Wirtschaft

Power-Frauen in der Region

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut brachte es unlängst auf den Punkt: „Obwohl Frauen nahezu die Hälfte aller Beschäftigten stellen, sind sie in Führungspositionen deutlich unterrepräsentiert.“ Dazu passen Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, wonach der Frauenanteil in den Vorständen der 200 umsatzstärksten Unternehmen bei lediglich acht Prozent liegt. Dessen ungeachtet gibt es in Stuttgart und der Region eine ganze Menge Power-Frauen auf Führungsebenen in Politik und Wirtschaft sowie Verbänden. Einige davon stellen wir Ihnen vor und lassen sie zu den aktuellen Herausforderungen ihrer Aufgaben zu Wort kommen.


Muhterem Aras

Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg

 

„Als ich vom Landtag von Baden-Württemberg zur Präsidentin gewählt wurde, titelten die Zeitungen nicht etwa ‚Erste Frau in diesem Amt‘ oder meinetwegen ‚Erste grüne Landtagspräsidentin‘, sondern sie betonten meine Religionszugehörigkeit. Ich war irritiert. Der Vorgang zeigte mir, dass gelebte Vielfalt in unserer Gesellschaft noch keineswegs selbstverständlich ist. Die Stuttgarter sind großartig, sie sind Weltoffen und schätzen offenbar Kompetenz, Erfahrung und Leistung. Anders wären meine guten Wahlergebnisse wohl kaum denkbar. Gesamtgesellschaftlich gibt es aber offensichtlich noch viel zu tun. Im Landtag bin ich mit meiner Vita für manchen Abgeordneten eine Provokation. Das muss ich zur Kenntnis nehmen. Für mich als Wirtschaftswissenschaftlerin und Steuerberaterin ist ein ganz anderer Aspekt entscheidend: Baden-Württemberg tut gut daran, ein weltoffenes, modernes Bundesland zu bleiben. Aus meiner Sicht ist diese Offenheit zwingend für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes, vor allem aber für den Zusammenhalt in diesem Land. Deshalb trete ich für Teilhabe und Chancengleichheit ein. Und wo immer nötig, positioniere ich mich auch gegen jede Form von Ausgrenzung. Dazu gehört für mich auch, dass Frauen selbstverständlicher werden an den Schaltstellen in Politik und Wirtschaft. Das ist leider noch lange nicht der Fall. Ich sehe mich in dieser Hinsicht deshalb durchaus als weibliches Vorbild für einen selbstbewussten Lebensweg.“

 

1966 als Kind alevitischer Kurden im Dorf Elmaağaç (Türkei) geboren, übersiedelte Muhterem Aras mit ihrer Familie 1978 nach Deutschland in den Raum Stuttgart. Muhterem, 12 Jahre alt, lernt leichte, entwickelte Ehrgeiz – nicht nur, weil der Vater fünf D-Mark für jede Eins auslobte. Vor allem die Mutter, eine Analphabetin, drängte ihre fünf Kinder, alle Bildungschancen zu nutzen. Muhterem Aras tat es. Nach dem Hauptschulabschluss folgten Abitur und ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Uni Hohenheim. Mit 20 heiratete sie und bekam zwei Kinder (heute 16 und 21 Jahre alt). Im Jahr 2000 gründete sie ihr eigenes Steuerberatungsbüro mit 12 Mitarbeitern. Daneben engagierte sie sich politisch: In Reaktion auf die Ausländerhatz in Mölln und andernorts wurde sie 1992 Grünen-Mitglied, 1999 Gemeinderätin und ab 2007 Fraktionschefin in Stuttgart. 2011 kandidierte sie für den Landtag und holte mit 42,5 Prozent das Direktmandat. Bei der Landtagswahl 2016 wurde die Finanzfachfrau mit 42,4 Prozent sogar Stimmenkönigin aller Abgeordneten. Im Mai 2016 erfolgte die Wahl von Muhterem Aras zur Präsidentin des Landtags.

