Lebensart

Schmetterlinge

Bunte Schmetterlinge, die feengleich durch den Garten tanzen… ein Sommerbild, das leider mehr und mehr verschwindet. Warum wir jetzt handeln müssen!


 

Fakt ist: Bis zu 80 Prozent der sogenannten Tagfalter stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten und sind vom Aussterben bedroht. Seit 1990 ist bereits die Hälfte aller Tagfalter-Arten aus Europa verschwunden. Zeit zu Handeln – denn Schmetterlinge stellen einen wichtigen Bestandteil für die Gesundheit unseres komplizierten Ökosystems dar. Neben Bienen, Hummeln und Fliegen sind sie die wichtigsten Insekten, wenn es um das Bestäuben geht.

 

Der Hauptgrund für das Aussterben der bunten Falter liegt darin, dass kaum noch Lebensräume und Nahrung vorhanden sind. Monokulturen, überdüngte Wiesen und Unkrautvernichtungsmittel zerstören Fraßpflanzen für Raupen und Nektar quellen für Falter. Durch gentechnisch veränderten Mais werden sie in ihrer Entwicklung beeinträchtigt oder sogar getötet. Außerdem werden immer mehr Freif lächen zugebaut und verdrängen dadurch bunte, wilde Wiesen – die Heimat der Schmetterlinge. Statt heimischer Blumen, Gräser, Sträucher und Bäume, dominieren Einheitsrasen und exotische Gewächse. Vor allem Parks und öffentliche Gärten setzen immer mehr auf exotische Pflanzen. Diese sehen zwar hübsch aus, allerdings können unsere heimischen Schmetterlinge mit ihnen nichts anfangen.

 

“Ein schmetterlingsfreundlicher Garten ist ein vielfältiger, bunter und – wer es mag – auch ein verwilderter Garten.”

 

 

Ein weiterer Faktor für das Aussterben liegt in der erhöhten Stickstoffzufuhr durch Auto- und Industrieabgase begründet. Diese fördert das Wachstum von Pflanzen wie Löwenzahn, Disteln und Sauerampfer, welche die heimische Flora ebenfalls verdrängen. Die schnellwachsenden Pflanzen sorgen für schattige Plätzchen – zu kalt für die wärmeliebenden Flieger.

Schmetterlinge benötigen für die unterschiedlichen Stadien ihres Lebens (von der Raupe zum Schmetterling) verschiedene Lebensräume. Während Raupen an Blättern, Blüten, Zweigen, Holz oder Wurzeln fressen, ernähren sich Schmetter linge hauptsächlich von Nektar. Die meisten Arten leben nur ein paar Wochen als Falter. In dieser Zeit müssen die Männchen die Weibchen begatten. Zur Eiablage muss das Weibchen dann eine Stelle finden, an der die Raupe sich später auch entwickeln kann. Solche Plätze sind rar und immer schwieriger aufzuspüren. Die Suche nach geeigneten Eiablage- und Nahrungsplätzen wird zusätzlich dadurch erschwert, dass die meisten Schmetterlinge keine Distanzen von mehr als ein bis zwei Kilometern überbrücken können.

 

Doch was können wir tun? Eine Lösung liegt in unseren heimischen Gärten. Sie bieten den Schmetterlingen gerade in dicht besiedelten Gegenden einen Zufluchtsort. Ein schmetterlingsfreundlicher Garten ist ein vielfältiger, bunter und – wer es mag – auch ein verwilderter Garten. Einfacher Einstieg sind Wildblumen. Es gilt: je vielfältiger, desto attraktiver. Ebenfalls sollte man auf synthe tische Schädlingsbekämpfer verzichten, da Schmetterlinge sehr anfällig sind.

 


 

Nektarpflanzen für Falter:

Bartblume, Blaukissen, Edeldistel, Fetthenne, Herbstaster, Judastaler, Lavendel, Phlox, Prachtscharte, Sommerflieder, Steinkraut, Thymian oder Wildrosen

Fraßpflanzen für Raupen:

Brennessel, Brombeere, Fenchel, Dill, Wilde Möhre, Faulbaum, Fetthenne, Flockenblumen, Geißblatt, Himbeere, Hopfen, Kohl, Kresse, Goldregen, Klee, Luzerne, Wegerich, Veilchen, Weide oder Weißdorn

 

Artikel von www.top-magazin.de/neuss