Gesundheit & Schönheit

Lachen für ein gesundes Leben

Dass Lachen eine positive Auswirkung auf unser Leben und sogar heilende Wirkung haben kann, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Doch leider nutzen die meisten Menschen diese natürliche Medizin viel zu wenig. top magazin verrät Ihnen deshalb, welche Vorteile das Lachen und der Humor für unser Leben haben können.


Das Sprichwort „Lachen ist die beste Medizin“ kommt nicht von ungefähr. Was der Volksmund schon lange behauptet, beweisen aktuell auch immer mehr wissenschaftliche Studien. In der Lachforschung, der sogenannten Gelotologie, werden seit dem Ende der 1960er Jahre die Auswirkungen des Lachens auf die körperliche und psychische Gesundheit des Menschen untersucht. In zahlreichen Studien brachten seitdem Wissenschaftler unterschiedliche Testpersonen zum Lachen und untersuchten die Blutwerte davor, währenddessen und danach. Dabei wurden einige erstaunliche Reaktionen des Immunsystems festgestellt. Es konnte unter anderem nachgewiesen werden, dass Lachen die Menschen so positiv beeinflusst, dass sie mit einer vermehrten Produktion ihrer Abwehrkräfte reagieren. Einige Forscher sehen im Lachen auch eine Funktion für das allgemeine soziale Miteinander, die sich bei unseren Vorfahren als sozialisierendes Element entwickelt hat. So lachen Babys und Kinder im Schnitt 400 Mal am Tag, meist grundlos. Erwachsene lassen sich dagegen nur zu etwa 15 bis 20 Lachern pro Tag hinreisen.

Lachen fördert die Gesundheit

Der Begriff Gelotologie stammt übrigens aus dem Griechischen, wobei „Gelos“ soviel wie „Gelächter“ bedeutet. Aktuell beschäftigen sich weltweit über 250 Gelotologen in wissenschaftlich fundierten Studien mit den Auswirkungen des Lachens auf den Gesundheitszustand des Menschen. Laut Dr. William Fry, seines Zeichens Neurologe an der Stanford Universität in Kalifornien, steigert das Lachen den Gasaustausch in der Lunge um das Drei- bis Vierfache gegenüber dem Ruhezustand. Fry, der oft als der „Vater der Gelotologie“ bezeichnet wird, konnte beweisen, dass Lachen zu einer gesunden Stimulation und tiefen Entspannung führt. Außerdem fand der Neurologe heraus, dass eine Minute lachen eine ähnliche Wirkung besitzt wie zehn Minuten rudern oder 15 Minuten joggen. Fry konnte auch beweisen, dass beim Lachen Glückshormone, die sogenannten Endorphine, ausgeschüttet werden, welche die Risiken von Erkrankungen der Atemwege verringern können. Zudem ist Lachen ein hervorragender Stresskiller und soll sogar gegen Verstopfung, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit helfen. Studien der Gelotologie ergaben zudem, dass Schmerzpatienten eine deutliche Erleichterung erfahren, die mehrere Stunden anhalten kann, wenn sie nur ein paar Minuten lang lachen. Daher beschäftigen sich immer mehr Psychologen und Mediziner mit der therapeutischen Anwendung von Humor und Lachen in Kliniken während einer Therapie. Einer von ihnen, und der wohl bekannteste, ist der amerikanische Arzt Dr. Hunter „Patch“ Adams. Seiner Meinung nach ist für eine erfolgreiche medizinische Behandlung mehr Humor nötig, weshalb er seinen Patienten Lachen sogar kostenfrei verschrieb. Daraus entwickelte sich 1985 die Bewegung der Klinik-Clowns, die seit Jahren auch in Europa schwerkranke Patienten jeden Alters am Krankenbett besuchen, um sie mit Lachen aufzumuntern und abzulenken. Aber auch wenn Lachen gut für die Gesundheit ist, stimmt es leider nicht, dass man dadurch mehr Kalorien verbrennt, als zum Beispiel beim Laufen. Zwar erhöht Lachen die Herzfrequenz und den Energieverbrauch um zehn bis 20 Prozent, trotzdem werden dadurch leider nur zwischen zehn und 40 Kalorien verbrannt, wenn man es ganze 15 Minuten tut. Somit müsste man also drei Stunden lang heftig lachen, um eine ganze Packung Chips zu verbrennen.

