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Sängerin Ela T.: Eine vielversprechende Newcomerin des Deutsch-Pop

Als Popstar auch die größten Hallen zu füllen: davon träumen viele. Die Bornheimer Sängerin Ela T. könnte es tatsächlich schaffen. Mit Top-Chefredakteurin Hannah Welp sprach sie über ein Leben voller Musik, motivierenden Zuspruch einer US-Ikone sowie ihre Chancen, es nach ganz oben zu schaffen.


Ela T.: „Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht singe“

Und plötzlich ist da diese Stimme: glasklar, kraftvoll, gefühlsstark. Wer Daniela Tannenbaum singen hört, wagt an ihrem Talent nicht zu zweifeln. Aber auch das Drumherum spricht für eine rosige Zukunft im harten Musikbusiness: ihr hübsches Gesicht, das einnehmende Lächeln, die eiserne Disziplin und nicht zuletzt eine Reihe vielversprechender Kontakte. Als Ela T. hat die 21-jährige Bornheimerin die Bühnen der Region längst erobert. Nun möchte sie auch deutschlandweit den Durchbruch schaffen.

Top: Vor kurzem hast Du auf Deiner Homepage einen neuen Song veröffentlicht: „Alles gut“. Nimmst Du damit Kurs auf die Charts?
Ela T: Im November schließe ich meine Ausbildung zur Bankkauffrau ab. Dann möchte ich mich verstärkt auf meine Musikkarriere konzentrieren: Songs schreiben, ein Album aufnehmen, einen Hit landen, Konzerte geben. Das wäre mein Traum! In den vergangenen Jahren habe ich, quasi nebenbei, an ersten Liedern gearbeitet. Ab kommendem Jahr wird es sich bei mir noch mehr um die Musik drehen, und ich möchte schauen, was ich erreichen kann. Ansonsten habe ich immer noch andere gute Möglichkeiten.
Sängerin Ela T. Auftritt
Top: Eine Karriere in der Bank.
Ela T: Genau. Mir war es wichtig, einen soliden Grundstein zu haben, auf den ich mir etwas aufbauen kann. Eine Sicherheit im Hintergrund, falls das mit der Musikkarriere nicht klappt.
Top: Könntest Du Dir ein Leben ohne Musik überhaupt vorstellen?
Ela T: Auf keinen Fall! Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht singe. Wenn ich nicht gerade bei meinem Vocal Coach bin, auf einem Event auftrete oder ein Konzert gebe, singe ich halt im Auto. Aus vollem Halse. Eigentlich läuft bei mir immer Musik. Dann kann ich gar nicht anders als mitzusingen. Egal ob ältere Songs wie „Dream a little Dream of me“ oder aktuellere Hits wie „Mercy“. So etwas wie ein Lieblingslied oder einen Lieblingsinterpreten habe ich jedoch nicht. Ich mag die Abwechslung. Mal traurig, mal fröhlich. Mal englisch, mal deutsch.


»Mit Deutsch-Pop sind momentan vor allem Männer erfolgreich. Da wäre es doch mal an der Zeit für eine Frau!« Ela T.


Ela T. im Interview mit Chefredakteurin Hannah Welp

Auf einen Kaffee mit Ela T.: Hannah Welp (Chefredakteurin Top Magazin Bonn) traf das Bornheimer Stimmwunder im Schaarschmidts auf der Adenauerallee.