 


 

Ines Isabell Aufrecht

Leiterin der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart

 

„Damit auch künftig die Zeichen auf Wachstum und Innovation stehen, müssen wir mit dem stetigen Wandel der modernen Arbeitswelt konsequent Schritt halten. Mit dem Breitbandausbau und der aktiven Gestaltung von Gewerbegebieten beispielsweise durch die Errichtung von Mobilitätspunkten sowie Investitionen in eine attraktive Umgebung machen wir Stuttgart zukunftsfähig. Eine aktuelle Herausforderung ist der intelligente Umgang mit knappen Gewerbeflächen: Durch höhere Flächenausnutzungen und verdichtetes Bauen ermöglichen wir Unternehmensansiedlungen und -erweiterungen. Ein aktuelles Highlight ist wiederum das Ergebnis einer EU-Studie, die Stuttgart als Kreativstandort Nr. 1 unter XL-Städten auszeichnet. Das ist eine tolle Bestätigung für alle Stuttgarter Kreativschaffenden, aber auch für unseren eingeschlagenen Kurs, indem wir mit Leuchtturmprojekten und hochkarätigen Events unseren Kreativstandort national wie international positionieren.“

 

1976 in Ostfildern-Ruit geboren, absolvierte Ines Isabell Aufrecht von 1996 bis 2002 ein Studium der Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Danach schloss sich in Stuttgart bis 2004 ein Referendariat an, bevor sie bis April 2007 als Rechtsanwältin arbeitet. Im April 2007 wurde Ines Isabell Aufrecht persönliche Mitarbeiterin des Leiters der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart, im März 2011 übernahm sie die Leitung dieser Abteilung. Daneben ist sie stellvertretende Vorsitzende der Fachkommission Wirtschaftsförderung im Deutschen Städtetag, außerdem beratendes Mitglied im Aufsichtsrat der Film- und Medienfestival gGmbH sowie der SWSG Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH.

 


 

Sabine Hagmann

Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes Baden-Württemberg und Württemberg e. V.

 

„Die aktuellen Herausforderungen liegen zum einen im Erhalt der Attraktivität der Innenstadt. Wir treten mit Lösungsvorschlägen und Forderungen an die Politik heran, um etwa Fahrverboten, Streichung von Parkplätzen in den Innenstädten und gleichzeitiger unzureichender Investitionen in den ÖPNV entgegenzuwirken. Die größte Herausforderung ist allerdings der Wandel des Handels durch die Digitalisierung. Das ganze Geschäftsmodell Handel als Beziehungsgeflecht zwischen Erzeugern, Lieferanten, Dienstleistern, Händlern und Kunden ändert sich, und dieser Veränderung müssen wir uns stellen. Zudem gilt es, die Rahmenbedingungen für den Handel in vielen Bereichen zu verbessern. Zu den dringenden Problemen gehört auch die Forderung nach der Abschaffung von gesetzlichen Normen, die nicht mehr zeitgemäß oder unter dem Gesichtspunkt des bürokratischen Aufwands unverhältnismäßig sind. Ein Beispiel hierfür ist der Umstieg von der täglichen auf die wöchentliche Höchstarbeitszeit, um den veränderten Konsumgewohnheiten und Lebensstilen der Verbraucher und der Mitarbeiter und damit den Anforderungen an die Unternehmen Rechnung zu tragen.“

 

Sabine Hagmann, geboren 1964 in Sigmaringen, studierte an der Universität Tübingen Rechtswissenschaften und BWL (bis zum Vordiplom), ausbildungsbegleitend war sie im Einzelhandel, am Fraunhofer-Institut sowie an der Universität Tübingen tätig. Von 1994 bis 1999 arbeitete Sabine Hagmann als Justitiarin beim Einzelhandelsverband Württemberg, anschließend war sie hier bis 2001 Geschäftsführerin, danach stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbandes Baden-Württemberg. Seit 2002 hat sie ihre heutige Funktion als Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbandes Baden-Württemberg und des Verbandes Württemberg inne. Zudem ist sie seit 2005 Tarifgeschäftsführerin für den Einzelhandel Baden-Württemberg. Sabine Hagmann ist außerdem in einer Stuttgarter Kanzlei als Fachanwältin für Arbeitsrecht tätig und engagiert sich ehrenamtlich als Mitglied in Aufsichtsräten verschiedener Banken und Gesellschaften und lehrt in der Nürtingen an der Lehranstalt für Handelsbetriebslehre.

 


 

Prof. Dr. Christiane Lange

Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart

 

