Kultur

Shakespeare – modern und einzigartig im Neusser Globetheater

... wie es auch in diesem Jahr gelang, das Publikum zu bezaubern


 

Lady Macbeth als Hexe, die sich später in Lady Duncan verwan­delt? Vier männliche Schauspieler, die ein gutes Dutzend Rollen beider Geschlechter auf die Bühne bringen? Und vier weibliche Darstellerinnen mit dem gleichen Kunststück?

 

 

Das sind nur einige der vielen Eindrücke, die die Neusser und ihre Gäste zum diesjährigen Shakespeare-Festival bestaunen konnten. Die runde Bühne, das „Wooden O“ von Neuss am Rhein, ist lebendig wie am ersten Tag.

 

Bewährtes bleibt und entwickelt sich weiter. Ganz besonders kann man dabei auf die beiden „Shakespeare-Lehrmeister“ verweisen, auf Vanessa Schormann und Patrick Spottiswoode, beide seit deutlich über einem Jahrzehnt beim Festival aktiv. Schormann vermittelte auch in diesem Jahr in Workshops die Geschichten des Meisterbarden ganzen Schulklassen. Und Spottiswoode, der Leiter des Educational Department vom Original-Schauplatz, dem Londoner Globe Theatre, ist mit „Shakespeare and the Globe“ inzwischen ein Kult-Act in Neuss. Shakespeare ist modern – auch das eine Lehre aus dem diesjährigen Festival. Und wenn es nicht ohnehin so wäre, dass das Publikum oft auch aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen besteht, so müsste man ihnen sagen: Kommt nach Neuss, guckt euch die Storys von Will Shakespeare an!

 

Nicht umsonst sind die tragischen Motive von Macbeth in der „Game of Thrones“-Figur Stannis Baratheon aufgegriffen! Nicht von ungefähr sind Romeo und Julia bis heute die Verkör perung unglücklicher Liebe! Dass nach den geglückten Auff ührungen im Neusser Globe das Gebäude unter dem stampfenden Beifall bebt, ist damit nur eine logische Folge des perfekten Dreiklangs aus meisterhaftem Shakespeare’schem Storytelling, exzellenter und fachmännischer Auswahl der Ensembles und der einzigarten Stimmung im Shakespeare-Garten an der Neusser Galopp-Rennbahn. Wir freuen uns auf den nächsten Festival-Sommer!

Artikel von www.top-magazin.de/neuss