Lebensart

Exklusives Mallorca

Mallorca räumt seine Tourismuslandschaft auf. Die beliebteste Mittelmeerinsel der Deutschen will nicht nur weg vom „Ballermann-Image“, sie möchte zukünftig auch stärker auf Exklusivität setzen.


Geht’s noch? Diese Frage haben viele Mallorquiner im Laufe der letzten Jahre verneint. Zweifelsohne war Geld jahre-lang ein Grund, warum zum Beispiel der übermäßige Alkoholkonsum an einigen Stränden und Bars in den Städten so lange geduldet wurde. Doch genau das hat viele andere Touristen davon abgehalten, nach Mallorca zu reisen. Diese „anderen“ Urlauber sind es aber, die Mallorca nun verstärkt für sich gewinnen möchte. Exklusivität heißt dabei das Stichwort und trifft vor allem auf die Hauptstadt der spanischen Insel zu. Palma hat sich stark verändert. Die „Perle des Mittelmeers“ ist dank umfangreicher Restaurierungsarbeiten und durchdachter Städteplanung schöner denn je, das mediterrane Flair allgegenwärtig.

Ganz besonders angetan hat es uns das Stadtviertel Santa Catalina, das sich erst in den letzten Jahren zu einem absoluten Hotspot entwickelt hat. Hier findet man eine bunte Mischung an Kulturen und dies spiegelt sich in erstklassigen Restaurants, außergewöhnlichen Cafés, vielen individuellen Läden und der berühmten Markthalle wider. Den besonderen Charme dieses Viertels sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

 

Palma ist 2015 von der „Sunday Times“ als „lebenswerteste Stadt“ ausgezeichnet worden.

Edle Hotels mit Luxus pur

Zahlreiche erlesene Boutique-Hotels mit höchstem Komfort bieten in Palma erstklassige Übernachtungsmöglichkeiten. Eines davon ist das erst im Juni 2017 eröffnete Fünf-Sterne-Hotel Sant Jaume. Es liegt mitten in der Altstadt von Palma, in einer der ältesten Straßen der Stadt, zwischen zwei bedeutenden historischen Gebäuden: der Kirche Sant Jaume und dem Kloster Santa Magdalena. Das in einem Haus aus dem 18. Jahrhundert befindliche Hotel mit seinen 36 Zimmern und traumhafter Sonnenterrasse mit herrlichem Blick über die Stadt zeichnet sich insbesondere auch durch sein Restaurant aus, das von Sternekoch Tomeu Caldentey geleitet wird. Das Hotel gehört genauso zur Unternehmensgruppe IT Mallorca Unique Spaces wie das ebenfalls im Zentrum von Palma gelegene Fünf-Sterne-Boutique-Hotel Can Alomar mit 16 sehr chic gestalteten Zimmern. Über fünf Sterne verfügt auch das teure und edle Hotel Palacio Ca Sa Galesa. Es ist mit seinen zwölf Zimmern, die allesamt berühmten Musikern unserer Geschichte gewidmet sind, geradezu prädestiniert für ein romantisches Wochenende für Verliebte.

Keine Wünsche offen lässt auch das von der Unternehmensgruppe Cappuccino betriebene, im März 2018 eröffnete Luxushotel Mamá an der Plaça de Cort, die mit ihrem mehrere Jahrhunderte alten Olivenbaum auch ein beliebtes Fotomotiv ist. Das prunkvolle Boutiquehotel in der Altstadt beeindruckt durch großzügige Zimmer, in denen man sich fast wie in einem königlichen Palast fühlt, seine erstklassige Gastronomie sowie durch die herrliche Dachterrasse mit Swimmingpool. An der Plaça de Cort findet sich darüber hinaus das Vier-Sterne-Hotel Cort, ein echtes Design-Refugium. Entworfen wurde es von Lázaro Rosa-Violán, der mit seinem mutigen und wilden Stilmix weltweit zu den begehrtesten und innovativsten Inneneinrichtern von Restaurants, Hotels und Geschäften zählt.

 

Die schmalen Gassen sind ein Markenzeichen von Palma.

 

Eine Wohlfühladresse ist außerdem das Hotel Glòria de Sant Jaume, das wie die bereits genannten Häuser nur wenige Gehminuten vom Wahrzeichen Mallorcas entfernt ist: der berühmten Kathedrale La Seu. Das prachtvolle Bauwerk zählt zu den Prunkstücken gotischer Architektur. Die Grundsteinlegung erfolgte schon 1230 durch König Jaume I., ihre heutige Form erhielt die Kathedrale aber erst zwischen den Jahren 1904 und 1914 durch den Ar­chitekten Antoni Gaudí.

