Lifestyle

Schwungvoller Auftakt

Neues Konzept, neue Location – erfolgreiche Premiere der „Gallery Shoes“ auf dem Areal Böhler.


Die helle, offene Loft-Atmosphäre in den Alten Schmiedehallen kam bei Ausstellern wie Händlern sehr gut an.

Bei der spanischen Marke „Alma en Pena“ liebt man es bunt und glitzernd

Bei der spanischen Marke „Alma en Pena“ liebt man es bunt und glitzernd

Mit einer erfolgreichen Premiere ging die neue Plattform „Gallery Shoes“ an den Start. Neues Konzept, neue Location: 500 vertretene Marken auf 20.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche sorgten am letzten Wochenende im August für einen schwungvollen Auftakt. Aussteller wie Einkäufer äußerten sich zufrieden bis begeistert. Kaum einer trauerte dem Vorläufer GDS noch nach. „Die alte Messe war nicht mehr zeitgemäß, unsere Branche brauchte dringend eine Auffrischung“, sagt Christian Böhm vom Detmolder Unternehmen Marco Tozzi, als wir fürs Top Magazin bei einem Rundgang Stimmen und Meinungen einfangen. Sein Team fühle sich in den Alten Schmiedehallen ausgesprochen wohl. „Tolle Atmosphäre, perfekte Organisation, zuvorkommendes Personal“, listet er lobend auf. „Die offene, luftige Halle hat Flair und Charakter. Diese Meinung teilen auch unsere Kunden.“ Auf dieses Stichwort hat Kirill Cedzinov nur gewartet. „Gefällt mir gut, wie die Plattform jetzt aufgestellt ist“, bestätigt der Geschäftsführer von Thomas Münz, der mit seinem Partner Stanislav Prinzmann Schuhe in riesigen Mengen nach Moskau exportiert und gerade bei Marco Tozzi ordert.

Ein paar Meter weiter, am geräumigen Stand von Melvin & Hamilton, ist es sehr voll. Keine britische Marke, wie man vermuten könnte. Inhaber und Designer des Heidelberger Unternehmens sind die Brüder Olivier und Karim Choukair. Ihre Herrenschuhe mit bunter Stickerei und Bemalung fallen sofort ins Auge. Originell, aber wer kauft so etwas? Individualisten natürlich, war zu erfahren – und dass man sehr viele Geschäfte über Online-Bestellungen abwickle. „In diesen schwierigen Zeiten muss man sich von den anderen abheben. Wir fertigen Außergewöhnliches. Und wir zelebrieren Messen wie diese.“ Das Team trägt Shirts mit der Aufschrift „schuhemachenglücklich“. Alle sind gut drauf, was nicht zuletzt an der aufpolierten Plattform und dem Einzug der „Gallery Shoes“ aufs Areal Böhler liege, erklärt Olivier Choukair: „Wir gehörten zu den ersten Befürwortern des Konzepts. Uns gefällt der Industrie-Charme der Halle ebenso gut wie unseren Händlern.“

Nur selten mischt sich leise Wehmut in die Kommentare. Natalie Levy bedauert, dass es die GDS nicht mehr gibt. Aber nur aus einem Grund: „Die bequemen Rahmenbedingungen waren nicht zu übertreffen. Trotzdem muss ich zugeben – hier ist es wunderschön.“ Für ihre spanische Firma Alma en Pena, viel Blingbling, viel Raffiniertes, sei Deutschland ein wichtiger Markt und der Standort Düsseldorf erst recht unverzichtbar. „Ich möchte diese Präsenz nicht missen. Man darf die Messe nur nicht noch mehr aufsplitten“, warnt sie. „Daran sollte kein Verantwortlicher mehr einen Gedanken verschwenden. So wie es ist, ist es gut.“

