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Globale Konjunktur bleibt stark

Rund um die Vermögensverwaltung für Privatkunden präsentiert sich die seit dem Jahr 2006 auch in Stuttgart ansässige Schweizer Privatbank Julius Bär als eine der führenden Adressen der Region. Das erfahrene Team um Niederlassungsleiter Björn Seemann lädt seine Kunden dabei auch regelmäßig zu hochkarätigen Veranstaltungen etwa im Rahmen von „Bär am Abend“ ein. Beim jüngsten Event im Hotel Le Méridien konnten die über 200 geladenen Gäste gleich zwei Referenten erleben. Während Lutz Welge, Leiter Portfolio Management der Julius Bär Europe AG in Frankfurt, einen Börsenausblick auf das Jahr 2018 gab, konzentrierte sich Chefökonom Janwillem C. Acket von Julius Bär in Zürich auf die Entwicklung der führenden Wirtschaftsmärkte.


Das Julius Bär Team: Björn Seemann, Melanie Habel, Michael Seher, Jeannette Kropp, Ute Knorr, Markus Beuttel, Peter Graf und Stephan Schmidt

 

Lutz Welge

Seit vielen Jahren gehört Julius Bär zu den gewichtigen Playern im Privat-Banking-Geschäft. Rund um den Globus verwaltet die 1890 in Zürich gegründete Privatbank mit inzwischen über 6.000 Mitarbeitern umgerechnet mehr als 350 Milliarden Euro. Unter den weltweit rund 50 Standorten hat sich dabei auch die Stuttgarter Niederlassung ein hervorragendes Standing am Markt erarbeitet. Der Erfolg kommt für Niederlassungsleiter Björn Seemann nicht von ungefähr, sondern hängt seiner Ansicht nach unter anderem mit den schweizerischen Werten „seiner“ Bank zusammen. Der gebürtige Stuttgarter meint damit Werte wie Diskretion, Vertrauen, Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit – vereint mit Fachkompetenz und globalem Know-how.

„Diese ‚Swissness‘ leben wir mit Überzeugung“, sagt Seemann, der mit seiner Niederlassung ebenso wie die weiteren sieben deutschen Standorte von Julius Bär auch im vergangenen Jahr wieder kräftig gewachsen ist. Speziell die Niederlassung Stuttgart hat in den letzten zwölf Jahren auch erfolgreich zahlreiche Verbindungen zu Gesellschaft, Kultur und Sport in der Region geknüpft. So werden für geladene Gäste regelmäßig interessante Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Bär am Abend“ auf die Beine gestellt. „Auf diese Weise wollen wir mit unseren Kunden auch über Themen in Kontakt bleiben, die über den bankfachlichen Teil hinausgehen – ganz im Sinne unserer Unternehmenskultur, die den Kunden als Partner betrachtet“, betont Seemann. Jüngstes Beispiel hierfür war die mittlerweile schon 13. Ausgabe von „Bär am Abend“, die im Januar im Hotel Le Méridien über die Bühne ging. Auf die Gäste warteten dabei zwei interessante Vorträge über die aktuellen finanz-, wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer globalen Welt.

Unterhaltsamer Rückblick auf 2017

„Standen nicht gerade die Wahlen in Europa im Vordergrund, dann ging es um Trump – war es nicht Trump, dann kamen die Spannungen in Asien zur Sprache“. Mit diesen Worten leitete Björn Seemann zu Beginn des Abends seinen Rückblick auf ein überaus spannendes Jahr 2017 ein. In Deutschland sei der politische Höhepunkt mit dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen erreicht worden, und während die Finanzpresse die politischen Ereignisse erst einmal abwartend kommentierte, habe die Börse neue Höchststände verzeichnet. Als Beispiel nannte der erfahrene Banker den Dow Jones. Seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten habe besagter Index um 45 Prozent zugelegt. „Ob trotz oder wegen Trump?“, fragte Björn Seemann ironisch in die Runde. In Bezug auf Deutschland ließ er auch die Wochen und Monate ohne Regierung nach der Bundestagswahl im September 2017 nicht unerwähnt: „Mehrere Monate ohne Führung: Das wäre in einem mittelständischen Betrieb oder einem Dax-Unternehmen undenkbar.“
Mit einem gelungenen satirischen Beispiel eines Bäckers, der seine Kunden vor dem Verkauf eines Brötchens unter anderem dahingehend hinterfragt und schriftlich fixiert, ob sie wissen, was sie kaufen und sie sich das Brötchen überhaupt leisten können, ging Björn Seemann außerdem auf die seit Januar 2018 geltende EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente MiFID II (siehe auch das Interview) ein. Erklärtes Ziel der Richtlinie ist es, die Transparenz an den Märkten und den Anlegerschutz zu erhöhen. Zunächst einmal ist damit aber ein höherer bürokratischer Aufwand verbunden. So müssen zum Beispiel Telefongespräche zu Wertpapiergeschäften aufgezeichnet werden, eine Geeignetheitserklärung ersetzt das bisherige Beratungsprotokoll und die Bank muss ihre Kunden noch genauer über alle im Wertpapiergeschäft anfallenden Kosten informieren.

