Gesundheit & Schönheit

Gut zu Fuß

Wie für viele andere vielfach strapazierte Körperteile und Organe gilt auch für den Fuß: Regelmäßige Pflege tut gut. Doch leider verschwindet dieser Körperteil allzu oft aus unserem Blickfeld und entzieht sich damit unserer Aufmerksamkeit, steckt in Strumpf und Schuh und steht unterm Tisch oder Stuhl. Dabei sollten wir ihn viel mehr ins Rampenlicht stellen und uns unserem „Träger“ gebührend widmen.


 

Der Fuß: Das ist – so die anatomische Definition des Körperteils, auf dem wir einen Großteil unseres Lebens verbringen – zunächst einmal der unterste Teil des Beines, der sich wiederum in Zehen, Mittelfuß sowie Ballen gliedert und dessen Sohle den Boden berührt. „Auf eigenen Füßen stehen“ ist ein in die Wiege gelegtes Ziel, zumindest seit die Evolution den Mensch aufrecht gehen lässt. Hat das Kleinkind diese horizonterweiternde Fortbewegungsart erreicht – meist in einem Alter zwischen neun und 15 Monaten – wird der Einsatz der eigenen Füße aufs Vielfältigste ausprobiert. Fußballer, Seiltänzer, Ballerinas oder Organisten sind in ihrer Berufsausübung ganz besonders eng mit ihren Füßen verbunden. Doch letztlich ist fast jeder Mensch ein Leben lang auf seinen Füßen unterwegs, mit und ohne Schuhe, langsam und schnell, tagtäglich aus beruflichen Gründen oder zur Erholung. Allerdings nehmen viele Menschen ihre Füße erst so richtig wahr, wenn Probleme auftreten. Bei Verletzungen aller Art, aber auch bei krankhaften Veränderungen wie dem Hallux, dem Fersensporn oder einwachsenden Nägeln, Hühneraugen und Fußpilz, widmet man sich seinen Füßen mit wachen Augen. Geht es da nn um eine verbesser te Pflege, ist der Gang zum Podologen richtig. Die medizinische Fußpflege, seit 2002 ein staatlich anerkanntes Ausbildungsfach, führt über die reine Pflege hinaus auch vielfach ärztlich verordnete Behandlungen durch. Und umgekehrt empfehlen die Fußpfleger aufgrund der Untersuchung eines Fußes im Bedarfsfall den Gang zum Arzt. Die Zusammenarbeit mit Dermatologen, Diabetologen, Orthopäden und Haus- und Kinderärzten ist immer zum Wohl des Fußes. Gleichzeitig zeigt sich darin, wie komplex das Fachgebiet Fuß ist.

Übungen mit den Füßen

Dem Fuß Gutes tun, kann man eigentlich immer. Neben einer gepflegten Optik gibt es eine ganze Reihe von „inneren Werten“, die uns an unseren Füßen nicht gleichgültig sein sollten. Deshalb sollte man in seinen Alltag kleine Aufmerksamkeiten und Übungen für seine Füße einbauen. Ganz entscheidend ist das Sensibilisieren, das bewusste Wahrnehmen der eigenen Füße. Hier kann man sich relativ schnell steigern. Unterscheidet man anfänglich vielleicht nur, ob man auf der Ferse, den Zehen oder dem ganzen Fuß steht, so lernt man rasch die verschiedenen Bereiche differenzierter zu erspüren.

 

Unser Fuß ist nicht nur in Bezug auf die Knochen – in beiden Füßen zusammen befinden sich mit 52 Knochen knapp ein Viertel unserer Gesamtknochenzahl –, sondern auch was die Anzahl von Muskeln und Rezeptoren anbetrifft ein umfangreicher Körperteil: Man unterscheidet zehn kurze Fußmuskeln, drei Zwischenknochenmuskeln und elf lange Fußmuskeln. Und an Sohle und Zehen ist unser Fuß besonders dicht mit Rezeptoren des Tastsinns ausgestattet. Liest man einen Artikel über das Zusammenspiel der Muskeln und ihre Funktionen sowie Aufgaben im Zusammenhang mit unserem aufrechten Gang, dann könnte einem schwindelig werden. Wie gut, dass das alles ohne unser Verstehen quasi automatisch funktioniert. Aber genau deshalb sollte uns das zur Pflege des so wichtigen Körperteils ermuntern.

