Genuss

Wenn Michael Branik kocht…

Top Magazin hat dem bekannten und beliebten Radiomoderator Michael Branik in Stuttgart auf die Finger und in den Topf geschaut. Seit Jahren kocht er regelmäßig im Programm von SWR4 Baden-Württemberg mit Hörern und Prominenten und stürmt seit einigen Monaten mit seinem Kochbuch „Frischer Südwesten“ die deutschen Bestsellerlisten. Für uns hat sich Michael Branik zwei ganz besonders leckere Gerichte einfallen lassen.


Michael Branik in der Küche

Michael Branik kennt sich aus! Als Moderator bei SWR4 Baden-Württemberg mit angesagter Musik und als passionierter Hobbykoch mit gutem Essen und gesunder Ernährung. Eine Leidenschaft, die ihn schon seit seiner frühesten Jugend begleitet. „Meine Oma konnte unheimlich gut kochen“, erzählt er.


„Da meine Mutter alleinerziehend und berufstätig war und ich früher viel Zeit bei den Großeltern verbrachte, kam ich schon sehr früh mit der Zubereitung der deutschen und internationalen Küche in Kontakt.“


Wer jetzt aber glaubt, Branik sei ein Urschwabe, der täuscht sich gewaltig. Der Sohn eines Amerikaners und einer Deutschen wurde nämlich 1953 in den USA geboren, genauer gesagt in Pennsylvania. Erst mit vier Jahren kam er nach Deutschland und lebte mit seiner Mutter in Bad Mergentheim, wo er nach der Schule ein Studium im Bereich Tourismus absolvierte. Schon frühzeitig legte Branik auch in Diskotheken Platten auf, die Musik wurde zu seinem Geschäft. Der junge Mann mit der sympathischen Stimme verstand seinen Job und so war auch seine Bewerbung beim Süddeutschen Rundfunk damals erfolgreich, wo er sich gegen viele Mitbewerber durchsetzte. Nach einem Volontariat beim Radio und Fernsehen war er dann unter anderem als Redakteur bei TV-Sendungen, später auch vor der Kamera und hinter dem Mikrofon tätig. Seit damals sind Jahrzehnte vergangen und der Moderator mit Herz und Leidenschaft hat viele Sendungen beim SWR geprägt.

Heute ist er eine der bekanntesten Stimmen in Baden-Württemberg und gehört in die Region wie Maultaschen, Schupfnudeln oder Flammkuchen. Neben seiner Arbeit findet Branik aber auch immer wieder Zeit für sein größtes Hobby: das Reisen. Besonders in den Bergen und im asiatischen Raum fühlt er sich wohl. Und auch die asiatische Küche mit ihren einzigartigen Geschmacksnouancen hat es ihm angetan. Mit großer Hingabe kreiert er eigene Gewürzmischungen, -öle und -pasten und lässt sich dazu auf seinen zahlreichen Reisen inspirieren. „Da sind oft schon kuriose Mischungen entstanden, aber es war zum Glück immer lecker.“ Auch die schwäbischen Gerichte gehören heute noch zu seinen liebsten. Besonders für Spätzle mit Soße hat er eine Schwäche. „Dafür würde ich alles andere stehen lassen“, erzählt Branik lachend. Wichtig sind für den leidenschaftlichen Koch frische und regionale Zutaten, die er auch seinen Hörern gerne nahebringt.

Was lag da näher, als ein Buch zu schreiben? So wurde „Süßer Südwesten“, ein buntes Kochbuch über Köstlichkeiten mit Beeren, im Jahr 2013 ein großer Erfolg. Und auch der Nachfolger „Frischer Südwesten“ hat es bereits auf Platz 3 der bundesweiten Kochbuchliste geschafft und verdrängte sogar Jamie Oliver von den vorderen Plätzen. „Knackige Köstlichkeiten aus dem Gemüsegarten Baden-Württemberg“ heißt der Untertitel. Das handliche und bunt bebilderte Buch bringt ausgefallene und bewährte Rezepte für Gemüse und Salate, aus dem Fundus der Hörerinnen und Hörern von SWR4 Baden-Württemberg und den Landfrauen aus der Region. Die Rezepte für das Buch hat Branik mit seinem Team ausgesucht und einige selbst beigesteuert. Auch Gerlinde Kretschmann, die Frau des Ministerpräsidenten, verrät darin ein paar ihrer Lieblingsrezepte. „Ich war total überrascht, wie vielfältig Gemüse hierzulande zubereitet wird“, erzählt Branik.


