Gesundheit Gesponserter Artikel

FIT FOR DIVE – mit Sicherheit abtauchen

Heute beleuchten wir ein sportmedizinisches Spezialgebiet. Reisen ist wieder einfacher möglich und viele Reisende zieht es nicht nur in die Ferne, sondern auch unter Wasser. Über 100 Taucher stellen sich jährlich für ihre Tauchtauglichkeit in der Gemeinschaftspraxis an der Beta Klinik in Bonn vor. Wir interviewen den Sport- und Tauchmediziner Dr. med. Markus Klingenberg rund um das Thema Tauchen.


 

Top: Was geschieht bei einer Tauchtauglichkeits-Untersuchung?

Dr. Markus Klingenberg: Der Taucher füllt zuerst einen Fragebogen aus. Das kann er schon bequem von zu Hause aus. Die eigentliche Untersuchung umfasst eine Lungenfunktion, ein (Belastungs-) EKG, ein ergänzendes Abhorchen von Herz und Lunge, eine Inspektion der Ohren und eine Überprüfung der Hörfähigkeit. Zuletzt folgt noch eine orientierende orthopädische und neurologische Untersuchung. Oft ergeben sich relevante Punkte aus dem Fragebogen, die gemeinsam besprochen werden. Dann erhält der Taucher ein in vier Sprachen ausgefülltes Zertifikat und das war es auch schon.

 

Top: Wie lange ist das Zertifikat gültig?

Dr. Markus Klingenberg: Unter dem 18. und ab dem 40. Lebensjahr ist es ein Jahr gültig, dazwischen drei Jahre.

 

 

Top: Warum benötigen Taucher überhaupt eine spezielle Untersuchung?

Dr. Markus Klingenberg: Tauchen ist ein sehr sicherer Sport. Dennoch erfolgt er in einer Umgebung, die für uns potentiell gefährlich sein kann. Prävention ist deshalb beim Tauchen enorm effektiv zur Vermeidung von Unfällen. Mit der gleichen Sorgfalt ließen sich übrigens auch in vielen anderen Sportarten Unfälle vermeiden.

 

Top: In welchen weiteren sportlichen Bereichen werden schon solche sportmedizinischen Untersuchungen verlangt?

Dr. Markus Klingenberg: Regelmäßig wird eine sportmedizinische Untersuchung im Flugsport, bei jugendlichen Wettkampfsportlern und bei Kaderathleten verlangt. Vor Spielertransfers im Profisport sind sie ebenfalls üblich. Mit Ausnahme der Untersuchung für Piloten führen wir diese Untersuchungen regelmäßig durch.

 

Top: Tauchen kann auch ein Familiensport sein. Ab wann können Kinder tauchen gehen?

Dr. Markus Klingenberg: Die verschiedenen Ausbildungsorganisationen bieten die ersten Kurse zwischen dem achten und zehnten Lebensjahr an. Ganz entscheidend sind die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes und eine kindgerechte Ausbildung.

 

MEDIZINER & TAUCHER

Dr. med. Markus Klingenberg ist seit 2006 als Tauchmediziner zertifiziert und taucht selber seit 1996. Er ist zertifizierter Dive Master mit über 750 Tauchgängen und brevetierter Apnoe-Taucher. Als Diving Medical Officer betreut er seit 2009 regelmäßig Druckkammer-Zentren auf den Malediven, Seychellen und Sansibar. Jährlich untersucht er über 120 Taucher in der Beta Klinik in Bonn.

 

Top: Ein wachsender Trend im Tauch-sport ist das Apnoe-Tauchen. Was können Sie uns darüber sagen?

Dr. Markus Klingenberg: Apnoe-Tauchen, also das Tauchen mit nur einem Atemzug ohne zusätzliche Luftquelle, ist die ursprünglichste Art des Tauchens. Seit Jahrtausenden tauchen weltweit Menschen auf diese Weise, um sich zu ernähren oder aus wirtschaftlicher und kriegerischer Motivation heraus. Mich persönlich faszinieren vor allem die Ruhe und der Fokus auf die Atmung. Wenn ich die Gelegenheit habe, gehe ich gerne in Siegburg im Dive-4-Life Apnoe- Tauchen. Tauchmedizinisch ist zu beachten, dass Apnoe-Tauchen durchschnittlich eine höhere körperliche Fitness unseres Herzkreislauf-Systems erfordert als das Tauchen mit Flasche.