Börsenausblick 2018: Aufwärts ohne Ende?

Weniger der Politik, als vielmehr dem zukünftigen Börsengeschehen widmete sich anschließend Lutz Welge, Leiter Portfolio Management der Julius Bär Europe AG in Frankfurt. Seiner Ansicht nach ist der Aktienmarktzyklus zwar weit fortgeschritten, dessen ungeachtet sollten Aktien auch 2018 die favorisierte Anlageklasse sein – erst recht angesichts des weiterhin niedrigen Zinsniveaus. Nachholpotenzial sieht Lutz Welge vor allem bei den europäischen Aktienmärkten sowie in Japan, aussichtsreich erscheinen in Europa insbesondere stark zyklische Märkte wie Deutschland und Frankreich. Eventuelle Korrekturen an den Aktienmärkten dürften 2018 überschaubar bleiben und sollten dann zu weiteren Zukäufen genutzt werden. Klare Ansage von Lutz Welge: „Hände weg von Staatsanleihen – die Rentenperformance wird in der Nische erzielt!“ Genügend Gesprächsstoff also fürs anschließende Get-together beim leckeren Buffet. Und was Janwillem Acket, Chefökonom der Bank Julius Bär & Co. AG Zürich, über die Entwicklung der globalen Wirtschaftsmärkte denkt, lesen Sie im Interview auf der nächsten Seite.

 

 

„Regulatorische Änderungen und ihre Konsequenzen für den Kunden müssen erläutert werden“

Fragen an Björn Seemann, Leiter der Stuttgarter Niederlassung von Julius Bär
top: Herr Seemann, die überarbeitete, mehrere tausend Seiten starke EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente MiFID II soll für mehr Transparenz im Wertpapierhandel sowie einen besseren Verbraucherschutz sorgen. War hierfür aus Ihrer Sicht tatsächlich ein solches Regulierungsmonster notwendig?

 

Seemann: Über die Notwendigkeit von regulatorischen Veränderungen möchte ich nicht urteilen. Für mich ist es wichtig, wie diese im täglichen Kundengeschäft umgesetzt werden können.
top: Welche konkreten Auswirkungen hat die Richtlinie auf das tägliche Kundengeschäft?
Seemann: Ich möchte mich durch regulatorische Veränderungen wie beispielsweise MiFID II nicht von meinem Serviceansatz abbringen lassen und meinen Kunden weiterhin das anbieten, was sie bei uns suchen: unabhängige Beratung. Selbstverständlich steigt der Aufwand durch neue Richtlinien. Dies ist eine Herausforderung für die gesamte Bankenbranche und in der Beratung. Regulatorische Änderungen und ihre Konsequenzen für den Kunden müssen erläutert werden. Und diese Art von Erläuterung nehmen einen immer größeren Teil der Beratungszeit in Anspruch. Hier müssen wir um Verständnis bei unseren Kunden werben.
top: Gehören manche Dienstleistungen damit der Vergangenheit an?
Seemann: Für unser Haus zumindest kann ich die Frage verneinen. Als reine und unabhängige Privatbank bie
tet Julius Bär eine breite Palette von Dienstleistungen und Ansätzen für die persönliche Vermögensberatung an. Im Rahmen der regulatorischen Bedingungen wähle ich jedoch den Ansatz, den ich für angemessen halte und der den Bedürfnissen des Kunden entspricht.

 


 

Janwillem C. Acket

top magazin Stuttgart sprach mit Janwillem C. Acket, Chefökonom der Bank Julius Bär & Co. AG Zürich, über die Entwicklung der globalen Wirtschaftsmärkte.

top: Herr Acket, die Weltwirtschaft läuft rund, die Eurozone und die USA behalten ihre Rolle als Wirtschaftslokomotiven bei. Wie lange wird dies Ihrer Einschätzung nach noch so bleiben?
Acket: Zumindest rechnen wir mit einem guten Jahr 2018 und darüber hinaus weiterhin mit Wachstum. Wir sehen derzeit keine konkreten Schwächeanzeichen für diese Lokomotiven, auch wenn im kommenden Jahr das Wachstumstempo in Europa wieder leicht hinter den USA liegen dürfte: Die US-Steuerreform dürfte wachstumsbeschleunigend wirken. Da der Euro jedoch gegenüber dem US-Dollar bisher kräftig zugelegt hat, dürfte die exportlastige Eurozone etwas gebremst werden.
top: Welche Rolle spielt in diesem Szenario China?

