Kultur

Bonn von oben

Perspektivwechsel haben grundsätzlich etwas Reizvolles. Dass sie uns auch äußerst spannende Aussichten bescheren, zeigen diese Drohnenfotos aus Volker Lannerts Flugblog.


Rheinauensee

pittoresker Wildwuchs

Was aus Drohnensicht ziemlich malerisch wirkt, wurde im vergangenen Sommer zum Ärgernis. Die heißen Temperaturen hatten dazu geführt, dass sich ein deutlich dichterer Algenteppich auf dem Rheinauensee bildete als in den Jahren zuvor. Ein Umstand, der zum Beispiel die Mitglieder des Schiffmodellclubs Bonn davon abhielt, ihre Gefährte zu Wasser zu lassen. Für die Tret- und Ruderboote des Bootsverleihs stellten die Algen kein Hindernis dar, wie die Fahrrinnen auf dem Foto bezeugen. Und auch die Schwäne bahnten sich unbeirrt ihren Weg durch das grüne Nass.

 


 

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Betriebshof Friesdorf

Auszeit für Linienbusse

Der Bonner Nahverkehr zählt zu den besten Deutschlands, das bescheinigte jüngst ein Städtevergleich des Beratungsunternehmens Civity (veröffentlicht in Die Zeit). Über 200 Linienbusse sind tagtäglich in Bonn und dem Umland unterwegs. Müssen sie getankt, gewartet oder einfach über Nacht abgestellt werden, fahren sie den Betriebshof in Friesdorf an. Im Drei-Schicht-Betrieb betreuen SWB-Mitarbeiter die Fahrzeuge rund um die Uhr. Bei Bedarf werden sie hier auch gewaschen oder einer Sicherheitskontrolle unterzogen. Die meisten Arbeiten finden nachts statt, damit die Busse am nächsten Morgen wieder einsatzbereit sind.

 


 

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Ehemalige Stadtgärtnerei

Gewächshäuser im Dornröschenschlaf

Wuchernde Bäume verschlingen die verwitternden Gewächshäuser der ehemaligen Stadtgärtnerei. Ortsunkundige Spaziergänger ahnen kaum, was sich hinter den Absperrungen verbirgt. Erst ein Blick aus der Luft macht die Ausmaße der Verwilderung deutlich. Das Gelände in Bonn-Dransdorf weilt schon seit Anfang des Millenniums im Dornröschenschlaf. Seit Jahren steht auf dem Areal am Rande des Meßdorfer Feldes eine Bebauung zur Diskussion – bisher ohne Ergebnis.

 


 

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Der Fotograf
Volker Lannert ist freier Fotograf mit Sitz in Bonn. Er arbeitete bereits für Magazine wie National Geographic, Der Spiegel oder Die Zeit. Ein Oktokopter mitsamt High-End-Spiegelreflexkamera erlaubt es ihm, gestochen scharfe Fotos und Videos aus der Luft aufzunehmen. Die schönsten Motive aus Bonn und der Region veröffentlicht der Drohnenpilot in seinem „Flugblog“: flugblog.lannert.net.

 


 

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Löwenburg

Reste einer Feste

Sie gehört zu den beliebtesten Wanderzielen im Siebengebirge: die Ruine der mittelalterlichen Löwenburg, auf dem Gipfel des gleichnamigen Bergs. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von Heinrich II., Graf von Sayn, erbaut – als Grenzfeste gegen die kurkölnischen Burgen Drachenfels und Wolkenburg. Am Ende des 16. Jahrhunderts fiel das Bollwerk Kriegszügen zum Opfer und war seither dem Verfall preisgegeben, bis es Ende des 20. Jahrhunderts umfangreich gesichert und restauriert wurde. Heute steht die Ruine unter Denkmalschutz.

 


 

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Bonn-Center

dem Erdboden gleich

Der Blick von oben offenbart ein Schlachtfeld und zeigt: Der Abriss des Bonn-Centers ist in vollem Gange. Als erstes mussten die Flachbauten weichen, in denen zum Beispiel das Pantheon untergebracht war. Die Sprengung des 60 Meter hohen Hochhauses, übrigens das fünfthöchste Bonns, ist für den 19. März geplant. Den markanten Mercedes-Stern, der all die Jahre auf dem Dach prangte, hatten die Bauarbeiter auf Volker Lannerts Drohnenfoto bereits eingeklappt. Ab 2018 soll auf der freiwerdenden Fläche ein modernes Stadtquartier entstehen.

Artikel von www.top-magazin.de/bonn