Kultur

Christian Ehring: Kabarettist & Musiker

Als Düsseldorfer kennt man Ihn schon lange als genialen Kopf aus dem Ensemble des „Kom(m)ödchens“ und inzwischen ist Christian Ehring auch im Fernsehen zu sehen. Da er nicht nur starke Worte, sondern auch die Musik liebt, präsentiert er jedes Jahr seine Show „Ehring geht ins Konzert“.


Christian Ehring und die Liebe zur Klassik

Die Düsseldorfer kennen den Kabarettisten schon lange aus dem Ensemble des „Kom(m)ödchens“ und als genialen Kopf der hauseigenen Programme. Inzwischen steht Christian Ehring dort etwas seltener auf der Bühne. Was vor allem daran liegt, dass er seine so geistreichen wie spitzzüngigen Anmerkungen regelmäßig übers Fernsehen in alle deutschen Stuben streut. Seine Spielwiesen sind „extra 3“ im NDR und die freche „heute-Show“ beim ZDF. Der Mann liebt aber nicht nur die starken Worte. Auch die Musik liegt ihm am Herzen: In der Reihe „Ehring geht ins Konzert“ präsentiert er jedes Jahr fünf bis sechs Sonntags-Veranstaltungen in der Tonhalle, demnächst wieder am 20. Dezember.
Top Magazin: Herr Ehring, welche Beziehung haben Sie zur Klassik?

Christian Ehring: Sie war seit jeher meine heimliche Liebe. Ich bin glücklich, dass ich sie seit 2011 in aller Öffentlichkeit ausleben kann.
Übernehmen Sie auch die Gestaltung des Programms?

Nein, das machen die Verantwortlichen in der Tonhalle. Bei den Künstlern muss man oft terminliche Gegebenheiten beachten. Auch dramaturgische Überlegungen spielen eine Rolle. Steht die Planung fest, bekomme ich Informationen zu den einzelnen Werken und lese mich ein.
Erleben Sie dabei auch Überraschungen?

Und ob! Ganz wunderbare sogar. Die Stücke werden natürlich nicht aus Gründen der Effekthascherei ausgewählt. Aber einen Aha-Effekt haben die meisten für mich trotzdem. So geht es auch den Besuchern.
Wie anspruchsvoll ist das Programm?

Es liegt über dem Einsteiger-Niveau. Aber niemand muss vorher einen Konzertführer wälzen. Offene Ohren genügen vollkommen. Dann kann der Nachmittag in der Tonhalle zu einem überwältigenden Erlebnis werden.
Was dürfen wir bei dem Konzert kurz vor Weihnachten erwarten?

Werke von Corelli, Telemann und Vivaldi. Es musizieren die Dresdner Kapellsolisten und Dorothee Oberlinger. Die spielt absolut irre auf ihrer Blockflöte, ich bin hin und weg. Die nächsten Konzerte folgen am 24. Januar und am 21. Februar 2016.
Sie moderieren nicht nur, Sie mischen auch kabarettistische Einsprengsel unter die Darbietungen.

Die rutschen mir so rein. Dabei suche ich aber immer nach Verknüpfungen mit der Musik, vergleiche etwa ein vielstimmiges Orchester mit der Bundesregierung. Jedenfalls darf in der ehrwürdigen Halle auch gelacht werden.
Offenbar haben Sie großes Vergnügen an dieser Reihe…

Sie ist mir lieb und wichtig. Auch als willkommener Kontrast zu meinen TV-Auftritten und dem Solo-Programm „Keine weiteren Fragen“, mit dem ich aktuell auf Tournee bin. Dabei singe ich auch und begleite mich auf dem Klavier.
Haben Sie schon früh das Klavierspiel erlernt?

Mit acht Jahren fing ich an, und zwar ganz freiwillig. Mit 14 wollte ich aufhören, doch das haben meine Eltern verhindert. Pädagogisch zweifelhaft, aber gut für mich. Heute bin ich dankbar dafür.
Ihre Tochter ist im Teenageralter. Spielt sie auch Klavier – und was, wenn sie aufhören wollte?

Ich glaube, das ist jetzt gerade der Fall. Und ich fürchte, ich kann nichts dagegen tun.
Sie leben mit Ihrer Familie in Düsseldorf. Mögen Sie die Stadt?

Ja. Eine überschaubare mittlere Großstadt, deren Strukturen ich schätze. Da darf ruhig auch mal ein bisschen Hassliebe aufblitzen. Man muss Düsseldorf ja nicht bedingungslos verteidigen, wie man es bei Berlin oft hört. Ich kann es nicht leiden, wenn Leute so ungeheuer stolz darauf sind, in Berlin zu leben.
Was bedeutet Ihnen das „Kom(m)ödchen“?

Es ist meine künstlerische Heimat. Und ich finde es schön, dass es Kay Lorentz so überzeugend gelingt, die Tradition der Kabarettbühne fortzuführen. Er bleibt dabei klug im Hintergrund. Aber er hat ein großes Gespür, gute Künstler zusammenzuführen und den Nerv des Publikums zu treffen.

Artikel von www.top-magazin.de/duesseldorf