Lebensart

Neuss: heute wie damals eine „süße“ Stadt

Bereits 1815, eineinhalb Monate vor Weihnachten, empfahl der ortsansässiger Apotheker Ferdinand Feldhaus seiner verehrten Kundschaft in den hiesigen Gazetten eine „selbst verfertigte feinste Schokolade“. Er konnte nicht ahnen, dass sich mehrere Generationen später daraus die P. F. Feldhaus Schokoladenfabrik entwickeln würde.


 

Feldhaus, ebenso praxis- wie gewinnorientiert, betrieb neben seiner gut gehenden Apotheke in einem zunächst kleinen Nebenerwerb die Herstellung von Likören und Schnäpsen. Wird heute aus vielen Einzelprodukten mit Zulieferung aus diversen Bereichen Schokolade hergestellt, so ging diese vor 200 Jahren noch in Handarbeit vor sich. Zunächst wurden von den angelieferten Kakaobohnen die Schalen von Hand entfernt. Danach zerkleinerte man die Bohnen, erhitzte sie und hat sie dann so lange bearbeitet, bis ein Brei entstand, der flüssig war. Per Hand geformte Kugeln ließ man erkalten und schon war die Schokolade fertig. Diese Masse hatte damit fast keine Ähnlichkeit mit den heutigen Produkten. Leider sind aus dieser Zeit keine vergleichbaren Preise erhalten. Immerhin weiß man, das Feldhaus bis zu 15 kg herstellte und verkaufte. Bedauerlicher Weise verstarb Ferdinand J. Feldhaus bereits im Alter von 47 Jahren. Er hinterließ eine Frau und 9 Kinder. Ein Vormund der Kinder ersteigerte die Löwen-Apotheke an der Oberstraße. Glückliche Umstände ermöglichten es, dass der älteste Sohn Peter Ferdinand (aus der zweiten Ehe) die Apotheke übernehmen konnte. Er verlagerte den Schwerpunkt auf die Schokoladenproduktion und gründete die bis Mitte des 20 Jh. bestehende Firma. Peter Ferdinand veräußerte die Apotheke und baute vor dem Obertor ein Fabrikgebäude mit angeschlossenem Wohnhaus. Um Expansion brauchte er sich nicht bemühen, er traf mit seinen Produkten den Geschmack der Zeit. Er führte das Unternehmen 31 Jahre sehr erfolgreich und zog sich dann zurück. 1879 übergab er die florierende Firma an seine Söhne Jean und Joseph. Mit den technischen Innovationen der damaligen Zeit erweiterten diese das Sortiment auf Pralinen und Drops. Erstmals taucht dann auch die Marke NOVAESIA auf. 1889 verstarb der Vater und die daraus resultierenden Erbansprüche der anderen Kinder führten fast zum Konkurs, hätten nicht Freunde Kapital zur Verfügung gestellt. Die GmbH erfuhr einen bemerkenswerten Aufschwung, den Hermann Feldhaus mit 21 Jahren herbeiführte.

 

 

Geschickt reduzierte er die Angebotspalette nur noch auf die Schokolade und richtete den Vertrieb auf Großhändler aus. So konnte er alle Anteile der Gesellschafter zurückkaufen. Mit der Übernahme der Geschäftsanteile seiner Mutter und seiner Geschwister wurde er Alleininhaber der Firma P.F. Feldhaus. Da er die Geschicke seiner Schwester Mathilde und des Bruders Hans erkannte, setzte er Mathilde im Büro und Hans als Prokurist ein. 1920 kam es dann zur Katastrophe: Hochwasser und ein Feuer vernichteten die Fabrikanlagen. Bilder aus der Zeit zeigen, dass das Wasser bis an das Obertor heranreichte. Man ließ sich allerdings davon nicht entmutigen. Ein neues, größeres Gebäude wurde errichtet (von dem heute noch Teile stehen) und die Maschinen dem technischen Stand der Zeit angepasst. Mit der Entwicklung der sehr aufwendigen „Fensternuß“-Tafel mit Sichtfenster auf dem Boden gelang der große Wurf und es wurde der Verkaufsschlager in den „Goldenen Zwanzigern“Auch in der Werbung beschritt Feldhaus neue Wege.

 

Es war damals geradezu verpönt, Werbung für ein Produkt zu machen. Die Ansicht war verbreitet, dass nur schlechte Produkte Werbung benötigten. Doch der Erfolg strafte diese Annahme Lügen. Der Verfasser erinnert sich noch gerne an die Erzählungen seiner Mutter Helene, die ein Jahrzehnt in der Firma als Arbeiterin beschäftigt war und von den Düften innerhalb der Gebäude erzählte, die sogar in den Kleidern hängen blieben. Vielleicht lässt sich dadurch seine Vorliebe für Schokolade jeglicher Art und Menge erklären. Die Firma überstand selbst die Wirtschaftskrise ohne größere Blessuren. Die schweren Zeiten folgten, als Hermann erkrankte, das Unternehmen in eine KG umwandelte und seine fünf Geschwister als Gesellschafter aufnahm. Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung war rückläufig, Bomben beschädigten das Fabrikgebäude und die Produktionsanlagen. Hermann konnte den Aufschwung, der 1949 einsetzte, nicht mehr erleben. Man besann sich wieder auf die alten Geschäftsprinzipien und produzierte Beste Qualität zu angemessenem Preis. Die Verarbeitungsmethoden der Grundstoffe wurden optimiert, sorgfältige Kontrollen garantierten den Geschmack der Novesia-Schokolade. Der aufmerksame Leser bemerkt, das „a“ hatte man inzwischen verloren. Mit Modernisierungen und Rationalisierungen und vollautomatischen Verpackungen konnte man auch stabile Preise halten. Kluge und vorausschauende Einkaufsstrategien trugen ebenso wesentlich dazu bei.

