Lebensart

Traumziele für die Flitterwochen

Die Hochzeitsreise soll nicht irgendein Urlaub, sondern DER Urlaub sein. Dass Honeymoonern dabei jeder Wunsch von den Augen abgelesen werden sollte, versteht sich ebenso wie das Plus an Wellness, Komfort, Romantik, Exotik und Exklusivität. Wir stellen fünf exklusive Ziele mit unterschiedlichen Schwerpunkten und kleinen, aber feinen Unterschieden vor.


Malediven – Honeymoon für Strandhasen

 

Das Reich der 2000 Inseln ist kein unerschwingliches Reiseziel mehr: Selbst Direktflüge kosten kaum noch mehr als 600 Euro – dabei macht schon der Blick auf die Atolle beim Anflug selig. Weil es unzählige Touristeninseln gibt und Konkurrenz das Geschäft belebt, hat sich der Qualitätsanspruch der Resort-Inseln in den vergangenen Jahren so weit erhöht, dass Hochzeitsreisende abseits von Gästehäusern/Hostels und oberhalb der Drei-Sterne-Kategorie praktisch überall glücklich werden: Honeymoon-Pakete mit Spa-Behandlungen und Privatdinner am Strand oder gar auf einer einsamen Insel gehören zum Standard-Repertoire der Mittel- und Oberklasse-Resorts. Die Standard-Kategorien letzterer sind oft bereits mit Privatpool/ Jacuzzi und offenem Bad ausgestattet. Wer Wert auf einen großen „Executive Wasserbungalow“ mit Butler legt und Extras wie private Segeltörns, muss natürlich auch hier tief in die Tasche greifen.

Neben Baden in den türkisfarbenen Lagunen, Schnorcheln und Tauchen am Hausriff hat das Freizeit-Programm mit Yoga, diversen Sport-Angeboten, Delfin-, Sonnenuntergangs- und Angel-Bootsausflügen sowie Besuchen auf Einheimischen-Inseln einiges zu bieten. Trotzdem: Dass die Heimstatt innerhalb von zwanzig Minuten umrundet ist, sollte jedem im Vorfeld bewusst sein. Unsere beiden Tipps unter hunderten Inseln: Das Banyan Tree Resort Vabbinfaru im Nord-Malé-Atoll liegt nur eine halbe Bootsstunde vom internationalen Flughafen und der Hauptstadt entfernt und ist mit wirklich spektakulären Bungalows, Haute-Cuisine und Spa unter indonesischer Leitung mit riesigem Außenbereich voll auf Hochzeitsgäste eingestellt. Ein kostenloser Bootsshuttle ermöglicht mehrmals am Tag Besuche der Nachbarinsel Ihuru.
Am Südende des Inselstaates bietet die Insel Havodda ursprüngliche Malediven abseits von Bootsverkehr mit vielen „einsamen Inseln“. Das erst 2016 eröffnete Resort der asiatischen Amari-Kette zählt mit in die Vegetation integrierten Bungalows, einem Pool für Erwachsene und gleich mehreren hochklassigen Restaurants zur neuen Generation der ökologisch bewussten und eleganten, aber nicht prätentiösen Malediven-Resorts.

 

www.amari.com
www.banyantree.com

Stopover-Empfehlung: Dubai

 

 


 

 

Sandals-Resorts – Amerikanischer XXL-Standard in der Karibik

 

Das Prinzip „Katzensprung“ ist international: Was dem Deutschen Mallorca ist, ist dem US-Amerikaner die Karibik. In weiser Voraussicht gründete der Jamaikaner Gordon „Butch“ Steward in den 1980er-Jahren die All Inclusive-Hotelmarke Sandals Resorts, zu der mittlerweile an die vierzig Familien- und Paar-Hotels (in Sandals und Beaches unterteilt) mit einigen der beliebtesten Adressen in der gesamten Karibik für Hochzeitsreisende aus aller Welt zählen: Professionelle Foto-Sessions, Katamaran-Touren für die Hochzeitsgesellschaft, Silber- und Goldhochzeiten sowie die in den Staaten beliebte Erneuerung des Eheversprechens mitsamt Standesbeamten („Re-Tie the Knot“) bilden dabei nur die Spitze des Eisbergs.

