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Mein Urdenbach

Dieter Falk und seine Frau leben idyllisch im Düsseldorfer Süden. Der dörfliche Charakter des Stadtteils, die Nähe zur Natur und der Kontrast zum Showleben mit Stars und Sternchen begeistern und erden den erfolgreichen Musikproduzenten. Mit dem Top Magazin bummelt er durch seine Wahl-Heimat und erzählt, warum es ihm hier so gut gefällt.


Zu den historischen Schätzen an der Urdenbacher Dorfstraße zählt das alte Gerichtsgebäude aus dem Jahr 1535, das zu den ältesten Häusern  Düsseldorfs gehört. In zweiter Reihe direkt dahinter lebten Dieter Falks Schwiegereltern bis zu ihrem Tod.

 

 

 

 

„Wenn ich joggen will, bin ich in zwei Minuten in der Urdenbacher Kämpe, dem größten Naturschutzgebiet Düsseldorfs. Es ist ein typisches Stück alter niederrheinischer Kulturlandschaft, sehr idyllisch mit Kopfweiden, Obstbäumen und wertvollen Feuchtwiesen. Herrlich!“

 

 


 

 

„Der Schulhof der GGS in der Südallee. Hier arbeitet meine Frau Angelika als Lehrerin, ein Job, der sie sehr fordert, ihr aber zugleich auch viel Freude macht. Großartig, was diese Schule leistet! Hier treffen sich Kinder aller gesellschaftlichen Schichten.“

 

 


 

 

„Mein Stamm-Italiener Pasquale in der Sodenstraße 16 ist wirklich wunderbar. Unsere ganze Familie liebt seine italienische Küche. Hier war ich auch schon mit Showgrößen wie Karel Gott oder Daliah Lavi essen. Alle Gerichte werden immer ganz frisch zubereitet, man kann dabei sogar zusehen. Einer der besten Italiener Düsseldorfs!“

 

 


 

 

Wir sind 2005 von Stuttgart, wo ich viele Jahre als Musikproduzent gearbeitet habe, nach Urdenbach gezogen, weil die Eltern meiner Frau Angelika hier wohnten. Es ging ihnen damals gesundheitlich nicht so gut. Wir wollten in der Nähe sein, um uns kümmern zu können. Diese Entscheidung haben wir nie bereut. Ich habe im Keller unseres Hauses mein eigenes Tonstudio, wo ich nach Herzenslust arbeiten und sogar Krach machen kann  – die Wände sind gedämmt. Das stört hier niemanden. Das ist eine wunderbare Kreativ-Insel für mich. Wenn ich nicht an der Uni bin, bis Oktober habe ich noch eine Professur an der Robert-Schumann-Musikhochschule, kann ich zu Hause komponieren und neue Titel produzieren.

Viele der Künstler, für die ich gearbeitet habe, kamen hier schon zu Besuch: Katja Ebstein, die inzwischen verstorbene Daliah Lavi, Karel Gott, DJ Ötzi, Paul Young, Roger Chapman. Die Lage von Urdenbach ist für meine Frau und mich perfekt. Du findest hier im ländlich geprägten Umfeld eine unglaubliche Ruhe, lebst aber in der Nähe von gleich zwei Großstädten  – nach Köln ist es auch nicht weit  – mit allen Vorteilen, die das so mit sich bringt. Wir genießen sozusagen „the best of both worlds“. Wenn ich joggen will, laufe ich direkt vor der Haustür los und bin in zwei Minuten in der Urdenbacher Kämpe, dem größten Naturschutzgebiet Düsseldorfs. Im Frühjahr, wenn die Obstbäume blühen, ist das ein einziger Traum!

Meine Frau arbeitet als Lehrerin an der Gemeinschaftsgrundschule Südallee (GGS), nur wenige Minuten von uns entfernt. Ich bekomme so im Alltag hautnah mit, welchen Herausforderungen sich die Schulen heutzutage stellen müssen: zu große Klassen, Inklusion, Flüchtlingskinder im Unterricht, die kaum Deutsch sprechen. Die GGS bekommt das super hin, da wird kein Kind zurückgelassen. Dieses bodenständige Leben erdet mich sehr. Was ich außerdem an Urdenbach richtig klasse finde, ist seine Geschichte, die ja sehr weit, bis ins 14. Jahrhundert, zurückgeht. Die evangelische Kirche zum Beispiel mitten im Ortszentrum aus dem Jahr 1688 – ist nach der Neanderkirche in der Altstadt – die zweitälteste Kirche Düsseldorfs und eine historische und bauliche Besonderheit. Die Mehrzahl der Häuser im Dorfkern stammt aus dem 18. Jahrhundert – eine Fachwerkhaus-Idylle. Urdenbach ist sehr klein, aber hat viel zu bieten.

Legendär ist der jährliche Festumzug zum Erntedankfest, der übrigens direkt vor unserem Haus startet. Da ziehen rund 40 Gruppen mit etwa 1.500 Teilnehmern in Trachten durch den Ort. Dann laden wir traditionell unsere Freunde zu uns nach Hause ein. Wir genießen es, dass wir uns in der Nachbarschaft total wohl fühlen. Mit unseren direkten Nachbarn sind wir sehr eng verbandelt, wir feiern seit langem jedes Jahr Silvester zusammen. Diese Kontaktpflege fällt auf dem Dorf vielleicht leichter als in der Großstadt, wo es ja doch eher immer etwas anonymer zugeht.