Übungen mit den Füßen bringen mehrere Vorteile für unseren Körper. Die Verbesserung von Wahrnehmung und Beweglichkeit fördern die Kräftigung und die Koordination. Das wiederum beugt Verletzungen vor, macht uns leichtfüßiger und damit insgesamt bewegungsfreudiger, verbessert unseren Stand und wirkt etwa durch einseitige oder falsche Belastung verursachten Haltungsschäden und Schmerzen in Gelenken und im Rücken entgegen. Für alle Übungen gilt: Raus aus dem Schuh.

1. Mehr barfuß gehen, im Haus aber auch draußen. Ist der Fuß nicht in einen Schuh gezwängt, dann kommen beim Gehen Mittel und Vorderfuß aktiv zum Einsatz und die Fußgewölbe übernehmen ihre natürliche Funktion als Stoßdämpfer. Im Schuh wird weniger abgerollt, man tritt hart mit der Ferse auf und die Stöße kommen direkt in den Rücken. Schmerzt der Rücken und sind Verspannungen auszumachen, dann ist das Barfußgehen eine erste Maßnahme, die Erleichterung bringt. Denn beim Gehen ohne Schuhe erhält die Wirbelsäule alle Steuerungssignale, die sie für eine schmerz- und verschleißfreie Funktion braucht. Deshalb danken es einem auch die Bandscheiben, wenn man viel auch auf unterschiedlichem Untergrund barfuß geht.

2. Gehen auf Zehen oder auf den Fersen. Kurze Wege im Haus oder bei der Arbeit zur Abwechslung mal auf den Zehen oder auf den Fersen zurücklegen. Trainiert zusätzlich die Wadenmuskulatur.

3. Rollen mit dem Tennisball. Der ideale Trainingspartner, auch wenn er auf dem Platz schon ausgedient hat, ist die gelbe Filzkugel. Alle Abschnitte des Fußes, die Zehen, der Mittelfuß sowie die Ferse dürfen mit Druck – soweit es gut tut – über den Ball gerollt werden. Das klappt im Sitzen wie auch im Stehen. Gegebenenfalls im Stehen irgendwo festhalten. Diese Massage erhöht die Durchblutung und ist auch mit einem Noppenball effektiv.

4. Kreisen und Strecken. Mit jedem Fuß einzeln oder mit beiden zugleich (trainiert zusätzlich die Bauch-, Beine- und Pomuskulatur; wenn nötig dafür am Tisch festhalten) bringt diese Übung Schwung in müde Füße. Das Bein leicht anheben und den Fuß langsam zehn Mal im und zehn Mal gegen den Uhrzeigersinn drehen. Fürs Strecken ebenso das Bein leicht anheben und dann den Fuß bis in die Zehen hinein lang machen. So wird der Spann gedehnt. Dann die entgegengesetzte Bewegung ausführen, die Zehen zeigen Richtung Nase, allerdings von der Bewegung mehr denken, man schiebt etwas mit der Ferse weg.

5. Krallen und Spreizen. Zum Spreizen nimmt man den Fuß in beide Hände und versucht die Zehen wie einen Fächer aufzuspreizen, indem man sie vorsichtig nach außen zieht. Bei mehrmaliger Wiederholung lässt man die Zehen mehr und mehr aktiv mitarbeiten. Das Krallen macht besonders viel Spaß, wenn man sich dazu einen Gegenstand vor die Füße legt, den man mit den Füßen aufzuheben versucht. Das kann der berühmte Bleistift sein, aber auch ein Taschentuch oder die Socke.

 


Barfuß unterwegs

Was schon fürs Haus eine regelmäßig zu pflegende Angewohnheit werden sollte, nämlich immer wieder barfuß zu laufen, das ist erst recht in freier Natur eine echte Herausforderung. Dass Fakire barfuß über Scherben gehen, ohne sich zu verletzen, ist eine Sache, dass wir beim Markgröninger Schäferlauf Jahr ums Jahr den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Mut und Tollkühnheit attestieren und bewundern, eine andere. Doch Fakt bleibt: Unser Fuß ist extrem reich an Sensoren und liebt es, angeregt zu werden. Dafür gibt es landauf landab sogenannte Barfußparks und Barfußpfade. In ganz unterschiedlichen Längen von 40 bis 400 Metern finden sich diese im ganzen Ländle, etwa direkt neben dem Badesee in Rangendingen oder im Garten der Sinne in Weinstadt. Eine Übersicht mit weiteren Infos ist zu finden unter:

www.barfusspark.info/laender/baden.htm.