Die Wahl zwischen Antillen, Turks & Caicos, Jamaika und den Bahamas ist dabei fast schon zweitrangig, denn Angebot und Flair unterscheiden sich nur marginal voneinander und sind mit eingetragenen Marken wie der Wellness-Kette „Red Lane Spa“ auf so gleichbleibend hoher Qualität standardisiert, wie man es von amerikanischen Produkten eben kennt: Unabhängig von den Kategorien zwischen Standard-Zimmer, Suite mit Butler und Strandhaus für die ganze Familie sind die Anlagen in ruhige und lebhaftere „Dörfer“ gegliedert, die in puncto Architektur und Gastronomie etwa den Florida Keys, der Französischen Riviera und der Toskana nachempfunden sind. Zwischen denen können die Gäste ohne weiteres pendeln und unterschiedlichen Vorzüge zwischen Candle Light-Strand-Dinner und Irish Pubs genießen.

Abgesehen von Hochzeitsarrangements, Insel-Ausflügen mit Geschäftspartnern und wenigen anderen Ausnahmen sind wirklich alle Angebote inkludiert – egal, ob beim Japaner am Teppanyaki-Grill oder im Steakhaus diniert wird, es Katamaran oder Wasserski sein soll. Prädikat: 100 % Made in USA, andererseits traumhaft unkompliziert und perfekt konzipiert bis ins Detail.

 

www.sandals.com
Stopover-Empfehlung: London

 

 


 

 

Seychellen – Robinsonade française

 

  

Warum Seychellen, wenn es doch auf den Malediven sehr viel günstiger ist – Atoll ist doch Atoll? Nun, Köln und Düsseldorf sind auch Großstädte, die am Rhein liegen… Im direkten Vergleich sind die meisten der weit östlich vor Kenia gelegenen Granit-Inseln geradezu riesenhaft und mit Hügeln, Dörfern und Wäldern sehr viel abwechslungsreicher als das maledivische Triumvirat aus weißem Sand, türkisfarbenem Wasser und grünen Kokospalmen. Und es ist ein legeres Pflaster mit herzlichen Einheimischen, wie man beim Schlendern durch die Hauptstadt Victoria auf der Insel Mahé schnell bemerkt. Afrikanische, britische und französische Einflüsse verschmelzen zu einem ganz eigenen kreolischen Flair, das mit dem Elfenbeinturm- Tourismus in zunehmend konservativen muslimischen Ländern nichts zu tun hat. Sofern man das Urlaubsdomizil überhaupt verlassen will – die mit Palmen und Granitfelsen gespickten Strände auf La Digue, Praslin und Silhouette, von denen die Anse Source d’Argent nur der Bekannteste ist, sind objektiv betrachtet die vermutlich perfektesten der Welt.

Die mehrheitlich unter französischer Leitung stehenden Luxus-Resorts bestechen mit französischem Savoirvivre, wie ein Blick auf die Wein- und Speisekarten und ein Hang zur Eleganz bei Interieur und Abendgarderobe schnell deutlich machen. Wer bereit dazu ist, entsprechend tief in die Tasche zu greifen, kommt auf den Seychellen tatsächlich in den Genuss einer exklusiven Traumstrandparzelle mit nahezu totaler Privatsphäre. Diese gibt es etwa im Hilton Labriz Resort, dem einzigen Hotel auf der drittgrößten Seychellen-Insel Silhouette, die drei Mal täglich per Speedboot von der Hauptinsel Mahé aus angesteuert wird. In Hinblick auf den Kostenaspekt liegt das 110 Luxus-Villen fassende Labriz etwa auf halber Strecke zwischen „normalen“ Luxushotels, wie sie auf jeder der größeren Inseln zu finden sind, und den unerschwinglichen Domizilen, in denen der Geldadel aus Monaco und Hollywood zu überwintern pflegt. Zwischen dem kilometerlangen Strand, sechs Restaurants, Pools, einem am Rande des Dschungels liegenden Spa & Hamam-Komplex sowie einem Riesenschildkröten-Gehege sind ständig Chauffeure in Golfcarts unterwegs, die bequem per Telefon angefordert werden können. Sympathische Antithese zum Luxus-Ghetto: Mit dem Leihrad können die Wege in den Wald und zu den Dörfern der Insel erkundet werden.

