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Mein Düsseldorf – ALTSTADT

Christiane Oxenfort wohnte 21 Jahre in der Altstadt und hat noch heute ihr Büro dort. Ihr Herz hängt an Düsseldorf und dem quirligen Quartier mitten in der City. Mit dem Top Magazin bummelt die Intendantin des Düsseldorf Festivals durch ihr Viertel und erzählt, was ihr hier so gut gefällt.


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Christiane Oxenfort

Aufgewachsen bin ich in Eller. Ich war 16 Jahre alt, als ich mit meinen Eltern Engelbert und Hildegard Oxenfort und meiner Schwester Barbara  in die Altstadt zog. Wir wohnten zunächst zwei Jahre in der Nähe der Maxkirche. Mein Abitur habe ich auf dem St-Ursula-Gymnasium gemacht, das damals übrigens noch eine reine Mädchenschule war. Direkt nach dem Schulabschluss zog ich in meine erste eigene Wohnung, 45 Quadratmeter, zwei Zimmer über dem Weinhaus Tante Anna. Wenig später kam meine Familie nach, sie lebte in einer Wohnung direkt nebenan. Das Restaurant hatten meine Eltern bereits seit 1974  gepachtet. Und wie das bei Selbstständigen üblich ist, halfen meine Schwester Barbara und ich dort immer mit. Ich habe schon als Schülerin gekellnert. Eine supercoole Zeit, die mich sehr geprägt hat. Ich habe dort viel über den Umgang mit Menschen gelernt, ihnen etwas zu verkaufen, von dem ich selbst überzeugt war. Davon profitiere ich heute noch als Intendantin des Düsseldorf Festivals. Wenn mich etwas begeistert, dann kann ich andere Leute mitreißen. Insgesamt 21 Jahre  wohnte ich in der Altstadt, heute lebe ich in Pempelfort. Doch noch immer verbringe ich den ganzen Tag hier im Viertel. Mein Büro liegt in der Bolker Straße – und das genieße ich. Denn tagsüber ist die Altstadt einfach wunderbar. Natürlich bietet sie nicht die Urbanität wie die reizvollen Kieze, etwa Pempelfort oder Flingern, dafür hat sie aber andere Qualitäten. Kein Quartier verkörpert das historische Düsseldorf so wie die Altstadt. Sie ist das historische, politische und kulturelle Zentrum der Stadt. Denken Sie an das Rathaus, die Kunstakademie, die Andreaskirche, die Brauereien oder den Burgplatz! Es gibt sehr schöne Geschäfte in den Seitenstraßen. Es lohnt sich wirklich, durch die Gassen zu bummeln, auch Düsseldorfer entdecken hier immer etwas Neues. Selbst gute Gastronomie, wenn man weiß, wo sie ist. Ich liebe die Nähe zum Rhein und bin hier auch sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs. An der Altstadt schätze ich sehr, dass man mitten im Leben ist. Wenn ich mittags zum Essen auf den Carlsplatz gehe, dann treffe ich oft schon viele Freunde oder Geschäftspartner, mit denen ich sowieso etwas besprechen wollte. Man knüpft auch sehr schnell neue Kontakte. Abends und am Wochenende, wenn hier Partystimmung herrscht, die Touristen und Fußballfans hier auflaufen, bin ich allerdings nicht da. Wohnen würde ich hier nicht mehr so gerne, aber eins ist sicher: Mein Herz hängt an Düsseldorf und seiner Altstadt, das ist meine Heimat.

(Aufgezeichnet von Ulrike ter Glane)


 

Gewürzhaus Altstadt

In dem Gewürzhaus Altstadt riecht es wie auf einem Basar im Orient nach Piment, Nelken, Kümmel und Paprika. Ich bin Stammkundin, kaufe immer den klassischen ABB Mostert. Und probiere neue Gewürze aus, die exklusiv hier gemischt werden. Heute nehme ich zum Testen mal das erotische Curry mit. Der Tipp von Inhaberin Kerstin-Miriam Seegers: Soll super zu Hühnchen schmecken.

Kom(m)ödchen

Wir sind schon in unserer Jugend mit der ganzen Familie ins Kom(m)ödchen gegangen. 1991 haben meine Schwester Barbara und ich dort zusammen mit Manes Meckenstock Mundart-Kabarett gemacht. Da lebte Lore Lorentz noch. Das war eine große Ehre für uns, dass wir dort auftreten durften. Das Stück haben wir im Rahmen des ersten Festivals 1991 produziert. So ging das mal los.

 

Weinhaus Tante Anna

Das Weinhaus Tante Anna in der Andreasstraße hat unsere Familie seit Jahrzehnten gepachtet. Hier habe ich als Schülerin gekellnert und mir damit mein erstes Geld verdient. Heute wird das Restaurant von meiner Schwester Barbara geleitet, und natürlich bin ich sehr oft zum Essen da.

Felix Ringel Galerie

Ich schaue regelmäßig in der Galerie von Felix Ringel direkt gegenüber der Kunstakademie vorbei. Wir kennen uns schon sehr lange. Er hat sich auf internationale und zeitgenössische Kunst spezialisiert – Malerei und Skulptur, wie auch Fotografie und Lichtkunst. Die aktuelle Ausstellung mit Bildern von Sabine Moritz, der Frau von Gerhard Richter, ist sehr sehenswert.