Mitte der 60er Jahre wurden in der Tagesschicht stündlich 20.000 Tafeln hergestellt. Ein stufenweiser Ausbau eines neuen Betriebes an der Jülicher Straße wurde notwendig. Noch heute ist ein Jahresumsatz für eine Schokoladenfirma dieser Größe von 80 Millionen DM bemerkenswert. Wer erinnert sich noch gerne an das neue Produkt „Gold-Nuss-Pärchen“ Anfang der 70er Jahre? Um Synergien im Vertriebssystem zu nutzen, übertrug man Anteile an die General Biscuit Co., zu der auch de Beukelaer gehörte. Der Umsatz stieg um ein Drittel, die Belegschaft musste verdoppelt werden und der Umzug in die neue Produktionsstätte war unvermeidbar. Das schnelle Aus kam, als diese die Anteile an die Monheim Gruppe verkaufte und auch 25 % der Feldhaus an diese verkauft wurde. Als sich dann noch die Rohstoffkosten verteuerten und die Nachfrage rückläufig war, führte dies im Jahre 1980 nach 120 Jahren zur Schließung des Unternehmens.

 

 

 


Liebe Top Magazin-Leserinnen und natürlich -Leser,
Winterzeit ist Wohlfühlzeit. Verwöhnen Sie Ihre Lieben zuhause mit diesen kleinen Schokoladen-Träumen. Es lässt sich kinderleicht im Thermomix zubereiten, aber natürlich können Sie das Rezept auch ohne Thermomix nachbacken. Wenn Sie Fragen zum Rezept und natürlich auch zum Thermomix haben, schreiben Sie mir gern unter t.raiswich@gmail.com oder rufen Sie mich an unter: 0176 / 23 14 53 37. Natürlich berate ich Sie auch gern zu unseren tollen Thermomix-Weihnachtsangeboten!

Guten Appetit, Ihre Tatjana Raiswich
Thermomix-Teamleitung

 

ZUBEREITUNG IM THERMOMIX
1. 6 Varomaförmchen gut einfetten
2. Zartbitter und Vollmilch-Schokolade in den Mixtopf geben, 5 Sek./Stufe 6 zerkleinern, mit dem Spatel nach unten schieben
3. Butter zugeben und 2 Min./70°/ Stufe 1 schmelzen.
4. Eier, Zucker und Mehl zugeben, 20 Sek./Stufe 4 verrühren, in die Förmchen füllen, einzeln mit hitzebeständiger Frischhaltefolie abdecken, in den Varoma-Behälter setzen und Varoma verschließen.
5. Mixtopf kurz ausspülen.
6. Wasser in den Mixtopf geben, Varoma mit den Förmchen aufsetzen und 35 min./Varoma/Stufe 1 garen.
Küchlein 10 min. abkühlen lassen, Folie entfernen, mit einem Messer aus der Form lösen, stürzen und beliebig servieren, z.B. mit Eis und Beeren.

 

ZUBEREITUNG OHNE THERMOMIX
1. 6 Förmchen (Füllmenge ca. 120 ml) gut einfetten
2. Zartbitter und Vollmilch-Schokolade mit einer Reibe fein reiben und in einen kleinen Topf füllen
3. Wasser für Wasserbad aufsetzen,
4. Butter zugeben und über Wasserbad vorsichtig schmelzen lassen. Auf Temperatur achten, es darf nicht zu heiß werden
5. Schokoladenmasse etwas abkühlen lassen
6. Eier und Zucker in eine Schüssel geben und mit einem Rührgerät schaumig schlagen
7. Mehl zugeben und verrühren
8. Schokoladenmasse zugeben und glattrühren
9. in die Förmchen füllen
10. Backofen auf 180°C vorheizen
11. Küchlein ca. 13-15 min. backen, Zeit kann je nach Ofen leicht abweichen
Abkühlen lassen, mit einem Messer aus der Form lösen, stürzen und beliebig servieren, z. B. mit Eis und Beeren

 

Produziert wird Schokolade heute in Neuss nicht mehr. Aber trotzdem gibt es weiter Schokoladen-Experten in der Region. Top Magazin meint: Es lohnt sich dort einmal vorbei zu schauen. Schauen Sie doch mal was Ihnen die hiesigen Schoko-Experten zu sagen haben.

 

 

 

Artikel von www.top-magazin.de/neuss