Wirtschaft

DENKFABRIK MIT FERIENCLUB-FEELING

„Bauhaus meets business, work meets life”, heißt es in der Selbstdarstellung des Mies van der Rohe Business Parks. Auf dem Areal der einstigen Verseidag an der Girmesgath in Krefeld wird der Geist des weltberühmten Bauhaus-Architekten in eine neue Zeit überführt …


 

 

An der Girmesgath in Krefeld wächst und gedeiht Besonderes – vielleicht sogar, wenn es nach Reiner Leendertz geht, der begehrteste Standort für junge, dynamische und kreative Unternehmen in Krefeld und am Niederrhein. Leendertz ist seit 2011 Bauherr und Eigentümer des Mies van der Rohe Business Parks. Auf dem rund 80.000 Quadratmeter großen Areal – wo einst die Vereinigten Seidenwebereien AG (Verseidag) und Flores produzierten – können 50.000 Quadratmeter als Hallen und Büros genutzt werden. Mit der VBG Group Truck Equipment GmbH zog 2012 der erste Ankermieter ein, sechs Jahren später haben rund 60 Firmen aller Größenordnungen ihren Sitz im Mies van der Rohe Business Park. Steuer- und Unternehmensberater sind hier ebenso zu Hause wie Fahrzeug- und Maschinenbauer, Spezialisten für Logistik, Lacke oder Pneumatik ebenso wie rasant wachsende E-Commerce-Start-Ups – und natürlich IT: Von den bislang 18 Unternehmen, die der Diplom-Kaufmann aus anderen Teilen der Republik in den Business Park nach Krefeld locken konnte, haben allein fünf die IT als Geschäftsfeld.

 

 

IT-Campus mit Robinson-Club-Flair

„Mit dem Mies van der Rohe Business Park bieten wir einen topmodernen IT-Campus mit kostenlosem Highspeed-WLAN an. Eine Umgebung, in der sich Firmen mit all ihren Visionen und kreativem Potenzial entwickeln können und die rund 400 Angestellten sich obendrein super wohl fühlen sollen.“ „Robinson-Club-Feeling“ nennt Reiner Leendertz das, und die Idee dazu entstand während eines Urlaubs in einem Robinson Club auf Fuerteventura. „Natürlich gibt es dort Pools, Tennis, Golf und jede Menge anderer Angebote für Fitness und Wellness. Aber auffällig ist, wie viele Club-Gäste sich auf bequeme Liegen oder an chillige Stellen im Schatten zurückziehen, um dort am Laptop oder Tablet zu arbeiten. Das geht auch bei uns im Mies van der Rohe Business Park.“ Beispiele dafür sind Liegestühle und gemütliche Sitzsäcke, die überall auf dem Campus verteilt sind.

 

Bouldern in der Mittagspause

Aber zum Flair(-Konzept) gehört noch viel mehr: Wer sich auf dem Industriegelände an der Girmesgath zwischendurch sportlich zerstreuen oder nach Feierabend auspowern will, der findet sich im Gebäudekomplex E ein, wo nach und nach Angebote zum sportlichen Ausgleich entstehen. „Trendsportarten wie Ninja Warrior oder Bouldern gehören dazu, aber auch ein EMS-Studio zur Muskelstimulation, das im Oktober eröffnet. Yoga, Pilates, Einzelcoaches oder auch ein komplettes Fitness-Studio können noch dazukommen – wir sind für Ideen und Interessenten offen“, sagt Leendertz. Für das sportliche Angebot stehen knapp 5.000 Quadratmeter zur Verfügung. Wie in einem Robinson-Club soll es keinen Grund geben, das Gelände zu verlassen – auch nicht, typisch Club-Ambiente, in Sachen Gastronomie.