 

Fußreflexzonen – Gesamtbild des Körpers

Fußreflexzonen im Überblick

Am rechten Fuß sind die Organe der rechten Körperhälfte, die der linken Körperhälfte am linken Fuß zu finden. Die Reizstellen für den Kopf sind an den großen Zehen angesiedelt.

 

Sind die täglichen Übungen zur Stärkung und Dehnung der Muskulatur und Anregung der Durchblutung gedacht, so geht man bei der Fußreflexzonenmassage von einer umfassenderen Wirkung auf unseren Körper aus. Die in allen fernöstlichen Massagetraditionen bekannte Reflexzonenbehandlung wurde für die westliche Welt erst im 20. Jahrhundert von dem amerikanischen Hals-Nasen-Ohren-Arzt William Fitzgerald zusammengestellt. Er trug Kenntnisse und Anwendungen zusammen, die die indianische Volksmedizin seit Jahrhunderten pflegte. Da die Medizin die Wirksamkeit bislang nicht wissenschaftlich nachweisen konnte, gehören die Behandlungen in den Bereich der Heilpraktiker und Physiotherapeuten. Die Fußreflexzonentherapie geht davon aus, dass sich das Gesamtbild unseres Körpers mit allen seinen Organen auf der Fläche unserer Fußsohlen, die Knochen und Gelenke auf den Innenseiten der Füße, abbildet.

Über das Massieren werden Nervenendpunkte stimuliert, die dadurch die Regeneration erkrankter Organe anregen. Die Zehen korrespondieren dabei mit dem Kopf, die Fersen mit dem Becken, der Rist der Füße mit der Wirbelsäule, die Außenkanten mit den Gliedmaßen. Auf diese Weise kann neben der positiven Beeinflussung der einzelnen Körperteile sowie des Lymph- und des Nervensystems an sich auch eine Schmerzlinderung erzielt werden. Erfahrene Experten „lesen“ zudem bei einer Massage in den Füßen, sie können Störungen ausmachen und diese wiederum bestimmten Regionen, Organen und Bereichen im Körper zuordnen.
Über die reine „Wohltat“ für die Füße hinaus setzten spezialisierte Therapeuten diese Massagemethode deshalb auch bei einer Vielzahl von Indikationen ein. So zum Beispiel bei Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Verdauungsproblemen, Menstruationsbeschwerden, Rückenschmerzen, Allergien oder Wechseljahrproblemen. Wer seinen eigenen Fuß gut erreichen kann, der darf durchaus einmal selbst Hand an seine Füße legen. Doch Vorsicht ist geboten bei Fieber, Venenentzündung oder in der Schwangerschaft. Gerade am Ende einer Schwangerschaft wird die Fußreflexzonenmassage auch als Auslöser für die Wehen eingesetzt.

 

Einfach mal zu Fuß gehen

Wer gut mit seinen Füßen umgeht, der läuft leichter durchs Leben. Zumindest gehört das Zu-Fuß-Gehen in unserem Leben, das oft aus einem fugendicht verplanten Alltag besteht, in dem von Termin zu Termin gehetzt wird, Ortswechsel im Sitzen stattfinden und die Aufmerksamkeit den digitalen Hilfsmitteln gilt, nicht mehr selbstverständlich zum Alltag dazu. Deshalb ist unsere ursprünglich natürlichste Fortbewegungsart mittlerweile in den Fokus der Gesundheitsindustrie gerückt.

Gehen gilt unbestritten als physische wie psychische Wohltat für unseren gesamten Organismus. Ist unser Körper evolutionsgeschichtlich für ein Leben mit Bewegung, mit regelmäßiger Abwechslung von Sitzen, Strecken, Sich-Regen und Gehen ausgelegt, weiß jeder darum, dass wir inzwischen viel mehr Zeit im Sitzen verbringen, als uns gut tut. Ein tibetisches Sprichwort besagt: Das Geheimnis eines langen, glücklichen Lebens ist: Iss die Hälfte, gehe doppelt so viel zu Fuß, lache dreimal so viel und liebe grenzenlos!

Natürlich laufen wir, einzeln, in Gruppen, im Verein oder wo auch immer. Krankenkassen und Städte engagieren sich fürs Laufen, Laufevents sprießen seit Jahren wie Pilze aus dem Boden. Auch in Stuttgart, wo es viele Sportstätten, Fitnessstudios, Vereine und eine vielgestaltige Sportkultur gibt, kann sich jeder problemlos dem Laufen widmen. Doch mindestens ebenso wertvoll wie dieses zumeist doch wieder an Leistungserbringung geknüpfte Laufen ist das schlichte „Gehen statt Stehen“. Treppen gehen statt Aufzug fahren, von A nach B zu Fuß gehen, statt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel oder dem Auto, in dem man ja doch wieder nur steht oder sitzt, oder mal einen Spaziergang machen anstelle von Kino, Fernsehen und Sofa.

