Genuss

Herbstzeit – Kürbiszeit

Jedes Jahr im Herbst wird der Kürbis wieder zum kulinarischen Knaller. Dann gibt es Hokkaido, Ambercup, Spaghettikürbis und Co. in saftigen Farben in den Supermärkten, Bio-Läden und auf den Wochenmärkten. Neben ihrer Schmackhaftigkeit besitzen Kürbisse aber auch noch viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe.


 

Seit Jahrtausenden gehört der Kürbis zum Speiseplan der Mittel- und Südamerikaner. Die ältesten versteinerten Kürbissamen und Schalenreste wurden in Mexico gefunden und werden auf 10.000 bis 12.000 Jahre vor Christus datiert. Aber auch schon die Ägypter, Griechen und Römer dieser Zeit, sowie viele Völker aus dem asiatischen Raum, kannten und schätzten den Kürbis. Als Christoph Kolumbus im Jahr 1492 in Kuba landete, entdeckte er Früchte, die den in Europa, Afrika und Asien verbreiteten Gewächsen sehr ähnelten. Daher benannte man sie nach dem in Europa bekannten Flaschenkürbis “Cucurbita”. Aus dem lateinischen Wort “Cucurbita” entstand nach einiger Zeit im althochdeutschen Sprachgebrauch der Begriff “Kurbitz”, der sich dann zu dem heute gebräuchlichen Wort “Kürbis” weiterentwickelte. Und auch im 21 Jahrhundert ist der Kürbis mit seinem saftigen Fleisch und seinem nussigen Aroma immer noch sehr beliebt und aus der europäischen Küche nicht mehr wegzudenken.

 

Obst oder Gemüse?

Lange Zeit wurde unter Wissenschaftlern und Botanikern diskutiert, ob der Kürbis nun eine Obst- oder Gemüsesorte ist. Heute weiß man, dass der Kürbis zum sogenannten Fruchtgemüse gehört und eine Beere ist. Laut Definition sind Beeren Früchte, deren Kerne frei im Fruchtfleisch liegen. Dies trifft auch auf den Kürbis zu. Für den Botaniker macht es daher keinen Unterschied, dass die Frucht etwas größer ausfällt, als es allgemein hin von einer Beere erwartet wird. Seiner harten Außenschicht verdankt der Kürbis die Bezeichnung „Panzerbeere“, von den meisten Menschen wird er aber immer noch dem Gemüse zugeordnet.

 

Vom Zwerg zum Giganten

Ein Kürbis kann die Größe einer Münze, aber auch so große wie ein Treckerreifen werden. Der bisher größte Kürbis brachte im Jahr 2017 stolze 1071,8 Kilogramm auf die Waage und wuchs in Seattle im US-Bundesstaat Washington. Auch die Farben und Musterungen der verschiedenen Kürbissorten sind äußerst mannigfaltig und reichen von orange über gelb bis hin zu grün und sogar schwarz. Kürbisse besitzen meist eine runde oder ovale Form. Allerdings weist zum Beispiel die „Bischofsmütze“ unförmige Auswüchse auf.

 

Gesundes Multitalent

Mit dem Kürbis ist es fast so ähnlich, wie mit Spargel, Erdbeeren oder Pilzen: Was es nicht das ganze Jahr über frisch im Handel gibt, wird in der jeweiligen Saison fast automatisch zum absoluten Kassenschlager. Und deshalb ist jetzt im Herbst der Kürbis in all seinen Varianten wieder das Lieblingsprodukt Nummer 1. Kein Wunder, denn neben seinen allgemein bekannten positiven Eigenschaften besitzt der Kürbis gleichzeitig viele wertvolle Inhaltstoffe. Er kann als geniales Multitalent bezeichnet werden, und sein gesundheitlicher Aspekt verdient große Beachtung. Darüber hinaus enthält der Kürbis wenig Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate und ist dadurch wie andere Fruchtgemüse sehr kalorienarm. Mit nur 25 Kalorien pro 100 Gramm gehören Kürbisse zu den Top-Lebensmitteln für alle, die auf ihre Figur achten wollen oder müssen. Noch dazu ist der Kürbis gesund und ein wichtiger Lieferant für Vitamine, Mineralstoffe und sättigende Ballaststoffe. Das enthaltene Eiweiß ist sehr hochwertig und fördert die Insulinbildung. Gegartes Kürbisfleisch ist leicht verdaulich, ballaststoffreich und auch sehr gut als Reduktionskost geeignet. Das im Kürbis enthaltene Citrullin fördert die Ausscheidung von Stoffwechselabbauprodukten und die Entgiftung des Körpers. Auffallend ist der hohe Gehalt an Kalium, Kalzium und Zink sowie der geringe Natriumgehalt, der den Kürbis zu einer salzarmen Diätspeise macht, besonders bei der Behandlung von Bluthochdruck, Blasen- und Nierenleiden. Im Jahr 2005 wurde der Gartenkürbis übrigens von der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres ernannt. Denn im Zusammenhang mit Blasen- und Harnerkrankungen wurde der gesundheitliche Nutzen des Kürbisfleisches, des Kürbisöls und der Kürbissamen nachgewiesen.

