Freizeit

Die Löwen sind los

Der Bonner Sport-Club (BSC) hat nicht nur rosige Zeiten hinter sich. Doch seit dem Aufstieg in die Regionalliga West scheint es für die Rheinlöwen beständig bergauf zu gehen. Top Bonn freut sich über den geglückten Start in die aktuelle Saison und wirft einen Blick auf den neuen Kader.


 

Hinten v.l.: Ugur Dündar, David Bors, Marcel Kaiser, Lars Lokotsch, Dario Schumacher, Nico Perrey, Marco Ban, Vojno Jesic

Mitte v.l.: Daniel Zillken (Cheftrainer), Waldemar Polec (TW-Trainer), Michael Braun (Trainer), Florian Mager (Trainer), Sebastian Spinrath, Adis Omerbasic, Mario Weber, Joran Sobiech, Aleksandar Pranjes, Kris Fillinger, Guido Holt (Mannschaftsbetreuer), Lara Reuter (Physiotherapeutin), Michael Kuhl (Physiotherapeut), Dr. Jochen Müller-Stromberg (Mannschaftsarzt)

Vorne v.l.: Abdelkader Maouel, Sebastian Hirsch, Daniel Somuah, Andy Hubert, Martin Michel, Alexander Monath, Gordon Addai, Jannik Stoffels, Günter Mabanza

 

Lars Lokotsch sorgte im DFB-Pokal-Spiel für den ersten Treffer.

Lars Lokotsch sorgte im DFB-Pokal-Spiel für den ersten Treffer.

Selten hat sich eine Niederlage so sehr wie ein Sieg angefühlt. Nach rund 40 Jahren durfte der Bonner SC endlich wieder im DFB-Pokal mitspielen. Entsprechend euphorisch war die Stimmung im ausverkauften Sportpark-Nord: 9.650 begeisterte Zuschauer feuerten ihre Rheinlöwen an. Sie träumten von einer Sensation, als Neuzugang Lars Lokotsch den BSC in der ersten Halbzeit in Führung schoss. Und auch nach dem 2:3-Anschlusstor durch einen fantastischen Hackentreffer von Nico Perrey in der 83. Minute kam noch einmal Hoffnung im blauroten Fanblock auf. Nach einem großartigen Spiel war es zum Schluss gar nicht so wichtig, dass unsere Jungs dem Erstligisten Hannover 96 letztendlich 2:6 unterlagen.

 

Erfolgreicher Saisonstart

Nach all dem Trubel heißt es nun, sich auf die zweite Regionalliga-Saison des Vereins zu konzentrieren. Der Auftakt im Juli und August gestaltete sich vielversprechend. Und das, obwohl die Rheinlöwen mit den Abgängen von Torjäger Lucas Musculus und Spielgestalter Connor Krempicki sowie von Stürmer Kelvin Lunga einen großen Aderlass zu verzeichnen hatten. „Wir entwickeln Spieler, die dann den nächsten Schritt machen. Sportliche Leitung und Trainerteam leisten exzellente Arbeit und so wird der BSC für junge, erfolgshungrige Spieler zunehmend attraktiver“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Pieck. „Dass wir diese dann bei allen finanzkräftigen Angeboten nicht halten können, ist aber auch klar.“

 

Konkurrenzfähiger Kader

Doch Solidität und Zuverlässigkeit helfen dem Bonner SC auch bei der Ansprache neuer Spieler. So konnte der Verein seinen Kader durch Neuzugänge wie Vojno Jesic, Sebastian Spinrath, Sebastian Hirsch, Nico Perrey, David Bors und Marco Ban zusätzlich stärken. „Persönlich freut mich, dass es uns gelungen ist, auch Spieler aus der Region zu verpflichten“, sagt Thorsten Nolting (Vorstand Sport). „Ich bin davon überzeugt, dass wir einen konkurrenzfähigen Kader für das zweite Jahr Regionalliga haben und im Abstiegskampf bestehen können.“

 

Ich bin davon überzeugt, dass wir einen konkurrenzfähigen Kader für das zweite Jahr Regionalliga haben und im Abstiegskampf bestehen können.

Thorsten Nolting (Vorstand Sport)

 

Feierabend-Fußballer

Cheftrainer Daniel Zillken

Cheftrainer Daniel Zillken

Die dritte Liga anzustreben, zählt aktuell nicht zu den Vorsätzen des Teams. Um oben mitzuspielen, würde das mindestens eine Verdreifachung des aktuellen Etats bedeuten. Beim BSC trainieren ausschließlich Feierabend-Fußballer, die nebenbei noch anderen Berufen nachgehen. „Trainingstermine unter der Woche am Vormittag? Unmöglich bei Trainerteam und Spielern“, sagt BSC-Vorsitzender Prof. Dr. Dirk Mazurkiewicz, „und das wird trotz aller positiven Entwicklung bei Mitgliedern, Fans, Zuschauern und Sponsoren noch länger so bleiben.“

 

Strukturelle Weiterentwicklung

Gegenwärtiges Ziel: Den eingeschlagenen Weg konsequent und nachhaltig weiterzugehen – solide, durchfinanziert, engagiert, unaufgeregt. Die Rahmenbedingungen wachsen mit dem sportlichen Erfolg allerdings nur langsam mit. „Wir befinden uns in einer strukturellen Weiterentwicklung des Vereins bei gleichzeitig sehr limitierten finanziellen Rahmenbedingungen, was die Zusammensetzung eines sportlich konkurrenzfähigen Kaders noch herausfordernder macht“, sagt Thorsten Nolting. Ohne ehrenamtliches Engagement wäre aktuell nur wenig möglich.

 

Volle Ränge, tolle Stimmung

Top-Magazin-Bonn_Die-Loewen-sind-los-3Ausnahme-Spiele wie die Partie um den DFB-Pokal haben gezeigt, wie viel Spaß ein gut gefüllter Sportpark bereitet – für die Fans, aber auch für die Fußballer auf dem Platz. Das Team hofft daher auf eine weiter steigende Unterstützung der Bonnerinnen und Bonner. „Gerne auch in Form einer Vereinsmitgliedschaft“, sagt Mitgliedsbetreuer Michael Mathieu. Seit 2012 mit knapp 400 Vereinsmitgliedern wächst die Zahl stetig. Mittlerweile sind es schon über 700.

Artikel von www.top-magazin.de/bonn