Solange wir dann beim Gehen nicht noch aufs Handy schauen, bietet diese Art des Ortswechsels neben der Förderung der Durchblutung, der Ankurbelung des Kreislaufs und der vermehrten Aufnahme von Sauerstoff als Mehrwert auch eine ganz natürliche Art der Entschleunigung. Bei der Ernährung hat es dieser Gesundheitsaspekt ja schon bis in die Regale der Lebensmittelindustrie, auf Messen und in die Restaurants gebracht. Doch „Slow Food“ ist für unsere Industrienationen nur ein Weg zur bewussten Verbesserung unserer Lebensqualität. Wie Geheimrat Goethe sein Gedicht „Gefunden“ schon so schön eröffnete: „Ich ging im Walde/ So für mich hin,/ Und nichts zu suchen,/ Das war mein Sinn.“ Das ist ein Meditationsmodell, das wahre Wunder wirkt. Ziel- und zweckfreies Gehen, im Idealfall noch in freier Natur, befreit Körper und Geist, sensibilisiert uns neu für eine verbesserte Körperwahrnehmung, lässt Gedanken kreisen, sortieren und entsorgen und ermöglicht mitunter Entdeckungen. Um in Goethes Gedicht fortzufahren: „Im Schatten sah ich/ Ein Blümchen stehn,/ Wie Sterne leuchtend,/ Wie Äuglein schön.“

Stuttgart jedenfalls bietet mit seinen Stäffele, den Grünflächen, Parks und Weinbergen und aufgrund seiner Kessellage von fast jedem Fleck der Stadt aus Möglichkeiten für große und kleine abwechslungsreiche Spaziergänge. Mal mehr Natur, mal mehr historische Gebäude vor Augen oder – wenn man ohne Ziel spazieren geht –vielleicht sogar mal ein oder sein Viertel neu entdecken. Für größere Spaziergänge oder diejenigen, die auf der Suche nach aussichtsreichen Panoramastrecken oder Wegen mit bestimmten Themen sind, gibt es zahlreiche Tipps und Infos im Netz.

 


Hier eine kleine Auswahl:

www.stuttgart-tourist.de/top-10-natur-in-stuttgart
www.tourismus-bw.de/Media/Touren/Stuttgarter-Aussichtsspaziergang- Sued-West
www.komoot.de/guide/77/wandern-in-stuttgart
www.outdooractive.com/de/ wanderungen/stuttgart/ wanderungen-in-stuttgart
www.neckar-magazin.de/ mittleresneckartal/stuttgart/wanderwege/index.html


Selbst Hand anlegen

Schmieren und salben hilft allenthalben: So wusste schon die berühmte Großmutter Rat. Doch wo sie Recht hat, hat sie Recht. Zur Schönheits- und Gesundheitspflege des Fußes – um hässliche Hornhaut loszuwerden, Risse zu heilen, müde Füße munter zu machen, zu trockene oder leicht schwitzende Füße zu behandeln – gibt es seit Urzeiten viele wirkungsvolle Mittel und Methoden. Die meisten verwenden dazu Pflanzen und Pflanzenextrakte in Kombination mit einem Wasserbad oder als Mischung in Ölen: baden, massieren, Fußpackungen machen und hochlegen. Kleopatra badete in Milch und machte sich dabei den Gehalt von Fettsäuren zu Nutze, um weiche und samtige Haut zu erhalten. Wer überflüssige Hornhaut loswerden möchte, der bedient sich am besten eines Bimssteins (porenreiches Vulkangestein), der nach einem Wasserfußbad – gerne mit Zitrone oder anderer Fruchtsäure versehen – beim Rubbeln die aufgeweichte, abgestorbene Hornhaut sanft entfernt.