Stichwort Kultur: Eines von Palmas wichtigsten Museen ist das Es Baluard, das Avantgarde­Kunst in Wechselausstel­lungen zeigt. Die Bestände reichen vom bildhaften Jugendstil über Künstler wie Picasso, Joan Miró oder Fernand Léger bis hin zu den Kunstbewegungen der zweiten Hälfte des 20. und des Beginns des 21. Jahrhunderts. Kommt man un­terhalb der Stadtmauer an dem Museum vorbei, ist von weitem schon eine Statue des Star­Architekten Santiago Calatrava mit dem Namen „Es Bou“ (= der Stier) erkennbar: gehörnte und treppenförmig übereinander angeordnete schwarze Me­tallwürfel.

Wem der Sinn mehr nach Shopping steht, ist im Paseo del Borne respektive der Shoppingmeile Jaime III und in den klei­nen Gassen drum herum bestens aufge­hoben. Hier reiht sich eine Boutique an die andere. Ob exklusive Mode, Leder­waren, Schuhe, Schmuck oder Kunst und Einrichtungsgegenstände: Wenn es um die schönen Dinge des Lebens geht, wird man in den dortigen Geschäften auf jeden Fall fündig.

Die kulinarische Essenz von Palma

Ausgezeichnete Tapas-Bar: das Gaudeix

 

Der Jahrhunderte alte Ollivenbaum am Plaça de Cort

 

Eingang des 5-Sterne-Hotels Sant Jaume

 

Auch in gastronomischer Hinsicht hat die Hauptstadt der Insel eine Unmenge zu bieten. Unbedingt lohnenswert ist zum Beispiel ein Besuch im Aromata. Das Re­staurant befindet sich im Kulturzen trum Sa Nostra, nur wenige Gehminuten vom Borne entfernt. Das Lokal gehört dem Koch Andreu Genestra, dessen gleichna­miges Restaurant in der Nähe von Cap­depera bereits mit einem Michelinstern ausgezeichnet wurde.

Nicht entgehen lassen sollte man sich auch das Tomeu Restaurant amb Arrels im Hotel Sant Jaume. Der bereits erwähn­te Sternekoch Tomeau Caldentey setzt auf die Wurzeln der mallorquinischen Küche sowie auf die von Generation zu Generati­on weitergegebenen Rezepte und verleiht ihnen einen zeitgenössischen Geschmack. Ebenfalls mit einem Michelinstern deko­riert ist der Argentinier Adrian Quetglas, der in seinem gleichnamigen Restaurant, wie er selbst sagt, eine „demokratische Haute Cuisine“ serviert, die „für alle“ da ist. Erfreulich zivil sind daher für ein Sternelokal auch seine Preise – mittags wie abends.
Ohne Stern, aber trotzdem besonders ex­zellent, beglückt das Restaurant Emilio Innobar seine Gäste. Zu seinen Speziali­täten zählen Sashimi, Tataki, außerdem verschiedene Ceviches, eine Reihe an Weißfischen und einige wenige Fleisch­gerichte. Und: Seine Salzburger Nockerln – ja, auch das gibt es auf Mallorca – ge­hören zu den leckersten, die wir jemals gegessen haben. Da Emilios Lokal fast immer ausgebucht ist, empfiehlt sich eine Tischreservierung. Das gilt übrigens für alle hier erwähnten Restaurants – erst recht in der Hauptsaison.

Nicht nur eine gute Küche, auch die Atmosphäre muss stimmen, damit sich der Gast so richtig wohlfühlt. So hat zum Beispiel der Tast Club den Look eines privaten Clubs, weswegen auch auf das Eingangsschild verzichtet wird. Lediglich eine Speisekarte ist inzwischen dezent von außen angebracht. Das attraktive Lokal mit vier sehr unterschiedlich gestalteten Räumlichkeiten und einer großen Bar setzt auf eine besonders schöne Einrichtung im spanischen Stil. Empfehlenswert sind vor allem die ausgezeichneten Tapas.

Liebhaber exzellenter Tapas und mediterraner Küche kommen auch im Forn de Sant Joan von Carlos und Christian Baqués auf ihre Kosten. Das geschmackvoll und mit viel Kunst eingerichtete Restaurant befindet sich in einem Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, das noch heute deutliche Merkmale seiner Vorgeschichte als Bäckerei des Viertels trägt. Direkt gegenüber betreiben die zwei Brüder zudem das Koa mit Tapas sowie leckeren Fleischgerichten vom Grill und Fischspezialitäten. Unter ihrer Regie steht schließlich auch die Tapas- und Cocktailbar Ombu an der Plaça de la Reina. Nicht unerwähnt bleiben darf das Restaurant La Bodeguilla mit einer gemütlichen Tapas-Bar und riesiger Weinauswahl sowie die Bodega Gaudeix.