Top: Muss man sich als Künstlerin irgendwann festlegen?
Ela T: Ich denke schon. Ich möchte es gerne mit Deutsch-Pop versuchen. In dem Metier sind momentan vor allem Männer erfolgreich. Da wäre es doch mal an der Zeit für eine Frau! Nach einigen englischen Texten ist „Alles gut“ nun mein erster Song, der diese Richtung einschlägt. Es geht um einen Neuanfang, um Unabhängigkeit und darum, dass man auch mit sich selbst zufrieden sein kann. Bei der Entstehung hat mich ein Produzent aus Köln unterstützt. Im Sommer haben wir sogar ein Musikvideo gedreht. Das Ergebnis kann man sich auf meiner Homepage und auf YouTube anschauen.
Top: Erinnerst Du Dich an Deinen ersten Auftritt vor Publikum?
Ela T: Das war im Phantasialand. Als ich etwa fünf Jahre alt war, lief dort eine Show, die ich total toll fand: das Kindermusical „Ivo Superstar & die Schattenwesen“. Da mussten meine Eltern ständig mit mir hin. Manchmal sogar mehrmals die Woche. Zum Glück hatten wir Saisonkarten. Bei der allerletzten Aufführung durfte ich dann auf die Bühne und das Duett „Kleines Herz“ mitsingen. Das war natürlich ein Erlebnis für mich.
Top: Du singst also schon Dein Leben lang?
Ela T: Ich singe, seitdem ich denken kann. Mit fünf Jahren wurde ich in den Kinderchor der Oper Bonn aufgenommen. Ganze zehn Jahre habe ich dort auf der Bühne gestanden und so auch eine klassische Gesangsausbildung erhalten. Mit 15 Jahren wollte ich dann etwas Neues versuchen und lieber Solo performen. Seither trete ich nur noch alleine beziehungsweise mit meiner Band auf.
Top: Apropos, Band. Auf Deinen Konzerten wirst Du von drei erfahrenen Profimusikern begleitet.
Ela T: Das ist für mich ein großes Glück und eine absolute Ehre, mit solch talentierten Menschen auf der Bühne zu stehen. Mein Pianist, Frank Buohler, ist sonst bei Matthias Reim und Andrea Berg Bandchef und hat schon viele Musikgrößen begleitet: Jennifer Rush und Phil Collins zum Beispiel. Die Vita von meinem Bassisten Jens Bachmann und meinem Schlagzeuger Heiko Braun liest sich ähnlich.
Top: Hast Du vor Deinen Auftritten eigentlich Lampenfieber?
Ela T: Heute mehr als früher. Als Kind habe ich es gar nicht so realisiert, wie viele Leute einem zuschauen. Daher war ich nie wirklich aufgeregt. Die Vorstellungen in der Oper Bonn waren für mich ein Riesenspaß: Ich wurde verkleidet und durfte dann auch noch singen. Mittlerweile habe ich deutlich mehr Lampenfieber. Ich trinke dann immer unheimlich viel Tee, weil ich Angst habe, dass meine Stimme weggeht. Außerdem mache ich mir fürchterliche Sorgen, dass ich den Text vergesse oder stolpere und vor allen Leuten hinfalle. Ich bin halt sehr perfektionistisch und möchte, dass alles hundertprozentig klappt. Die ersten Minuten eines Konzerts sind besonders schlimm. Nach dem Einstiegssong entspannt sich mein Körper dann wieder – und ich kann den Auftritt genießen.
Top: Du hast mal ein sehr schönes Kompliment der US-Musikikone Anastacia erhalten. Wie ist es dazu gekommen?
Ela T: Ich war Strohkandidatin bei der Casting-Show „Rising Star“. Die haben für die Generalprobe Sängerinnen und Sänger aus der Region gesucht, da die Jury die echten Kandidaten noch nicht sehen sollte. Anastacia, die damals in der Jury saß, hat mir nach meiner Performance eine große musikalische Zukunft prophezeit. Das war natürlich ein sehr schöner Zuspruch.


»Eine akrobatische Bühnenshow? Das wäre einfach nicht ich. Für mich sollen Musik und Stimme im Vordergrund stehen.« Ela T.


Top: Könntest Du Dir vorstellen, einmal tatsächlich an einer Casting-Show teilzunehmen?
Ela T: Das wäre eher nichts für mich. Ich habe mittlerweile so viele Kontakte, und ich denke, auch äußerst realistische Chancen, es auf anderem Wege nach oben zu schaffen. Ich möchte mich einfach nicht durch die Teilnahme an einer mehr oder weniger erfolgreichen Casting-Show „verbrennen“.
Sängerin Ela T. ist Newcomerin des Deutsch-Pop
Top: Liegt das musikalische Talent bei Euch eigentlich in der Familie?
Ela T: Eher nicht. In meiner Familie kann sonst niemand singen. Es ist allen ein Rätsel, wo das bei mir herkommt. Talent ist natürlich eine tolle Voraussetzung. Wer allerdings wirklich etwas erreichen möchte, muss kontinuierlich an sich und seiner Stimme arbeiten. Daher treffe ich mich regelmäßig mit meinem Vocal Coach. Zusätzlich nehme ich momentan Tanz- und Rhetoriktraining. Ich feile also noch ein wenig am Gesamtpaket. Mit Tanzen und diesem ganzen „Choreo-Kram“ tue ich mich manchmal etwas schwer. Ich möchte gerne ein bisschen lockerer werden und mich selbstverständlicher auf der Bühne bewegen. Es geht mir allerdings nicht darum, eine akrobatische Bühnenshow einzuüben. Das wäre einfach nicht ich. Für mich sollen Musik und Stimme im Vordergrund stehen.

Artikel von www.top-magazin.de/bonn