Danach freut sich der Fuß über eine Massage mit pflanzlichen Ölen wie Oliven-, Mandelöl oder Aloevera-Öl, die ihrerseits für eine gesunde Rückfettung sorgen. Ätherische Öle wie Minze oder Rosmarin wirken desodorierend und anregend, Lavendel entspannend für die Haut. Schöne Füße macht auch eine Fußpackung, die man einige Stunden, am besten über Nacht trägt. Dafür eignen sich Avocado oder Banane. Das pürierte Fruchtfleisch kann noch mit einem Öl angereichert werden: auf die gewaschenen Füße auftragen, in Alu-Folie und dicke Socken einpacken und Füße hochlegen. Nach der Einwirkzeit Füße auspacken und abwaschen. Und mit einem Peeling kann man sich auch mal gegenseitig etwas Gutes tun.

 


 

Schuh? Ja, aber richtig!

Barfußlaufen gehörte vor 100 Jahren für Kinder und Jugendliche auf dem Land zum Normalsten auf der Welt, zumindest im Sommer. Viele Völker auf dieser Welt kennen nach wie vor keine Schuhe. Aus unserer Gesellschaft ist der Schuh allerdings schon lange nicht mehr wegzudenken. Im Gegenteil: Neben dem Schuh als Schutz vor Kälte und Verletzung, ist zum einen der Schuh in einer unendlichen Vielfalt für unterschiedlichste Funktionen entstanden – die Bandbreite reicht von Skistiefel bis zum Spitzenschuh der Balletttänzer. Zum anderen macht er längst Karriere als Statussymbol, Markenbotschafter und einem wichtigen modischen Accessoire. Der „Funktionsschuh“ ist ganz entscheidend darauf ausgelegt, dass er dem Fuß in jeglicher Hinsicht Gutes tut – sei es, als Arbeitsschuh Schutz zu bieten, sei es als Sportschuh den Fuß und seine Gelenke zu schützen, zu stabilisieren und beispielsweise Stöße zu dämpfen. Der modische Schuh dagegen muss zuallererst optischen Ansprüchen genügen, aus angesagtem Material beschaffen sein und er darf, soll er von einer breiten Zielgruppe gekauft werden, einen bestimmten Preis nicht übersteigen. Das kann sich natürlich auf die Qualität in der Verarbeitung, aber auch in der ergonomischen Gestaltung niederschlagen.
Vornehmlich nach Gesichtspunkten der Eleganz und der Schönheit gestaltet sind Pumps, Stiefel und Sandaletten mit hohen Absätzen. „Wer schön sein will, muss leiden“ mag mancher Schuhträgerin dabei in den Kopf kommen. Doch von „müssen“ kann keine Rede sein. Denn wer das Gehen auf hohen Absätzen gelernt hat, geht mit diesen lächelnd seinen Weg. Dafür bietet unter anderem auch die Volkshochschule Stuttgart immer wieder Kurse an, in denen das Thema High-Heels umfassend vermittelt wird. Zum sicheren Gehen in High-Heels gehören das richtige Körpergefühl und ein gewisses Training. Unsicherheiten oder gar Ängste in der Fortbewegung werden so beseitigt und unsicheres Gehen und schmerzende Füße gehören dann der Vergangenheit an. Gelernt wird außerdem, dass von vorneherein der richtige Schuh ausgewählt werden sollte.

Fußpflege und Orthopädie

Die Erkenntnis, wie entscheidend ein guter Stand auf den eigenen Füßen und das Gehen für unser Leben sind, hat auch die Forschung und Entwicklung in der Orthopädie vorangetrieben. Ob angeborene oder durch Unfall oder Krankheit verursachte dauerhafte oder vorübergehende Einschränkungen vorliegen: Die Orthopädie ist als Spezialgebiet der Medizin aufs engste verbunden mit der Chirurgie und dem Berufsstand der Orthopädieschuhmacher. Denn auf unterschiedlichste Weise kann bei Fußfehlstellungen und Gehbehinderungen mittels individuell an die Bedürfnisse angepasster Einlagen, Orthesen oder Maßschuhe eine Optimierung des Bewegungsapparates herbeigeführt werden. Dabei kommen inzwischen Hightech in Analyse von Haltung und Bewegungsmustern und modernste Technik in der Herstellung der Hilfsmittel zum Einsatz, allerdings immer in Verbindung mit traditionellem Schuhmacherhandwerk. Der passende Schuh kann so beispielsweise Fußfehlstellungen ausgleichen und so Knie- oder Rückenschmerzen vorbeugen. Und das alles mit einem Ziel: Gut zu Fuß unterwegs zu sein.