Auswirkungen des Lachens auf den Körper

Wenn wir lachen, werden rund 300 Muskeln vom Kopf bis zum Bauch angespannt, allein 17 davon im Gesicht. Doch richtiges Lachen will gelernt sein und stellt ähnlich hohe Anforderungen an den Menschen, wie Leistungssport. Das hat wohl jeder von uns schon mal zu spüren bekommen, zum Beispiel morgens durch den Muskelkater in der Bauchregion, verursacht durch einen lustigen Abend, an dem viel und ausgiebig gelacht wurde. Beim Lachen erhöht sich die schnellere Atmung und das Zwerchfell spannt sich an, wodurch sich die Lungenflügel ausdehnen. Wenn wir dann lauthals loslachen, pressen wir den Atem stoßartig mit bis zu 100 Stundenkilometern aus der Lunge heraus. Beim Lachen nimmt die Lunge viel Luft auf und der Sauerstoff gelangt so in die roten Blutkörperchen. Da das Herz dadurch schneller schlägt und das sauerstoffreiche Blut somit schneller durch den Körper gepumpt wird, befindet sich unser Organismus für eine kurze Zeit in einem sehr aktiven Zustand. Der Stoffwechsel wird angeregt und nach dem Lachanfall entspannt sich der Körper wieder. Die Arterien weiten sich, der Blutdruck sinkt wieder und es folgt eine wohltuende Entspannung. Doch auch gegen solche banalen Dinge wie die Frühjahrsmüdigkeit ist Lachen ein wirk-sames Mittel, fanden Forscher heraus. Ihren Studien nach soll eine Minute lachen ebenso erfrischend wirken, wie ein 45 minütiges Entspannungstraining.

Ist Lachen wirklich ansteckend?

Doch auch für gesunde Menschen lohnt es sich, häufiger mal zu lachen, denn es lässt einen sympathischer und offener auf sei-ne Mitmenschen wirken. Daher ist es heute kaum mehr vorstellbar, dass es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gesellschaftlich verpönt war, zu lachen. Und besonders beim weiblichen Geschlecht galt damals dieses „sich-gehen-lassen“ als moralisch verwerflich. Zum Glück ist das heutzutage anders – da gilt Lachen sogar als ansteckend. Denn egal, ob man einen Menschen auf einem Foto lachen sieht, oder man jemanden hört, der es lauthals tut, möchte man es am liebsten auch tun. Selbst dann, wenn man den Grund gar nicht kennt. Doch warum hat Lachen eigentlich so eine ansteckende Wirkung auf uns? Britische Forscher ha-ben das untersucht und konnten beweisen, dass allein das Geräusch ausreicht, um die Gesichtsmuskeln automatisch auf das Mitlachen vorzubereiten. Denn für die Bewegungsabläufe des Körpers ist ein bestimmtes Areal der Hirnrinde, der so genannte prämotorische Cortex, zuständig, welcher auch das menschliche Lachen steuert. Die se Bewegungsregion in der Hirnrinde wird auch aktiviert, wenn wir jemanden lachen hören. Das Gehirn sendet dann eine Antwort auf den gehörten Reiz, indem es die positiven Emotionen, die dieser auslöst, widerspiegelt. Und das äußert der Körper bewegungstechnisch gesehen mit Lachen. Man könnte also sagen, unser Gehirn sendet bestimmte Signale an den Körper aus, die zum Mitlachen auffordern und die man nur äußerst schwer unterdrücken kann.