Das hört man gern bei der Igedo, unter deren Dach die „Gallery Shoes“ entwickelt wurde. Mit mehreren Zielen hat man das Format ins Leben gerufen: Es sollte Raum schaffen für ungewöhnliche Inszenierungen und kuratiert werden wie ein edler Department Store – mit einer Fülle von Brands und dazugehörigen Accessoires wie Taschen und Gürtel. Die Aussteller wiederum würden dadurch von dem Zwang befreit, Markenkraft allein durch Größe zu dokumentieren. „Pure Größe vermittelt nicht gleichzeitig Klasse“, betont Ulrike Kähler, Project Director der „Gallery Shoes“ und Prokuristin in der Igedo-Geschäftsführung. Für die Umsetzung dieser Visionen und den Düsseldorfer Neustart ins internationale Schuh-Business bot das Areal Böhler mit seinen flexiblen Möglichkeiten die ideale Bühne. Die Allianz hatte sich zuvor schon bei der Fashion-Schwester „Gallery“ bewährt. Hier wie da müssen zwei Zielgruppen erreicht werden: die Lieferanten und der Handel mit ihren spezifischen Wünschen. Dazu zählen in beiden Fällen Lupenreinheit in der Darstellung, Schnelligkeit beim Erfassen des Angebots und keine allzu langen Wege. Der Zeitgeist, so die Igedo-Chefin, könne mit der modern konzipierten „Gallery Shoes“ perfekt erfasst werden, weit besser als mit der am Ende nicht mehr so beweglichen GDS. Im Klartext: Weniger Aufwand beim Messebesuch und geringere Kosten für die jetzt verkleinerten Stände sind in der Branche wichtiger denn je.

Die unterschiedlichen Industrie-Hallen des Areals Böhler erlaubten eine schlüssige Aufteilung der Schuh-Segmente. Die „Premium-Zone“ wurde in der Kaltstahlhalle einquartiert, ausgestattet mit Tageslicht und viel Charme. Die „Comfort-Zone“ erstreckte sich über die Alte Federnfabrik mit der Glühofenhalle. In der Blankstahlhalle wurde für die „Kids“-Zone Raum geschaffen. Die umfangreichste Abteilung „Contemporary & Urban-Zone“ verteilte sich auf drei ineinander übergehende Bereiche: die Licht durchflutete Alte Schmiedehalle mit historischen Stahlträgern und Hochglanz-Industrieboden, die Halle am Wasserturm mit musealem Ambiente sowie das Alte Kesselhaus mit seinem denkmalgeschützten Heizkessel.

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Für die Individualisten unter den Herren: Exzentrisches von „Melvin & Hamilton“

Der internationale Anteil der rund 200 Concept-Stände betrug bei der „Gallery Shoes“ stolze zwei Drittel. 16 Länder waren vertreten, darunter Belgien, die Niederlande, Frankreich, Italien, Portugal, Spanien, Skandinavien, Großbritannien, Österreich und die Schweiz. Renommierte Marken kehrten zurück und setzten ihr Vertrauen ins starke Düsseldorfer Business: Aigner, Bogner, Steffen Schraut (über Shoe.Mission), Camel Aktive oder Marc O’Polo. Erfreulich auch Neuzugänge wie Area Forte, Florina, Glam Shoes oder Merch Mashiah sowie die Labeldichte bei den Kinderlinien.

 

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Ulrike Kähler, seit Jahrzehnten im Mode-Business unterwegs, weiß sehr wohl, dass sich eine führende Messe-Gesellschaft vom Kaliber der Igedo immer wieder neu erfinden muss. Im „Branchen-Report Schuhe 2017“ umriss die Projektleiterin einige ihrer wichtigsten Einsichten, die sich bei der Konzeption der „Gallery Shoes“ als besonders wertvoll erwiesen: „Demut und Anerkennung, dass alles, war es auch noch so erfolgreich, dem Wandel der Zeit unterliegt. Bereitschaft, Altes loszulassen und sich befreit und neu nach vorne auszurichten. Mut und Kontinuität, verbunden mit der Fähigkeit, sich selbst nicht ins Abseits zu stellen oder stellen zu lassen, sondern mit transformierender Tatkraft frisch und visionär in eine neue Zukunft aufzubrechen. Und schließlich Besinnung auf die eigene Erfahrung, die ein hohes Gut ist und die uns das Leben als bleibendes Geschenk der Reife im Wandel der Zeit lässt.“

Mit acht Locations, auf 20.000 Quadratmetern, im Industrie-Charme war das Areal Böhler an der Stadtgrenze Düsseldorf-Meerbusch der perfekte Partner für das neue Messekonzept der Igedo.

Mit acht Locations, auf 20.000 Quadratmetern, im Industrie-Charme war das Areal Böhler an der Stadtgrenze Düsseldorf-Meerbusch der perfekte Partner für das neue Messekonzept der Igedo.

Artikel von www.top-magazin.de/duesseldorf