 


Buchtipp
Ronald Reng: Warum wir laufen Piper Verlag, 304 Seiten, 20 Euro

Laufen ist der populärste Sport der Welt: Es wird gelaufen, seit Ärzte, Wissenschaftler und die Industrie das Laufen als Allheilmittel für Gesundheit und seelische Ausgeglichenheit preisen. Ronald Reng, als Jugendlicher enthusiastischer Mittelstreckenläufer, macht sich auf die Suche nach seinem eigenen, verlorenen Laufgefühl und der Antwort auf die eine Frage: Warum laufen wir? Er beschäftigt sich dabei mit Fersenentzündungen, Pulsuhren oder Runner´s High ebenso wie mit der eigenen Form. Und triff t dabei auf die verschiedensten Läufer: Gefangene, die unter Anleitung von Olympiasieger Dieter Baumann beim Laufen einmal die Woche innerlich frei sind. Oder eine Frau, die angefeindet wurde, als sie vor fünfzig Jahren als eine der ersten mit dem Laufen begann. Er selbst testet Daniel Holzingers Trainingsmethode der langsamen Dauerläufe, auch wenn ihm das Kriechtempo peinlich ist. Dafür opfert er sein Selbstwertgefühl und macht sich auf die Reise zur Leistungsdiagnostik nach Stuttgart. Am Ende fügt Ronald Reng alle Geschichten zu einer Antwort zusammen: Darum laufen wir.


„Das Bewegungs- und Energiesystem nach den Gesetzen der Natur ausrichten“

 

Florian Doose und seine Mitarbeiterin Nina Ottow von medical ma

 

top magazin im Gespräch mit Heilpraktiker Florian Doose, der zusammen mit seiner Frau, der Heilpraktikerin Danijela Ivin, das yogama und die Lizenzpartnerschaft mit der Spiraldynamik® in Stuttgart-Vaihingen betreibt.

top: Herr Doose, in Ihrem Zentrum bieten Sie unter anderem Kurse mit dem Titel „Fußschule Spiraldynamik®“ an. Was bedeutet das?

Doose: Die Spiraldynamik® ist ein Bewegungs- und Therapiekonzept, das vor 25 Jahren von dem Arzt Dr. Christian Larsen und der Physiotherapeutin Yolande Deswarte begründet wurde. Dabei wird der menschliche Körper in seiner funktionellen Anatomie als ein von Kopf bis Fuß aus ineinandergreifenden Spiralen bestehendes System erklärt. Daraus resultiert eine 3D-Bewegungsanleitung. Diese wenden wir zum Beispiel in der Fußschule an.

top: Für wen ist die Spiraldynamik® interessant?

Doose: Da es sich um ein Bewegungs- und Therapiekonzept handelt, kann es sowohl zur Behandlung von Krankheitsbildern mit Fuß-, Knie-, Hüft- und Wirbelsäulenproblematik angewandt werden, als auch in der Prävention für Vielgeher und Sportler, um die Körperkompetenz, die Effizienz und den Energiefluss zu verbessern. Außerdem lässt es sich in alle Bewegungen einbinden, vom Tanzen übers Reiten bis zum Yoga.

top: Wie hat man sich das vorzustellen?

Doose: Die meisten Menschen bewegen sich fort, ohne bewusst darüber nachzudenken oder nachzuspüren, wie sich das anfühlt und was der Körper dabei leistet. Zudem weiß man, dass mittlerweile rund 80 Prozent aller Menschen in unserer Gesellschaft im Laufe ihres Lebens Beschwerden in ihren Füßen bekommen. Dagegen kann man etwas tun. Mit Hilfe der Spiraldynamik® gewinnt man dynamische Stabilität und federnde Elastizität. Das passiert in drei Schritten: Zuerst wird die eigene Wahrnehmung geschult – und zwar beim Gehen. Was passiert in den Füßen und in der Hüfte, wenn ich gehe? Welche Belastungen und Funktionsweisen ereignen sich wo im Körper, wann und wie? Im zweiten Schritt werden Übungen gemacht, die dann in einem dritten Schritt – das eigentliche Ziel – in den Alltag transferiert werden.

top: Sind diese Schritte auch vorgesehen, wenn man schon mit Beschwerden behaftet ist?

Doose: Auf jeden Fall. Ob man nun an einem unserer Kurse teilnehmen möchte oder eine Einzelbehandlung passender wäre, wird ohnehin vorab in einem Gespräch genau geklärt. Auch eine Anamnese mit Videoganganalyse bringt Klärung, was für den Einzelnen richtig ist. Ziel der Sitzung ist eine nachvollziehbare Diagnose, Prognose und Therapiestrategie.

Artikel von www.top-magazin.de/stuttgart