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Arthrosebehandlung mit körpereigenen Stammzellen

Wenn konservative Behandlungsmethoden an Hüft- oder Kniegelenken nicht mehr greifen, ein künstlicher Gelenkersatz jedoch noch vermieden werden kann, bietet sich eine Stammzellentherapie an. Die Zellen kommen aus dem Fettgewebe des eigenen Körpers und werden unter örtlicher Betäubung entnommen. Auch bestimmte Rückenschmerzen lassen sich damit behandeln. Welche Erfolge der Sportmediziner und Orthopäde aus Bonn, Dr. med. Markus Klingenberg, damit erzielt, und weshalb die Methode seit mehreren Jahren sehr vielversprechend ist, erklärt der Mediziner im Interview:


 

 

Top: Herr Klingenberg, was genau ist eigentlich Arthrose und wie entsteht sie?

Dr. Klingenberg: Arthrose ist ein Schaden am Gelenkknorpel. Sie kann die Knie, Schultern, die Hüfte oder Sprunggelenke betreffen. Arthrose entsteht in der Regel altersbedingt, durch mechanische Abnutzung, kann aber auch jüngere Menschen treffen auf Grund von genetischer Veranlagung, Nikotinmissbrauch oder ungesunder Ernährung.

Top: Sie behandeln seit sieben Jahren Ihre Patienten erfolgreich mit körpereigenem Plasma und mit der Stammzellentherapie mit sogenannten orthobiologischen Verfahren. Was passiert hier genau?

Dr. Klingenberg: Bei gutem Allgemeinzustand des Patienten kann die Behandlung ambulant erfolgen. Die Therapie dauert insgesamt gut eine Stunde. In einer lokalen Betäubung der Bauchdecke oder des Oberschenkels werden dem Patienten ca. 30 ml Fettgewebe über eine spezielle Kanüle entnommen. Dazu sind nur zwei jeweils 2 mm große Schnitte notwendig. Grundsätzlich entspricht das Verfahren einer Fettabsaugung („Liposuktion“) wie sie in der ästhetischen Medizin tagtäglich durchgeführt wird. Nur ist die entnommene Menge an Fett vergleichsweise viel geringer. Beim Einsatz von Blutplasma werden 15 ml Blut abgenommen, zentrifugiert und anschließend injiziert.

 

 

Top: Wie gelangen die Stammzellen des Fettgewebes dann in das beschädigte Gelenk?

Dr. Klingenberg: Das Fettgewebe wird nach der Entnahme mechanisch zerkleinert und wiederholt zentrifugiert. Auf diese Weise entfernt man das Öl, das den Hauptbestandteil der Zellen bildet. Am Ende enthält man ein Konzentrat von ca. 1-1,5 ml. In diesem befinden sich die mesenchymalen Stammzellen und Wachstumsfaktoren. Dieses Konzentrat wird in einer lokalen Betäubung in den Fettkörper des Kniegelenks gespritzt. Anschließend kann der Patient direkt nach Hause gehen.

Top: Wann kommt eine orthobiologische Behandlung infrage?

Dr. Klingenberg: Bei leichter bis mittelgradiger Arthrose setzen wir zuerst das Blutplasma des Patienten ein. Bei mittel- bis hochgradiger Arthrose verwenden wir zusätzlich die Stammzellen aus dem Fettgewebe. Bei schwerer Arthrose muss man sehr gut abwägen, ob der Patient voraussichtlich eher von einem Gelenkersatz oder von der Stammzelltherapie profitiert. Deshalb ziehe ich oft unseren Endoprothetiker Peter Braun hinzu. Ausgeprägte mechanische Probleme wie eine Instabilität, deutliche Achsfehlstellung oder ausgeprägte Bewegungseinschränkung erfordern eine mechanische Therapie. Selbstverständlich kann ein Gelenkersatz auch nach einer Stammzelltherapie erfolgen. Bei sehr kleinen, aber hochgradigen Knorpelschäden können wir auch eine autologe Knorpeltransplantation (AutoCart Verfahren) durchführen. Die allermeisten Patienten, die sich bei uns vorstellen, haben schon einiges an konservativen Therapien ausprobiert und meist eine Empfehlung für einen Gelenkersatz erhalten. Nach einer umfangreichen Anamnese, Betrachtung der Röntgen-/MRT Bilder und gründlichen Untersuchung können wir ein individuelles Behandlungskonzept erstellen.

Top: Wie wirksam ist diese Behandlung an der Wirbelsäule?

Dr. Klingenberg: Die Wirksamkeit der Plasmabehandlung mit ACP für Arthrose in den Wirbelgelenken ist schon seit Jahren in zahlreichen Studien nachgewiesen. Verglichen mit dem Standardmedikament Kortison hält die Wirkung des Plasmas deutlich länger an und ist nicht mit den teilweise von Kortison ausgelösten Nebenwirkungen verbunden.

 

 

Top: Wie viele Therapiesitzungen sind für die Blutplasma- sowie die Stammzellenbehandlung bei Arthrose erforderlich?

Dr. Klingenberg: Eine Behandlung mit Blutplasma erfolgt je nach Schweregrad der Arthrose zwischen ein- und fünfmal. Die Therapie mit den mesenchymalen Stammzellen ist meist nur einmal notwendig. Sie kann bei Bedarf durch eine ACP-Gabe zu einem späteren Zeitpunkt „geboostert“ werden. Wie lange die Linderung der Beschwerden anhält, ist wie bei allen Injektionen abhängig vom Schweregrad der Arthrose, von weiteren relevanten Beschwerdebildern, vom Trainingszustand der Muskulatur und von den allgemeinen Lebensumständen. Mit ACP kann in der Regel eine Linderung bis zu einem Jahr und länger erzielt werden, bei der Stammzellenmethode sogar noch mehr. Ich habe bislang über 300 Patienten mit der Stammzellen-Therapie behandelt, davon etwa die Hälfte der Fälle am Knie. Die bisherigen Ergebnisse belegen eine Verbesserung in puncto Funktionalität und Schmerzlinderung. Aufgrund einer von uns erstellten Studie mit 150 Kniearthrosepatienten wissen wir, dass diese Parameter bei vielen Patienten auch 24 Monate nach dem Eingriff denen der endoprothetischen Versorgung gleichwertig sind.

Top: Übernimmt die Krankenkasse die Behandlungskosten für die Stammzellenbehandlung?

Dr. Klingenberg: Die Behandlung wird ganz normal nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Somit können Privatpatienten die Rechnung bei ihrer Versicherung einreichen. Zum Teil wurden die komplette Behandlung auch von der Krankenversicherung übernommen. Gesetzlich versicherte Patienten lassen sich häufig bei mir als Selbstzahler behandeln. Bei zwei Kniegelenken liegen die Behandlungskosten für die Stammzellentherapie bei circa 2000 Euro.

 

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Artikel von www.top-magazin.de/bonn