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Mein Düsseldorf – CARLSTADT

Josef Hinkel liebt sein Leben mitten in der Stadt. Der Kultbäcker hat schon als kleiner Junge in den Straßen gespielt, heute ist er gemeinsam mit seiner Frau Nicole fest verankert in der Nachbarschaft. Mit dem Top Magazin bummelten die zwei durch ihr Viertel, und der Vater von fünf Kindern erzählt, was ihm hier so gut gefällt.


Josef und Nicole Hinkel in der Carlstadt

“Auf unserer großen Terrasse mit idyllischem Blick auf die Hinterhöfe spielt sich bei gutem Wetter unser Familienleben ab. Hier stehen Trampolin und Planschbecken für unsere jüngeren Kinder, die älteren bringen öfter mal Freunde zum Grillen mit. Nicole und ich lassen hier gerne den Tag gemütlich bei einem Glas Wein ausklingen.”

 


“Wenn wir aus der Haustür treten, stehen wir quasi direkt vor dem Hutsalon von Brigitte Roos. Jedes Modell hier ist ein Unikat, wird von der Modistin von Hand gefertigt. Und Nicole wird auch sofort fündig. Das ist der perfekte Sonnenhut für unseren Urlaub auf Mallorca.”


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“Auf der Insel im Spee’schen Graben habe ich schon als kleiner Junge gespielt. Wir sind auf Bäume geklettert und haben Wasserschlachten veranstaltet. Genauso wie meine Söhne und Töchter später auch. Heute gibt es dort einen Kletterwald und eine Seillandschaft. Ein Paradies für Kinder!”

 


“Roncalli’s Apollo Varieté an der Rheinuferpromenade ist eine feste Institution im Düsseldorfer Kulturleben, und wir sind im Laufe der letzten Jahre immer mal wieder in einer Vorstellung gewesen. Mit dem Programm „Jubilé à Paris“ feiert Gründer Bernhard Paul zurzeit das 20-jährige Jubiläum des Theaters. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.”


Als ich geboren wurde, lebten meine Eltern noch in Bilk. Ich kam im St. Martinus-Krankenhaus zur Welt, direkt gegenüber lag damals witzigerweise die erste Bäckerei Hinkel in Düsseldorf. 1966 zog meine Familie in die Hohe Straße, wo ich auch aufgewachsen bin. Ich hatte eine tolle Kindheit in der Carlstadt. Wir haben echt viel dummes Zeug gemacht, Wasserschlachten am Spee’schen Graben zum Beispiel. Herrlich! Sonntags haben wir Kinder früher immer auf dem Carlsplatz gespielt, Verfolgungsjagden mit dem Fahrrad veranstaltet. Ich selbst bin mit fünf Geschwistern aufgewachsen und habe mir immer eine große Familie gewünscht. Meine Frau Nicole und ich zogen nach unserer Heirat zunächst in die Wohnung über der Bäckerei in der Hohe Straße. Als es dort zu eng wurde, gelang es uns vor 20 Jahren, das Haus in der Bastionsstraße zu kaufen. So konnten wir damals die Backstube erweitern. Obendrüber wohnen wir nun mit ausreichend Platz für unsere fünf Kinder und einer weiträumigen Terrasse mit Blick auf die Hinterhöfe. Die malerische Carlstadt ist zwar der kleinste Stadtteil Düsseldorfs, aber sicher auch einer der schönsten. Die ersten Gebäude sind hier vor rund 400 Jahren entstanden. Im Laufe der Zeit kamen viele heute denkmalgeschütze Häuser wie etwa die Palais Nesselrode, Wittgenstein und Spee und stilvolle Bürgerhäuser dazu. Wir alle genießen das Leben hier sehr. Kindergarten und Grundschule sind direkt um die Ecke, so dass die Kinder sich frei bewegen konnten. Bis zur längsten Theke der Welt sind es gerade mal 200 Meter, die Kö ist fußläufig erreichbar, quasi direkt um die Ecke. Hier im Quartier kennt jeder jeden, es ergibt sich immer ein kurzer Plausch mit Nachbarn, wenn man unterwegs ist. Und die Hohe Straße selbst mit kleinen individuellen Designer- und Einrichtungsläden, mit Antiquitäten- und Couture-Geschäften, Conceptstores, Szene-Cafés und Bistros hat viel zu bieten. Auch die Nähe zum Rhein bedeutet uns sehr viel. Nicole und ich bummeln gerne abends noch ans Wasser, schauen uns den Sonnenuntergang an und gehen auf ein Glas Wein in die „Zicke“. Zudem gibt es ein riesiges kulturelles Angebot. Die Museums-dichte in der Carlstadt ist enorm. Im Stadtmuseum zum Beispiel bin ich sehr häufig. Das Opernhaus ist nicht weit weg, genauso das Kom(m)ödchen von Kay Lorentz. Wer hier wohnt, braucht eigentlich kein Auto. Und die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ist unschlagbar gut. Alles in allem ist die Lebensqualität in der Carlstadt unglaublich hoch! Und das wissen meine Frau und ich sehr zu schätzen! Wir lieben unser Leben mitten in der City. (Aufgezeichnet von Ulrike ter Glane)


“Unterricht wie er früher war, kann man im historischen Klassenzimmer der Maxschule, die alle meine Kinder besuchten, erleben. Mit viel Liebe zum Detail wurden über Jahre antike Originalgegenstände gesammelt. Alte Landkarten, Schiefertafel, Griffel – nichts fehlt. Auch nicht der Rohrstock, mit dem mein Sohn Franziskus mir droht. Der traut sich was!”

