Gesundheit

KARATE – DENN ES MUSS NICHT IMMER YOGA SEIN

Warum es für Karate kein Einstiegsalter gibt und warum Karate nicht nur eine Kampfkunst ist. Warum Karate für Jung und Alt und für Mann und Frau als bewegungsalternative Sportart die Vitalwerte pusht, Stress abbaut, Selbstvertrauen stärkt und Hektik killt. Für so viel ‚Warum‘ haben wir uns mit Karate beschäftigt – ein Sport mit Charakter für Kopf und Körper.


Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand Karate seinen populären Weg nach Japan und wurde von dort über die ganze Welt verbreitet. Wörtlich bedeutet Karatedō (japanisch „Weg der leeren Hand“). Charakteristisch für diesen Sport ist der Ganzkörpereinsatz für Beine und Arme mit Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken sowie Fußfegetechniken. Aber auch Meditation ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Sportart. Unterteilt wird Karate in Kihon (Grundschule), Kata (Formkampf) und Kumite (Kampf). Karate vereint Koordination, Schnelligkeit, Kraft, Technik und Ethik. Ein Sport mit Charakter für Kopf und Körper. Denn Fairness, Respekt und Rücksicht zählen ebenfalls zu den Grundbausteinen des Karate.

 

Mönch und Meister

Den Erzählungen nach, war es einst der buddhistische Mönch Daruma Taishi, auch bekannt als der „blauäugige Mönch“ aus Persien, der im 6. Jahrhundert im Kloster Shaolin den Zen-Buddhismus begründete und die Mönche in körperlichen Übungen unterrichtete, damit sie die Kraft zum ausdauernden Meditieren erlangen. Damit entstand das Shaolin Kung Fu, aus dem sich dann viele andere vorrangig chinesische Kampfkunststile entwickelten. Auch Karate soll ein Nachfahren jener Tradition sein. In Japan hat Karate seinen Ursprung in Okinawa. Meister Gichin Funakoshi wird noch heute als Gründer des Shotokan-Stils verehrt.

Fakt ist, dieser Sport verlangt eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Einige Meister bezeichnen die Wiederholung der Bewegungen in Kihon und Kata als Meditation. Die Energie des Körpers, das Ki als Bewusstsein, das sich in Koordinations- und Reaktionsvermögen äußert, soll durch die körperlich anstrengende, konzentrierte und dynamische Bewegungen gestärkt werden. Als „aktive Meditation“ wird die Konzentration während einer Kata bezeichnet. Bloßes Üben von Techniken in einer Kata allein heißt noch lange nicht, dass die Kata als Meditationsform praktiziert wird. Erst die richtige Geisteshaltung, mit welcher der Karateka die Kata füllt, macht aus einem traditionellen Kampfhandlungsprogramm einen Weg zur spirituellen Selbstfindung und meditativen Übung. Um Karate zu erlernen, gibt es keine Altersbegrenzung. Körper und Geist müssen einfach die Bereitschaft vereinen, sich im Sinne der Karatephilosophie zu bewegen.

Einen guten Einblick in die Grundsätze der Karate-Philosophie bieten die 20 Paragraphen des Karatemeisters Gichin Funakoshi aus Okinawa. Im deutschen Karate vermischt sich der Begriff häufig mit dem der Dōjōkun („Verhaltensregeln“), die eigentlich nur fünf zentrale Regeln umfassen und lange vor Funakoshi und mit Bezug auf alle Kampfkünste vermutlich von buddhistischen Mönchen in Indien aufgestellt wurden.

 


 

 

Die 20 Karate-Regeln

  •  Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt.
  •  Im Karate gibt es keinen ersten Angriff.
  •  Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit.
  •  Erkenne zuerst dich selbst, dann den anderen.
  •  Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik.
  •  Es geht einzig darum, den Geist zu befreien.
  •  Unglück geschieht immer durch Unachtsamkeit.
  •  Denke nicht, dass Karate nur im Dōjō stattfindet.
  •  Karate üben heißt, es ein Leben lang zu tun.
  •  Verbinde dein alltägliches Leben mit Karate, dann wirst du geistige Reife erlangen.
  •  Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn du es nicht ständig warm hältst.
  •  Denke nicht an das Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert.
  •  Wandle dich abhängig vom Gegner.
  •  Der Kampf hängt von der Handhabung des Treffens und des Nicht-Treffens ab.
  •  Stelle dir deine Hand und deinen Fuß als Schwert vor.
  •  Sobald man vor die Tür tritt, findet man eine Vielzahl von Feinden vor.
  •  Feste Stellungen gibt es für Anfänger, später bewegt man sich natürlich.
  •  Die Kata darf nicht verändert werden, im Kampf jedoch gilt das Gegenteil.
  •  Hart und weich, Spannung und Entspannung, langsam und schnell, alles in Verbindung mit der richtigen Atmung.
  •  Denke immer nach und versuche dich ständig an Neuem.

 


Karate vitalisiert Körper und Geist

Wer Karate für sich entdeckt hat, unterstützt und fördert seine Gesundheit. Der ganzkörperbetonte Sport bringt Herz- und Kreislauf-Systeme in Schwung, steigert die Ausdauerfähigkeit, Beweglichkeit, Körperbalance und Koordination. Die innere Muskulatur wird gekräftigt. Mit Karate baut man Stress ab, schärft die eigene Konzentration und Reaktionsfähigkeit. Die Bewegung verbrennt zudem einige Kalorien. Körper und Geist werden vitalisiert. Es gibt zudem einige Kursangebote, die auf Selbstverteidigung ausgerichtet sind. Wer Karatesport ausübt, lernt auch, vielen Problemen des Alltags mit mehr Gelassenheit zu begegnen und diese dann effektiver zu lösen. Karate ist ein Hektik-Killer!

Sie wollen Karate mal für sich probieren oder einfach nur mal beim Training zuschauen? Dann müssen Sie ein(en) Dojo (Übungsraum) für Karate aufsuchen.

 

Probieren Sie’s aus am Niederrhein!

 

In Krefeld beispielsweise kann von 5 bis mindestens 95 bei Karate Dojo Nakayama Krefeld e.V. Shotokan Karate probiert und professionell trainiert werden. Shotokan Karate ist eine kontaktlose Stilrichtung. Alle Techniken werden so erlernt, dass sie Millimeter genau vor dem Körper des Partners abgestoppt werden können. Karate schult neben den körperlichen Fähigkeiten auch den Geist und den Charakter. Es stärkt und entwickelt vor allem das Selbstvertrauen und fördert auch die Disziplin.

Der Oshiro Dojo Niederrhein in Alpen ist ein Karateverein, der Karate und Kobujutsu nach den Grundsätzen von Sensei Toshihiro Oshiro trainiert. Der dort betriebene Karate-Stil ist Shima-Ha Shorin-Ryu. Traditionell wird auf Okinawa Karate und Kobudo immer zusammen trainiert. Dementsprechend gehört die Verwendung der Waffen Bo und Sai zum Unterrichtsprogramm. Der Bostil, der unterrichtet wird, ist Yamanni Ryu. Shihan Oshiro stellt dabei einen Stilerben des jahrhundertealten Stockkampfsystems Yamanni-Ryu dar.

Als Abteilung des 1. FC Kleve 63/03 trainiert das Karate Dojo Kleve die chinesische Karate-Stilrichtung Kempo. Das Training umfasst die Kihon-, Kata- und Kumiteschulung im Kempo. Im Klever Dojo wird auch die waffenlose Selbstverteidigung gelehrt.

 

Artikel von www.top-magazin.de/niederrhein