Top: Was sind die Hauptrisiken beim Tauchen?

Dr. Markus Klingenberg: Die meisten Risiken beruhen auf bekannten Vorerkrankungen und können durch eine gründliche Tauchtauglichkeitsuntersuchung erkannt werden. Weitere Risiken sind reiseassoziiert. Viele der beliebtesten Tauchgebiete liegen in wärmeren Regionen. Nehmen wir als Beispiel Ägypten. Das Risiko, dort eine Durchfallerkrankung zu erleiden, liegt je nach Studie bei 40 bis 80 Prozent. Der da-mit verbundene Flüssigkeitsverlust stellt meiner Ansicht nach eines der größten Risiken dar. Als Tauch- und Reisemediziner gehe ich deshalb bei Bedarf auch auf dieses Thema ein.

 

Top: Was sind Ihre Tipps für Taucher, um Tauchen noch sicherer zu machen?

Dr. Markus Klingenberg: Zuerst einmal eine gute Ausbildung, eine gepflegte Aus-rüstung und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme vor jedem Tauchgang. Eine praktikable Empfehlung ist es, mindestens 0,3 Liter eines alkoholfreien Getränks vor dem Tauchgang zusätzlich zu trinken. Auch die Verwendung von Nitrox, einem Luftgemisch mit erhöhtem Sauerstoffanteil, erhöht die Sicherheit.

 

Top: Sie sind schon an vielen Orten welt-weit getaucht. Welcher Ort hat Sie am meisten fasziniert?

Dr. Markus Klingenberg: Es gibt sehr, sehr viele schöne Tauchgebiete. Aber definitiv ganz vorne war eine Tauchsafari bei Cocos Island im Pazifik. Dort gibt es eine unglaubliche Menge an Fischen und einige der größten Hammerhai-Gruppen welt-weit. (Anm.: Titelbild)

 

Top: Sie arbeiten seit 2009 als Taucharzt im Indischen Ozean und in Afrika. Warum machen Sie diese Einsätze und was waren Ihre einprägsamsten Erfahrungen?

Dr. Markus Klingenberg: Diese Einsätze erden mich in gewisser Weise. In der Beta Klinik haben wir praktisch alle Möglichkeiten der modernen Spitzenmedizin und Kollegen beinahe aller Fachrichtungen unter einem Dach. Das sind sehr privilegierte Arbeitsbedingungen. An den meisten Ein-satzorten im Indischen Ozean muss ich als Arzt mit vergleichsweise eingeschränkten Mitteln alles selber machen. Auf den Seychellen musste ich einen Gast im Hubschrauber reanimieren. Während hier in Bonn ein High-End-MRT am Ende meines Flurs steht, entwickele ich dort meine Röntgenbilder selber. In der Serengti diagnostiziert man Malaria am Mikroskop und behandelt– zum Glück selten – Schlangenbisse. Schwere Verletzungen müssen mit kleinen Buschmaschinen ausgeflogen werden. Auf Sansibar ist unser Nachbarhotel abgebrannt. Wir mussten Feuer löschen und die Verletzten behandeln. Die meisten Tage verlaufen bei einem Einsatz glücklicherweise entspannt und es bleibt genug Zeit, selber zu tauchen. Wenn allerdings etwas passiert, ist man meistens auf sich alleine gestellt und muss oftmals improvisieren. Dieser medizinische Kontrast und die schönen Orte motivieren mich zu diesen Einsätzen.

 

Top: Wie kann man als Taucher bei Ihnen einen Termin vereinbaren?

Dr. Markus Klingenberg: Das ist ganz einfach online oder telefonisch möglich.

Top: Vielen Dank für das Gespräch.

UNTERNEHMENSINFORMATIONEN
Beta Prevent – Gemeinschaftspraxis an der Beta Klinik
Joseph-Schumpeter-Allee 15, 53227 Bonn
Telefon
0228 909075-0
Artikel von www.top-magazin.de/bonn