(Aufgezeichnet von Ulrike ter Glane)

 

 


 

 

„Wenn ich Angelika mit einem Strauß überraschen möchte, gehe ich zu Blumenkunst Grützner in der Urdenbacher Allee 105. Julia Teitscheid-Angermann berät mich immer prima und weiß genau, was meiner Frau gefällt.“

 

 

 

 


 

 

„Die barocke evangelische Dorfkirche ist ein Kleinod. Sie ist nach der Neanderkirche das zweitälteste Gotteshaus in Düsseldorf. Hier wurden unsere Söhne konfirmiert. Da ich oft wegen Konzerten unterwegs bin, habe ich leider nicht immer so viel Zeit herzukommen, aber es lohnt sich!“

 

 

 


 

 

„Das Haus von Prof. Dr. Christian von Ferber, der früher an der Heinrich-Heine-Universität Soziologie lehrte, und seiner Frau Liselotte wird dieses Jahr 300 Jahre alt. Ein wahres Schmuckstück!“

 

 


 

 

„Im Backhaus Thomas Pohl in der Reutlinger Straße 9 kaufe ich morgens meine Brötchen und Kuchen immer dann, wenn wir Besuch bekommen. Er und seine Frau Raigeda sind sehr engagiert“

 

 


 

 

„Das Tonstudio im Keller ist meine Kreativinsel. Hier kann ich komponieren und produzieren, direkt nebenan ist ein Übungsraum, in dem ich mit meinen Söhnen Max und Paul für Falk & Sons neue Songs einstudieren kann.“

 

 


 

 

 

 


VITA

Dieter Falk gehört mit fünf ECHO-Nominierungen und über 20 Millionen verkauften CDs als Produzent zur Spitze der deutschen Musikszene. Er wurde am 5. Dezember 1959  in Klafeld-Geisweid (heute Siegen) geboren. Den ersten Klavierunterricht erhielt er im Alter von sechs und Geigenunterricht mit elf Jahren. Nach dem Abitur studierte er von 1979 bis 1985 Jazz, Kirchenmusik und Schulmusik an der Musikhochschule Köln – im Hauptfach Klavier, im Nebenfach Saxophon. Im Studium lernte Dieter Falk 1982 seine Frau Angelika kennen, 1984 heirateten die beiden. Das Paar hat zwei Söhne, Max und Paul (20 und 22 Jahre alt). 1985 erschienen die ersten Soloplatten On Time und Instrumental Journey, auf denen Dieter Falk Kirchenchoräle präsentierte. Darüber hinaus begleitete er Künstler wie Gitte Hænning, Katja Ebstein, Amy Grant, Kenny Rogers und Edwin Hawkins als Studiomusiker und wurde mehrfach vom Fachblatt Musikmagazin zum Keyboarder des Jahres gekürt. Ab 1990 wurde er Produzent der Gruppe Pur, mit der er des öfteren die Spitzenposition der deutschen Verkaufslisten erreichte, darunter mit dem Millionenseller Abenteuerland. Weitere Produzentenerfolge gab es unter anderem mit Patricia Kaas, Brings, Nazareth, Roger Chapman, Guildo Horn, Marshall & Alexander, Paul Young, Karel Gott und Nana Mouskouri, Nino de Angelo und Francine Jordi. Seit 2009 steht Dieter Falk auch mit seinen Söhnen Max und Paul auf der Bühne. „Falk & Sons” ist nicht nur live zu erleben, die drei veröffentlichten gemeinsame Alben wie  „Toccata” und „Celebrate Bach”.  Sein letztes Werk, das Luther Pop-Oratorium mit einem Chor von 3000 Sängern hatte 2015 eine von 16.000 Besuchern umjubelte Weltpremiere in der Dortmunder Westfalenhalle und tourte durch die größten deutschen Arenen. 170.000 Zuschauer sahen das Spektakel.

 


 

„Mit der Fähre kann man von Urdenbach nach Zons übersetzen, eine der wenigen mittelalterlichen Städte im Bestzustand mit einer sehr gut erhaltenen Befestigungsanlage aus dem 14. Jahrhundert. Der Ort war regelmäßiges Ziel unserer Fahrrad-Touren mit den Kindern, als sie noch kleiner waren.“

 


 

„Kunst spielt in Urdenbach eine große Rolle, weil sie an vielen öffentlichen Plätzen sichtbar ist und durch ansässige Künstler gepflegt wird. Dazu gehört selbstverständlich auch der Urdenbacher Kunstpfad  mit dem Mühlenbrunnen von Gisela Korpiun.“

 


 

 

„Das Restaurant Altes Fischerhaus mit einem fantastischen Blick auf den Rhein gehört Markus Schulte. Wir beide werden oft miteinander verwechselt, was wir aber mittlerweile wirklich witzig finden.“

 

 


 

Artikel von www.top-magazin.de/duesseldorf