 „Die Staatsgalerie Stuttgart steht – wie alle Museen in Zeiten der Digitalisierung – vor großen Herausforderungen. Und dies auf den unterschiedlichsten Ebenen. Denn das Digitale ist nicht nur ein Werkzeug, es beeinflusst auch unser Denken und verändert unsere Sehgewohnheiten. Für die Staatsgalerie als eines der führenden Kunstmuseen im deutschsprachigen Raum ist es deshalb wichtig, sich on- und offline als Marke zu etablieren, sich eine gut wahrnehmbare mediale Präsenz zu verschaffen. Zum Beispiel mit unserem neuen Corporate Design und dem neuen Internetauftritt mit der Möglichkeit für Besucher, online ihre Lieblingsstücke aus unseren Sammlungen auszuwählen. Außerdem digitalisieren wir unsere kompletten Bestände. Bei rund 400.000 Werken ist das naturgemäß eine längerfristige Maßnahme. Neben diesen grundsätzlichen Aufgaben im Hintergrund ist unsere Museumsarbeit natürlich auch von großen Ausstellungsprojekten wie der Großen Landesausstellung Baden-Württemberg 2017 ‚Der Meister von Meßkirch. Katholische Pracht in der Reformationszeit‘ getragen. 2018 werden die Besucher der Staatsgalerie Stuttgart mit Wilhelm Lehmbruck die Gelegenheit haben, einen bedeutenden Bildhauer des 20. Jahrhunderts zu sehen. Im Mai 2018 feiern wir außerdem unser 175-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung, die die wechselvolle Geschichte des Hauses und seiner Sammlung erzählen wird.“

 

Nach dem Studium 1984–1990 der Kunstgeschichte, Bayerischen Geschichte und Kirchengeschichte in München und Berlin, arbeitet Christiane Lange bis 1999 in der Galerie Klewan in München. Ab 2000 arbeitete sie als Kuratorin an der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München, von 2006–2012 als deren Direktorin. Für diese Institution realisierte sie insgesamt 40 Ausstellungen. Als Kuratorin zeichnete sie unter anderem verantwortlich für Wasser: Mythos und Naturgewalt (2005), Zurück zur Figur. Malerei der Gegenwart (2006), Serge Poliakoff. Retrospektive (2007), Adolph Menzel. Radikal Real (2008), Jean Dubuffet. Ein Leben im Laufschritt (2009), Realismus – das Abenteuer der Wirklichkeit (2010), Georgia O’Keeffe (2012). Daneben kuratierte sie Ausstellungen zu Alberto Giacometti und anderen Aspekten der Sammlung Klewan im In- und Ausland. Ab 2003 nahm sie einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste München war, seit 2011 ist sie dort als Honorarprofessorin tätig. Seit 2013 ist Christiane Lange Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart. Im Februar 2017 verlängerte sie ihren Vertrag an der Staatsgalerie Stuttgart bis Ende 2021.

 


 

Dr. Ulrike Groos

Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart

 

„Sonderausstellungen zu ‚Eat Art‘, ‚Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart‘, ‚Michel Majerus‘ mit der Realisierung seiner großen Skaterrampe direkt vor dem Kunstmuseum sowie ‚Candice Breitz. Poderosa‘ sind einige meiner Highlights der letzten Jahre. Unser Jubiläumsjahr 2015 anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Kunstmuseum Stuttgart, war für mich eine großartige Zeit. Unter anderem ‚I Got Rhythm. Kunst und Jazz seit 1920‘, die bisher erfolgreichste Ausstellung des Hauses, zeigte, was uns im Museum wichtig ist – Synergien herstellen, Denkanstöße geben durch Verknüpfungen zu anderen Bereichen, mit Kunst auf aktuelle Fragestellungen reagieren. Die nächste gattungsübergreifende Ausstellung mit Kunstwerken aus der ganzen Welt kommt 2018 mit ‚Ekstase in Kunst, Musik und Tanz‘, auf die ich mich besonders freue, weil wir wieder viele Kooperationspartner mit im Boot haben. Im Moment – und dies wird uns die kommenden Jahre sicherlich sehr beschäftigen – ist die Digitalisierung in unserem Haus und deren Finanzierung die größte Herausforderung.“

 

Die gebürtige Hessin hat in Würzburg, New York und Münster Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Ethnologie studiert und über das Thema „Ars Musica in Venedig im 16. Jahrhundert“ promoviert. Nach einem Wissenschaftlichen Volontariat am Westfälischen Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte Münster war sie Projektleiterin der Ausstellung „Manifesta 2“ bei der Europäischen Biennale für Zeitgenössische Kunst in Luxemburg. Von 2002 bis 2009 leitete sie die Kunsthalle Düsseldorf und realisierte während dieser Zeit Ausstellungen wie „Zurück zum Beton. Die Anfänge von Punk und New Wave in Deutschland 1977-82“ (2002), „Ready to Shoot – Fernsehgalerie Gerry Schum, videogalerie schum“ (2003), „Daumenkino – The Flip Book Show“ (2005), „Palermo“ (2007), „Reiner Ruthenbeck“ (2008) und „Sonic Youth etc.: Sensational Fix“ (2009). Ulrike Groos ist seit 2010 Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart und seit 2013 zudem Direktorin des Museums Haus Dix in Hemmenhofen. Von 2001 bis 2006 lehrte sie außerdem an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich. Groos ist Mitglied zahlreicher Gremien wie etwa des Kuratoriums der Kunststiftung Baden-Württemberg, der Kunstkommission für Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum München, des Kuratoriums Ludwigsburger Schlossfestspiele und der Ankaufskommission des Bundes.