Last but not least noch ein Tipp fürs „Kaffeekränzchen“ am Vor- und Nachmittag: das Café Can Joan. Denn hier gibt es die für Mallorca typischen Ensaimadas – süße Schnecken mit Puderzucker, frisch von Hand hergestellt und direkt warm serviert. Ausgezeichnet schmecken sie zu einem Café con leche, einem spanischen Milchkaffee, oder einer heißen Schokolade, die tatsächlich aus geschmolzener Schokolade hergestellt wird. Herrliche genussvolle Stunden kann man außerdem in den verschiedenen Cappuccino-Cafés verbringen.
Und wer den schönsten Sonnenuntergang erleben will, sollte das in einer ehemaligen Festung untergebrachte Luxushotel Cap Rocat besuchen: Der Blick vom Open-Air-Restaurant Sea Club auf Palma ist einmalig. Das Hotel bietet außerdem Räumlichkeiten für größere Festivitäten, zum Beispiel für Hochzeiten.

Idyllisches Binnenland

Paradiesisch: Naturpark von Mondrago

 

Angenehm ruhig ist es auf Mallorca in der Vorsaison. Kaum vorstellbar, dass hier im Sommer bis zu 100.000 Mietwagen unterwegs sind. Wir lassen Palma hinter uns und fahren in das etwa 30 Minuten entfernte Santanyí. In dem liebenswerten Örtchen mit seinen malerischen Gassen ist jeden Mittwoch und Samstag Markttag.

Bevor wir uns weiter auf den Weg zu einem Weingut im Landesinneren machen, legen wir kurze Zeit später einen Stopp am Naturpark von Mondrago ein. Das Naturschutzgebiet in der Region Migjorn der Gemeinde Santanyí ist ein echtes Paradies. Es befindet sich zwischen den Küstenorten Portopetro im Nordosten und Cala Figuera im Südosten der Insel. Zehntausende Besucher kommen jedes Jahr hierher, um die unberührte Natur zu genießen. Perfekt verbinden lässt sich damit ein Abstecher zu den beiden schönsten Badebuchten der Insel: S’Amarador und Sa Font de N’Alis.

 

Geheimtipp: der Tast Club

 

Eine dreiviertel Stunde sind wir anschließend unterwegs, bis wir die Bodega Oliver Moragues (OM) in Algaida erreichen. Die Gemeinde in einer der reizvollsten Gegenden Mallorcas umspannt sechs kleinere Berge, die Landschaft ist geprägt von vielen Wiesen, Wäldern und Feldern. Hier wachsen Olivenbäume, Orangen-, Feigen- und Zitronenbäume, mallorquinische Schafe grasen gemütlich auf den Wiesen und vereinzelt sieht man Reiter, die zu Pferd die Idylle genießen. Auf dem Weingut werden wir direkt von dem Önologen Carlos Moragues, einem direkten Nachfahren der Gründerfamilie, in Empfang genommen, der perfekt Deutsch spricht. Es gibt kein anderes Weingut auf der Insel, das seine zwei Gesichter so prägnant zeigt: auf der einen Seite die historischen Mauern der alten Possessió Binicomprat, heute ein Landhotel mit zehn Zimmern, auf der anderen Seite die moderne, minimalistische Bodega mit einem Bilderbuchblick auf die Weinberge. Wer hier Urlaub macht, darf sich aus dem Gemüsegarten, der eigens für die Gäste angelegt wurde, bedienen.

 

Mallorquinische Backwaren gibt es in der Traditionskonditorei Can Joan de S’Aigo.

 

Zwar wird der mallorquinische Wein auch auf Mallorca immer beliebter, doch 70 Prozent verkauft Carlos Moragues ins Ausland. Sein Credo: Nicht auf die Masse kommt es an, sondern darauf, erstklassigen Wein zu produzieren. Dafür hat er auf biologischen Anbau umgestellt. „Pestizide sind einfach unnötig“, weiß er. Der sorgsame Umgang mit der mallorquinischen Erde, mit den Reben und dem Produkt steckt in jeder Flasche von OM.

Zur Gemeinde Algaida gehören noch die nahe gelegenen Dörfchen Pina und Randa. Auf dem Berg Randa liegt die Klosteranlage Santuari de Cura. Diese zauberhafte religiöse Stätte gibt es seit 1231, sie diente viele Jahrhunderte lang als Rückzugsort für Mönche. Vor allem Erholungssuchende aus Deutschland genießen die Ruhe und den Panoramablick aus 543 Metern Höhe über die umliegende Landschaft bis hin zur Stadt Palma.