 


“Die Maxkirche hat einen großen Stellenwert in unserem Leben. Hier haben Nicole und ich 1995 geheiratet, alle unsere Kinder waren oder sind aktuell noch hier Messdiener, wie ich übrigens früher selbst auch. Jeden Samstag von 11.30 bis 12 Uhr finden hier Orgelkonzerte statt. Viele Düsseldorfer verbinden den Besuch mit einem Bummel über den benachbarten Wochenmarkt am Carlsplatz.”

 


“Immer einen Besuch wert ist der Conceptstore Yooyama in der Bastionsstraße. Dort gibt es unter anderem Möbel, Accessoires, Geschirr, Tischwäsche, Papeterie. Wir stöbern einfach sehr gerne hier. Aktuell hat es uns der Flugzeugtrolley angetan, den Inhaberin Johanna Spielberg uns zeigt. Den können wir auf unserer Terrasse gut gebrauchen.”


“Das Bistro „Zicke“ in der Bäckerstraße ist ein echter Nachbarschaftstreff. Man kann sicher sein, dass immer jemand da ist, den man kennt. Meine Frau und ich legen hier gerne einen Stopp ein, essen eine Kleinigkeit oder trinken abends manchmal auch nur ein Glas Wein.”


“Historisches Gebäude, zehn Meter hohe Decken und ein ausgefallenes Lichtkonzept – die Pardo-Bar im Düsseldorfer K21 Ständehaus liegt direkt gegenüber dem Spielplatz  unserer Kinder. Für einen schnellen Café zur Stärkung genau das Richtige. Und auch abends sicher etwas ganz Besonderes.”

 


“Seit mehr als 60 Jahren gibt es Mohnfeld in der Carlstadt, das Fachgeschäft für Dessous, Nachtwäsche, Strumpfwaren und Bademoden hat aktuell die Verkaufsfläche sogar noch erweitert. Auf der Suche nach einem Pyjama hat Nicole das Männernachthemd für mich entdeckt. Ich habe es dann aber doch nicht gekauft. Das ist dann doch nix für mich!”

 


“Stets voll und das Essen immer richtig gut! Münstermanns Kontor bietet schlichte Hausmannskost wie Linsensuppe genauso wie bretonische See- teufelmedaillons oder Thunfischsashimi auf süßscharfem Gemüsesalat. Das Erfolgskonzept von Chef de Cuisine Matthias Münstermann ist unübertrefflich. Wir sind sehr gern dort.”


Top-Duesseldorf-Mein-Düsseldorf-13“Auch eine Tradition in der Carlstadt: Die Blumenbinderei Lehmann residiert seit über 100 Jahren hier. Was kaum einer weiß, das Geschäft am Schwanenmarkt hat einen herrlichen Dachgarten, auf den Inhaberin Helga Berns zu Recht sehr stolz ist. Der Traum von einer grünen Oase in der Stadt – mit ihrer Hilfe könnte er wahr werden.”


Top-Duesseldorf-Mein-Duesseldorf-11“Wenn es um guten Durchblick geht, fühlen wir uns bei Brillen Striewe gut aufgehoben. Große Auswahl an modischen Gestellen, kompetente Beratung und ein zuverlässiger Service. Und das Geschäft liegt nur wenige Meter von uns entfernt.”


Vita

Josef Hinkel wurde am 8. Juni 1959 im St. Martinus-Krankenhaus  in Düsseldorf-Bilk geboren. Nach Schule und Bundeswehr machte er eine Ausbildung zum Bäcker, die Meisterschule absolvierte der Düsseldorfer in Hannover. Bereits mit 23 Jahren trat er in die Fußstapfen seines Vaters „Kajo“ Karl Josef Hinkel und fing zunächst als Geschäftsführer an. Mit Ende 29 bestand er die Prüfung zum Betriebswirt des Handwerks, ein fachorientierter  Abschluss, der von der Handwerkskammer angeboten wird. 1988 schließlich übernahm Josef Hinkel den kompletten Betrieb und führt ihn seitdem getreu dem Motto „Bäckerei der Brotfreunde“ – ohne belegte Brötchen, ohne Kaffeeausschank, ohne Sahne, ohne Creme. Sein Name steht für das traditionelle Backen in reiner Handarbeit und rustikale Brote mit herzhafter Kruste. Bei Rezepten fürs Brotbacken ist Hinkel aufgeschlossen für Kombinationen von Zutaten aus aller Welt und hat Spaß daran, immer mal neue Köstlichkeiten aus dem Ofen holen zu lassen. Heute beschäftigt  der Tausendsassa 80 Mitarbeiter. Seine Frau Nicole lernte er als Kundin in der Bäckerei kennen, 1995 heirateten die beiden in der Maxkirche.  Das Paar hat fünf Kinder: Sophie, Johannes, Josef, Hanna und Franziskus (21 bis 9 Jahre alt). Der Kult-Bäcker ist sehr aktiv im Brauchtum, war 2008 Karnevalsprinz und führte 2011 bis 2015 das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC), den Dachverband aller Düsseldorfer Karnevalsvereine, als Präsident. Seit April dieses Jahres ist Bäckermeister Josef Hinkel Schirmherr des Deutschen Kinderschutzbundes.

Artikel von www.top-magazin.de/duesseldorf