 


 

Marjoke Breuning

Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart

 

„Der Wirtschaft in der Region Stuttgart geht es derzeit sehr gut. Dies zeigt die hervorragende Beschäftigungslage. Niedrige Zinsen und Energiepreise sowie ein für den Export günstiger Euro-Kurs verstärken die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen. Diese positiven weltwirtschaftlichen Faktoren können sich aber wieder ändern. Daher brauchen wir bei manchen Punkten bessere Rahmenbedingungen. Hier ist neben der Landes- und Kommunalpolitik die neue Bundesregierung gefordert. Trotz der Erfolge stehen viele Betriebe vor großen Herausforderungen beispielsweise durch die Digitalisierung. Es bedeutet für viele Betriebe einen Kraftakt, wenn Geschäftsmodelle und Prozesse angepasst werden müssen. Damit dies zum Erfolg wird, brauchen wir ein flächendeckendes Breitbandnetz. Ein weiterer Punkt ist der Fachkräftemangel. Der demografische Wandel bereitet den Betrieben Sorgen. In den nächsten Jahren fehlen in der Region Stuttgart jährlich im Schnitt etwa 70.000 Fachkräfte. Stellen zu besetzen, wird immer schwieriger. Auch die Frage, wie sich gute Luft in den Großstädten, Mobilität für Betriebe und Menschen sowie attraktive Innenstädte unter einen Hut bringen lassen, beschäftigt viele Unternehmerinnen und Unternehmer. Dabei bringen differenzierte Lösungen mehr als pauschale Fahrverbote.“

 

Marjoke Breuning, Jahrgang 1971, leitet seit 2003 gemeinsam mit ihrer Schwester Anneke Breuning als geschäftsführende Gesellschafterin in sechster Generation das 1844 gegründete Familienunternehmen Maute-Benger GmbH in Stuttgart. Nach dem Abitur an einem humanistischen Gymnasium absolvierte sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau und ein Studium an der Textilfachschule des deutschen Textileinzelhandels in Nagold. Nach ersten beruflichen Stationen bei Van de Velde in Schellebelle (Belgien), Engelhorn & Sturm in Mannheim und Calida in Sursee (Schweiz) trat die gebürtige Stuttgarterin 2001 bei Maute-Benger ein. Das mehrfach ausgezeichnete Unternehmen gilt als Deutschlands größtes Fachgeschäft für Tages- und Nachtwäsche, Bademode und Dessous. Maute-Benger beschäftigt 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zählt zu den traditionsreichsten Ausbildungsbetrieben der Kammer. Marjoke Breuning ist seit 2005 Mitglied der Vollversammlung, seit 2013 Mitglied des Präsidiums der IHK Region Stuttgart und seit 2017 deren Präsidentin.

 


 

Dipl.-oec. Bettina Fuchs

Leiterin der City-Initiative Stuttgart e. V.

 

„Massive Flächenerweiterungen im Jahr 2014 und der zunehmende Online-Handel machen es dem Handel und den Innenstadtbetrieben immer schwerer. Aktuell liegt die Herausforderung darin, gemeinsam mit der Stadtverwaltung und anderen Partnern die Vorzüge der Landeshauptstadt Stuttgart herauszustellen und den Menschen gute Gründe zu liefern, um die Stuttgarter City zu besuchen. Dazu gehört natürlich eine vielfältige und attraktive Handelslandschaft, aber auch ‚Places to be‘ und emotionale Anlässe wie beispielsweise Veranstaltungen, Konzerte und Sehenswürdigkeiten. Weiterhin ist es unabdingbar, den öffentlichen Raum zu einem Raum mit herausragender Aufenthaltsqualität zu machen. Ein weiterer Fokus muss auf der Erreichbarkeit der Innenstadt gelegt werden, insbesondere für auswärtige Besucher. Durch negative Schlagzeilen wie Feinstaubalarm, Fahrverbote, aber auch den überlasteten ÖPNV wird oftmals suggeriert, dass es zu beschwerlich ist, nach Stuttgart zu kommen. Das muss dringend geändert und in der Wahrnehmung der Besucher korrigiert werden.“

 

