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Der Krefelder Rennstall „Samt und Seide“ und Trainer Mario Hofer haben viel Freude an der Stute „Panoramica“

„Der ganz große Sprung kommt noch“


Zwar steht noch ein Renntag auf der Galopprennbahn in Krefeld aus, den 22. April 2018 aber werden Freunde des Pferdesports – insbesondere der Krefelder Rennstall Samt und Seide mit Spitzen-Trainer Mario Hofer – nicht so schnell vergessen: Gute 40 Jahre nach der Gründung der Besitzergemeinschaft landete „Samt und Seide“ einen echten Paukenschlag. Ausgerechnet im ersten Rennen zur Eröffnung der Krefelder Rennsaison, ausgerechnet zum Rennstall-Jubiläum, ausgerechnet in ihrem ersten Rennen überhaupt siegte die Stute „Panoramica“!

Minze statt Möhre

 

„Das war mehr als ein Auftakt nach Maß, wir waren alle völlig aus dem Häuschen, als unser Pferd als erstes ins Ziel stürmte“, erinnert sich Peter Kamp an den bewegenden, großen Moment. Viele Monate hatten er und seine neun Mitbesitzer von „Samt und Seide“ auf einen solchen Erfolg gehofft. Dass die Überraschung – und dann noch mehr die Freude! – so groß war, muss erklärt werden: „Als Panoramica aus England Ende 2017 zu uns in den Stall nach Krefeld kam, war uns schnell klar: Dieses Pferd ist sehr viel anders als seine Artgenossen. Als wir ihr das erste Mal eine Möhre zum Fraß hinhielten, wusste Panoramica nichts damit anzufangen, mit Pfefferminzbonbons – typisch britisch – schon. Ebenso „unbeholfen“ wirkte sie beim schlichten Gang am Zügel. Vom zielgerichteten, schnellen Vorwärtsgalopp – und dann aus noch in der Konkurrenzsituation mit anderen Pferden – zunächst keine Spur“, nennt Peter Kamp Verhaltensbeispiele aus der Anfangszeit.

Der Einzige, den das nicht sonderlich beunruhigte, war Mario Hofer. Der seit bereits 25 Jahren in Krefeld aktive Österreicher hat in seiner gesamten Trainer-Karriere rund 2.200 Rennen und fast jedes Jahr mehr als eine Million Euro an Preisgeldern gewonnen. Hofer ist damit die Nummer drei in der ewigen Bestenliste Deutschland, seine Erfahrung, seine Pferde- und Pferdesportkompetenz ist weltweit bekannt und gefragt. Und so war es schließlich auch Mario Hofer, der Panoramica bei einer Auktion in England für rund 2.900 Euro ersteigerte.

Gruppenbild mit Pferde-Dame: die Mitglieder der Besitzergemeinschaft vom Stall Samt und Seide mit Trainer Mario Hofer (Bildmitte) und der Stute “Panoramica”.

 

Der berühmte Neffe

„Ich sag‘s mal ganz einfach“, blickt er im Gespräch mit dem Top Magazin Niederrhein schelmisch hoch, „Panoramica war ein Schnäppchen.“ Für Hofer muss ein Pferd, das womöglich das Zeug zum Champion hat, drei Dinge mitbringen: einen guten Körper, eine gute Bewegung und ein gutes Auge. Bei Panoramica sah Hofer, der in frühen Jahren als Jockey rund 300 Mal siegreich war, all dies. Expertenblick halt. Hinzukommt die Abstammung, denn erfolgreiche und berühmte Mütter und Väter sind nicht immer – aber halt häufig – Garanten dafür, dass auch der Nachwuchs ein tolles Rennpferd wird. Panoramicas Eltern sind Rail Link und Island Vista. Mit deren Neffen „Primera Vista“ holte Hofer 15 Siege – besonders beeindruckend jener von 2011, als der englische Wallach als krasser 215:10-Außenseiter beim Iffezheimer Handycap-Rennen triumphierte, was herausragende 50.000 Euro Siegprämie einbrachte.

„Ob Panoramica eine ähnliche Karriere hinlegt, wissen wir natürlich nicht, aber insgeheim hoffen wir natürlich darauf“, sagt Karl-Heinz Schröder, ein weiterer Mitbesitzer vom Stall Samt und Seide, die zusammen jeden Monat 2.000 Euro in Panoramica investieren. Boxenmiete und Stallpflege, Spezialfutter, Training, Pfleger, Tierarzt, Transporte etc. – da kommt was zusammen. Bislang spricht die Bilanz für die vierjährige Stute: In ihren ersten fünf Rennen (von bislang sieben) ging Panoramica drei Mal als Siegerin vom Geläuf. Und wieder ist es Trainer Mario Hofer, der noch mehr Potenzial in dem Krefelder Pferd sieht: „Warten wir’s mal ab. Mein Gefühl sagt mir, dass Panoramica nächstes Jahr den ganz großen Sprung macht …“

In der Fotografie ist bei Landschaftsaufnahmen oft die Rede von einem atemberaubenden, faszinierenden, herrlichen Panorama – Panoramica ist ganz schön nah dran.

Artikel von www.top-magazin.de/niederrhein