 

Die beliebtesten Kürbissorten

Hokkaido: Diese Kürbissorte wird auch Zwiebelkürbis, Maroni-Kürbis oder Potimarron genannt und ist eine der beliebtesten und schmackhaftesten überhaupt. Die Früchte werden meist mit ein bis zwei Kilogramm Gewicht angeboten, ihre Form erinnert stark an eine Zwiebel. Die Schale ist leuchtend orange und kann mitgegart und -gegessen werden und ist deshalb äußerst unkompliziert vor- und zuzubereiten. Der Hokkaido ist durch sein feines Esskastanien-Aroma ein „Einsteigerkürbis“, der überall zu bekommen ist. Er schmeckt als Suppe, Auflauf oder Tarte.

Butternuss: International auch Butternut genannt, ist dieser Kürbis birnenförmig und wird ebenfalls etwa ein bis zwei Kilogramm schwer. Die Butternuss hat nur wenig Kerne und liefert daher sehr viel Fruchtfleisch. Ihren Namen verdankt sie ihrem feinen Butteraroma, schmeckt roh oder gegart und gehört zu den sogenannten Moschuskürbissen. Diese riechen angeschnitten leicht nach Moschus und wachsen nur im warmen Klima. Am besten schmeckt die Butternuss, wenn sie noch grün, also leicht unreif, ist. Reife Früchte haben dagegen eine cremefarbene bis braune Schale.

Jack be Little: Diese Kürbisart ist sehr dekorativ, die Früchte wiegen 150 bis 300 Gramm und haben ein festes, orangefarbenes Fruchtfleisch, welches sehr schmackhaft ist. Gegart hat der „Kleine Jack“ das Aroma von Esskastanien. Ebenso wie der Sweet Dumpling gehört auch Jack be Little zu den Mini-Gartenkürbissen und wird oft auch als essbarer Zierkürbis angeboten.

Muskatkürbis: Der Muskatkürbis wird auch Muscade de Provence genannt. Seine Form ist stark gerippt und er kann bis zu 20 Kilogramm schwer werden. Er schmeckt sehr saftig und aromatisch. Das Fruchtfleisch kann auch roh gegessen werden, gegart verwendet man ihn als Gemüse oder in Füllungen.

Patisson: Die Schale der jungen Früchte des Patissons, der auch Ufo, Courgette oder Squash genannt wird, ist weich und dünn, bei älteren Früchten wird sie hart. Diese Sorte wird mit einem Durchmesser von zehn bis 20 Zentimetern und einem Gewicht von 500 bis 1000 Gramm geerntet, man kann sie sogar mit Schale und Kernen essen, zum Beispiel sauer eingelegt.

Spaghettikürbis: Diesen Kürbis erkennt man an seiner ovalrunden, länglichen Form und an der Farbe, die zwischen cremegelb und sattem Sonnengelb variieren kann. Er kann bis zu zwei Kilogramm schwer werden und hat eine Besonderheit: Sein Fruchtfleisch zerfasert nach dem Backen in der Form von Spaghetti, denen er seinen Namen verdankt.

 

Das Fest der Kürbisse

Im Sommer wachsen Kürbisse häufig unbemerkt im Verborgenen unter den schützenden Blättern heran und werden nach der Ernte vielerorts zur großen herbstlichen Attraktion. In ihrer bunten Farben- und Formenpracht schmücken sie dann Hauseingänge, Flure oder werden zur Schau gestellt. Die Früchte gelten von je her als Sinnbild für die Fruchtbarkeit. Und wer heutzutage das Wort „Halloween“ hört, denkt dabei unmittelbar an Kürbisse. Dabei hat dieser ursprüngliche religiöse Brauch mit dem Fruchtgemüse überhaupt nichts zu tun, denn der Ursprung dieses Festes ist eine uralte Tradition der Kelten: Mit dem SamhainFest wurde das Ende des Sommers und der Beginn des neuen Kalenderjahres am 1. November gefeiert.

Große Feuer wurden auf Bergen entfacht, um den Gott der Sonne zu ehren und um böse Geister abzuschrecken. Für die Kelten war es ein magischer Tag und der Glaube, dass die Seelen der Toten ihre Häuser in dieser Nacht besuchten, beherrschte die Menschen. Aus Furcht vor den unheimlichen Geistern stellte man Kerzen und aus weißen Rüben geschnitzte Laternen vor das Haus, um sie abzuschrecken. Mit den neuen Siedlern gelangte dann das keltische Fest nach Amerika. Dort verwendete man statt der weißen Rüben die beheimateten Kürbisse zum Schnitzen für die Laternen. Die Grimassen, die man in die Früchte schnitzte, verschwanden mit der Zeit, da man nicht mehr an die Bedrohung durch die Geister glaubte. Aber die ausgehöhlten Leuchten aus Kürbis-Panzer gibt es bis heute.

