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Endoprothetik im Universitätsklinikum Bonn

Die Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn befasst sich mit sämtlichen Erkrankungen und Verletzungen des Stütz- sowie Bewegungsapparats. Besonderes Ansehen genießt das Team um Klinikdirektor Prof. Dr. med. Dieter C. Wirtz für seine Entwicklungsarbeit in Sachen Endoprothetik – sprich bezüglich Prothesen für Hüfte, Knie oder andere Gelenke.


Die Experten in der Endoprothetik

Rund 400.000 Menschen erhalten in Deutschland jährlich eine Endoprothese. Damit zählt die Implantation von künstlichen Gelenken – meist an der Hüfte oder am Knie – zu den am häufigsten durchgeführten Operationen und gilt in der Regel als Routineeingriff. Doch was passiert, wenn es zu Komplikationen kommt? Was, wenn sich das Kunstgelenk durch eine Infektion oder durch mechanische Probleme lockert? In solchen Fällen ist die Kompetenz der Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn gefragt. Sie gehört zu den führenden Anlaufstellen Deutschlands, wenn es um den Wechsel schmerzhafter Endoprothesen geht.

Harte Prothese, weicher Knochen

Prof. Dr. med. Dieter C. Wirtz, Direktor der Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn

Prof. Dr. med. Dieter C. Wirtz,
Direktor der Orthopädie und Unfallchirurgie am
Universitätsklinikum Bonn

„Mit einem Kunstgelenk ist es mitunter wie mit einem Nagel in einer Gipswand“, erklärt Prof. Wirtz. „Das Material des Nagels ist härter als die Wand. Sobald sich dieser also ein klein wenig bewegt, wird das Loch in der Wand immer größer und der Nagel immer lockerer.“ Ähnlich passiert es auch bei Prothesen im Knochen. Bisweilen hat das gar nichts mit einer Komplikation zu tun, sondern fällt einfach unter „normaler Verschleiß“. Irgendwann ist das künstliche Gelenk so locker, dass es ausgetauscht werden muss. Das ist allerdings nicht so einfach, da sich der Hohlraum im Knochen über die Zeit signifikant vergrößert hat. Das wird speziell für junge Endoprothese-Patienten zum Problem, die in ihrem Leben mehrere Prothesenwechsel über sich ergehen lassen müssen. Ein Forschungsschwerpunkt der Universitätsklinik Bonn liegt daher in der Behandlung eben dieser Knochendefekte.

Innovative Behandlungsmethoden

Um die Knochen vor dem Einsatz eines neuen Kunstgelenks wieder aufzubauen, setzen die Endoprothetik Experten auf eine biologische Rekonstruktion durch Knochenimplantate. Hierbei greifen sie auf eine Methode zurück, die maßgeblich in Bonn mitentwickelt wurde: Impaction Grafting. „Setzt man die Knochen nach der Transplantation unter Druck, heilen die Implantate besser ein“, sagt Prof. Wirtz. „Das konnten wir durch zahlreiche Studien bestätigen.“

Modulare Wechselprothesen

Parallel zu den Fortschritten auf dem Gebiet der Knochenrekonstruktion, beteiligt sich das Bonner Forschungsteam auch an der Entwicklung innovativer Endoprothetik-Produkte. So trägt zum Beispiel der aktuelle Marktführer unter den Wechselprothesen Bonner Handschrift. Das modulare Kunstgelenk kann während einer Operation je nach Bedarf aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzt werden. „Intraoperative customization“ (dt.: intraoperative Maßanfertigung) lautet der entsprechende Fachbegriff. Auch in diesem Bereich begleiten wissenschaftliche Studien die Entwicklungsarbeit. Im Fall der modularen Wechselprothese hat das Universitätsklinikum Bonn sogar eine der weltweit umfassendsten Studien durchgeführt: mit der größten Patientenzahl und über den längsten Zeitraum.

Septische Notfälle


Sind Infektionen – zum Beispiel durch multiresistente Keime – der Grund für eine schmerzhafte Endoprothese, geht es nicht mehr nur um einen funktionsfähigen Bewegungsapparat, sondern bisweilen sogar um Leben und Tod. Um Betroffenen zu helfen, arbeiten die Orthopäden interdisziplinär mit Mikrobiologen, Nuklearmedizinern und Pathologen zusammen. Über die Jahre haben sie gemeinsam diagnostische und therapeutische Strategien entwickelt, die die Nachweisbarkeit von Infekten deutlich erhöhen und bessere Behandlungserfolge erzielen. Diese Expertise macht das Universitätsklinikum Bonn auch in Sachen septischer Endoprothetik zu einer der deutschlandweit renommiertesten Einrichtungen.

Auf Herz und Nieren

Eine zentrale Aufgabe in der Entwicklungsarbeit übernimmt das unabhängige, an die Klinik angegliederte Prüflabor. Denn nur durch gründliche Tests von Substanzen und Werkstoffen kann eine ausreichende Sicherheit bei der späteren Anwendung am Patienten gewährleistet werden. Neben eigenen Innovationen werden hier auch Produkte anderer Entwickler genauestens unter die Lupe genommen. Immerhin ist das Prüflabor das bundesweit einzige, das Biokompatibilitätsprüfungen sowie die entsprechenden Zertifizierungen für orthopädische Implantate durchführen darf.

Den Nachwuchs begeistern

Neben Forschung und Patientenversorgung liegt Prof. Wirtz auch die Lehre am Herzen. „Als Uniklinik ist es unsere Aufgabe, die Ärzte von Morgen bestmöglich auf ihren anspruchsvollen Job vorzubereiten“, sagt er. Seine Vorlesungen und Seminare sieht er auch als Möglichkeit, Studenten für sein Fach – die Orthopädie und Unfallchirurgie – zu begeistern und so eigenen Nachwuchs heranzuziehen. „Was wir machen, ist im buchstäblichen wie auch im übertragenden Sinne ein Knochenjob. Gleichzeitig jedoch unglaublich spannend, vielseitig und abwechslungsreich!“

Artikel von www.top-magazin.de/bonn