuer Veranstaltungsort ganz hoch im Kurs. Doch ob dem wirklich so ist, wird man in zwei Jahren sehen.

Artikel von www.top-magazin.de/stuttgart