Gastronomie startet im März Deswegen freut sich Leendertz auf den März 2019. Dann sollen verschiedene Gastro-Angebote im Mies van der Rohe Business Park eröffnet werden. Die Pläne sehen vor, auf einer Fläche von 1.500 Quadratmetern verschiedene kulinarische Spielarten Anzubieten – alles konzipiert und unter der Regie von Frank Klix aus Mönchengladbach, der unter anderem die Konzepte Purino oder Nierskind betreibt. Für den besonderen Standort im Business Park will Klix mit einem völlig neuen gastronomischen Konzept überraschen. Einzelheiten dazu sollen bis Herbstende bekanntgemacht werden. Sicher ist: Offen soll die Genuss-Oase mit Außengastronomie nicht nur für die Mitarbeiter der angesiedelten Firmen sein, sondern für alle Gäste und Besucher des Business Parks. Und – so viel war Frank Klix zu entlocken: In den Speisen und Getränken soll sich viel „Regionalität und viel Krefeld spiegeln“; die geplante Gin-Bar mit Gin aus Krefeld im Alten Wasserturm gehört zum Beispiel dazu. „Nach Eröffnung der Gastronomie werden wir ein Parkhaus in der alten Druckerei bauen mit 350 Stellplätzen und Zufahrt von der Weyenhofstraße“, fügt Reiner Leendertz hinzu.

 

 

Mies van der Rohes Geist lebt

Bei so viel Robinson-Feeling für Firmen, Mitarbeiter und Besucher darf das Augenmerk für die äußerst bedeutsame und vor allem sichtbare und erlebbare Architektur nicht fehlen, die dem Business Park überhaupt seinen Namen gibt. Der deutschamerikanische Architekt Ludwig Mies van der Rohe schrieb mit seinen wegweisenden Entwürfen Architekturgeschichte. Die heute als Museen genutzten Privathäuser Haus Lange und Haus Esters sind die bekanntesten Gebäude Mies van der Rohes in Krefeld. Auf dem Gelände an der Girmesgath aber stehen Mies van der Rohes weltweit einzigen Bauhaus-Industriebauten.

„Das gesamte Areal ist ein wertvolles Erbe, das nicht nur dazu verpflichtet, es zu schützen. Wir sehen diese Erbe zugleich als Chance, die denkmalgeschützten Bauwerke sowie andere historisch wertvolle Gebäude in eine neue Zeit zu überführen, in der die Botschaften und Werte Mies van der Rohes neu gelebt werden“, sagt Matthias Berghaus, der im Business Park das Marketing und die Kommunikation leitet. „Bauhaus trifft Business“ lautet die Maxime und das bedeutet, der Tradition des Bauhauses zu folgen: Die Klarheit und Offenheit (der Architektur) nutzen, um Bekanntes in großem Stil neu zu denken, Visionen zu entwerfen, Synergien zu nutzen und Außergewöhnliches zu schaffen. Kreativität ohne Limits.

 

Arbeit und Leben gehen zusammen

„Diesen Geist Mies van der Rohes und des Bauhauses wollen wir in den Gebäuden zurückholen. Bei uns können Unternehmer und Mitarbeiter diesen Spirit leben“, fasst Berghaus zusammen. Und Leendertz ergänzt: „Vor mehr als zwei Jahren haben Industrie, Handel und Handwerk den Kampf gegen den Fachkräftemangel aufgenommen. Mittlerweile ist die Herausforderung gewachsen. Standorte und Städte buhlen um Mitarbeiter, die Akteure am Markt überbieten sich mit allerlei Extras, weil sie erkannt haben, dass ein ordentliches Gehalt längst nicht das einzige Argument für eine Arbeitsplatzentscheidung ist. Auch das Arbeitsumfeld muss attraktiv sein.“

Im Falle des Mies van der Rohe Business Parks bedeutet das nicht nur große Fensteranlagen, die das Arbeiten (und Leben) in lichtdurchfluteten Räumen mit extremer Deckenhöhe ermöglichen. Es bedeutet auch moderne Technik und eine flexible Gestaltung der Mietflächen, was auch für die noch nicht bezogenen Gebäude Alte Färberei und Neubau HE2 gilt. Und es bedeutet drittens und viertens, dass mit dem aktuell wachsenden Bereich für Sport/Fitness/Wellness und der im März eröffnenden Gastronomie ein Campus entsteht, der Arbeit und Leben verbindet. Nicht umsonst heißt es in der Selbstdarstellung des Business Parks: Bauhaus meets business, work meets life. Slogans und Inhalte, die offenbar Wirkung zeigen: Nachdem Reiner Leendertz in der Neumieter-Akquise auch einige Schlappen hinnehmen musste, hat er in Zusammenarbeit mit einem renommierten Partner seine Fühler nach Düsseldorf ausgestreckt.

Artikel von www.top-magazin.de/niederrhein