Bettina Fuchs, Jahrgang 1972, ist gebürtige Stuttgarterin. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Aus- und Weiterbildung zur Einzelhandelskauffrau und Handelsassistentin bei Breuninger. Im Anschluss studierte Sie Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim mit den Vertiefungsfächern Marketing und Konsumökonomik und verfasste ihre Diplomarbeit im Bereich Konsumökonomik. Nach einigen Jahren in einer Stuttgarter Werbeagentur war sie als erste Centermanagerin am Stuttgarter Flughafen angestellt. Zu dieser Zeit absolvierte sie noch ein Zweitstudium im Bereich Handelsimmobilien an der IREBS, war dann viele Jahre im Immobilienmanagement tätig und Kopf unterschiedlicher Shopping-Center und gemischt genutzter Immobilien. Seit 2013 ist Bettina Fuchs City-Managerin in ihrer Heimatstadt Stuttgart und leitet die City-Initiative Stuttgart.

 


 

Dr. Arina Freitag

Geschäftsführerin der Aviation der Flughafen Stuttgart GmbH

 

„Stuttgart ist für den Luftverkehr ein starker Markt, und unser Ziel ist, dass das Flugangebot für die Passagiere ab Stuttgart stimmt. Unsere rund 11 Millionen Fluggäste wirklich willkommen heißen – das ist mir für mich ein großes Anliegen. So habe ich ein besonderes Augenmerk auf alles, was zur Kundenzufriedenheit beiträgt – seien es kurze Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen, die Anmutung der Terminals oder tolle Shopping- und Gastronomieangebote. Auch das Thema Digitalisierung voranzutreiben liegt mir sehr am Herzen.“

 

Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre und der Promotion an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz war Arina Freitag ab 1998 bei der Bank of Tokyo-Mitsubishi als Economist tätig. 2001 startete sie bei der Fraport AG als Leiterin der Finanzkommunikation, es folgten verschiedene Managementpositionen im Unternehmen. Von 2009 an hatte Arina Freitag die Projektleitung Operational Excellence inne und war Head of Airport Charges. Ab 2011 war sie als Senior Vice President Commercial  Affairs – Aviation der Fraport AG verantwortlich. 2015 wechselte sie als Senior Vice President Marketing und Vertrieb zur DB Netz AG. Seit September 2017 ist Freitag Geschäftsführerin der Flughafen Stuttgart GmbH. Sie ist für den Bereich Aviation und damit für den Luftverkehr, das Controlling und die Finanzen des Landesairports zuständig.

 


 

Frauen mit Ecken und Kanten

Die zweite Ausgabe der „Charakterköpfe“ zeigt Stuttgarts weibliche Seite

 

Ein ganz besonderes „Facebook“ ist in die zweite Runde gegangen – ein Buch mit Gesichtern, das mit grandiosen Schwarzweiß-Porträts die bunte Vielfalt der Menschen in Stuttgart zeigt. Der im Herbst 2016 erschienene Männerband „Stuttgarter Charakterköpfe“ hat in der Presse und in den sozialen Netzwerken für Lobeshymnen gesorgt. Nun ist auch die Frauen-Ausgabe der „Charakterköpfe“ erhältlich. Die Präsentation ging in der Galerie Valentien über die Bühne, der Schauspieler Walter Sittler begeisterte die geladenen Gäste dabei mit einer launigen Rede. Auf Schmeicheleien durch Farbe, Retuschen oder Beleuchtungseffekte hat der Fotograf Wilhelm Betz auch bei den weiblichen Charakteren verzichtet. Er will sie authentisch und mit einer eigenen Ästhetik abbilden. Das Buch zeigt einen Querschnitt kreativer Frauen, die Stuttgart geprägt haben oder prägen – von der Wirtin und „Schwulen-Mutter“ Laura Halding-Hoppenheit bis zu Marcia Haydée, der Grande Dame des Balletts, vom YouTube-Star Jenny Marsala bis zur Extrembergsteigerin Heidi Sand, von der „Landesmutter“ Gerlinde Kretschmann bis zum Stuttgarter Museumsquartett Ines de Castro, Cornelia Ewigleben, Christiane Lange und Ulrike Groos. Die unverwechselbaren Frauen zeigen dabei nicht nur Gesicht, sondern sagen auch klipp und klar, was ihnen Stuttgart bedeutet, was in ihrer Heimat im Argen liegt, was sie begeistert und was anders werden sollte. Jeder ganzseitigen Aufnahme steht daher ein Text gegenüber, der aus der Feder des Journalisten-Ehepaars Uwe Bogen und Conny Mertz-Bogen stammt.

 

Bei der Buchpräsentation vor der Galerie Valentin

Artikel von www.top-magazin.de/stuttgart