Kultur

Gänsehaut pur

Mit 45.000 Besuchern, 99 Prozent Bühnenauslastung und einer Live-Schaltung aus dem All präsentierten sich die 25. jazzopen stuttgart als denkwürdige Jubiläumsausgabe.


 

Joss Stone

 

Jamiroquai

 

Jürgen Schlensog nahm den Live & Entertainment Award entgegen, den Opus als Festival des Jahres 2017 erhielt.

Nach elf fulminanten Festivaltagen gingen mit dem Schlossplatz-Konzert der Fantastischen Vier die diesjährigen jazzopen zu Ende. Was für ein grandioser Abschluss an einem Konzertwochenende, wie es Stuttgart zuvor noch nie erlebt hat! Schließlich waren an besagtem Wochenende auch die Toten Hosen auf dem Cannstatter Wasen und Helene Fischer in der Mercedes-Benz-Arena zu Gast in der Schwabenmetropole. Nicht zu vergessen die Ballettgala zur Verabschiedung von Reid Anderson. Doch zurück zu den jazzopen: 45.000 zahlende Besucher feierten auf sechs Festivalbühnen Weltstars, Grammy-Gewinner und spannende Neu-Entdeckungen, etliche tausende Gäste besuchten zudem die „Open Stages“ in der Innenstadt.

Auf den beiden Hauptbühnen im Innenhof des Alten und Neuen Schlosses gaben sich renommierte Musikgrößen die Klinke in die Hand. Im Alten Schloss sorgten Gregory Porter, die Stanley Clarke Band, Pat Metheny und Till Brönner für herausragende Jazz-Events. Am Schlossplatz wiederum war mit den Auftritten von Jamiroquai, Jamie Cullum & Joss Stone, Lenny Kravitz & Gary Clark Jr. sowie den bereits erwähnten Fantastischen Vier ein Top-Act nach dem anderen zu erleben.

Stanley Clarke

Die Bühnen im Alten und vor dem Neuen Schloss mit ihrer unvergleichlichen Atmosphäre untermauerten auch diesmal bei allen Konzerten deutlich, was die jazzopen so besonders macht: die unglaubliche Nähe zu den Künstlerinnen und Künstlern. Man fühlt sich mittendrin, der Funke springt einfach unverzüglich über. Ein weiterer Höhepunkt war in diesem Zusammenhang auch das Kraftwerk-Konzert. Ein Auftritt der sich immer rarer machenden legendären Band ist schon Highlight genug – als große Sensation sorgte allerdings zusätzlich noch die Live-Schaltung zu ESA-Astronaut Alexander Gerst, der sich aus der Internationalen Raumstation ISS mit „Guten Abend Kaftwerk, Guten Abend Stuttgart!“ aus dem All meldete und via Tabletcomputer mit Kraftwerk zum Song „Spacelab“ jammte. Auf den Nebenbühnen waren im Bix, in der SpardaWelt und im Scala Ludwigsburg unter anderem mit Indra Rios-Moore, LP, Knower und GoGo Penguin ebenfalls erstklassige Konzerte zu erleben.

 

Gregory Porter

 

Kraftwerk

Viel Arbeit im Vorfeld des Festivals

Lenny Kravitz

„25 Jahre jazzopen haben wir gebührend gefeiert“, bilanzierte Promoter Jürgen Schlensog nach Abschluss des Festivals. Besonders habe man sich auch über den großen Andrang bei den kostenfreien „Open Stages“ in der Innenstadt gefreut. „Darüber hinaus brachten die in Zusammenarbeit mit Sport Total produzierten Live-Streams von den Clubbühnen rund 80.000 User auf unsere Kanäle“, so Schlensog, der das Festival mit seinem Team von Opus Stuttgart seit zwölf Jahren organisiert.

Alexander Gerst grüßte aus dem All

Damit verbunden ist eine Menge Arbeit, geplant wird mit einem Vorlauf von 12 bis 15 Monaten. Das hat vor allem auch damit zu tun, auf welchem Kontinent die Künstlerinnen und Künstler im jeweiligen Jahr eine Tour planen. Und je größer der Name, desto schwieriger ist es, die Musikerinnen und Musiker zu bekommen. Der gute Ruf des Festivals macht dies inzwischen aber etwas leichter. „Hinter Montréal und Montreux nehmen wir weltweit Platz 3 unter den Jazzfestivals ein“, berichtet der Promoter stolz. Dabei habe man von Beginn an den Anspruch gehabt, Jazz and more zu bieten. „Ich denke, dass es uns über die Jahre sehr gut gelungen ist, eine programmatische Breite zu entwickeln, die generations- und genreübergreifend eine hohe Anziehungskraft besitzt“, zeigt sich Schlensog überzeugt.

Aftershow-Party mit Jamie Cullum (vorne r.) im La Commedia

Viele Zuschauer kämen mittlerweile nicht mehr nur aus der Region, sondern auch aus dem europäischen Ausland. Schon mal zum Vormerken: Die 26. jazzopen stuttgart finden vom 4. bis 14 Juli 2019 statt. Der Vorverkauf für die Festivalpässe beginnt in Kürze.

PS: Auf den nächsten Seiten lesen Sie ein Interview mit den Fantastischen Vier. Das Gespräch mit den beliebten Hip-Hoppern
haben wir vor ihrem Auftritt bei den jazzopen geführt.

Artikel von www.top-magazin.de/stuttgart