 

www.hiltonseychelleslabriz.com
Stopover-Empfehlung: Paris

 

 


 

 

 Bali – Schmeichelei für alle Sinne

 

Der kulturelle Schmelztiegel Bali zählt zu den charakteristischsten Reisezielen Asiens. Die „Insel der Götter“ ist in etwa so typisch indonesisch wie Paris französisch und doch ein permanenter Posten auf der Wunschliste Hochzeitsreisender. Mit gutem Grund: Der Mikrokontinent gilt als Mekka für Wellness-Liebhaber und steht für pure Entschleunigung, erlesenen Genuss für wirklich alle Sinne und eine einmalige Kultur.

Mythische Theaterstücke buddhistischer und hinduistischer Prägung, Künstler-Kommunen wie in Ubud und Wahrzeichen wie der Wassertempel von Tanah Lot sind weltweit einmalig. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass kein Honeymoon auf Bali komplett ist ohne ein, zwei Tage im Leihwagen oder auf dem Motorroller zwischen Reisterrassen und der teils recht schroffen Küste.

Echte Weltklasse-Strände gibt es auf Bali deutlich weniger als im restlichen Land. Dafür entschädigen aber allein schon die asiatische Gastfreundschaft – jene Mischung aus Herzlichkeit, Service bewusstsein und Höflichkeit – und erst recht die prächtigen tropischen Gartenanlagen der für Hochzeitsreisen wie geschaffenen Resorts. Dass es von denen fast so viele wie Sand am Meer gibt, liegt nicht zuletzt an den Preisen: Auch Flüge nach Bali müssen heutzutage kaum mehr als 600 Euro kosten und zumindest außerhalb der Hotels wird man sich in vielen Fällen über die kleinen Preise wundern.

Unser Tip: Mit nur 32 Zimmern innerhalb einer großzügigen Gartenanlage, einem Spa im Stil eines Wasserpalastes – selten war der Begriff Wellness-Tempel treffender – und nicht zuletzt auch speziellen Honeymoon-Angeboten gilt das Mata Hari Beach Resort & Spa im ursprüng lichen Nordosten als eines der schönsten kleinen Luxushotels der Insel.

 

www.matahari-beach-resort.com
Stopover-Empfehlung: Dubai

 

 


 

Yap, Mikronesien – Ja-Wort in der Südsee

 

Kaum jemand hierzulande weiß es (noch): Bis zum Ersten Weltkrieg zählten Papua-Neuguinea und ein Teil Mikronesiens zum deutschen Kolonialreich, zu Bismarcks „Land unter der Sonne“. So auch die 14 Kilometer lange Trauminsel Yap, auf die es bis heute Deutsche verschlägt – allerdings weniger wegen preußischer Telegrafen-Stationen und Gouverneurs-Gebäuden, sondern wegen der vielen Manta-Rochen, mit denen man dort schnorcheln und tauchen kann, dem weltweit einmaligen Steingeld und der intakten Südsee-Kultur. Letztere bildet den Hintergrund für eine einmalige Trauung, die entsprechend der christlichen Inselbevölkerung zwar in einer Kapelle stattfindet, aber zu der das Brautpaar auf Wunsch nicht nur im weißen Hochzeitsdress mit Blumenkränzen aufbricht, sondern auch ganz wie die Brautjungfern in Baströcken und mit Gelbwurzel-Teint geschmückt, die Herzen der Inselbewohner im Sturm erobern kann.

Als bestes Hotel vor Ort richtet das mit 35 Zimmern sehr persönliche Manta Ray Bay Resort die anschließenden Feierlichkeiten bei Sashimi und Kokosnuss-Wein wahlweise auf dem fest verankerten Restaurantschiff oder am Südsee-Strand aus. Außergewöhnlich ist auch das individuelle Flitterwochen-Paket, welches Honeymoonern auf Anfrage persönlich zusammen-gestellt wird: Neben Synchronmassagen im kleinen Spa, Transfers zum entlegenen Privatstrand mit Cocktails und Picknickkorb, Kayak- und Hochseeangel-Touren, Schnupper-Tauchgängen sowie Insel- und Kulturausflügen in trauter Zweisamkeit kann die Hochzeitsreise mit einem echten Nervenkitzel abgerundet werden – unter fachkundiger Anleitung kann man auf Yap nicht nur mit Mantas, sondern außerhalb der Lagune mit bis zu 20 Riffhaien zugleich schnorcheln, die Menschen seit Jahrzehnten gewöhnt sind. Aufregender kann man den Bund fürs Leben kaum schließen und zugleich feiern…

 

www.mantaray.com
Stopover-Empfehlung: Tokio

 

 

Artikel von www.top-magazin.de/neuss