„Es eignet sich hervorragend für süße und pikante Brotaufstriche, zum Dünsten und Braten, man kann Gemüse aber auch raffiniert füllen und damit leckeren Kuchen backen.“


Der Moderator bezeichnet sich selbst als „großen Gemüsefan“, der damit aufgewachsen ist. „Vor allem Omas Rosenkohl, der ist für mich bis heute einfach ungeschlagen.“

Aber auch seine sozialen Ambitionen bekam der sympathische Radiomann von seiner Großmutter vermittelt. So hat er neun Patenschaften für junge Menschen in verschiedenen Dritteweltländern übernommen, um ihnen einen Schulabschluss und eine Universitätsausbildung für eine bessere Zukunft zu ermöglichen. „Meine Oma hat immer gesagt, wenn Du zwei Fleischküchle hast, dann teile sie“, erzählt Branik. „Danach lebe ich auch heute noch und mache gerade so weiter!“ Mit uns hat Michael Branik seine leckersten und liebsten Rezepte geteilt. Lassen Sie sich deshalb auch dieses Mal wieder inspirieren. Viel Spaß beim Nachkochen.

Als Fan der asiatischen Küche habe ich viele Gerichte abgeändert oder verfeinert oder auf unsere Verhältnisse umgeschrieben.

Einkaufsliste

  • 4 frische Hühnerbrüste
  • 2 mittlere Zucchini
  • 2 rote Paprika
  • 4 mittlere Möhren
  • 2 Knoblauchzehen
  • 250 g mittelgroße weiße Champignons weitere mögliche Gemüse nach Wahl:
  • Brokkoli, Blumenkohl
  • 1 Handvoll Zuckerschoten Asialaden
  • 16 kleine Maiskölbchen Asialaden
  • 1 Portionspackung rote Currypaste aus
  • Thailand Asialaden oder nach Schärfegrad 1–2 TL Currypaste aus der Großpackung Asialaden
  • frischer Koriander Asialaden
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer
  • 2 rote Chilischoten
  • 1 EL Zucker, Salz, weißer Pfeffer
  • 1 l Kokosmilch aus Thailand Asialaden 2 Stangen Zitronengras
  • 8 Kaffir-Limonenblätter
  • Jasminreis aus Thailand oder Basmati, Menge und Zubereitung wie auf der Packung – Tipps dazu unter Reis

Am Tag folgendes zubereiten:

In einem Wok 2 EL festes Kokosfett aus der Packung leicht anbraten und darin die entsprechende Menge Currypaste anrösten. Mindestens 5 Minuten, bis sich kleine „Krater“ am Boden bilden und es beginnt zu duften. Man sieht wie sich das Fett aus Kokosmilch und Paste von der Masse trennt. Dann mit dem Rest der Kokosmilch aufgießen, einmal aufkochen lassen, danach Hitze reduzieren, Zucker, etwas Salz und Pfeffer dazu.
Die in nicht zu große Würfel geschnittenen Hühnerbrustwürfel in der rötlichen Kokosmilch leicht simmernd garen lassen. Dazu geben wir die angeritzen Zitronenblätter, den in feine Streifen geschnittenen Ingwer. Die dicken Enden des Zitronengrases klopfen wir mit dem Handballen flach, dazu 2 Knoblauchzehen in Scheiben geschnitten und geben sie in die Kokosmilch. Das Ganze sollten wir mindestens 2 bis 3 Stunden bei geringster Hitze durchziehen lassen. So saugen die Fleischwürfel das volle Aroma der Gewürze auf.

