Lebensart

Im Herzen von Neuss – Die Krämerstraße

Vom Rathaus blicken wir Richtung Quirinus Münster die Krämerstraße entlang. In einem der schönsten Gässchen in der Neusser Innenstadt finden sich viele kleine inhabergeführte Geschäfte.


Historie

Die Krämerstraße ist jene Straße, die nach Empfindung des Verfassers den schönsten Blick auf das Quirinus-Münster ermöglicht. Bereits im Spätmittelalter ist diese Straße mit dieser Bezeichnung dargestellt. 1532 findet man die Bezeichnung Kremerstraiss. Es war jener Weg, der vom jetzigen Markt in Richtung Freit hoff führte, dem heutigen Münsterplatz. Dieser Bezirk war damals bis zum Ende der kurkölnischen Zeit nicht in der Stadt – heute würde man sagen „exterritorial“. Es galt hier bis 1794 kein städtisches, sondern das Recht des erzbischöflichen Landesherren. Hierüber wachte der im „Vogt- und Dinghaus“ residierende Vogt, später der sog. Schultheis.

Von der Liebfrauenkirche – auf dem Plan von Braun und Hogenberg als „vnser lieber Frawen Capel“ bezeichneten Kirche zogen sich die Buden und Stände der Krämer (also der Händler) bis hin zum Freit hoff. Diese Kirche bot um die 400 Personen Platz, stand bis zum Truchsessischen Krieg, lag dann 50 Jahre als Trümmerteil an gleicher Stelle und diente 1634 als Material für die Kapelle der Franziskaner-Observanten, dem heutigen Zeughaus.

Die zur damaligen Zeit herrschenden immensen Pilgerströme konnten sich in der Krämerstraße mit den nötigen Lebensmitteln, aber auch mit den dargebotenen Devotionalien eindecken. Brauchte man doch diese Dinge, um nach der erfolgreichen Rückkehr in seinen Heimatort einen Beweis zu haben, überhaupt an einer Pilgerreise teilgenommen zu haben.

Wahrscheinlich stammt übrigens aus dieser Zeit der Spruch „etwas an die große Glocke hängen“. Kamen die Pilger von ihrer beschwerlichen Reise zurück, übergaben sie ihrem Priester das Pilgerzeichen, der es dann „an die große Glocke“ gehangen hat, damit diese, wenn sie denn läutete, den Ruhm des Heiligen ins Land verteilte.

Heute deckt die Vielfalt der dargebotenen Waren ein breites Spektrum des Bedarfs ab. Sogar ein gut sortierter Kaufmann mit religiösem Bedarf und liebevoll und künstlerisch verarbeiteten sichergestellten Originalteilen aus der Renovierungsphase des Quirinus-Münsters sind dort erhältlich. Gastronomie, eine Bücherei, Modegeschäfte, ein Uhrmacher runden die Palette der Angebote ab. Und alleine schon der Anblick auf das Quirinus-Münster lohnt einen Spaziergang.

 

 

 

Mona´s New – Fashion

Der erster Stopp auf unserem Spaziergang über die Krämerstraße führt uns am Modegeschäft Mona´s vorbei. Gerade wird das Schaufenster neu dekoriert. Man sieht sofort einen Trend der neuen Herbstkollektion: Leoprint. Anna Fitzek winkt uns ins Geschäft und zeigt uns schöne neue Teile der aktuellen Kollektion.

Seit über zwei Jahren führen Anna Fitzek und Justina Puzik-Vavritas erfolgreich das bekannte Geschäft und fühlen sich auf der Krämerstraße sichtlich wohl. Unser Tipp: Jeden Samstag ist Pros ecco Day. Hier kann die Kundin ihre neuen Lieblings-Kleidungsstücke anprobieren und dabei ein Gläschen Prosecco genießen.

 

Liesemanns – Juwelier am Münster

Klein aber fein. Hier findet man zeitgenössischen Schmuck namhafter Manufakturen. Bereits seit 1975 führt Marlene Liesemanns das Juweliergeschäft am Münster. Aber nicht nur aufgrund des breit gefächerten Sortiments, z. B. mit Schmuck von Niessing, Henrich M. Denzel, Capolavoro, Monika Seitter, Ring by Ring und Georg Spreng (um nur einige zu nennen), sondern vor allem wegen der guten Betreuung kehren die Stammkunden immer gerne zurück.

