Cuisine

Bouillon selbst gemacht

Von „schnell und einfach“ zu „do it yourself“


 

„Schnell und einfach!“ Das ist heutzutage meist die Devise, wenn es ums Essen und vor allem ums Kochen geht. Da versteht es sich von selbst, dass die Auswahl an InstantSoßen, Jus, Fonds und Brühen in unseren Supermärkten stetig wächst. Denn jeder möchte etwas abhaben vom „Instant-Bouillon-Kuchen“. In einer Gesellschaft, die von Schnelllebigkeit geprägt ist, ist dieser Umstand nicht gerade verwunderlich. Menschen möchten Genussmomente erleben, haben aber keine Zeit, diese vorzubereiten. Da greift man dann schon mal zum Supermarktprodukt, um einen Hauch dessen zu erleben, was sein könnte. Aber was machen, wenn die eigenen Ansprüche an eine gute Mahlzeit über die Qualität der 99-Cent-Brühe vom Supermarkt hinausgehen und man trotzdem Zeit und Aufwand in Grenzen halten möchte?

Mit Zeit und Geduld zum besten Ergebnis Nun, man kreiert seine eigene Bouillon, denn das ist gar nicht so schwierig, wie man meinen möchte. Wichtig ist, dass man sich einmalig Zeit nimmt, damit die Bouillon ihren typisch intensiven Geschmack entwickeln kann, denn guter Geschmack braucht Zeit. Bezüglich der Zutaten sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Eine klassische Gemüsebrühe wird in der Regel mit Zwiebeln, Sellerie, Möhren und Lauch angesetzt. Soll es etwas mediterraner sein, können italienische Kräuter und getrocknete Tomaten aushelfen, und bei einer Rinderbouillon eigenen sich Markknochen, Beinscheiben und Fleisch aus der Brust am besten. Für eine asiatische Variante empfehlen sich Ingwer, Chili und Koriander. Geschmacksbomben wie Maggi oder Fertigmischungen sind hier gar nicht vonnöten. Die Zutaten geben ihren gesamten Eigengeschmack an das köchelnde Wasser ab und hinterlassen eine ganz eigene, natürlich hergestellte Geschmacksexplosion. Ganz ohne Geschmacksverstärker oder künstliche Zusätze.

„Gutes braucht Hingabe, Zeit und viel Geduld.“
Wolfgang Otto

Der hohe Salzanteil in einer Bouillon sorgt dafür, dass sie lange aufb ewahrt werden kann. In Weck- oder Marmeladengläsern gelagert, kann die fertige Bouillon immer wieder zum Einsatz kommen, wenn es mal wieder heißt „Schnell und einfach…aber lecker.“ Daher empfi ehlt es sich auch, direkt eine größere Menge zuzubereiten. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: einmal Aufwand, mehrmals genießen.
Vom Experiment zum Fine-Dining-Hit

Was aber nun, wenn man sich bereits an einer eigenen Bouillon versucht hat und einen Schritt weiter gehen möchte? Für diesen Fall gibt es eine etwas abgewandelte Variante, die sich wunderbar zum Beispiel als Vorspeise beim Familiendinner eignet: der Beef Tea.

Der Beef Tea überzeugt zum einen durch seinen intensiven Fleischgeschmack und zum anderen durch das wunderbar würzige Aroma durch die eigenst hergestellte Gewürzmischung. Erst nach 20 Stunden erreicht das intensive Aroma seinen Zenit, doch das Warten lohnt sich. Für den Fall, dass sich jemand selbst überzeugen möchte, haben wir hier ein passendes Rezept zusammengestellt:

REZEPT BEEF TEA

by OTTO GOURMET:

 

ZUTATEN TEIL 1:

5 kg Rinderknochen
2 Stk. Lorbeerblätter
5 Stk. Wacholder
10 Stk. Pfefferkörner
10 g Salz
1 Stk. Nelken
1 Stk. gebräunte Zwiebel
7 l Wasser

 

  • Zwiebeln halbieren und in der Pfanne bräunen.
  • Knochen im Topf mit Wasser bedecken und Zwiebeln beigeben.
  • Gewürze beigeben und bei 90 Grad mit geschlossenem Deckel 20 Std. ziehen lassen.
  • Fond passieren, degraissieren und kühlen.
  • Aus den zweiten (Teil 2) einen Kläransatz herstellen.
    Zutaten kleinschneiden oder durch den Fleischwolf drehen und mit dem Sherry und Eiweiß vermengen.
  • Kläransatz in den kalten Fond geben und langsam unter vorsichtigem Rühren erhitzen bis sich ein Klärkuchen bildet.
  • das Ganze 6 Stunden ziehen lassen.
  • Passieren und gegebenenfalls einkochen und nachschmecken.

 

ZUTATEN TEIL 2:

2 kg gewolfte Rinderwade
2 Stk. Eiweiß
500 g Zwiebel
200 g Karotte
300 g Sellerie
200 ml Sherry

 

Guten Appetit!

Grundsätzlich ist es wichtig zu wissen, dass man gute Qualität und guten Geschmack nur mit viel Zeit und Aufwand erreichen kann, und das ist in Ordnung. Denn nur so kann eine wirklich gute Mahlzeit wertgeschätzt werden. Weg von „schnell und einfach“ und hin zu „do it yourself“, denn nur dann wird Essen zu einem Erlebnis.

Artikel von www.top-magazin.de/niederrhein