Kultur

Vom Brexit bis zum Kulturmarkt

Das Theater Krefeld Mönchengladbach steckt mitten in der Saison. Ob Schauspiel, Oper, Konzert, Ballett oder Extras – so wie der Theaterball 2019 am 30. März in Krefeld: Sicherlich findet sich im aktuellen Spielplan auch etwas für Sie. Das Top Magazin Niederrhein hat sich fünf Vorschläge exemplarisch herausgepickt.


 

Brexit auf der Bühne hautnah

Jetzt hat der Brexit es sogar auf die Theaterbühne geschafft: „Let‘s Stop Brexit! – Keep Calm and Drink Tea“ heißt die heiter-satirische Musikrevue, die am 9. Februar im Theater Mönchengladbach uraufgeführt wurde und in dieser Spielzeit noch vier Mal in Mönchengladbach zu erleben ist: am 28. April, 5. Mai und 2. Juni. Geschrieben und inszeniert wurde die Revue von Ulrich Proschka, die Musik stammt von Arthur Sullivan. Es geht um das Ringen um Formalien und die konkreten Umsetzungen des Brexit – auch absurde Ideen sind hier erlaubt. Natürlich auch musikalisch „very british“, steht das Ganze im Zeichen des britischen Duos Gilbert & Sullivan – das Synonym für komische englische Oper. Besonderheit: Bei den Vorstellungen sitzen die Zuschauer auf der Bühne, die von Ausstatterin Christine Knoll nach dem Vorbild des britischen Unterhauses gestaltet wurde. Dadurch können sie das Geschehen hautnah mitverfolgen und die besondere – britische – Atmosphäre genießen.

 

 

Wasser predigen, Wein trinken

Gerade uraufgeführt, ist Molières Komödie „Tartuffe“ 1664 schon verboten worden – wegen Gotteslästerlichkeit. Zu genau wohl hatte die Satire über fromme Heuchler ins Schwarze getroffen. Es hat aber auch etwas Blasphemisches, wie Tartuffe, dieser falsche Heilige, vom Hausherrn Orgon in dessen Familie eingeführt wird – wie der Messias höchstpersönlich nämlich. Für alle andern liegt offen zu Tage, dass Tartuffe Wasser predigt und Wein trinkt – aber Orgon lässt sich in seiner inbrünstigen Verehrung nicht stören. Selbst die Hand seiner Tochter verspricht er Tartuffe, und schließlich vermacht er dem verführerischen Visionär sein komplettes Vermögen. Die israelische Regisseurin Dedi Baron hat bereits mit ihrer Inszenierung von David Grossmans Text „Aus der Zeit fallen“ beeindruckt. Die Theatergäste und insbesondere Molière-Liebhaber dürfen gespannt sein, wie sie den Komödienklassiker „Tartuffe“ für das Theater Krefeld Mönchengladbach erarbeitet hat. Termine im Theater Krefeld: 5. und 25. April, 14. und 22. Mai sowie 9. Juni.

Menschliche Abgründe

Ist Edward Albees „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ nur eine der bekanntesten Eheschlachten auf dem Theater? – Nein, das Stück ist nichts weniger als eine gnadenlose Kritik an der Hohlheit gesellschaftlicher Konventionen und der scheinheiligen moralischen Fassade der intellektuellen Mittelklasse. Eine Art „exorcism“, eine Austreibung, hatte Edward Albee im Sinn, als er diese legendäre eskalierende Afterparty im Hochschulmilieu von Martha, George, Nick und Honey schrieb. Tabulos und mit beißendem Humor demaskiert er ihre düsteren Beziehungsspiele, und zeigt so die tiefen Verletzungen der Seelen und Herzen seiner Protagonisten. Dabei liefern sich vier Schauspieler des Ensembles rasante Wortgefechte und lassen die Zuschauer in die Abgründe ihrer Figuren blicken. Regie führt Sascha Mey, der am Theater Krefeld und Mönchengladbach u. Tante LeMi a. „norway.today“ inszeniert hat. „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ wird im Theater Mönchengladbach in dieser Saison noch zwei Mal geboten: am 24. März und am 23. April.

Living in America

Ein Thema, das den gebürtigen Amerikaner Robert North besonders bewegt, ist die Geschichte Amerikas und das Leben der Menschen in diesem Land. Amerika – das ist eine über Generationen und Jahrhunderte zum Mythos geronnene Erfolgsgeschichte, die alle Widersprüche in der Realität überstrahlt: Freiheit, Abenteuer, Aufstiegschancen. Einst wollte die Neue Welt allen Menschen offenstehen, unabhängig von ihrer Herkunft. Millionen Einwanderer aus Europa suchten ihr Glück in Amerika, brachten ihre Traditionen mit, bauten gemeinsam das Land auf. Die Großstädte wurden zum Schmelztiegel der Kulturen, woraus sich auch eine eigenständige amerikanische Musik entwickelte. Mit dem Ballettabend „Living in America“ nähert sich Robert North nähert sich dem Mythos Amerika mit assoziativen Tanzszenen, die sein persönliches Bild von Amerika vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart ideenreich und mit humorvollem Augenzwinkern vermitteln. Und natürlich darf in einem Ballettabend mit dem Titel „Living in America“ auch der gleichnamige Song von James Brown nicht fehlen. Zu erleben im Theater Krefeld am 24. März, 18. April, 19. und 21. Mai sowie 19. Juni.

3. Kulturmarkt in Rheydt

Die Bandbreite der Mönchengladbacher Kulturszene ist riesengroß! Das Theater ruft an einem Tag im Mai alle Künstler, Vereine und Institutionen zusammen, um ein großes Fest zu feiern. So findet am 30. Mai (Christi Himmelfahrt) der 3. Kulturmarkt rund um das Theater Mönchengladbach in Rheydt statt. Tausende Zuschauer werden erneut in den Theaterpark und ins Theater strömen und die Kultur und Gastronomie genießen. Das Theater lädt ein, sich mit einem Kultur- und Infostand oder Programmpunkt zu beteiligen. Der Tag beginnt um 10 Uhr mit einem Kinderflohmarkt und dem Kinderkonzert und endet auf der Außenbühne am frühen Abend mit einem Feuerwerk. Eine Standgebühr wird nicht erhoben und das Theater stellt gerne einen Stromanschluss.

Anmeldungen und Infos:
dirk.wiefel@theater-kr-mg.den

Artikel von www.top-magazin.de/niederrhein