 

Laura’s Deli

Ich gehe häufiger mittags von meinem Büro aus zum Essen auf den Carlsplatz. Bei Laura’s Deli gibt es wahnsinnig gesundes Essen, alles frisch hergestellt – ohne Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe. Ihre Auswahl an Smoothies ist sensationell und die hausgemachten Eis-Tees, die sie anbietet, sind im Sommer sehr erfrischend.

Andreaskirche

Die Andreaskirche ist eine der ältesten Spielstätten des Düsseldorf Festivals. Von Beginn an findet hier am Anfang des Festivals ein großes Chor- und Orchesterkonzert statt. Und seit jeher laden die Düsseldorfer Dominikaner jeden Sonntag um 16 Uhr zum Konzert in der Reihe „Die Sonntagsorgel in St. Andreas“. Der Eintritt ist frei, über Spenden freuen sich die Veranstalter.

 

Goldschmiedemanufaktur Schubart

Der Schmuck aus der Goldschmiedemanufaktur Schubart in der Kapuzinergasse ist einzigartig, genau mein Stil: Ringe, Armbänder und Ketten in ungewöhnlichen Größen, meistens aus Roségold und Platin. Mein Lieblingsring ist von hier – ein sehr ausgefallenes Objekt in Silber. Ein Geschenk, das mit sehr viel bedeutet.

Schumann Optik

Ich liebe ausgefallene Sonnenbrillen, davon habe ich mindestens sechs Stück, die ich auch alle abwechselnd trage. Eine gute Auswahl hat Schumann Optik auf der Heinrich-Heine Allee. Dort  werde ich immer perfekt beraten.

 

 

Radio Engelmann

Bei Radio Engelmann in der Kasernenstraße scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Er kann immer noch die alten Glühbirnen besorgen, auf LED-Leuchtmittel stehe ich nicht so sehr. Schräg ist die Auswahl an Singles und Langspielplatten aus den 1960er und 70er Jahren. Nichts für mich, aber nach wie vor kommen Sammler vorbei, um sie dort einzukaufen.

Familienbetrieb Schier

Der Familienbetrieb Schier auf dem Carlsplatz besteht bereits in der vierten Generation. Hier bekommt man nicht nur frisches Obst und Gemüse, sondern auch gleich von Sebastian Schier noch Tipps für die Zubereitung.
Zu empfehlen sind auch die selbstgemachten Öle, Saucen, Chutneys oder Marmeladen. Da gibt es immer wieder neue Geschmacksrichtungen.

 

Käsestand Chez Jean-Luc

An dem Käsestand Chez Jean-Luc auf dem Carlsplatz kann ich nicht vorbeigehen, ohne etwas zu kaufen. Ich liebe Frankreich, wir machen dort regelmäßig Urlaub. Bei Inhaberin Geraldine Marionneau bekomme ich alle französischen Spezialitäten, die ich gerne mag wie Käse, Pasteten, Fisch- und Fleischgerichte. Den frischen Flammkuchen
muss man probiert haben.

Carlsons

Schlicht und cool – das Carlsons von Norman Jaspers und Ingo Scheelen in der Kasernenstraße ist eine super Location und perfekt für einen Zwischenstopp, wenn man Hunger hat. Es gibt verschiedene Wraps, gerolltes Fladenbrot oder raffiniert belegte Brötchen. Wer was Warmes möchte, greift zu Suppe oder Quiche. Die hausgemachten Kuchen sind exzellent. An jedem ersten Donnerstag im Monat gibt es einen Tapas-Abend mit einem tollen Weinangebot.

 

Schuster Achim Djürken

Er ist der Mann meines Vertrauens, was Schuhe betrifft. Schuster Achim Djürken auf dem Carlsplatz holt das Beste aus allem raus, was repariert werden muss. Alte Schuhe sehen aus wie neu, er arbeitet edle Handtaschen auf, repariert Reißverschlüsse. Einfach unbezahlbar.

 


 

 

VITA: Christiane Oxenfort

Christiane Oxenfort wurde 1962 geboren, machte ihr Abitur auf dem St. Ursula Gymnasium in der Altstadt. Bereits als Teenager trat sie gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Barbara im Karneval als Gesangsduo auf. Die Rheinländerin studierte Flöte an den Musikhochschulen Köln und Stuttgart. Während ihrer mehrjährigen Orchestertätigkeit baute sie 1991 das Altstadtherbst Kulturfestival mit auf, das 2011 in Düsseldorf Festival umbenannt wurde. Die Tochter von Engelbert Oxenfort, einem Urgestein des Düsseldorfer Karnevals, war von Beginn an gemeinsam mit Andreas Dahmen künstlerische Leiterin des Festivals und ist mit ihm seit 1996 auch geschäftsführende Gesellschafterin. Acht Jahre war sie Intendantin der Düsseldorfer Schumannfeste, von 2007 bis 2010 gemeinsam mit dem Tonhallen-Intendanten Michael Becker. Darüber hinaus ist Christiane Oxenfort Mitglied des international renommierten Flötenquartetts ViF, mit dem sie mehrere Kammermusikwettbewerbe gewann. Die CD „Baroxx“ des Quartetts bekam 1997 den Echo Klassik Preis. Seit diesem Jahr ist die Musikerin Mitglied des 14-köpfigen Flötenensembles RheinFlöten. Als Flötistin ist sie darüber hinaus solistisch oder im Festivalorchester tätig, mit dem sie unter anderem regelmäßig in der Deutschen Oper am Rhein auftritt. Christiane Oxenfort lebt in einer festen Beziehung mit Hartwig Beinke. Tochter Johanna ist elf Jahre alt.

 

Artikel von www.top-magazin.de/duesseldorf