„Aktienmärkte sind volatil, aber langfristig den aller meisten Anlagen überlegen“

Acket: China wird sich mit einer Wachstumstendenz zwischen 6 bis 6,5 Prozent weiter entwickeln und ein wesentlicher Pfeiler der Weltkonjunktur bleiben – auch wenn diese riesige Volkswirtschaft sich im Umbau in Richtung eines konsumorientierten Binnenmarktes befindet und große interne Schulden abbauen muss.
top: Tendenziell dürfte sich die Hausse an den Aktienmärkten noch eine Weile fortsetzen. Sollte man die Chance also für einen Einstieg beziehungsweise für eine Aufstockung nutzen?
Acket: Ja, aber Sie dürfen für 2018 nicht mit einer Wiederholung des ausgezeichneten Jahres 2017 rechnen. Wenn Sie im Markt investiert sind, dann lohnt es sich zumeist weiterhin, dabei zu bleiben oder sogar aufzustocken. Gleichzeitig ist es aber auch vernünftig, Gewinne teilweise zu realisieren, wo Sie bisher einen guten Lauf hatten, um über genügend Barmittel für Einstiege zu verfügen, falls der Markt zwischenzeitlich korrigiert beziehungsweise Luft holt. Mit letzterem ist in jedem längerfristigen Marktaufschwung zu rechnen. Falls Sie aber ganz langfristig investiert bleiben wollen, dann müssen Sie auch bereit sein, zwischenzeitliche Dellen auszusitzen. Aktienmärkte sind nun mal volatil, aber langfristig den allermeisten Anlagen überlegen.
top: Gibt es Branchen, die Ihrer Ansicht nach favorisiert werden sollten?
Acket: Ja. Wir mögen immer noch die global tätige IT-Branche, weil deren Technologie weiterhin große Umsätze und Gewinne generiert. Daneben sind Banken, die Pharmabranche und Energietitel bei uns derzeit favorisiert.
top: Ein viel diskutiertes Thema ist die Frage der möglichen Überbewertung zahlreicher Titel. Ist dem tatsächlich so?
Acket: Sicherlich sind viele US-Firmen schon stolz bewertet, aber das hat mit dem dortigen schon zehnjährigen Aufschwung zu tun. Wir können aber heute nicht generell von zu Überbewertung tendierenden Aktienmärkten reden, schon gar nicht im Europa der EU. Der weltweite Aufschwung ist breit abgestützt und damit wird der Rahmen für erfolgreiche Firmen ständig größer. Die Märkte sind sicherlich nicht gesättigt.
top: Sind Anleihen überhaupt noch eine Alternative?
Acket: In Europa, wo die EZB mit großen Aufk äufen zu einer Überhitzung der Anleihenmärkte massiv beiträgt, sind Anleihen vorerst zu meiden. Dies gilt weniger für US-Staatsanleihen oder für solche von ausgesuchten Schwellenländern in US-Dollar. Bei US-Anleihen haben wir aber derzeit ein erhebliches Wechselkursrisiko zum Euro, auch im Verhältnis zur vergleichsweise bescheidenen Rendite, die diese Anleihen abwerfen. Da fahren Sie mit Aktiendividenden vielerorts besser, wenn Sie anleiheähnliche Rendite suchen.
top: Bei aller Euphorie dürfen zahlreiche politische Risiken wie etwa die Brexit-Verhandlungen, die politischen Verhältnisse in Italien und die Kongresswahlen in den USA nicht vergessen werden. Wie bewerten Sie diese Risiken respektive deren Einfl üsse auf die Aktienmärkte?
Acket: 2017 haben die Populisten die Aktienmärkte nicht beeindrucken können, es waren aber die guten Ergebnisse der Unternehmen, die das taten. 2018 erwarten wir eine ähnliche Tendenz. Der Brexit trägt vor allem für Großbritannien unüberschaubare Risiken. Was Italien anbelangt, liegen dort die Europaskeptiker und -befürworter Kopf an Kopf, und generell haben die EU und der Euro in Italien die niedrigsten Zustimmungswerte unter den wichtigen Euroländern. In den USA wird der wirtschaftliche Erfolg der kommenden Quartale wahlrelevant für die Kongresswahlen im November. Das größte Risikopotenzial für Korrekturen an den Finanzmärkten in diesem Jahr hat für uns jedoch Italiens Parlamentswahl. Dabei denke ich aber eher an eine Korrektur des Eurohöhenfl ugs als an eine allgemeine Aktienmarktschwäche in der EU.

Artikel von www.top-magazin.de/stuttgart