Wirtschaft

Eine Stadt will nach vorn – Aktionsplan Wirtschaft für Krefeld

IHK Mittlerer Niederrhein und Stadt Krefeld forcieren ihren „Aktionsplan Wirtschaft für Krefeld“


Sie warben für den „Aktionsplan Wirtschaft für Krefeld“ (v.r.): Dr. Olaf Arndt (Prognos AG), Eckart Preen (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung), Jürgen Steinmetz (Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein), Elmar te Neues (Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein) und Moderator Dennis Gehlen (Take TV).

 

Krefeld ist eine Stadt im Aufbruch, auch in wirtschaftlicher Hinsicht – besonders die jüngsten Ansiedlungserfolge sind ein klarer Beleg dafür“, sagt Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer. Es gehe jetzt darum, diesen Trend positiv zu verstärken, und genau dies kann – so sind sich die IHK Mittlerer Niederrhein und die Stadt Krefeld einig – mit dem „Aktionsplan Wirtschaft für Krefeld“, der im Mai erstmals vorgestellt wurde, gelingen. Mit ihm sollen in den nächsten Jahren die Rahmenbedingungen für lokale Unternehmen und das Image des Wirtschaftsstandortes Krefeld nachhaltig verbessert werden. Gefragt sind innovative Ideen, wegweisende Projekte und Aufbruchstimmung. Zudem will der Aktionsplan das Engagement bereits vorhandener Initiativen und Aktionen bündeln.

 

„Krefeld hat Luft nach oben“

Zur Auftaktveranstaltung mit rund 150 Gästen im Convention Center der Canon Deutschland GmbH in Krefeld-Fichtenhain hatte man Tristan Horx vom zukunfts-Institut als Keynote Speaker eingeladen. Der Zukunftsforscher rief seine Kerfelder Zuhörer dazu auf, sich nicht von außen vorschreiben zu lassen, „wie Sie Ihre Stadt entwickeln. Sondern nutzen Sie das Wissen der lokalen Player und entwickeln Sie eine eigene Strategie für die Zukunft!“ Für IHK-Präsident Elmar te Neues gehört beispielsweise dazu, für Verbesserungen an der Bruttowertschöpfung und auf dem Arbeitsmarkt zu arbeiten. Weil der Wirtschaftsstandort Krefeld im Vergleich zu anderen Städten in diesen Punkten an Boden verloren habe, „gibt es noch Luft nach oben“.

Bei der Entwicklung des Aktionsplans werden die Initiatoren IHK Mittlerer Niederrhein und Stadt Krefeld vom Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen Prognos AG unterstützt. Vier Handlungsfelder wurden erarbeitet und entsprechende Arbeitsgruppen benannt: „Innovation, Digitalisierung und Gründung“, „Bildung, Fachkräfte und Arbeitsmarkt“, „Infrastruktur, Mobilität, Flächen“ sowie „Lebensqualität und Urbanität“. Die Auftaktveranstaltung bei Canon nutzten die Leiter der Arbeitsgruppen dazu, bei den Gästen dafür zu werben, sich an dem Prozess zu beteiligen und in den Gruppen mitzuarbeiten.

 

Bits und Bytes statt Samt und Seide

Rainer Führes, Geschäftsführer der Canon Deutschland GmbH und Leiter der Arbeitsgruppe „Innovation, Digitalisierung und Gründung“, hatte eine klare Botschaft: „Wenn die Stadt eine Willkommenskultur für ansässige und neue Unternehmen entwickelt, die IHK die Koordinierung von Bedürfnissen im Dialog mit der Stadt sicherstellt und die Wirtschaftsförderung die Entwicklung und Vermarktung des Standorts im Sinne der Digitalisierung vorantreibt, werden unsere Vorschläge in den Bereichen Digitalisierung, Gründung und Innovationen unternehmerisch erfolgreich begleitet werden.“ Bits und Bytes statt Samt und Seide.

Mario Bernards, Leiter Politik- und Bürgerschaftsdialog des Chemparks, forderte eine positive Einstellung der Beteiligten und der Krefelder insgesamt ein: „Professionalität ist die Grundvoraussetzung. Wenn dazu noch Leidenschaft kommt, wird der Aktionsplan eine Erfolgsgeschichte.“

Detlef G. Moritz, Geschäftsführer der GEMO G. Moritz GmbH & Co KG und Leiter der Arbeitsgruppe „Infrastruktur, Mobilität, Flächen“ appellierte an die Gäste: „Wir müssen in dieser Stadt die Bremse lösen und brauchen neue Konzepte.“ Die Fragen, wie in Zukunft Verkehr organisiert und Flächen entwickelt werden sollten, könnte nur gemeinschaftlich beantwortet werden.

Christoph Borgmann, Geschäftsführer von Intersport Borgmann und Leiter der Arbeitsgruppe „Lebensqualität und Urbanität“, erinnerte an Krefelds Chance durch die Struktur ihrer vier Wälle: „Die Innenstadt sollte das Aushängeschild der Stadt sein, doch Krefeld verkauft sich unter Wert. Das ärgert mich. Da muss dringend etwas geschehen.“

„Wir als Stadtgemeinschaft müssen uns fragen, wie wir die Talente Krefelds den richtigen Chancen zuführen können. Ich bin sehr gespannt, zu welchen Ergebnissen wir gemeinsam kommen“, warb Dr. Oliver-Carlos Göhler, Geschäftsführer der XCMG European Research Center GmbH, um Unterstützung für seine Arbeitsgruppe „Bildung, Fachkräfte und Arbeitsmarkt“.

aktionsplan-krefeld.de

 

Der Zukunftsforscher Tristan Horx war Keynote Speaker der Auftaktveranstaltung des „Aktionsplan Wirtschaft für Krefeld“.
Artikel von www.top-magazin.de/niederrhein