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Ruhrrevier

Die Welt dreht sich um Oberhausen


 

Die aktuelle Gasometer-Schau „Wunder der Natur“ ist erfolgreicher als alle bisherigen Ausstellungen.

Die Malediven, Mallorca oder vielleicht ein Musicalbesuch in Hamburg – das waren vor 20 Jahren je nach Gusto und Geldbeutel Reiseziele für Otto-Normalurlauber aus Oberhausen. Kopfschütteln zählte noch zu den zurückhaltendsten Reaktionen in der Stadt, als im Frühjahr 1997 die erste Tourist-Information am Hauptbahnhof eröffnete. So früh, so konsequent und gleichzeitig so erfolgreich wie Oberhausen hat kaum eine andere Ruhrgebietsstadt auf die Themen Tourismus und Freizeitwirtschaft gesetzt.

„Heute ist der Städtetourismus in der Region wie auch in Oberhausen nicht mehr wegzudenken“, betont Axel Biermann, 1997 „Gründungs-Chef“ der Tourist Information Oberhausen und seit 2008 Geschäftsführer der Ruhr Tourismus GmbH (RTG): „Was vor 20 Jahren von vielen noch belächelt wurde, sorgt heute für Umsätze in Millionenhöhe.”

Auch – oder besser: gerade – in Oberhausen: „Die Themen Tourismus und Freizeitwirtschaft sind längst tragende Säulen unserer Wirtschaftsstruktur. Sie stehen für Arbeitsplätze, Umsätze und Steuerkraft“, betont Frank Lichtenheld, Geschäftsführer der OWT Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung GmbH. So beträgt der Bruttoumsatz durch Übernachtungs- und Tagesbesucher mittlerweile mehr als 450 Millionen Euro im Jahr. Damit verbunden sind direkte Einkommenseffekte von gut 100 Millionen Euro. So trägt der Tourismus bereits ein Zehntel zur gesamten Oberhausener Wertschöpfung bei.

„Im Durchschnitt des Landes Nordrhein-Westfalen liegt der Anteil mit knapp fünf Prozent nur halb so hoch“, unterstreicht Rainer Suhr, Spartenleiter für Tourismus und Stadtmarketing der OWT, Oberhausens positive Entwicklung.

Das Disney-Musical „Tarzan“ gibt auch dem Oberhausen-Tourismus Schwung

Das Disney-Musical „Tarzan“ gibt auch dem Oberhausen-Tourismus Schwung

Mit ca. 9000 Beschäftigten in 609 Betrieben machte der Leitmarkt „Tourismus. Shopping. Entertainment“ 2015 bereits jedes Siebte aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse aus. „Neben den wirtschaftlichen Effekten ist der Touristenboom jedoch auch für das Wohlbefinden innerhalb der Stadt, für die Außenwahrnehmung und für das Stadtimage wichtig“, betont Suhr: „Angebote für auswärtige Besucher steigern natürlich die Lebensqualität innerhalb Oberhausens. Und jeder zufriedene Gast ist gleichzeitig ein zufriedener Botschafter für unsere Stadt.“ Die Zahl dieser Botschafter steigt stetig. Seit 1994 haben sich die Übernachtungszahlen beinahe verzehnfacht – von 49612 auf zuletzt 464872. Die Wuppertaler Schollen Hotelentwicklung GmbH sieht in ihrem „Hotelmarkt Report NRW 2017“ landesweit nur in der Landeshaupt- und Messestadt Düsseldorf eine noch größere Dynamik als in Oberhausen. Als Wachstumstreiber nennen die Autoren vor allem „die Attraktivität der Neuen Mitte als prosperierenden Tourismus- und Wirtschafts-Hotspot“. Nach dem Rekordergebnis 2016 und einem guten ersten Quartal ist die OWT auch für 2017 optimistisch.

Beliebtes Fotomotiv: die spektakuläre Kanalbrücke „Slinky springs to Fame“

Beliebtes Fotomotiv: die spektakuläre Kanalbrücke „Slinky springs to Fame“

„Das Disney-Musical Tarzan und die Gasometer-Ausstellung ‚Wunder der Natur‘ sind mit unglaublich viel Schwung in die neue Saison gegangen. Ebenso das CentrO, wo erheblich investiert wird.“ Neue Ziele wie der Trampolinpark Tiger Jump oder die neuen Attraktionen im „Sea Life Oberhausen“ und im „Legoland-Discovery-Center“ tragen zur ungebrochenen Anziehungskraft bei. Den Aufwärtstrend unterstreicht auch die Entwicklung am Hotelmarkt. Die Zahl der Betten in Oberhausen stieg kontinuierlich von 600 in 1996, kurz vor der CentrO-Eröffnung, auf aktuell 2308. Mit 55,6 Prozent Bettenauslastung nimmt Oberhausen 2016 den ersten Platz unter allen kreisfreien Städten in NRW ein. Aktuell entstehen hier gleich zwei neue Hotels. Die beiden Neubauten erhöhen die Zimmerkapazität zwar auf einen Schlag um dreißig Prozent. Die Schollen-Experten sehen darin vor allem eine Nachholreaktion des Marktes auf die bisherige günstige Entwicklung und eine positive Diversifizierung des Angebots. Ihre Prognose: „Es gibt keine Anzeichen für ein Abflauen der Nachfrage, sodass hier die halbe Million Übernachtungen bald erreicht werden sollte.“

„Tiger Jump“ Trampolinpark

Große Sprünge im „Tiger Jump“ – so heißt der neue Trampolinpark

Artikel von www.top-magazin.de/ruhr