 

 

Café Eigenart

Während des Bummels über die Krämerstraße kommt man am Café Eigenart gar nicht vorbei. Auch dieses blickt auf eine fast 25-jährige Tradition zurück. Ein Blick ins Innere zeigt, dass das Café Eigenart längst nicht mehr nur ein Geheimtipp ist. Auch auf der Terrasse sind fast alle Plätze besetzt. Neben vielen Kaffeesorten kann man dort leckere Trinkschokolade, Teespezialitäten, Schorlen und natürlich Aperol Spritz genießen, dazu Bagels und Paninis sowie wechselndes italienisches Gebäck. Wir entscheiden uns für einen leckeren Latte Macchiato, den Inhaber Karsten Lorenz mit viel Liebe und Leidenschaft zubereitet. Wir genießen noch ein wenig die frühherbstliche Sonne und schauen uns das Treiben auf der Straße an. Gestärkt kann es dann weiter gehen.

 

Stöcken – Kunst & Handwerk

Zwei Häuser nebenan treffen wir Liesel Stöcken. Sie betreibt ihr Geschäft für Kunst und Handwerk bereits seit vielen Jahren in der Neusser Innenstadt. 1987 öffnete sie zunächst auf der Münsterstraße ihre Türen, 1989 zog es sie dann auf die Krämerstraße. Wir durchstöbern ihr ausgesuchtes Sortiment von Textilien, größtenteils ökologisch hergestellt, und Geschenkartikel vor allem aus skandinavischen Ländern, kirchliches Kunsthandwerk, Handarbeiten aus dem Erzgebirge vor allem Wendt & Kühn und natürlich Krippen. Ihre ganz große Liebe sind die Krippen, die man hier in großer Auswahl findet.

 

Schuster Adelmann – der gesunde Fußweg

„Gehen mach Spaß – mit Ideen nach Maß“. Im Geschäft für Orthopädie und Schuhtechnik von Oliver Adelmann findet man alles rund um gesunde Füße, Einlagen für jeden Schuh, orthopädische und exklusive Maßschuhe, hochwertige Schuhreparaturen und vieles mehr. „Traditionelles Handwerk, Fachwissen, Leidenschaft, Erfahrungs- und Ideenreichtum für die Herstellung handwerklicher Arbeiten treffen hier zusammen“, erzählt uns Oliver Adelmann überzeugend. Ab November zieht Ute Steffen mit ihrer Praxis für Physiotherapie ebenfalls in der Krämerstraße 15 im 2. Obergeschoss ein. Eine gute und sinnvolle Kooperation wird hier zwischen Adelmann und der Privatpraxis entstehen.

 

Bolz – Hörgeräte

Auf der gegenüberliegenden Seite im Haus der Krämerstraße 10 heißt es „Besser hören“. Seit 15 Jahren ist der Neusser Hörakustikermeister Thomas Bolz hier und seit 10 Jahren an seinem Standort in Reuschenberg ein kompetenter Partner für besseres Hören und Gehörschutz. Er und sein Team, bestehend aus vier Meistern, einer Gesellin sowie Auszubildenden und Hörberatern erarbeiten vertrauensvoll und einfühlsam individuelle und maßgeschneiderte Lösungen für alle Hörprobleme. Und das auch in schwersten Fällen, wie zum Beispiel bei Tinnitus. Die Leistungen erstrecken sich vom Kassenhörsystem bis zum innovativen High-Tech-Gerät, das mobil über eine App gesteuert wird. Ebenso selbstverständlich wie Haus-und Heimbesuch sind die umfassende Nachbetreuung und ein Reparaturservice. „Bei unserer täglichen Arbeit rund um das Thema Hören setzen wir auf freundliche, individuelle Fachberatung und eine Wohlfühlatmosphäre“, so Thomas Bolz. Für uns wird direkt deutlich: Hier steht der Mensch im Mittelpunkt!

 

Lieblingsstücke Fashion

Am Ende unseres Spaziergangs erreichen wir das Modegeschäft Lieblingsstücke. Schnell sehen wir die neuen Trendfarben der Saison: Gewürzfarben ist das elementare Farbthema der aktuellen Kollektion. Von Chili über Safran bis hin zu Granatapfel stufen sich die warmen Rot- und Rosttöne ab. Mit Curry bis Muskat fügen sich warme Gelb- und Braunnuancen ein. Bei Angela Kuhs findet Frau neben trendigen Kleidungsstücken auch viele hübsche Accessoires, Taschen und Schuhe.

Bummeln Sie doch selbst einmal durch die Krämerstraße. Wir jedenfalls sind begeistert von der Vielfalt der inhabergeführten Geschäfte im Schatten des Quirinus.

Artikel von www.top-magazin.de/neuss