Lachen stärkt die eigene Psyche

Morgens aufzustehen gehört beispielsweise zu den unangenehmsten Tätigkeiten des Tages. Wer noch halb verschlafen mit zerzausten Haaren und einem zerknitterten Gesicht vor dem Spiegel steht, sollte sich gezielt ein Lächeln schenken. Oder auch dann, wenn man einen dieser verflixten Tage erwischt hat, an denen gar nichts klappen will und man deswegen einfach schlecht gelaunt ist. Laut den Ergebnissen einer Studie, die Psychologen der University of Alaska veröffentlicht haben, hat es einen positiven Effekt auf unsere Stimmung, wenn wir uns in diesen Situationen selbst ein Lächeln im Spiegel schenken, um uns zu motivieren. Dieser Trick funktioniert nach einer Methode, die man Embodiment nennt und ist ganz einfach zu erklären: Mit unserer Körperhaltung und Mimik können wir unsere Stimmungslage gezielt beeinflussen. Studien zeigen, dass man mit einer selbstbewussten Pose und einem Lächeln sich selbst und sogar sein Gehirn auf gute Laune programmieren kann. Ohne einen Spiegel ist dieser Effekt jedoch nur halb so stark, das Lächeln sollte außerdem natürlich und überzeugend sein. Einen weiteren, sehr schönen Nebeneffekt des Lachens bewies Professor Bob Levenson, Psychologe an der Universität Berkley. In einer Versuchsreihe ließ er verschiedene Paare sensible und schwierige Themen miteinander diskutieren. Und siehe da, diejenigen, die in den Gesprächen während der Diskussionen lachten oder lächelten, fühlten sich nicht nur sofort besser, sondern waren auch insgesamt mit ihrer Beziehung zufriedener und blieben dementsprechend auch länger zusammen. Somit ist Lachen also eine Emotion, die wir mit Menschen teilen können, welche uns nahestehen. Dadurch lassen wir nicht nur den Anderen an schönen Momenten und glücklichen Situationen teilhaben, sondern bieten ihm auch in schwierigen Lagen Unterstützung und Hilfe. Ebenso führt lachen zu einer veränderten Sicht der Dinge. Bestehende Gedankenmuster werden aufgelockert und ermöglichen das Betrachten der eigenen Situation aus einer anderen Sichtweise. Durch diesen neuen Blickwinkel wird es möglich, eine als belastend empfundene Situation zu überdenken und somit neue Lösungsansätze für ein bestehendes Problem zu finden. Auch haben Menschen, die viel lachen, andere soziale Bezüge und besondere spezifische Interaktionen zu ihrer Umwelt. Positiv veranlagte Personen reagieren also auch auf ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse anders, als pessimistische Menschen.

Die verschiedenen Arten des Lachens

Warum wir lachen, kann eine Vielzahl an Bedeutungen haben: Dass wir etwas lustig finden, ist nur ein Grund von vielen. Wir lachen aber auch, weil wir höflich sind, ängstlich und nervös oder weil wir gekitzelt werden. Auch kann lachen ein Anzeichen für sexuelle Erregung sein, ebenso wie für Aggression. Einige Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass es nur ein „vollkommenes Lachen“ gibt, das sogenannte Grundlachen. Bereits seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts versuchen deutsche Ausdruckspsychologen das Lachen und die daraus resultierenden Formen zu deuten und zu erklären. Aufgrund ihrer per-sönlichen Beobachtungen unterscheiden sie gewöhnliches, brüllendes, herzhaftes, selbstgefälliges, verzerrtes, unterdrücktes und schadenfrohes Lachen. Zu letzterem gehört auch das sardonische Lachen. Der Ausdruck stammt übrigens von der italienischen Insel Sardinien und bezeichnet ein schmerzhaftes und grimmiges Lachen.

