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GOP-Direktor Mark Schüler im Interview

„Jetzt habe ich den schönsten Job in Bonn“ …sagt Mark Schüler. Der Bonner war Geschäftsführer zweier erfolgreicher Unternehmen, die er selbst gegründet und aufgebaut hatte. Im August folgte er seinem Herzen und wagte einen Neustart: als Direktor des GOP Varieté- Theaters Bonn. Mit dem Top Magazin sprach er über seine Rolle als Gastgeber, den Spagat zwischen Unterhaltung und Wirtschaft sowie die Herausforderung, ein Theater durch Zeiten wie diese zu steuern.


Top: Vom Inhaber eines Premium-Chauffeur-Unternehmens zum Direktor des GOP Bonn. Das klingt nach einer gewaltigen Veränderung. Wie kam es dazu?

Mark Schüler: Die Änderung ist in der Tat gewaltig und hat bei vielen Menschen eine Menge Fragen aufgeworfen. Am Ende ist es dann doch relativ leicht zu erklären. Wir haben in den letzten zwölf Jahren Premium-Drive und Movemanagement von „1-Mann-Buden“ zum deutschen Marktführer aufgebaut. Und wie man so schön sagt: Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören. Mein Geschäftspartner Stefan Oebel wird mit unserem Geschäftsführer Jan Stronczynski die erfolgreiche Arbeit fortführen. Ich habe bereits in den letzten drei Jahren die Augen nach neuen Herausforderungen offengehalten. Dinge verändern, verbessern und Projekte zu entwickeln, ist mein Antrieb. Für mich kam hier nur die Kultur oder der Sportbereich in Frage. 2018 habe ich dann Kevin Grote kennengelernt. Nach spannenden Gesprächen und langen Verhandlungen über Monate hinweg, haben wir dann die Idee geboren, dass ich seine Nachfolge antrete, sobald er die Geschäftsführung der GOP Gruppe übernimmt. Jetzt habe ich den schönsten Job in Bonn und genieße es jeden Tag.

Top: Sind Dein altes und das neue Tätigkeitsfeld vielleicht doch ähnlicher, als man es meinen würde?

Mark Schüler: In beiden Bereichen geht es hauptsächlich darum, ein sehr guter Gastgeber zu sein. Die Zufriedenheit der Gäste ist immer das oberste Ziel! Wobei dies mit einer atemberaubenden Varieté-Show wesentlich leichter gelingt als in einer Limousine auf der Deutschen Autobahn.

Top: Was macht ein Varieté-Direktor eigentlich genau?

Mark Schüler: Letztendlich ist das Theater ein kleines mittelständisches Unternehmen. Wir haben etwas mehr als 100 Mitarbeiter, die Künstler, den Varieté-Saal, das große Restaurant Leander mit Außenterrasse und unsere Piano Bar. Rein betriebswirtschaftlich muss der Laden laufen. Meine wichtigste Aufgabe im Moment ist es aber, dem Theater ein Gesicht zu geben und erster Ansprechpartner zu sein. Aufgrund meiner Unternehmer-Historie stelle ich natürlich die Verbindung zwischen dem Theater und der Wirtschaft her.

 

 

Top: Wie sieht für Dich ein regulärer Arbeitstag aus? Wenn man das in den aktuellen Zeiten überhaupt sagen kann…

Mark Schüler: Aktuell lerne ich täglich neue Corona-Schutzverordnungen auswendig. Davon abgesehen kümmere ich mich tagsüber um den Verwaltungsbetrieb und nehme Termine wahr. Aktuell versuche ich, neue Ideen zu entwickeln, unser Haus in Bonn präsenter zu machen. An Spieltagen bin ich oft im Theater und freue mich auf unsere Gäste und die Arbeit unserer Künstler und Mitarbeiter.

Top: Was hat Dich bisher besonders begeistert?

Mark Schüler: Die Vielseitigkeit des Jobs fasziniert mich jeden Tag aufs Neue. Die fröhlichen Gesichter unserer Gäste nach der Show begeistern mich und geben uns trotz der schwierigen Phase neue Motivation für den nächsten Tag.

Top: Wie sieht für Dich ein idealer Abend im GOP aus?

Mark Schüler: Das Wohlfühl-Erlebnis steht bei uns im Vordergrund. Ich würde empfehlen, ganz entspannt 90 Minuten vor der Show anzukommen und ein leckeres 3-Gänge-Menü im Saal oder im Restaurant zu genießen. Während der Show servieren unsere Mitarbeiter Getränke und Snacks am Platz. Im Anschluss klingt der Abend bei Live-Musik in unserer Piano Bar aus. Wer sich mit einer Gruppe von bis zu zwölf Personen etwas ganz Besonderes gönnen möchte, dem steht ganz neu unsere exklusive GOP Lounge auf dem Balkon zur Verfügung.

 

 

„Eine Stadt ohne Kultureinrichtungen ist nicht lebenswert, daher sollten wir alle gemeinsam Möglichkeiten finden, um zu helfen. Einen Abend Live-Entertainment statt Netflix wäre ein Anfang.“

 

 

Artikel von www.top-magazin.de/bonn