Reis

Vor dem Garen mindestens 30 Minuten in lauwarmen Wasser einweichen, dann in Salzwasser erst kurz aufkochen lassen, dann bei geringer Hitze ziehen lassen. Vor dem Servieren mit kleingeschnittenem frischen Koriander bestreuen.

Gemüse

Kurz vor dem Servieren schneiden wir das Gemüse: Zucchini halbieren und in 1  cm dicke Scheiben schneiden, Möhren in 1  cm dicke Scheiben, Paprika in 3 bis 4 cm große Quadrate schneiden, Zuckerschoten und Maiskölbchen in der Länge halbieren.
Wir erhitzen die Kokos Fleischmischung und entfernen die Zitronengrasstengel und die Limonenblätter. Das Ganze leicht simmern lassen und dann die Gemüse in der folgenden Reihenfolge dazugeben: Möhren, Mais, Zuckerschoten, Zucchini, Paprika und Pilze. Alles nur leicht erwärmen. Wir wollen alles knackig und nicht matschig. Nach kurzer Garzeit abschmecken mit Salz und Peffer. Dazu 1 bis 2 entkernte Chilischoten (Vorsicht – nur mit Gummihandschuhen anfassen).
Reis auf dem Teller anrichten und mit Koriander bestreuen, dann unser Gemüse Hühnergulasch dazugeben.

Tipps

  • NICHT mit Mehl andicken, das macht das Aroma kaputt.
  • Gemüse nicht zu weich garen.
  • Vorsicht mit der roten Currypaste und Chili – erst weniger nehmen, wenn nötig vor dem Servieren noch dazugeben.
  • Statt Salz kann man auch mit asiati-scher Fischsoße oder heller Sojasoße würzen.
  • Reis nicht zu weich kochen.
  • Wer Zeit hat, kann das Fleisch in der Kokos milch schon am Tag vorher zubereiten und kühl stellen, das erhöht das Aroma.
  • Zeitaufwand zur Vervollständigung des Gerichts: ca. 1 Stunde bis zum Servieren.

Nachtisch

Zutaten

  • 500 g 10 % milden Joghurt
  • 200 g 40 % Sahnequark
  • 200 g Mascarpone
  • 100 g geschlagene süsse Sahne
  • etwas süße Sahne zum Anrühren der
  • Gelatine
  • Steevia flüssig
  • Vanillemark aus 2 Schoten
  • Mangopulp, also Mangomark von Indiashop
  • Rosenwasser aus Indiashop
  • gemahlener Kardamom
  • Minzblätter
  • weißes Gelatinepulver zur Verarbeitung in kalten Gerichten

Joghurt, Quark, Mascarpone vemengen und leicht mit Stevia süßen und dann das Vanillemark dazugeben. Jede Gelatine hat ihre eigene Mengenangabe. Die auf der Packung für unsere Menge angegeben Menge Gelatine in etwas süßer Sahne auflösen und dann in die Masse rühren, die geschlagene Sahne leicht unterheben. Abschmecken, darf nicht zu süß sein, der säuerliche Geschmack sollte herausschmecken.

Tipp: Wer die Masse etwas weniger fest haben will, der nimmt eine Spur weniger Gelatine. Die Masse sollte cremig fest sein, nicht zu fest, damit der cremige Charakter erhalten bleibt. Mindestens 1 Nacht kalt stellen und stocken lassen. Das Mangomark, also Mangopulp mit etwas Rosenwasser aromatisieren. NICHT süßen!

Vor dem Servieren mit einem Eiskugelstecher aus der kalten festen Masse schöne Kugeln stechen. Darüber geben wir je nach Geschmack einige EL Mangopulp, darüber eine Prise Kardamompulver und mit Minzblättern garnieren.
Raffiniert schmeckt eine winzige Prise Chilipulver auf dem Mangomark – aber Vorsicht! Scharf!

 

Artikel von www.top-magazin.de/stuttgart