Lachkurse liegen voll im Trend

„Ein kleines Lächeln tut so gut, drum ge-brauch es dreimal täglich!“ Dieses alte Sprichwort kennen wohl die meisten Menschen. Dass aus so einem kleinen Lächeln aber auch sehr schnell ein richtiger Lachflash werden kann, beweist ein aktueller Trend – das sogenannte Lach Yoga. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus simplen Atem- und gezielten Lachübungen, die den gesamten Körper in Schwung bringen. Komplett ohne äußeren Anreiz bringen sich die Menschen in solchen Lachkursen ganz von selbst in die positive Stimmung. Manchmal wird daraus sogar ein richtiger Lachrausch. Vor über 20 Jahren bereits erfand der indische Arzt Dr. Madan Kataria diese ungewöhnliche Methode. Jeden Morgen traf er sich mit einigen Freiwilligen in einem Park in Bombay, wobei er anfangs nur Witze erzählte, bis er dann auf die Idee kam, seine Yogaübungen mit dem Lachen zu verbinden. Heutzutage gibt es rund 100 Lachclubs bundesweit, ein Lachyogaverband bildet sogar professionelle Lachtrainer aus. Auch an zahlreichen Volkshochschulen in Deutschland werden mittlerweile Lachkurse und -seminare angeboten.

Lachen für den Weltfrieden

Doch nicht nur das Lach Yoga verdanken wir Dr. Madan Kataria, sondern auch den Weltlachtag, der 1998 zum ersten Mal zelebriert wurde. Durch das gemeinsame Lachen sollen seit dem weltweit Brüderlichkeit und Freundschaft unter allen Völkern der Erde erreicht werden. Gefeiert wird dieser Tag ganz einfach: Punkt 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit treffen sich Mitglieder aus verschiedenen Lachclubs auf der ganzen Welt, um gemeinsam drei Minuten lang zu lachen. Natürlich sind dazu aber alle Menschen willkommen, die interessiert sind oder einfach gerne mitlachen möchten. Hintergrund des Weltlachtages ist nicht einfach nur das gemeinsame Lachen, vielmehr soll damit auch ein gemeinsames Zeichen für den Frieden gesetzt werden. Aus diesem Grund wird auf den Veranstaltungen auch für Freiheit und Frieden gebetet. Ein sehr wichtiger Aspekt des Weltlachtages ist, dass es keinen Grund zum Lachen gibt. Laut Dr. Katarias Theorie ist es völlig irrelevant, wieso gelacht wird. Die Wirkung des Lachens trete dennoch ein, da lachen als ein angeborenes Ausdrucksverhalten des Menschen gilt. Der erste Weltlachtag, an dem sich rund 12.000 Mitglieder lokaler und internationaler Lachclubs beteiligten, fand im indischen Mumbai statt. Und alle, die dieses Jahr gerne mitlachen möchten, können dies am 6. Mai tun.

 

 


 

 

Die positiven Auswirkungen des Lachens auf einen Blick:

• Es werden Glücksbotenstoffe im Gehirn aktiviert, die Auswirkung auf unser Wohlbefinden haben.
• Die Immunabwehr wird stimuliert und so bestimmte Selbstheilungskräfte aktiviert.
• Es wirkt entspannend und baut Stresshormone ab.
• Die Schmerztoleranz wird erhöht.
• Es bringt neue Energie und steigert die Sauerstoffaufnahme des Blutes.
• Das Lungenvolumen erweitert sich, dadurch wird der Gasaustausch bei der Atmung erhöht.
• Eine Minute lachen ersetzt 10 Minuten joggen.
• Das Herz-Kreislauf-System wird aktiviert und somit wird die Durchblutung der Muskulatur gefördert.
• Es wirkt anregend auf den Stoffwechsel.
• Die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit wird gesteigert.
• Es fördert Kreativität, Kommunikation und Motivation gleichermaßen.
• Zwischenmenschliche Beziehungen werden verbessert und somit soziale Kontakte gefördert.
• Konfliktpotential wird reduziert und dadurch bestimmte Sichtweisen verändert.
• Es verstärkt die Lebensfreude.
• Störungen wie Depressionen und Angst können positiv beeinflusst werden.

 

Artikel von www.top-magazin.de/stuttgart