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Genuss

Trendgetränk Gin – Ganz schön lecker

Gin ist in! Und wie – im Sommer, im Winter – und das ganze Jahr. Eigentlich ist Gin ganz einfach neutraler Alkohol mit ein paar Wacholderbeeren drin – zumindest in seinen Anfängen. Heute gibt es ihn in anderen wilden Mischungen.


Am meisten Gin wird auf den Phillippinen hergestellt. Und da wird auch am meisten Gin pro Person getrunken.

 

Und das nicht nur als Getränk von kultivierten, etwas älteren Menschen, nein auch junge Leute trinken mittlerweile außer in dem Longdrink Gin and Tonic auch vermehrt pur. Und in einer guten Bar wird man heutzutage gefragt, welchen Gin und welchen Tonic man denn haben wolle. Grund genug also, sich auf Spurensuche zu begeben.

 

Handverlesene Gin-Sorten mit Aromen von Rosen, Kräutern, Salatgurken und Paradieskörnern

Handverlesene Gin-Sorten mit Aromen von Rosen, Kräutern, Salatgurken und Paradieskörnern

Als Erfinder des Gin gilt ein holländischer Arzt namens Franciscus Sylvius de la Boe, dieser stellte im 16. Jahrhundert einen Wacholderschnaps – mit dem Namen Genever (holländisch: Wacholder) – her. Dieser Wacholderschnaps galt auch noch im Mittelalter als Medizin und fand Einsatz bei der Bekämpfung von Fieberanfällen. Das Wacholderdestillat wurde jedoch schon viele Jahrhunderte zuvor hergestellt. Die Gin-Geschichte beginnt daher nicht erst bei Dr. Franciscus Sylvius de la Boe. Entscheidend für die Entstehungsgeschichte des Gin ist aber seine Namensgebung (Genever) durch de la Boe. Auch erkannte man im 16. Jahrhundert die geschmacklichen Vorzüge von mit Kräutern oder Früchten versetztem Alkohol. Schon bald galt die damalige „Medizin“ auch als Genussmittel und man entwickelte die Rezepte weiter, um diese trinkfähiger zu machen. Genever wurde zum Traditionsgetränk der Holländer und auch Adel und Königshaus waren begeistert von dieser Spirituose.

 

Bestechend für den Monkey 47 Dry Gin ist die braune Apothekerflasche.

Bestechend für den Monkey 47 Dry Gin ist die braune Apothekerflasche.

Kurioserweise ist die „Mutter“ des heutigen Gins Genever, auch Jenever geschrieben. Die Engländer, die die Niederländer im spanisch-niederländischen Krieg unterstützt hatten, brachten den Schnaps im 17. Jahrhundert nach Hause. Und da das niederländische Wort für sie etwas sperrig war, nannten sie das Ganze Gin. Er hat viele Moden durchlebt, in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts war das Getränk aber allerspätestens außer Mode. Wodka übernahm seinen Platz. Barkeeperprofi Christian Ebert zum Thema Wodka und Gin: „Wodka hat das Ziel, so neutral wie möglich zu schmecken, Gin hat das entgegengesetzte Ziel: Er soll einzigartig schmecken, mit so vielen Aromen wie möglich.“ Womit die verschiedenen Ginsorten erklärt wären.Der Klassiker unter den Gin-Drinks ist der Gin Tonic: im Verhältnis 1:1 bis 1:4 wird Gin mit Tonic Water gemixt. Ganz wichtig: Eis dazu! Und Tonic ist nicht gleich Tonic… zumindest nicht im Gin. Es lohnt sich, da mal was auszuprobieren. Grundsätzlich gilt: hat dein Gin schon viel Geschmack, darf sich das Tonic gern zurückhalten.

 


 

Gin-Cocktails und ihre Geschichte

Gimlet: Aus dem Kapitel „Cocktails als Medizin“. Wahrlich nicht wenigen Alkoholika werden heilende Kräfte nachgesagt und bei fast allen macht sicherlich die Dosis das Gift. Der Legende nach war es ein Admiral der Royal Navy namens Thomas Gimlette, der seinen Männern verordnete, Limettensaft zu trinken, um dem Skorbut vorzubeugen. Der schmeckte freilich besser, wenn man Gin und Zucker hinzugibt. Und geboren war der Gimlet.

 

French 75: Ja, der Cocktail wurde nach dem Kaliber einer überaus effektiven französischen Kanone im Ersten Weltkrieg benannt. Er ist allerdings um einiges friedlicher, wenn auch mit ähnlicher Durchschlagskraft. Ein kleiner Gin Sour, der mit einem großzügigen Schluck Champagner zu einem der am häufigsten unterschätzten Gin-Drinks wird. Unschlagbar wird er, wenn er im Sommer auf Eis serviert wird. Gute Drinks sind oft so einfach.

 

Last Word: Alles andere als ein uralter Witz ist dieser Cocktail, der angeblich von einem amerikanischem Entertainer namens Frank Fogarty erfunden wurde. Nach dem Lieblingsprinzip vieler Bartender – alle Zutaten zu gleichen Teilen – aufgebaut, wird er seinem Namen mehr als gerecht. Nicht selten ist die Bestellung dieses Hochprozenters eines der letzten Wörter, die an diesem Abend fallen. Geschmacklich ist er dabei allerdings über jeden Zweifel erhaben.

 

Klassiker in Flaschen

Bombay Sapphire: Sofort zu erkennen an der blauen Flasche. Hier ist eine Zutat nicht sehr dominant: die Wacholderbeere. Klar sind Wacholderbeeren enthalten, aber der Geschmack wird abgemildert durch weitere pflanzliche Zutaten.

 

Tanqueray No. Ten: Weicher Geschmack mit deutlichen Zitrusaromen von Grapefruit, Orange und Limette. Es sind wohl noch weitere Kräuter enthalten, die der Hersteller nicht verrät.

 

Hendrick’s: Gurke ist hier ein sehr dominanter Geschmacksfaktor. Und laut der originellen Website sind auch Rosenblättern bei der „Geburt“ dieser Spirituose ins Spiel gekommen.

 

Unser Geheimtipp:

Ungava Gin aus Kanada: Eins wird Ihnen sofort auffallen, wenn Sie diesen Gin das erste Mal vor sich haben: Nein, das ist zunächst nicht der Geschmack. Es ist die Farbe! Für einen Gin sehr ungewöhnlich, denn Ungava ist Gelb. Die gelbe Farbe stammt hauptsächlich von der Wilden Hagebutte. Unsere Trinkempfehlung: Ungava pur oder mit ein wenig Eis in einem kurzen Tumbler.

Artikel von www.top-magazin.de/karlsruhe