Freizeit

Trennungsangst

Es gibt in der Tat Hunde, die immer allein bleiben konnten, dann aber von einem auf den anderen Tag hysterisch werden, wenn Frauchen/Herrchen sie nur kurz in der Wohnung oder im Haus zurücklassen. Der Grund hierfür ist ganz einfach: Sie entwickeln Trennungsangst. Anlass hierfür ist in der Regel eine Veränderung im Leben des Hundes, die ihn stark verunsichert hat. Ein Umzug, der Auszug eines langjährigen Partners beziehungsweise der Einzug eines neuen Partners oder der Tod eines weiteren in der Familie lebenden Hundes sind mögliche Ursachen.


Ein signifikantes Anzeichen für Trennungsangst ist stundenlanges Jaulen und Winseln vor der Tür. Hinterlässt der Hund darüber hinaus auch noch Kratzspuren an Tür oder Tapete, hat er versucht, aus dem Raum zu entkommen und seinem Menschen zu folgen. Die Furcht vor der Trennung setzt in der Regel kurz nach dem Weggehen des Menschen ein. Hunde mit Trennungsangst bellen selten, vielmehr tendieren sie zu einem Heulen. Diese Tiere kommen dann auch in beschwichtigender Körpersprache angelaufen, wenn der Mensch nach Hause zurückkommt. Dass sie wirklich froh und erleichtert sind, wieder in Gesellschaft zu sein, erkennt man oft daran, dass sie mit angelegten Ohren am Menschen hochklettern. Ähnliche Verhaltensmuster weisen sie auf, wenn man sie für kurze Zeit alleine im Auto lässt.

Top-Magazin-Bonn_Trennungsangst-2Diese Hunde müssen nun in ganz kleinen Schritten lernen, wieder allein zu bleiben. Das kann unter Umständen bis zu einem Jahr dauern! Fangen Sie damit an, Ihrem Hund einen festen Liegeplatz zuzuweisen, an dem er sich sicher fühlt. Viele Hunde mögen es, in einer Höhle zu liegen, da sie sich dort geborgen fühlen. Nutzen Sie dann eine Hundebox. Der erste Schritt ist nun, dass Ihr Hund Ihnen im Haus nicht auf Schritt und Tritt folgen darf. Er muss lernen, auch einmal alleine in einem Raum zu bleiben, zunächst einmal nur ein paar Sekunden, später dann immer länger. Die Steigerung erfolgt sekundenweise: Anfangs reichen 2 bis 3 Sekunden, die dann auf 5, später 10, dann 20 und dann 30 Sekunden gesteigert werden. Hunde, die körperlich und geistig ausgelastet sind, haben in der Regel weniger Probleme damit, alleine zu bleiben. Sie sind froh, wenn sie einmal in Ruhe schlafen können. Beschäftigen Sie also Ihren Hund, bevor Sie ihn alleine lassen. Ein Apportierspiel stellt sowohl geistige als auch körperliche Anforderungen und ist daher für ein solches Training gut geeignet. Aber Achtung, lassen Sie nach dem Training noch eine halbe Stunde vergehen, bevor Sie Ihren Hund alleine lassen, denn sonst wäre der Übergang zu groß!

 

Zum Autor

Martin Rütter – Hundetrainer, Buchautor und Fernsehstar – gilt als Dogfather der Hundeerziehung. Seine eigens entwickelte Philosophie – das „Dog Orientated Guiding System“ (kurz DOGS) – ist eine erstaunlich leise, einfühlsame und vor allem gewaltfreie Erziehungsmethode, die sich ganz an der Persönlichkeit des Hundes orientiert und das Training an die individuellen Bedürfnisse des Vierbeiners anpasst.

 


 

FREISPRUCH!

Top-Magazin-Bonn_Trennungsangst-3Die neue Live-Tour mit Martin Rütter – ab November hält Martin Rütter ein bellendes Plädoyer für die Beziehung von Hasso und Herrchen. Als „Anwalt der Hunde“ und zur Aufklärung ihrer Menschen.

16.03.2018 Köln, LANXESS arena.

Alle Termine und Tickets unter

www.martin-ruetter-live.de

Artikel von www.top-magazin.de/bonn