 

Immense Vielfalt

Archäologische Fundstätte der Talayoten von Son Fornès

 

Zu den absoluten „Musts“ im Binnenland, die man am besten bei einer Rundfahrt erkundet, zählt auch der sonntägliche Markt in Santa Maria del Camí, der mit seinen über 500 Ständen nahezu alles bietet, was das Herz begehrt. Auch Valldemossa etwa 20 Kilometer von Palma entfernt, gehört zum Pflichtprogramm auf Mallorca. Die gepflasterten Straßen dieser bukolischen Stadt voller Blumen und Topfpflanzen sind in früherer Zeit von so berühmten Persönlichkeiten wie Frédéric Chopin und George Sand, Ruben Dario oder Jorge Luis Borges beschritten worden. Sie alle waren zu Besuch in der berühmten Kartause, wo man Zimmer voller Geschichte und fantastische Traumgärten besichtigen kann. Valldemossa ist darüber hinaus Schauplatz des alljährlich im August stattfindenden Internationalen Chopin-Festivals.

 

Die Klosteranlage „Santuario de Cura“ befindet sich auf 543 Metern Höhe. Sie bietet Übernachtungsmöglichkeiten für Erholungssuchende.

 

Dass es auf Mallorca noch viel mehr zu entdecken gibt, versteht sich von selbst. Ob im Norden das Cap de Formentor mit seinen Ausblicken auf die steil ins Meer ragenden Felswände, im Nordosten das Künstlerstädtchen Artà, wo man das historische und auch das moderne Mallorca sowie die Gastfreundschaft der Mallorquiner aus einer sehr individuellen Perspektive erleben kann, im Südwesten die Luxushäfen Portals Nous und Port d’Andratx mit schicken Geschäften und Luxusboutiquen, im Osten die zahlreichen verträumten Buchten und viele weitere Destinationen: Allein diese wenigen Beispiele unterstreichen den faszinierenden Mix, der den unglaublich großen Reiz von Mallorca ausmacht. Und das muss man einfach ganz persönlich erlebt haben.

 

Das Kunstatelier von Maria Isabel Ballester in Palma

 

Golfen auf Mallorca

Für Liebhaber dieser Sportart ist Mallorca ein wahres Paradies, das angenehme Klima während des ganzen Jahres macht die Insel zum perfekten Ziel für Golfspieler. Insgesamt hat man die Wahl unter 24 Plätzen, einer schöner als der andere. An der Spitze steht dabei unzweifelhaft Alcanada, der unter Experten als einer der schönsten Golfplätze Europas gilt. Direkt am Meer im Norden der Insel gelegen, wurde er vom berühmten Golfarchitekten Robert Trent Jones Jr. harmonisch in die von Pinien- und Olivenbäumen gekennzeichnete Natur integriert.
Der nur wenige Minuten vom Flughafen Palmas entfernt gelegene Son Gual steht dem Alcanada in nichts nach. Seine äußerst private und exklusive Atmosphäre bietet dem Besucher dabei einen unvergesslichen Aufenthalt. Der Champion ship-Course besticht durch seine Großzügigkeit und Weite. Aufgrund der strategisch raffiniert platzierten Hindernisse müssen Golfer über eine hohe Präzision verfügen, um Bunker und Seen zu vermeiden.

Der älteste und traditionsreichste Club ist der Son Vida unweit von Palma. Er wurde 1964 eröffnet und von Fürst Rainer von Monaco eingeweiht. Besonders beeindruckend ist Loch 18 (Par 5), das beim zweiten Schlag über Wasser eine große Herausforderung für Golfspieler darstellt. Son Vida hat sogar zwei European Tours veranstaltet: die Open der Balearen in den Jahren 1990 und 1994.

In eine herrliche Landschaft ist auch der Golf de Andratx eingebettet. Unzählige uralte Olivenbäume und Mandelbäume sowie vereinzelte mallorquinische Steinmauern verzieren den attraktiven 18-Loch-Golfplatz in unmittelbarer Nachbarschaft zum Steigenberger Golf & Spa Resort Camp de Mar. Er ist weithin bekannt als einer der anspruchsvollsten und besten Golfplätze im ganzen Mittelmeerraum. Das Loch 6 mit einer Länge von 609 Metern zählt zu den längsten in Spanien. Während des Spielverlaufs bietet sich immer wieder von verschiedenen Standpunkten aus ein fantastischer Blick auf die Bucht von Camp de Mar.

Nicht weniger bekannt ist der Golfclub Santa Ponsa 1 mit vielen langegestreckten Grüns, Seen, Pinien, Oliven- und Mandelbäumen. Mehrfach war er Schauplatz großer nationaler und internationaler Turniere wie etwa der PGA European Tour. Ein Klassiker ist schließlich auch der Real Golf de Bendinat. Eingerahmt von Meer- und Berglandschaft, wird Golfliebhabern hier ein einzigartiges Spielerlebnis auf insgesamt 5.660 Metern beschert.
Das Greenfee für die genannten Plätze liegt zwischen rund 90 und 150 Euro.

 

Der Golfclub Alcanada
Artikel von www.top-magazin.de/stuttgart