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Effecten-Spiegel

Starke Partnerschaft: Effecten-Spiegel und DEG


Abschied vom Eis: Die Kreutzers gehen, die Effecten-Spiegel AG bleibt.

 

Eine Eishockey-Ära endet: Daniel Kreutzer, DEL-Rekordtorschütze und Teamkapitän, muss sich verletzungsbedingt aus dem Profisport zurückziehen; ein harter Schlag für Mannschaft, Fans und Sponsoren. Am 17. Februar wird sich Kreutzer im Legenden-Stadion an der Brehmstraße verabschieden. Ein letztes Mal im DEG-Trikot aufs Eis: Emotionale Momente sind bei diesem Abschiedsspiel vorprogrammiert.

Spieler und Fans verlieren mit dem DEG-Urgestein eine Identifikationsfigur, und auch den Sponsoring-Partner Effecten-Spiegel AG trifft das Karriereende Daniel Kreutzers hart. „Wir haben seit 30 Jahren unseren Sitz an der Tiergartenstraße in unmittelbarer Nähe des Stadions. Da waren wir stets hautnah dabei“, sagt Marlis Weidtmann, Einzelvorstand der Effecten-Spiegel AG. „Seit fast drei Jahrzehnten gehen wir zu den Spielen und fühlen uns dem Club sehr verbunden. Als die DEG 2012 nach dem Ausstieg des damaligen Hauptsponsors, der Metro AG, in finanzielle Schieflage geraten war, hielten wir es für selbstverständlich, uns zu engagieren.“

Die Effecten-Spiegel AG betreibt Kapitalanlage für eigene Rechnung und gibt ein wöchentlich erscheinendes gleichnamiges Börsenjournal heraus. Börse und Eishockey – eine erst auf den zweiten Blick stimmige Kombination. „Eishockey ist ein sehr dynamischer Sport, wir betreiben ein schnelles Business. Sowohl auf dem Börsenparkett als auch auf der Eisfläche sind schnelle Entscheidungen gefragt, und Adrenalinkicks gibt es im Sport genauso wie bei Börsengeschäften. Für uns eine perfekte Verbindung“, erklärt Marlis Weidtmann.

 

Marlis Weidtmann, Daniel und Christof Kreutzer (v.l.) sind sich einig: „Der Helm ist die ideale Werbefläche“.

 

Mit Hilfe der Toten Hosen legte die DEG 2012 „Bekenner“- und „Retter“-Pakete auf. Für 10.000 bzw. 20.000 Euro erhielten Sponsoren unter anderem Business-Seats für alle Heimspiele im ISS Dome. „Wir haben als Bekenner angefangen, ein Jahr später gehörten wir zu den Rettern“, erinnert sich Marlis Weidtmann. Inzwischen hat die Effecten-Spiegel AG das Sponsoring erheblich ausgeweitet. Ihr Logo ziert nicht nur den Helm der Spieler, auch am Trikotkragen findet sich ein Patch mit der Aufschrift „Effecten Spiegel“. 2013 war das Unternehmen als eines der ersten mit Bandenwerbung im Stadion präsent. Aktuell findet sich das Logo zudem unter der Eisfläche und auf den großen LED-Panels im ISS Dome.
Marlis Weidtmann begründet das Sponsoring des achtfachen Deutschen Meisters: „Wir nutzen als Unternehmen die Infrastruktur der Stadt und möchten etwas zurückgeben. Unser Engagement für die DEG ist auch als Bekenntnis zum Standort Düsseldorf zu verstehen. Ich persönlich bedauere, dass nicht mehr von den großen Düsseldorfer Unternehmen, zu denen auch einige DAX-Konzerne gehören, den Sport unterstützen. Sponsoring ist eine exzellente Möglichkeit, als Unternehmen wahrgenommen zu werden.“ Daniel Kreutzer ergänzt: „Beim Eishockey geht es nicht um die ganz großen Summen wie beim Fußball. Es wäre viel mehr möglich. Sponsoren profitieren von vielfältigen Werbemöglichkeiten und dem positiven Image der DEG.“

Im vergangenen Jahr hat die Effecten-Spiegel AG ihr Engagement für die DEG vorzeitig verlängert und weiter ausgebaut. Sie setzte damit ein deutliches Zeichen: Vertrauen in die Mannschaft, die Trainer und die Gesellschafter. Marlis Weidtmann: „Wie jeder Unternehmer muss auch der Club langfristig planen und kalkulieren können. Daher hatten wir uns entschlossen, mit einem Dreijahresvertrag mehr Planungssicherheit zu ermöglichen. Was dann kommen sollte, ahnten wir allerdings nicht. Christof Kreutzer, Cheftrainer der DEG seit der Saison 2014/15 und 2016 als Trainer des Jahres ausgezeichnet, wurde im März entlassen. Das war ein herber und unerwarteter Schlag für uns. Und nun muss auch noch Daniel seine Karriere beenden… Eine DEG ohne die Kreutzer-Brüder ist für uns kaum vorstellbar.“ Auch für Daniel Kreutzer ist die Ablösung seines Bruders schwer zu verdauen: „Christof gehört seit 40 Jahren zum Verein und hat in schwierigen Zeiten Verantwortung übernommen.“

Was aus der DEG ohne die Kreutzer-Brüder wird, bleibt abzuwarten. Marlis Weidtmann kann ihre Enttäuschung nicht verbergen: „Das Sponsoring läuft bis 2019, also noch eine Saison. Wir werden wohl weitermachen, denn auch als Sponsor trägt man eine Verantwortung gegenüber dem Verein, den Spielern und den Fans. Dazu gehört auch, in schweren Zeiten zu seinem Wort zu stehen. Da kann man nicht einfach alles hinwerfen, wenn es mal nicht so läuft, wie man sich das vorgestellt hat. Schließlich erwarten wir das auch von den Gesellschaftern.“

 

Es bleibt die Vorfreude auf das Abschiedsspiel am 17. Februar 2018: Daniel Kreutzer, Marlis Weidtmann und Christof Kreutzer (v.l.).

 

Mit Daniel Kreutzer verliert das Team seinen Kapitän und eine Identifikationsfigur. Vor allem für die jungen Spieler übernahm er eine Führungsrolle. „Nach Daniels schwerem Unfall war deutlich ein Bruch in der Mannschaft zu spüren. Da erst wurde mir klar, wie groß die Bedeutung des Kapitäns für ein Team ist,“ erklärt Marlis Weidtmann und sieht auch hier eine Parallele zu ihrer Funktion als Einzelvorstand. „Daher ist es wichtig, dass jetzt ohne die Kreutzers schnell neue Identifikationsfiguren und Spiel-Leader gefunden werden. Ein erster Schritt ist für uns die Vertragsverlängerung von Matthias Niederberger.“

Für die Kreutzer-Brüder und alle Fans werden am 17. Februar noch einmal alte Zeiten lebendig. Das Stadion an der Brehmstraße wird voll sein. Alte Stars wie Tore Vikingstad, Uli Hiemer, Peter Lee und Chris Valentine werden auflaufen. Die Teams heißen „Daniels Friends“ und „Allstars“. Und natürlich wird eines der beiden Teams die Helme der Effecten-Spiegel AG tragen. Daniel Kreutzer wird abwechselnd in beiden Mannschaften spielen. „Und selbstverständlich gibt es in den Drittelpausen die berühmte Kreutzer-Wurst von unserem Großvater…”, verspricht er.

Artikel von www.top-magazin.de/duesseldorf