 

Kürbisse als Kunstobjekt

Doch nicht nur zur Halloween werden Kürbisse verziert und ausgestellt. Jedes Jahr im Herbst zwischen September und November verwandelt sich die Parklandschaft des Blühenden Barocks in Ludwigsburg in ein buntes Meer aus farbenprächtigen Kürbissen. Bereits im Jahr 2000 wurde die mittlerweile größte Kürbisausstellung der Welt zum ersten Mal präsentiert und lockt seit dem zahlreiche Besucher aus allen Ländern in die Barockstadt. Aus rund 600 Sorten mit insgesamt 450.000 Kürbissen entstehen jährlich neue Skulpturen, Gebäude, Tiere und verschiedene Szenarien. Tradition hat mittlerweile auch das Kürbiswiegen und die große Auswahl an verschiedenen Kürbisgerichten.

 

 

 


 

Leckeres aus Kürbis

Wie bereits erwähnt, lassen sich aus Kürbissen viele leckere, gesunde und kalorienarme Gerichte zaubern. Wir haben einmal drei ausgefallene Rezepte für Sie gesammelt, die Sie ganz einfach nachkochen können.

 

 

Kürbislasagne
(für vier Portionen):

750 g Hokkaido Kürbis
2 St. Zwiebeln
3 El Olivenöl
Salz, Cayennepfeffer
0.5 Tl Zimtpulver
1 El gehackten Thymian
500 g passierte Tomaten
275 ml Fleischbrühe
400 ml Milch
geriebene Muskatnuss
3 El Saucenbinder
125 g fein geriebener Bergkäse
200 g Lasagneblätter
50 g grobe Semmelbrösel
4 Stiele Thymian

Den Kürbis waschen, danach halbieren, das Kerngehäuse entfernen und das Kürbisfleisch ungeschält würfeln. Dazu die Zwiebeln würfeln. Das Olivenöl in einer großen beschichteten Pfanne erhitzen, dann den Kürbis und die Zwiebeln darin anbraten. Mit Salz, Cayennepfeffer, Zimt und Thymian würzen. Als nächstes die Tomaten und 125 ml Brühe dazu gießen und das ganz acht bis zehn Minuten schmoren lassen. Anschließend die Milch und 150 ml Brühe in einen Topf geben. Mit Salz und Muskat würzen, alles aufkochen und mit Saucenbinder binden. Danach den Topf von der Herdplatte nehmen und die Hälfte vom Käse nach und nach unterrühren. Nun die Lasagneblätter, Kürbis- und Käsesauce abwechselnd in eine Auflaufform schichten. Mit Käsesauce abschließen. Den restlichen Käse und Semmelbrösel darüber streuen. Alles zusammen im heißen Ofen bei 200°C (Umluft 180°) auf der mittleren Schiene 30 bis 35 Minuten backen und abschließend mit Thymian bestreut servieren.
(www.essen-und-trinken.de)

 


 

Gebackener Kürbis mit Ananas
(für zwei Personen):

0.5 mittelgroßer Hokkaido Kürbis
0.5 Ananas
15 g geschmolzenes Kokosöl
1 TL Paprikagewürz
1 TL Zimt
1 Prise schwarzer Pfeffer
1 Prise Chili Pulver
1 Prise Salz

Zuerst den Ofen auf 180°C vorheizen. Danach den Kürbis mit einem Gemüseschäler von der Schale befreien, achteln und die Kerne entfernen. Anschließend in max. 1 cm breite Streifen schneiden. Anschließend nur den Kürbis für zirka 25 Minuten auf einem Backpapier im Ofen backen bis er sich leicht mit der Gabel aufspießen lässt. Nun die Ananas von der Schale und dem Strunk befreien und ebenfalls in kleine Stücke schneiden. Zum Kürbis auf das Backblech geben und beides mit geschmolzenem Kokosöl bestreichen. Das ganze dann nach persönlichem Geschmack würzen, dabei auf keinen Fall Chili und Zimt vergessen. Dann den Kürbis und die Ananas für weitere drei bis fünf Minuten pro Seite im Ofen backen. Abschließend mit Kokosraspeln garnieren und servieren.
(www.paleo360.de)

 


 

Süßer Quarkkuchen mit Kürbis und Rosmarin
(für zwei Personen):

1000 g Kürbis geschält und entkernt (z. B. Hokkaido)
1000 g Quark
200 g Zucker
400 ml Sahne (mindestens 30% Fettgehalt) 8 Eier
800 g Blätterteig
Mehl für die Arbeitsfläche
2 TL abgeriebene Zitronenschale
2 Zweige Rosmarin
Puderzucker zum Bestäuben

Den Backofen zuerst auf 200°C Umluft vorheizen. Den Kürbis würfeln und anschließend den Quark mit Zucker, Sahne, Eiern und Zitronenschale glatt und ohne zu klumpen verrühren. Danach den Blätterteig auf einer Arbeitsfläche mit Mehl ausrollen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen, dabei einen Rand hochziehen. Die Quarkmasse gleichmäßig darauf streichen und die Kürbiswürfel darüber streuen. Mit abgezupften Rosmarinnadeln bestreuen und im vorgeheizten Backofen 40 bis 45 Minuten goldbraun backen. Zum Schluss den Kuchen herausnehmen, etwas abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.
(www.eatsmarter.de)

Artikel von www.top-magazin.de/stuttgart