Wirtschaft

Der Leuchtturm am Rhein strahlt jetzt in neuem Glanz

Seit Januar leuchten meterhohe pinke Buchstaben von jener Hotelfassade, an der fast drei Jahrzehnte lang die Schweizer Flagge hing. Fast über Nacht wurde die Neusser Dependance der eidgenössischen Hotel-Marke Swissôtel von der inter nationalen renommierten Crowne Plaza-Kette übernommen.


 

Für etwa 100 Angestellte und 30 Auszubildende kam die Nachricht vom Wechsel der Hotelmarke Mitte Dezember als handfeste Überraschung daher – für General Manager Jürgen Linder war es die Konsequenz eines erfüllten Vertrags, nachdem man sich neu positionieren wollte wie jedes andere Wirtschafts unternehmen auch. „Natürlich wurden verschiedene Optionen geprüft, aber am Ende hat man sich für Crowne Plaza entschieden“, berichtet er im Gespräch mit dem Top Magazin Rhein-Kreis Neuss. Crowne Plaza ist eine von zwölf Marken der mit über 5.000 Häusern weltumspannenden Intercontinental Hotel Gruppe (IHG). Entsprechend wird der Standort in Zukunft von der internationalen Vermarktung sicherlich profitieren, allerdings wird sich auch einiges am Erscheinungsbild verändern. Die Komponenten aus den 1980ern sollen einem modernen jungen Interieur weichen und nach den für Mitte des Jahres anberaumten Renovierungs arbeiten in den Zimmern und in der Lobby, die „wärmer und freundlicher“ werden soll, wird peu à peu auch das Kongress- Zentrum auf den neuesten Standard gebracht.

Neben den nach internationalen Standards längst üblichen Kaffee- und Teestationen auf den Zimmern, soll es einen Concierge-Service geben und die Raucher- Etage soll zugunsten einer beruhigten Quiet-Etage aufgegeben wer den. Weiterhin sind besondere Member-Rooms für Club- Mitglieder geplant. Schließlich ist die IHG-Gruppe für attraktive Stammkunden-Angebote bekannt. Bis 2020 sollen sämtliche Umbaumaßnahmen abgeschlossen sein. „Die typisch schweizerische Coolness und Grad linigkeit wird unter dem Strich abgelöst von einem frecheren, farbenfrohen und britisch angehauchten Stil“, verspricht Linder, der als erfahrener Hotelier im Laufe von über 40 Jahren Berufserfahrung mehrere hochwertige Resorts auf-, ausgebaut und Personal mit neuen Marken vertraut gemacht hat. Für ihn ist das neue Konzept ein schlüssiges und auch notwendiges Zugeständnis an den Zeitgeist. „In vielen Fällen sind die Manager heute 30 bis 40 Jahre alt, sodass wir hier die Generation X ansprechen und mit Schlüssel-Kriterien wie Mobilität und Digitalisierung Schritt halten wollen und müssen.“

 

Dies soll allerdings nicht bedeuten, dass die zahlreichen Stammgäste um das Hotel ihrer Wahl bangen müssen. Ganz im Gegenteil. Man sei sich der Bedeutung des lokalen Kolorits, des Charakters und der Qualität, für den das Hotel in den vergangenen 29 Jahren als Rheinpark-Plaza und Swissôtel stand, durchaus bewusst. Die in der Vergangenheit etwas eingeschlafene Bindung an die Quirinusstadt will Linder wiederbeleben und den Kontakt zu den Neussern zum Beispiel durch einen Schützenbiwak, eine Top-Lounge und Sponsoring für einen lokalen Inklusionsfußballverein wieder vertiefen.

Barbara Bücken – Kommunikationsmanager Crowne Plaza

Im Gespräch sind neben Specials zum Schützenfest auch vergleichbare Angebote zum Hansefest und ein Tag der Offenen Tür, um sich dem Neusser Publikum zu präsentieren. Am Ende sei die Zusammensetzung der Hotelgäste nämlich vielfältiger als mancher Neusser glaubt, unterstreicht Linder: „Natürlich sind Messegäste und Mitarbeiter der hier ansässigen Großunternehmen wie 3M und Toshiba als Gäste essentiell für uns. Aber ebenso wichtig ist für uns der Herr, der jeden ersten Sonntag im Monat mit seinem Vater bei uns frühstücken kommt, oder die Gäste aus Benelux, die im Rahmen von Kurztrips nach Düsseldorf oder Köln bei uns übernachten.“ Dass man als eines der wenigen regionalen Hotels mit einem geräumigen Indoor-Pool aufwarten kann, sei ebenso ein Standortvorteil wie die günstige Lage zwischen beiden Großstädten einerseits und der naturnahen Umgebung am Neusser Rheinufer andererseits.

Jürgen Linder – General Manager Crowne Plaza

Über negative Kommentare zu dem Markenwechsel in den sozialen Medien kann sich Hotelsprecherin Barbara Bücken bislang nicht beschweren. „Wir haben auf unserer Face-book-Seite glücklicherweise nur 30 Follower verloren, die wir durch die neue Marke aber wieder reinholen konnten“, berichtet sie über den wichtigen Gradmesser Soziale Medien. Auch das Feedback der Gäste seit dem Soft Opening sei neutral gewesen. Unter dem Strich gewinne der Standort in jedem Fall – man sehe die neuen Stan dards als Weiterentwicklung und Aufwertung. Auch personell hat sich nichts verändert. „Außerdem konnten wir alle Azubis, die wollten, übernehmen“, ergänzt Linder, „das Personal bleibt nicht nur, es muss sogar aufgestockt werden.“

Für die Webseite sei eine virtuelle Begehbarkeit und auch eine persönlichere Darstellung des Hotels auf Bildern geplant – beim Thema Bilder werden womöglich die Neusser selbst eingebunden. So habe sich der General Manager von niederländischen Kollegen inspirieren lassen und könne sich vorstellen, das neue Interieur mit den Ge winnerbildern eines lokalen Fotowettbewerbs zu schmücken. Er möchte damit noch einmal die Verbundenheit zu Neuss unterstreichen. „Wir gehören seit fast 40 Jahren als Installation zur Stadt Neuss dazu – und darauf sind wir stolz.“

Artikel von www.top-magazin.de/neuss